Kekse backen mit Ghee: Ein Leitfaden für köstliche und gesunde Leckereien
Plätzchenbacken gehört zur Weihnachtszeit einfach dazu. Spätestens zum ersten Advent beginnt es in den Küchen nach Butter, Zimt und Nelken zu duften. Selbst Menschen, die sonst wenig Backbegeisterung zeigen, schwelgen in der Vorweihnachtszeit in Erinnerungen, Nostalgie und einer kindlichen Freude an liebgewordenen Traditionen. Doch so unterschiedlich Plätzchenrezepte auch sein können, die Grundlage besteht in der Regel aus Butter, Zucker und Weizenmehl: Alles Lebensmittel, die von gesundheitsbewussten Menschen eher geächtet werden. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie mit Ghee, alternativen Mehlsorten und natürlichen Süßungsmitteln köstliche Kekse backen können, die nicht nur gut schmecken, sondern auch gut für Sie sind.
Warum Ghee zum Backen verwenden?
Anstelle von Butter eignet sich Ghee hervorragend zum Backen. Ghee gilt als sattvisches, also reines Lebensmittel mit heilender Wirkung, das - in der richtigen Dosierung - allen Doshas gut bekommt. Ghee ist geklärte Butter, die den Keksen einen Geschmack nach feiner Nussbutter verleiht. Ghee macht die Kekse außerdem haltbarer und sie verbrennen im Ofen nicht so schnell. Wenn Sie vegan leben, können Sie Ghee problemlos durch natives Kokosöl ersetzen.
Zutaten Alternativen
Mehl: Gesündere Alternativen zu weißem Auszugsmehl sind Vollkornmehle. Noch besser sind Varianten aus Urgetreide, wie zum Beispiel Ur-Dinkel, Emmer, Einkorn oder Kamut. Diese Getreidevarianten sind häufig noch nicht so stark durch Züchtungen verändert und enthalten mehr Nähr- und Ballaststoffe als klassisches Weizenmehl. Bei einigen typisch ayurvedischen Süßigkeiten, wie zum Beispiel Laddus, wird auch gerne geröstetes Kichererbsenmehl verwendet. Da es kein Gluten enthält, ist es aber schwierig, Weizenmehl beim Backen einfach durch Kichererbsenmehl zu ersetzen. Auch der intensive Geschmack ist zumindest für Weihnachtsplätzchen nicht ideal. Etwa ein Viertel der Mehlmenge kannst Du durch eine glutenfreie Mehlvariante ersetzen, zum Beispiel durch Reis- oder Buchweizenmehl. Es könnte allerdings sein, dass die Plätzchen dann etwas mürber werden.
Zucker: Auch Zucker ist im Ayurveda in Maßen okay. Genau genommen ist Zucker aber kein natürliches Lebensmittel, sondern ein hochverarbeitetes Isolat. Statt dem raffinierten weißen Haushaltszucker verwenden wir für ayurvedische Plätzchen deshalb gerne Rohrohrzucker, Kokosblütenzucker, Dattelzucker oder Sharkara, die ayurvedische Zuckervariante. Honig eignet sich zum Backen weniger gut, weil er nach ayurvedischem Verständnis nicht erhitzt werden sollte.
Eier: Weil ein Übermaß an Eiern eine tamasische, also schwere und trübende Wirkung haben kann, setzen wir sie im Ayurveda nur sparsam dosiert ein. Die meisten ayurvedischen Plätzchen-Rezepte funktionieren deshalb auch für Veganer*innen gut.
Lesen Sie auch: Osterhasen-Kekse ohne Zucker
Das ayurvedische Konzept beim Backen
Die ayurvedische Ernährungslehre basiert auf insgesamt acht Säulen. Statt zu sagen, dass ein bestimmtes Lebensmittel per se ungünstig ist, betrachtet der Ayurveda Nahrung aus einem ganzheitlichen Blickwinkel: Neben der Natur und den Eigenschaften ist zum Beispiel auch wichtig, woher es kommt, wie es zubereitet wird und wie viel zu davon isst.
Grundsätzlich bemühen wir uns im Ayurveda, möglichst frische, naturbelassene Zutaten in guter Qualität zu verwenden. Gekochte bzw. erhitzte Lebensmittel betrachten wir als leichter verdaulich und deshalb gesünder als Rohkost. Wenn Du also hochwertige Bio-Zutaten verwendest und Deine Plätzchen mit einer Prise Achtsamkeit und Hingabe zubereitest, passen sie wunderbar zu Deinem ayurvedischen Leben: zumindest, solange Du nicht das ganze Blech auf einmal vernaschst.
Gewürze
Eine Besonderheit der ayurvedischen Küche sind die vielfältigen Gewürze, die wir verwenden. Eine ideale ayurvedische Mahlzeit ist frisch zubereitet, vollwertig, auf die Konstitution abgestimmt und enthält alle sechs Geschmäcker. In vielen Fällen erreichen wir durch die Zugabe von Gewürzen ein ausgewogenes Verhältnis der Geschmäcker und machen die Nahrung leichter verdaulich.
Auch ayurvedische Plätzchen enthalten deshalb meist verschiedene Gewürze - perfekt also für die Weihnachtszeit. Übrigens: Im Ayurveda wird Süßes traditionell zu Beginn der Mahlzeit gegessen. Der Grund dafür ist, dass der süße Geschmack gut zu verdauen ist, Agni anregt und gleichzeitig Pitta besänftigt. Das hilft uns, in Ruhe zu essen und sorgt dafür, dass der Körper die Nahrung gut verarbeiten kann.
Rezept: Gewürzplätzchen mit Ghee
Dieses Rezept ist eine köstliche Möglichkeit, die Prinzipien des ayurvedischen Backens in die Praxis umzusetzen. Die Gewürze wärmen und unterstützen die Verdauung, während Ghee und Rohrohrzucker eine gesündere Alternative zu herkömmlichen Zutaten darstellen.
Lesen Sie auch: Kinder Duo Kekse: Eine detaillierte Analyse
Zutaten:
- 125 g Ghee (alternativ Butter oder natives Kokosöl)
- 125 g Rohrohrzucker
- 1 Prise Meersalz
- 140 g Weizengrieß
- 160 g Weizenmehl Typ 550 (oder Dinkelmehl)
- 2 TL gestrichen Kardamom, gemahlen
- 44 halbe Mandeln, blanchiert
Zubereitung:
- Mehl, Grieß und Kardamom in einer Schüssel gut miteinander vermischen.
- Ghee etwas erwärmen, aber nicht schmelzen lassen, damit es sich besser verarbeiten lässt.
- Ghee mit dem Rohrohrzucker und der Prise Salz schaumig rühren. Nach und nach die trockenen Zutaten unterrühren bis ein fester Teig entsteht. Er ist leicht krümelig. Den Teig in Klarsichtfolie eingewickelt ca. 30 min kühl stellen. Falls der Teig länger im Kühlschrank liegt, sollte man den Teig vor der Weiterverarbeitung dann bei Raumtemperatur wieder etwas wärmer werden lassen, damit sich der Teig besser formen lässt.
- Den Ofen auf 180°C Unter- und Oberhitze vorheizen.
- Aus dem Teig ca. kirschgroße Kugeln formen. Da der Teig relativ krümelig ist bietet es sich an, den Teig etwas in den Händen zu kneten und dann eine Kugel zu formen.
- Jede Kugel mit einer halben Mandel verzieren und diese leicht andrücken. Die Kekse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen (ruhig nah aneinander, da die Kekse beim Backen nicht auseinander gehen). Die Kekse bei 180°C (mittlere Schiene) ca. 20 min backen bis sie eine hellbraune Farbe haben.
- Nach dem Auskühlen am besten in einer fest verschließbaren Dose aufbewahren.
- Die angegebene Menge reicht für ca. 44 Kekse.
Weitere Rezeptideen und Variationen
- Ghraybeh (Libanesische Butterkekse): Diese feinen Butterkekse werden mit Ghee, Puderzucker und Mehl zubereitet. Ein Hauch Rosenwasser verleiht ihnen eine besondere Note.
- Kardamom-Rosenwasser-Kekse: Diese Kekse werden mit Reismehl, Ghee, Puderzucker, Kardamom und Rosenwasser zubereitet. Ein Musterstempel sorgt für eine schöne Optik.
- Gewürzkuchen mit Dattelmus: Dieser Kuchen wird mit Dinkelmehl, Stärke, gemahlenen Mandeln, Backpulver, Kürbis, Ghee und Rohrohrzucker zubereitet. Ein Dattelmus sorgt für eine natürliche Süße.
Genuss ohne Reue
Im Ayurveda geht es nicht darum, sich perfekt zu ernähren. Mindestens genauso wichtig wie das Lebensmittel, das Du zu Dir nimmst, sind die Situation und das Bewusstsein, mit dem Du es verspeist. Es ist völlig in Ordnung, ab und an über die Stränge zu schlagen und in der Weihnachtszeit ganz normale, „ungesunde“ Plätzchen zu essen.
Wenn Du mit Genuss und Achtsamkeit im Kreis Deiner Lieben ein paar nicht-ayurvedische Weihnachtsplätzchen vertilgst, wird Dir das nicht schaden. Viel wichtiger als das, was wir hin und wieder machen, sind die Dinge, die wir täglich tun. In Maßen sind alle Lebensmittel in Ordnung und Du darfst es Dir erlauben, sie ohne Reue zu essen.
Tipps für die Winterzeit
Der Winter wird oft verbunden mit kaltem Wetter, Erkältung, rauer und trockener Haut und einem generell schwachen Immunsystem. Laut Ayurveda ist der Winter aber eigentlich die beste Zeit um Ojas, unser Immunsystem zu stärken und unsere Gewebe zu nähren. Der Geschmack „süß“ umfasst Nahrungsbestandteile wie Kohlenhydrate, Fette und Proteine, er nährt unsere Gewebe (Dhatus), vor allem das Blutplasma. Süß trägt die Eigenschaft kühl, ölig, schwer und sorgt somit für Stabilität und Geschmeidigkeit. In der richtigen Menge fördert süßes unsere Gesundheit, die Haut und den Teint, unsere Stimme und besänftigt die Doshas Vata und Pitta.
Ein Übermaß an Süßem, vor allem an raffiniertem Zucker und Mehl, verdickt das Blut und führt zu einer verschlechterten Blutzirkulation, Erkältungen, Schwere und Appetitlosigkeit. Die Verwendung von Mehl aus Hülsenfrüchten, Nüssen und alternativen Süßungsmitteln wie Datteln, sind die Besonderheiten von ayurvedischen Süßigkeiten. Zudem wird auf Eier verzichtet, die zu den tamasischen, zu vermeidenden Lebensmitteln gezählt werden. Man unterscheidet in Indien sogar zwischen Winter- und Sommersüßigkeiten, die berücksichtigen, dass wir im Winter mehr Energie benötigen und somit ebenso unsere Ernährung nährstoffreicher sein darf. Nahrung die frisch, saftig, schmackhaft und bekömmlich ist, wird mit sattva (rein) bezeichnet, sie verleiht Kraft und erfreut das Herz. Idealerweise sollte jede Mahlzeit alle sechs Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, scharf, bitter, zusammenziehend) enthalten, und so dürfen auch den Süßigkeiten verschiedene Gewürze im Sinne der Ganzheitlichkeit nicht fehlen.
Lesen Sie auch: Rezept für frische Zitronenkekse
tags: #Kekse #backen #mit #Ghee #Rezept


