Katzenfutter mit Taurin ohne Zucker: Vorteile und Empfehlungen

Taurin ist eine natürliche Aminosäure. Die meisten Säugetiere können Taurin in ihrem Körper selbst erzeugen, indem sie Aminosäurebausteine kombinieren, die sie durch die Aufnahme von Nahrung erhalten haben, die kein Taurin enthält. Während die meisten Säugetiere Taurin problemlos aus Cystein und Coenzym A in den benötigten Mengen selbst bilden können, stellen Katzen eine Ausnahme dar: Bei ihnen ist die Fähigkeit, Taurin zu kreieren, stark eingeschränkt. Der Körper einer Katze kann diese Kombination jedoch nicht selbst herstellen, und aus diesem Grund müssen unsere pelzigen Freunde taurinreiches Futter wie Fisch oder Fleisch zu sich nehmen.

In der freien Natur nehmen Katzen viel Taurin durch die Beute auf, die sie fressen. Für die wild lebenden Verwandten wie auch für die Vorfahren unserer Hauskatzen stellt diese Einschränkung kein Problem dar, weil rohes Fleisch große Mengen Taurin enthält. Eine Katze, die sich ihr Futter selbst jagt, nimmt also ausreichend Taurin auf. Anders sieht es aus, wenn Katzen eine spezielle Diät erhalten und keinen Zugang zu rohem Fleisch haben. Wichtig: Hundefutter, vegetarische Diäten oder gekochte, selbst zusammengestellte Futtermittel enthalten keine ausreichenden Mengen Taurin, wenn dieses nicht zugesetzt wird.

Warum Taurin so wichtig ist

Katzen benötigen ausreichend Taurin, um ihren Verdauungstrakt, ihr Sehvermögen, ihre Herzmuskelfunktion und ihr Immunsystem in Topform zu halten. Unterstützt die Herzgesundheit, das Sehvermögen und die Fortpflanzung. Was einen Mangel so gefährlich macht, ist die Tatsache, dass die Symptome erst nach und nach auftreten und leicht unbemerkt bleiben können, bis ein irreparabler Schaden entstanden ist. Sie sind nicht in der Lage, selbst ausreichend Taurin zu produzieren, um gesund aufzuwachsen und zu leben.

Möchtest du sicherstellen, dass deine Katze genug Taurin aufnimmt? Prüfe die Verpackung deines Katzenfutters und achte darauf, dass es mindestens 230 mg Taurin pro kg Katzenfutter enthält. Ein Nassfutter sollte optimalerweise 1000 - 1500 mg Taurin pro kg enthalten. Viele Futtermittelhersteller orientieren sich in Sachen Nährstoffe lediglich an den Mindestanforderungen des FEDIAF. Diese Mindestanforderungen sehen für Taurin nur 200 mg pro kg Nassfutter vor.

Vorteile von taurinhaltigem, zuckerfreiem Katzenfutter

  • Korrekte Versorgung mit Taurin schützt Herz, Augen, Verdauung und Immunsystem.
  • Zuckerfreie Rezepturen vermeiden unnötige Kalorien, Verdauungsprobleme und das Diabetes-Risiko.
  • Gute Nassfutter-Rezepturen liefern gleichzeitig hohe Feuchte, was für Katzen mit schwachem Durstempfinden wichtig ist.
  • Hochwertige, tierische Zutaten liefern nicht nur Taurin, sondern oft auch essenzielle Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe.
Infografik: Wirkung von Taurin auf Herz, Auge und Verdauung

Warum Zucker im Katzenfutter problematisch ist

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist jeder zugesetzte Zucker im Katzenfutter überflüssig und unnatürlich. Denn der Stoffwechsel einer Katze ist nicht auf Zuckerverwertung ausgelegt. Katzen können Zucker nicht schmecken: Sie sind nicht in der Lage, süßen Geschmack wahrzunehmen. Warum fügen Hersteller Katzenfutter überhaupt Zucker hinzu? Rein aus technologischen und optischen Gründen. Denn Zucker sorgt für Bräunung, Röstaromen und glänzende Häppchen.

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Aus diesem Grund wird Zucker vor allem aus technologischen und optischen Gründen zugesetzt. Für diesen Effekt braucht man aber nicht mehr als 0,5 Prozent Zucker im Futter. Darunter fallen vor allem Leckerlis und Snacks für Katzen. Wenn Zucker enthalten ist, handelt es sich dabei in den meisten Fällen um sehr geringe Mengen. Dennoch: Zu viel Zucker kann bei der Katze Verdauungsprobleme auslösen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich also für Katzenfutter ohne Zucker entscheiden.

Qualitätsmerkmale: Was ein gutes taurinhaltiges, zuckerfreies Futter ausmacht

Hochwertiges Katzenfutter zeichnet sich durch natürliche und essentielle Inhaltsstoffe aus. Das bedeutet, dass Deine Katze alle Nährstoffe in hoher Qualität erhält, die sie für ein glückliches und gesundes Leben benötigt. Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. Ihr Verdauungssystem ist optimal darauf ausgelegt, tierische Proteine zu verarbeiten. Ein obligater Fleischfresser ist biologisch auf Fleischkost eingestellt. Katzen können daher alle lebensnotwendigen Nährstoffe aus tierischem Gewebe beziehen. Im Gegenteil: Pflanzliche Nahrung wird lediglich in winzigen Mengen toleriert.

Zu den lebensnotwendigen Nährstoffen, die Katzen benötigen und die sich nur in Fleisch finden, gehören u. a. Taurin. Taurin ist eine Aminosäure, die in nennenswerten Mengen nur in tierischem Gewebe enthalten ist. Viele davon müssen vom Futtermittelhersteller dem Futter hinzugefügt werden. Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. Truthahn 4% im Häppchen*), Getreide, Mineralstoffe, pflanzliche Eiweissextrakte, Zucker.

Wenig bis keine Kohlenhydrate: Da Katzen Kohlenhydrate nur begrenzt verarbeiten können, sollten nur sehr geringe Mengen Kohlenhydrate enthalten sein. Optimal sind getreidefreie Rezepturen. Inhaltsstoffe von hoher Qualität wie Fleisch, Innereien, Gemüse und natürliche Fette sind essentiell für ein hochwertiges Futter. Hochwertige Katzenfutter nutzen stattdessen natürliche Konservierungsmittel, wie z. B. Vitamin E oder Rosmarinextrakt.

Offene Deklaration und Zusatzstoffe

Achte auf eine offene Deklaration! Offene Deklarationen zeigen Dir als Tierbesitzer genau, welche Zutaten im Futter enthalten sind. Die Zusatzstoffliste gibt einerseits die ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe an, also Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die zugesetzt wurden, z. B. Vitamin B1 (31,5 mg/kg), Vitamin D3 (150 IE/kg), Taurin (700 mg/kg), Kupfer [Kupfer(II)-sulfat-Pentahydrat] (0,64 mg/kg) usw. Andererseits erfährt man, ob und welche technologischen Zusatzstoffe im Futter sind. Cassia-Gum stabilisiert Saucen. Mit dem Verdickungsmittel wird das Gelee im Nassfutter erzeugt.

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Ein hoher Rohasche-Wert (über 2,5 %) kann aber auch auf zu viel minderwertige Mineralien oder unnatürliche Zusätze hindeuten (z. B. Knochenmehl, billige Füllstoffe, anorganische Salze). Optimal ist ein Wert zwischen 0,5 und 2,5 %. Ein optimales Ca:P-Verhältnis sollte etwa bei 1,1 : 1 bis 1,5 : 1 liegen.

Empfohlene Produktarten und Ernährungsformen

Ein Alleinfuttermittel ist ein Futter, das alle benötigten Nährstoffe enthält. Achten Sie darauf, dass Sie ein Futter aussuchen, das als Alleinfutter ausgelobt wird. Überprüfe einfach die Verpackung deines Katzenfutters, um sicherzustellen, dass du ihr ein so genanntes „Alleinfuttermittel“ fütterst - ein Futter, das alle benötigten Nährstoffe enthält. Manche Katzeneltern ziehen es vor, die Mahlzeiten für ihre Katzen selbst zuzubereiten und dabei Zutaten zu verwenden, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Leider ist es äußerst schwierig, Mahlzeiten zuzubereiten, die alle Nährstoffe enthalten, die deine Katze benötigt, vor allem in der richtigen Menge. Viele selbst zubereitete Mahlzeiten enthalten nicht genügend Taurin, und eine rein vegetarische oder vegane Ernährung ist geradezu gefährlich, da Taurin fast ausschließlich in tierischen Proteinquellen wie Fisch, Insekten, Rindfleisch, Geflügel usw. vorkommt.

BARF steht für Biologisch Artgerechtes Rohes Futter (früher für „Bones And Raw Food“). Naturnahe BARF-Menüs bieten eine natürliche Ernährung mit hochwertigen, frischen Zutaten. Der Nachteil: BARF-Menüs sind oft sehr fettlastig und eignen sich daher u. U. nicht als Dauernahrung. Wer auf exakte Versorgung angewiesen ist (z. B. bei Jungtieren, Senioren oder kranken Katzen), müsste je nach Bedarf der Katze das Futter u. U. mit einer Nahrungsergänzung anreichern (z. B. bei Kitten mit Mineralstoffen).

Trockenfutter gilt für viele Halter als praktisch: Es ist lange haltbar, einfach zu dosieren und sauber in der Handhabung. Trockenfutter hingegen enthält oft weniger als 10 % Wasser. Die Katze müsste zur Kompensation sehr viel trinken - was in der Realität selten geschieht. Viele Trockenfutter enthalten einen hohen Anteil an Kohlenhydraten - etwa in Form von Getreide, Mais, Reis oder Kartoffeln. Katzen sind jedoch obligate Fleischfresser. Trockenfutter kann reichlich Kalorien enthalten.

Vergleichstabelle: Nassfutter vs. Trockenfutter vs. BARF

Beispielhafte Produkte ohne Zucker

  • Purizon Hühnerfilet mit Lachs - sehr gut verdaulich, proteinreich und nicht fettlastig.
  • Catz finefood No. 25 Huhn & Thunfisch - zu 100 Prozent offen deklariert, zucker- und getreidefrei.
  • GranataPet Symphonie No. 1 Rind und Geflügel - sehr hoher Fleischanteil (97 Prozent), getreidefrei.
  • Ziwi Dried Cat Food - getreidefrei, zuckerfrei, soll für schönes Fell und gesunde Haut sorgen.
  • Wildes Land Pouch Probierbox - verschiedene Fleischsorten ohne Zusatz-, Konservierungs-, Lock- und Farbstoffe.

Praktische Empfehlungen für Katzenhalter

  1. Prüfe die Packungsangaben: Achte auf Taurinangaben (mind. 230 mg/kg; ideal höher, besonders beim Nassfutter 1000-1500 mg/kg).
  2. Wähle nach Möglichkeit Alleinfuttermittel oder ergänze selbst zubereitetes Futter fachgerecht.
  3. Setze auf getreidefreie und zuckerfreie Rezepturen, um unnötige Kohlenhydrate zu vermeiden.
  4. Achte auf offene Deklarationen und vermeide Futter mit unklaren Angaben wie „Häppchen“ ohne genaue Zutatenaufschlüsselung.
  5. Bei besonderem Bedarf (Kitten, Senioren, kranke Tiere) sprich mit dem Tierarzt über gezielte Ergänzungen und passende Diätfutter.
  6. Verwende hochwertige Snacks ohne Zucker und mit hohem Fleischanteil, wenn du Leckerlis geben möchtest.
Video: Wie du Taurin und andere essentielle Nährstoffe im Katzenfutter erkennst

Worauf beim Kaufen noch achten

Bei der Beurteilung des Futters sollten Sie die Angaben der Zusammensetzung und die Zusatzstoffliste prüfen. Achten Sie auf die analytischen Bestandteile, z. B. Proteingehalt, Fettgehalt, Rohasche und Feuchte. Die richtige Ernährung Ihrer Katze hängt davon ab, wie Ihre Katze lebt, wie alt sie ist und wie ihr Gesundheitszustand ist. Es kann aber auch sein, dass für Ihre Katze nicht das optimale Futter dabei ist.

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Gütesiegel und Zertifizierungen bieten eine klare Orientierung, wenn es darum geht, hochwertiges Katzenfutter auszuwählen. Ein Bio-Siegel ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, da es zeigt, dass das Produkt strenge ökologische Standards erfüllt. Tierversuchsfreiheit ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, da sie zeigt, dass das Produkt ohne unnötiges Leid für Tiere entwickelt und getestet wurde.

Zusammenstellung einer idealen Tagesration (Beispielwerte für erwachsene, gesunde Katze)

Komponente Empfohlener Anteil
Tierisches Protein (Muskelfleisch, Innereien) Hauptanteil (hoch)
Taurin Mind. 230 mg/kg, ideal 1000-1500 mg/kg im Nassfutter
Fett / essenzielle Fettsäuren Ausreichend, Quelle: Fischöl, Lachsöl
Kohlenhydrate (Stärke, Zucker) So gering wie möglich, getreidefrei bevorzugt
Wasser Nassfutter oder zusätzliche Flüssigkeitszufuhr

Wenn gekocht, ist allenfalls noch etwas mehr Taurin nötig, da dieses hitzeempfindlich ist. Auch ein Omega-3-Öl sollte noch ins Futter gegeben werden, z. B. bei selbstgekochten Menüs. Für manche Katzen ist es sinnvoller, das Futter selbst zusammenzustellen und das Fleisch zu kochen (mit Kochwasser füttern), z. B. Durch das Kochen werden Keime zuverlässig reduziert, so dass ein geringeres Risiko für Infekte besteht, wenn die Katze ohnehin etwas angeschlagen oder betagt ist.

Was tun bei Unsicherheit?

Besprechen Sie sich unbedingt mit Ihrem Tierarzt, wenn Ihre Katze eine Futtermittelallergie hat oder spezielle gesundheitliche Anforderungen. Für übergewichtige Katzen bieten hochwertige Futtermarken kalorienreduzierte Rezepturen, die trotzdem satt machen und den Stoffwechsel unterstützen. Auch hier hilft die Anpassung, das Idealgewicht der Katze zu halten und Überlastungen für Knochen und Gelenke zu vermeiden.

Unsere Empfehlungen richten sich nicht nach Internetbewertungen, sondern basieren auf sorgfältiger Auswahl nach wichtigen Qualitätskriterien. Will man für seine Katze aber das Optimum, sind die Mindestanforderungen natürlich zu wenig. Nur durch eine offene Deklaration ist es Dir möglich, das Futter auf seine Hochwertigkeit zu prüfen.

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