Rezept für Japanische Knöterichmarmelade: Eine kulinarische Auseinandersetzung mit einem invasiven Neophyten
Der Japanische Knöterich, auch bekannt als Japanischer Staudenknöterich, ist eine Pflanze, die in Europa oft als Problem betrachtet wird. Ursprünglich als Zierpflanze eingeführt, hat er sich rasant ausgebreitet und gilt als invasiver Neophyt, der heimische Pflanzen verdrängt. Doch anstatt ihn nur zu bekämpfen, kann man ihn auch kulinarisch nutzen. Die jungen Triebe des Knöterichs sind essbar und ähneln im Geschmack Rhabarber. Daraus lässt sich eine interessante Marmelade herstellen, die dem Gaumen eine neue Erfahrung bietet und gleichzeitig dazu beiträgt, die Ausbreitung der Pflanze einzudämmen.
Die Problematik des Japanischen Knöterichs
Der Japanische Knöterich ist für seine Hartnäckigkeit bekannt. Seine Rhizome, unterirdische Sprossensysteme mit "ruhenden Knospen", ermöglichen es ihm, immer wieder neu auszutreiben. Selbst kleine Pflanzenreste können zu einer neuen Pflanze heranwachsen. Die Bekämpfung ist schwierig und erfordert oft jahrelange, konsequente Maßnahmen wie regelmäßiges Mähen oder das Ausgraben der Pflanze samt Rhizom. In manchen Fällen werden sogar drastische Methoden wie Elektroschocks eingesetzt, um die Pflanze zu "sprengen".
Die ursprünglichen Importeure des Japanischen Staudenknöterichs nach Europa waren sich der massenhaften Vermehrung durch Rhizome vermutlich nicht bewusst. Der Botaniker Franz von Siebold versandte die Pflanze im 19. Jahrhundert nach Europa und Amerika. Damals schätzte man den Knöterich wegen seines Zierwerts, seiner Eignung als Futterpflanze, seiner Bedeutung für die Bienenzucht und seiner späten Blütezeit, die eine willkommene Trachtquelle für Bienen darstellte.
Mittlerweile hat sich der Japanische Staudenknöterich in einem mehrstufigen "Invasionsprozess" in Europa ausgebreitet. Er erreichte neue Gebiete, etablierte sich und erweiterte seine Population. In Deutschland ist das Ausbringen der Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten.
Die kulinarische Lösung: Japanischer Knöterich in der Küche
Eine kreative Möglichkeit, mit dem Problem des Japanischen Knöterichs umzugehen, ist seine Nutzung in der Küche. Die jungen Triebe des Knöterichs können wie Rhabarber verwendet werden und eignen sich für Süßspeisen, Kompott, Chutneys und Marmeladen.
Lesen Sie auch: Köstlicher veganer Käsekuchen nach japanischer Art
Japanischer Knöterich als Gemüse
Der Japanische Knöterich kann auch als Gemüse verwendet werden. Gekocht in Salzwasser passt er zu vielen Gerichten. Roh kann er wie Rhabarberstangen in Zucker getaucht gegessen werden.
Rezept für Japanische Knöterichmarmelade
Dieses Rezept verwandelt den unbeliebten Neophyten in eine leckere Marmelade:
Zutaten:
- 1 kg Staudenknöterich-Triebe (ca. 20 cm hoch und noch mit Mark gefüllt)
- 1 kg Gelierzucker (1:1)
- 2 Vanilleschoten (optional)
- 1 Esslöffel Honig (optional)
Zubereitung:
- Die Staudenknöterich-Triebe waschen und sehr klein schneiden.
- Die Triebe mit dem Gelierzucker und gegebenenfalls dem Honig in einen Kochtopf füllen. Das Mark der Vanilleschoten hinzufügen (optional).
- Den Topf schließen und die Mischung für einen Tag durchziehen lassen.
- Die Masse aufkochen und 3-5 Minuten köcheln lassen.
- Eine Gelierprobe machen: Einen kleinen Teil der Marmelade auf einen Teller geben. Sie sollte schnell fest werden.
- Die fertige Marmelade in sterilisierte Einmachgläser füllen.
Weitere Rezeptideen mit Japanischem Knöterich
- Knöterich-Chutney: Die Sprossen putzen, in Ringe schneiden und mit Zwiebeln, Knoblauch, Cola, Zucker, Apfelessig, Senfsamen, Teriyaki- oder Worcestersauce, Korianderpulver, Kreuzkümmel, Salz, Paprikapulver und Chiliflocken einkochen.
- Gefüllte Cannelloni mit Knöterich: Die unteren, dicken Abschnitte des Knöterichs mit Milchkefir-Frischkäse füllen und backen.
- Pralinen mit Knöterich-Füllung: Eine Füllung aus gekochtem und püriertem Knöterich herstellen und in weiße Pralinenhohlkörper füllen.
- Spargelgemüse mit veganer Sauce Béarnaise: Die Knöterichtriebe wie Rhabarber pellen, anbraten und mit einer veganen Sauce Béarnaise servieren.
- Knöterich-Kompott: Junge Triebe mit Gelierzucker oder Zucker weichkochen und pürieren. Mit Banane verfeinern.
- Knöterich-Streuselkuchen: Knöterich mit Vanillezucker und roten Früchten mischen und mit Streuseln bedecken.
Worauf man beim Sammeln und Verwenden achten sollte
- Verwechslungsgefahr: Der Japanische Knöterich kann mit dem giftigen Sachalin-Staudenknöterich verwechselt werden. Daher ist eine sichere Bestimmung wichtig.
- Oxalsäuregehalt: Wie Rhabarber enthält der Knöterich Oxalsäure. Daher sollte er nicht in großen Mengen roh verzehrt werden.
- Sammelzeitpunkt: Die jungen Triebe im Frühjahr (März/April) sind am besten geeignet.
- Standort: Aufgrund möglicher Pestizidbelastung sollte der Knöterich nicht an Straßenrändern gesammelt werden.
- Entsorgung: Blätter und Wurzeln sollten im Restmüll entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Holycrab!: Ein innovatives Konzept zur Bekämpfung invasiver Arten
Das Berliner Startup Holycrab! hat sich der kulinarischen Nutzung invasiver Arten verschrieben. Sie bieten Gerichte mit Sumpfkrebsen, Wollhandkrabben, Graskarpfen und invasiven Pflanzen wie Topinambur an. Ihr Motto: "If you can’t beat them, eat them." Damit leisten sie einen Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung dieser Arten und bieten gleichzeitig eine nachhaltige und regionale Alternative zu konventionellen Lebensmitteln.
Japanischer Knöterich als Nahrungsergänzungsmittel
Der Japanische Knöterich ist reich an Resveratrol, einem starken Antioxidans. Resveratrol schützt den Körper vor freien Radikalen und unterstützt die Gesundheit von Zellen, Herz und Gefäßen. Japanischer Knöterich wird daher auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.
Lesen Sie auch: Rezepte für japanischen Käsekuchen: Dampfgarer, Reiskocher, Backofen
Lesen Sie auch: Käsekuchen aus Japan
tags: #japanischer #knoterich #marmelade #rezept


