Schokolade und Allergien: Was steckt wirklich drin?

Schokolade ist eine der beliebtesten Süßigkeiten weltweit. In Deutschland werden jährlich rund 9 kg Schokolade pro Kopf verzehrt. Doch für Menschen mit Allergien kann der Genuss zur Herausforderung werden. Denn Schokolade birgt ein hohes Risiko für Kontaminationen mit Allergenen. Dieser Artikel beleuchtet die Inhaltsstoffe von Schokolade, insbesondere im Hinblick auf Allergene, und gibt Hinweise für Allergiker.

Inhaltsstoffe von Schokolade: Eine Übersicht

Die grundlegenden Bestandteile von Schokolade sind Kakaomasse, Kakaobutter und Zucker. Je nach Sorte kommen weitere Zutaten hinzu, wie Milchpulver (für Vollmilchschokolade), Nüsse, Nougat oder Aromen.

Hier einige Beispiele für Zutatenlisten verschiedener Schokoladensorten:

  • Rohrohrzucker, Kakaomasse, Kakaobutter, Cashew 22,7%. Kakao: 42% mindestens. *Aus kontrolliert biologischem Anbau. Diese Zutatenliste bezieht sich auf eine dunkle Schokolade mit Cashewkernen.
  • VollMILCH-Schokolade [Zucker, Kakaobutter, VollMILCHpulver, Kakaomasse, MILCHzucker, MagerMILCHpulver, Emulgator (SOJAlecithin), GERSTENmalzextrakt, Aroma], PISTAZIEN-Engelshaar-Füllung 26% [PISTAZIEN (45%), Engelshaar Teigfäden* (15%) (WEIZENmehl, Wasser, Maisstärke, Sonnenblumenöl, Salz), Zucker, BUTTERreinfett, Kakaobutter, VollMILCHpulver, MANDELN, MagerMILCHpulver, HASELNÜSSE, Salz, Emulgator (SOJAlecithin), Invertzuckersirup, Aromen]. Diese Zutatenliste ist komplexer und beinhaltet neben Milchprodukten auch Nüsse und Gluten.
  • Zucker, Kakaobutter, Vollmilchpulver, Sahnepulver, Emulgator: Lecithine; Vanilleextrakt. Eine typische Zutatenliste für Vollmilchschokolade.

Allergene in Schokolade: Eine Gefahr für Betroffene

Kuhmilch gehört zu den wichtigsten allergieauslösenden Lebensmitteln und ist in vielen Schokoladensorten enthalten. Aber auch andere Zutaten wie Nüsse, Soja oder Gluten können Allergien auslösen. Eier werden seltener als Zutat verwendet, können aber in bestimmten Schokoladenprodukten vorkommen.

Die häufigsten Allergene in Schokolade sind:

  • Milch: Enthalten in Vollmilchschokolade, weißer Schokolade und vielen Füllungen.
  • Nüsse: Häufig als ganze Nüsse, Krokant, Nougat oder Marzipan in Schokolade enthalten.
  • Soja: Wird oft als Emulgator (Sojalecithin) eingesetzt, um die Textur der Schokolade zu verbessern.
  • Gluten: Kann durch Getreideprodukte wie Weizenmehl oder Gerstenmalzextrakt in die Schokolade gelangen.
  • Eier: Werden gelegentlich als Bindemittel verwendet.

Kontamination: Ein verstecktes Risiko

Selbst wenn eine Schokoladensorte laut Zutatenliste keine Allergene enthält, besteht das Risiko einer Kontamination. Dies bedeutet, dass unbeabsichtigt Spuren von Allergenen in das Produkt gelangen.

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Ursachen für Kontaminationen:

  • Gemeinsame Produktionslinien: Werden in derselben Produktionsanlage sowohl milchfreie als auch milchhaltige Schokoladen hergestellt, können Spuren von Milch in die milchfreie Schokolade gelangen.
  • Transport und Lagerung: Auch beim Transport und der Lagerung können Lebensmittel mit Allergenen in Kontakt kommen.
  • Hygienemängel: Rückstände auf Küchengeräten, Maschinen oder Arbeitskleidung können Allergene in das Produkt übertragen.

Kennzeichnung von Allergenen: Was Verbraucher wissen müssen

Die Europäische Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) schreibt vor, dass allergene Zutaten in Fertigpackungen deutlich gekennzeichnet werden müssen. Diese Regelung gilt seit Ende 2014 auch für lose Ware. Die 8 wichtigsten allergieauslösenden Zutaten sind in der EU, in den USA und in einigen weiteren Ländern kennzeichnungspflichtig.

Wichtige Hinweise zur Allergenkennzeichnung:

  • Zutatenliste: Die Zutatenliste gibt Auskunft über alle enthaltenen Zutaten, einschließlich allergener Stoffe.
  • "Kann Spuren enthalten"-Hinweis: Viele Hersteller bringen freiwillig einen Hinweis wie "Kann Spuren von Nüssen enthalten" an. Dieser Hinweis bedeutet, dass das Produkt laut Rezeptur keine Nüsse enthält, aber eine Kontamination nicht ausgeschlossen werden kann.
  • Keine einheitliche Definition für "Spuren": Bislang gibt es keine einheitliche Definition, welche Menge unter der Angabe "Spur" zu verstehen ist.

Untersuchungsergebnisse: Milcheiweiß in dunkler Schokolade

Das LGL (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) überprüfte im Jahr 2013 den Gehalt an Milcheiweiß in 16 Schokoladen und Kuvertüren, denen laut Zutatenverzeichnis keine Milchbestandteile zugesetzt waren.

Ergebnisse:

  • In 15 von 16 Proben wurde Milcheiweiß nachgewiesen.
  • Die Gehalte lagen zwischen 0,002 und 1,4 %.
  • Zwei Proben trugen keinen Hinweis auf mögliche Spuren von Milchbestandteilen.

Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Kontamination mit Milcheiweiß auch in dunkler Schokolade häufig vorkommt.

Allergenmanagement: Was Hersteller tun können

Ein effektives Allergenmanagement ist entscheidend, um Kontaminationen zu vermeiden und die Sicherheit von Allergikern zu gewährleisten.

Maßnahmen für ein gutes Allergenmanagement:

  • Strenge Hygienevorschriften: Regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Produktionsanlagen.
  • Getrennte Produktionslinien: Wenn möglich, sollten allergenhaltige und allergenfreie Produkte auf getrennten Linien hergestellt werden.
  • Regelmäßige Analysen: Überprüfung der Produkte auf Allergengehalte.
  • Schulung der Mitarbeiter: Sensibilisierung der Mitarbeiter für das Thema Allergene.

Schokolade und Zucker: Ein weiterer Aspekt

Neben Allergenen ist auch der hohe Zuckergehalt in Schokolade ein Thema. Ein hoher Zuckerkonsum kann zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen. Daher sollte Schokolade nur in Maßen genossen werden.

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Tipps für Allergiker beim Schokoladenkauf

  • Zutatenliste genau lesen: Achten Sie auf alle enthaltenen Zutaten und suchen Sie nach Allergenen.
  • "Kann Spuren enthalten"-Hinweis beachten: Seien Sie vorsichtig, auch wenn ein Produkt nur Spuren von Allergenen enthalten kann.
  • Hersteller kontaktieren: Bei Unsicherheiten können Sie den Hersteller kontaktieren und nachfragen.
  • Spezielle Schokoladen für Allergiker wählen: Es gibt spezielle Schokoladen, die für Allergiker geeignet sind. Diese sind oft mit entsprechenden Hinweisen versehen.
  • Auf Bio- und Fair-Trade-Siegel achten: Diese Siegel garantieren zwar keine Allergenfreiheit, stehen aber oft für eine sorgfältigere Produktion.

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