Honig aus dem Bayerischen Wald: Besonderheiten und Sorten
Honig aus dem Bayerischen Wald ist eines der faszinierendsten Naturprodukte der Region und steht für aromatische Vielfalt, traditionelle Imkerei und eine tiefe Verbundenheit zwischen Mensch und Natur. Dieser Waldhonig wird aus einer einzigartigen Kombination von Nektar und Honigtau gewonnen, wobei die urwüchsigen Wälder des Bayerischen Waldes mit ihren vielfältigen Pflanzen und Baumarten eine ideale Grundlage für hochwertige Honigsorten bieten.
Entstehung und Gewinnung von Waldhonig
Als Waldhonig werden die Honigsorten bezeichnet, die Bienen aus Honigtau herstellen. Honigtau stammt von kleinen Insekten, typischerweise von Läusen, die sich von zuckerhaltigem Pflanzensaft ernähren. Honigtau kommt nicht direkt auf Pflanzen vor, er braucht tierische Vermittler. Hier kommen die Insekten ins Spiel: Honigtauerzeuger wie Schildläuse (Coccinen) oder Blattläuse (Aphiden). Sie saugen Tau und Pflanzensaft ein und scheiden ihn wieder aus. Diese Ausscheidung wird von den Bienen gesammelt. Honigtau ist also ein verarbeitetes Produkt der Läuse - genau wie Honig von den Bienen.
Die Basis für Honigtauhonig bzw. Waldhonig ist also nicht Blütennektar sondern Honigtau, also Ausscheidungen von pflanzensaftsaugenden Insekten. Winzige Waldbewohner wie Schild- und Blattläuse nehmen den süßen Saft von Laub- und Nadelbäumen auf und verdauen ihn. Dabei nehmen sie deutlich mehr auf, als sie verarbeiten können und geben den Rest in Form von Honigtau wieder ab. Dieser wird von Bienen eingesammelt und zu Honig verarbeitet.
Bienen produzieren allerdings erst dann Honig, wenn sie ein Überangebot an Nektar bzw. Honigtau vorfinden. Dann wird der Nektar bzw. Honigtau nämlich zur Bevorratung eingelagert. Und erst dann wird daraus Honig.
Die Ausgangsstoffe für die Honigentstehung sind Blütennektar und Honigtau (= zuckerhaltige Ausscheidungsprodukte von Insekten). Sie werden von bestimmten Arbeiterbienen gesammelt. Diese nehmen die Zuckersäfte mit ihrem Rüssel auf und lagern sie in der sogenannten Honigblase. In der Honigblase, die auch Honigmagen genannt wird, wird der Pflanzensaft durch die zugesetzten Enzyme in eine frühe Form von unreifem Honig umgewandelt.
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Im Stock übergibt die Sammelbiene (Trachtbiene) den Inhalt ihres Honigmagens an die Stockbienen. Im Stock übergibt die Sammelbiene den Inhalt ihres Honigmagens an die Stockbienen. Der Honig wird jetzt noch als "unreif" bezeichnet, da er noch zuviel Wasser enthält, um haltbar zu sein. Er muss erst noch im Stock reifen. Die Stockbienen beteiligen sich an diesem Reifungsprozess, indem sie den Honig immer wieder aus ihrer Honigblase pumpen und ihn in kleinen Tropfen aus ihrem Rüssel fließen lassen und sofort wieder aufsaugen. Diese Behandlung beschleunigt zusammen mit der warmen Luft im Stock (ca. 30 bis 35 Grad) die Verdunstung des Wassers im Honig.
Der halbreife Honig wird in dünnen Schichten in Wabenzellen eingelagert; so kann weiteres Wasser aus dem Honig verdunsten. Ist der Honig trocken genug, verschließen die Arbeiterinnen die Waben mit Wachs, das sie im Körper produzieren. Sind die Waben geschlossen, im Fachjargon „verdeckelt“, weiß der Imker, dass der Honig reif ist.
Bayerischer Honig wird ausschließlich kalt geschleudert und - im Gegensatz zu einigen anderen Honigen - nicht gefiltert. Somit behält er all seine wertvollen Inhaltstoffe.
Besonderheiten und Inhaltsstoffe des Waldhonigs
Der Farbton von Waldhonig ist dunkel, kann aber unterschiedlich sein, je nachdem von welchen Läusen der Honigtau stammt und auf welchem Baum diese leben. Noch mehr als Blütenhonig enthält Waldhonig von Natur aus viele Mineralien wie Magnesium, Kalium und Phosphor. Waldhonig hat eine dunklere Farbe und ist flüssiger und oft aromatischer als Blütenhonig. Der Geschmack ist nicht so süß wie von Blütenhonig, sondern eher würzig-herb mit deutlichen Malz-Aromen.
Waldhonig gilt unter Kennern als Spezialität aufgrund seines kräftigen Aromas und seines hohen Enzym- und Mineralstoffgehalts. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass der Honig mehrere Verdauungsorgane durchlaufen hat, in denen er sich damit anreichern konnte.
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Eine Besonderheit im Waldhonig ist bei den meisten Imkern gefürchtet: Melezitose. Dabei handelt es sich eigentlich nur um eine ganz normale Zuckerart, die für sich natürlich kein Grund zur Besorgnis ist. Das Problem ist nur: Honig mit einem hohen Anteil an diesem besonderen Zucker härtet besonders schnell aus. Manchmal geschieht das schon in der Wabe, so dass der Imker den Honig kaum mehr schleudern kann.
Nur ganz wenige Imker machen sich die Arbeit, Melezitosehonig zu verarbeiten. Das Ergebnis ist beeindruckend: Nicht klar, dunkel und flüssig ist dieser Waldhonig, sondern fein kristallin und fest. Die aufwändige Verarbeitung führt dazu, dass Teile von der Wabe im Honig verbleiben.
Beliebte Sorten aus dem Bayerischen Wald
Reiner Deutscher Waldhonig kommt hauptsächlich aus dem Bayerischen Wald, aus dem Schwarzwald und aus dem Voralpenland.
- Der bekannteste Waldhonig, der vornehmlich vom Honigtau an Weißtannen stammt, ist der Tannenhonig bzw. Weißtannehonig. Weißtannenhonig schimmert beispielsweise oft grünlich, was man bei anderen Waldhonigen kaum beobachten kann.
- Deutscher Waldhonig stammt meistens von Fichten und verschiedenen Laubbäumen wie Eichen, Linden und Ahorn.
- Viele andere Baumarten sind ebenfalls ergiebige Trachtpflanzen für Waldhonig.
- Heimischer Waldhonig ist dagegen typischerweise bräunlich mit einem gewissen Rotstich.
Dieser feincremige Waldblüte Naturschutzhonig besitzt eine leicht herbe, und gleichzeitig fruchtige Komponente. Seine Farbe lässt sich am besten mit hellem Bernstein beschreiben. Dieser gute Honig von Waldblüte ist am besten pur zu genießen, von einem Holzlöffelchen. Dazu passt ein Schluck Honigwein. Zu guter Letzt schmeckt dieser Honig der Waldblüte auch gut auf einem Bio-Vollwert-100%-Roggen-Natursauerteig-Butterbrot.
| Honigsorte | Farbe | Geschmack | Haupt-Pflanzen/Quelle |
|---|---|---|---|
| Tannenhonig | Dunkel, mit grünlichem Schimmer | Würzig, malzig, kaum süß | Weißtanne |
| Fichtenhonig | Tiefbraun bis rotbraun | Kräftig, harzig | Fichte |
| Waldblütenhonig | Bernsteinfarben | Fruchtig, leicht herb | Mischung von Laub- und Nadelgehölzen, Brombeere, Himbeere, Weidenröschen |
Imkerei und Tradition im Bayerischen Wald
Die bayerische Imkerei ist mehr als nur eine landwirtschaftliche Tätigkeit - sie ist eine Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Mit rund 270.000 Bienenvölkern beheimatet Bayern mehr als ein Viertel aller deutschen Bienenstöcke. Dahinter stehen 42.000 Imkerinnen und Imker, die mit Herzblut und Engagement für das Wohl ihrer Bienen sorgen.
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Die Hauptblütezeit in Bayern beginnt im April/Mai. Zu dieser Zeit ist von den blütenbesuchenden Insekten nur die Honigbiene in größerer Zahl vorhanden. Die Wälder Bayerns mit ihrem hohen Fichtenanteil und teils guten Tannenbeständen bieten ein gutes Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau.
Darüber hinaus ist Bayern auch reich an Wiesen, Hecken, Obstkulturen, Raps- und Sonnenblumenfeldern und blühenden Gärten, welche eine schier unerschöpfliche Quelle für die Bienenvölker bieten.
Die erste nachweisliche Waldbienenzucht in Bayern kann im Raum Grabenstätt für das Jahr 959 n. Chr. nachgewiesen werden. Diese sogenannten Zeidlereien waren in erster Linie an die Existenz von Nadelholzgebieten gebunden. Die Hauptgebiete der Zeidlerei waren Gebiete im Fichtelgebirge und im Reichswald - auch "Des Heiligen Römischen Reiches Bienengarten" genannt - um Nürnberg. In Klöstern wurde ebenfalls intensive Bienenwirtschaft betrieben.
Neben der Gewinnung von Honig hatten es die Mönche vor allem auf die Gewinnung von reinem, unverfälschtem Bienenwachs für die Kerzenherstellung abgesehen.
In Bayern befassten sich oft ganze Dörfer mit der Bienenzucht, was dazu führte, dass wir vielen Ortschaften in Bayern begegnen, die mit dem Namen der Honigbiene in direkter Verbindung stehen, so z. B. Bienendorf, Zeidelheim.
Bedeutung der Imkerei für Natur- und Artenvielfalt
Bienen sind wahre Helden der Natur, sie bestäuben rund 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen. Damit erhalten sie nicht nur unsere Landschaft, sondern sichern uns auch die Vielfalt an Nahrungsmitteln, wie wir sie kennen und genießen. Kein Wunder also, dass die Honigbiene als eines der wichtigsten Nutztiere gilt.
Obwohl die Mehrheit in ihrer Freizeit imkert, sind ihre Beiträge zur Bestäubung unserer Pflanzen von unschätzbarem Wert. Im Gegensatz zu anderen Blüten besuchenden Insekten sind Honigbienen nämlich blütenstet und bleiben immer bei der gleichen Blütenart. Das hilft den Pflanzen bei der Bestäubung ganz besonders.
Mehr regionaler Honigkonsum bedeutet langfristig mehr Bienen in Deutschland, was unsere Biodiversität fördert. Während Honig selbst importiert werden kann, ist die Bestäubungsleistung der Bienen unersetzlich.
Kauf, Lagerung und Qualität von Honig aus dem Bayerischen Wald
Besonders vertrauenswürdig ist Honig im Imker-Honigglas des Deutschen Imkerbundes mit der Aufschrift „Echter deutscher Honig“. Dieser ist besonders naturbelassen und enthält maximal 18 Prozent Wasser. Die Honigverordnung schreibt eine Herkunftsangabe auf dem Honigglas vor. Doch Achtung: Stammt der Honig aus mehr als nur einem Land, so reichen die Kennzeichnungen „Mischung von Honig aus EU-Ländern“, „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“ oder „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“.
Regionaler Honig ist nicht nur ein süßer Genuss, sondern auch ein Zeugnis für die harmonische Beziehung zwischen Mensch und Natur.
Wie lagert man Honig richtig? Honig sollte kühl und dunkel gelagert werden, da einige seiner wichtigen Bestandteile sehr licht- und wärmeempfindlich sind. Das Honigglas immer fest verschließen, da es sonst Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnimmt. Kristallisierter Honig, der hart geworden ist, kann vorsichtig wieder verflüssigt werden, indem er erwärmt wird. Jedoch sollte die Temperatur nicht über 40°C steigen.
Honig kann über Jahre gelagert werden ohne zu verderben. So fand man in Pharaonengräbern neben Getreidekörnern in versiegelten Tonkrügen auch Honig, der noch genießbar war. Damit er möglich lange haltbar ist, muss Honig kühl und dunkel aufbewahrt werden.
Gesundheitliche Vorteile und Anwendungen
Honig ist nicht nur ein süßer Genuss, sondern ein wahres Multitalent, wenn es um Gesundheit und Wohlbefinden geht! Das süße Gold gilt als eines der ältesten Hausmittel der Welt. Grund sind vor allem seine antiseptische, konservierende und entzündungshemmende Wirkung.
Ein Löffel des Bienenprodukts lindert Husten und Halsschmerzen, da es beruhigend auf die Schleimhäute und antibakteriell wirkt. Honig kann die Verdauung fördern und hilft, Magen-Darm-Beschwerden zu lindern.
In vielen Schönheitsprodukten wird das süße Gold wegen seiner feuchtigkeitsspendenden und nährenden Eigenschaften verwendet.
Die Waldhonig-Ernte und Verarbeitung in Bayern
Das Privileg der Zeidlerei oder Bienenzüchterei haftete auf den Landgütern, welche in damaliger Zeit vom Kaiser an einzelne Bauern verliehen wurden, als Realrecht. Beim Honig-Ernten und Schleudern werden die Wachsdeckel zerstört und der Honig aus den Waben gelöst.
Als Nahrungsreserve gibt der Imker den Bienen stattdessen Zuckerwasser oder ähnliches. Mit einer speziellen Gabel oder einem Messer werden die verschlossenen Waben vom Imker geöffnet. Dieser Vorgang heißt "entdeckeln". Der Honig wird aus den geöffneten, vollen Waben mit einer Zentrifuge abgeschleudert. Anschließend füllt man den gereinigten Honig behutsam ab.
Spezielle Anbieter und Transparenz
Die Imkerei Oswald ist Urproduzentin von Honig, Bienenwachs und Propolis, erntet Bio-Honig und Bio-Propolis, und gewinnt Bio-Bienenwachs von den eigenen Bienenvölkern. Kundinnen und Kunden aus ganz Deutschland können diese Produkte bei über die Domain bio-honig.com online bestellen und kaufen, und bekommen dann alle Bestellungen zeitnah mit DHL im Direktversand zugesandt.
Gemäß der deutschen Lebensmittel-Informationsverordnung "LMIV" und der deutschen Honigverordnung "HonigV" ist der Bienenhonig ein naturbelassenes Erzeugnis, das von Bienen der Art Apis mellifera aus dem Nektar von Pflanzen und Honigtau von Waldbäumen gewonnen wird. Die Bienen verarbeiten diesen Rohstoff, fügen ihm eigene Enzyme hinzu, speichern ihn in Waben und lassen ihn reifen. Dieses Ur- und Naturprodukt ist für Säuglinge unter 12 Monaten nicht geeignet.
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