Honig aus der Uckermark: Besonderheiten und Imkerei
Honig ist eingefangener Sonnenschein. In der Uckermark treffen besondere Naturräume und traditionsreiche Imkereikunst aufeinander und schaffen ein unverfälschtes Naturprodukt - Honig in seiner besten Form. Die naturnahen und waldreichen Regionen im Nordosten Brandenburgs bieten ideale Bedingungen für die Bienenhaltung und Honigerzeugung.
Besonderheiten des Honigs aus der Uckermark
Unser Honig schmeckt jedes Jahr ein bisschen anders, denn die Natur und das Wetter haben großen Einfluss auf das Nektar-Angebot. Geschmack, Aroma, Konsistenz und Farbe sind eben nicht wiederholbar. Manche Sorten haben wir nur begrenzt oder gar nicht verfügbar - es ist halt wie bei Wein mit guten und schlechten Jahrgängen.
Er stammt von biologisch bewirtschafteten Flächen, umgeben von Streuobstwiesen oder von wildwachsenden Pflanzen einer relativ unberührten Natur. In Berlin und Brandenburg stehen unseren Bienen im Einklang mit der Natur.
Honig entsteht dadurch, dass Bienen Nektar oder auch andere süße Säfte an lebenden Pflanzen aufnehmen, durch körpereigene Stoffe bereichern und verändern, um ihn dann in den Waben des Bienenstockes zu speichern und reifen zu lassen. Honig ist eine dickflüssige bis feste, teilweise auch kristallisierte Substanz, die aufgrund ihres hohen Anteils an Frucht- und Traubenzucker sehr süß schmeckt.
Sortenvielfalt und Erntezeiten
- Ende Mai, Anfang Juni ernten wir unseren mild-blumigen Frühjahrsblütenhonig. Dieser enthält ein reichhaltiges Angebot aus Obst- und Rapsblütennektar und anderen Frühblühern.
- Ab Juli, nach der zweiten Ernte, gibt es auch unseren Sommerblütenhonig. Dieser schmeckt würziger, enthält viel Linde und hat meist eine leichte Fenchelnote.
- Sommerhonig ist etwas dunkler und bleibt länger flüssig.
| Sorte | Farbe | Geschmack | Konsistenz |
|---|---|---|---|
| Frühjahrsblüte | hell-gelb bis weiß | mild-blumig | cremig |
| Rapshonig | hellgelb bis weiß | mild, schnell kandierend | fest |
| Sommerblüte | goldgelb bis bernsteinfarben | würzig, oft mit Lindennote | oft flüssig |
Der so beliebte Rapshonig wird in der Uckermark ebenso eingebracht wie seltene Robinien- (Scheinakazien) und Lindenhonige im Märkisch-Oder-Land. Diese werden bevorzugt in Landschafts- und Naturschutzgebieten geerntet.
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Weil ein paar der Bienen große Akazienwälder um die Ecke haben und zur Blütezeit fast nur Akaziennektar sammeln, ist der Akazienhonig in manchen Jahren in großen Mengen verfügbar.
Die Bienen und ihre naturnahe Pflege
In den Medien wird regelmäßig über das „Bienensterben“ berichtet, aber glücklicherweise vermehren sich unsere Immen fleißig. Der Fleiß der Bienen ist sprichwörtlich: Sie müssen drei bis fünf Millionen Blüten anfliegen, um Nektar für einen Kilogramm Honig einzusammeln. Um ein einziges Gramm Honig zu erhalten, besucht die Biene 8.000 bis 10.000 Blüten. Für 100 g Honig sind etwa eine Million Blütenbesuche erforderlich. Um schließlich 500 Gramm - also ein normales Honigglas - zu erzeugen - müssen die Sammelbienen eine Wegstrecke von ca. 120.000 Flugkilometern zurücklegen; das umfasst dreimal den Erdball.
Metaphorisch dargestellt ergibt dies sechs Erdumrundungen. Möglichst zahlreiche und gesunde Bienenvölker schaffen daher ideale Voraussetzungen für eine intakte Natur und eine leistungsfähige Landwirtschaft.
Wichtige ökologische Imkerei-Praktiken
- Bei der Bekämpfung von Bienenkrankheiten verzichten wir auf den Einsatz der "chemischen Keule" - auch die erlaubten pharmazeutischen Mittelchen finden keinen Eingang in unseren Honig - und begnügen uns lediglich auf die Verwendung von Abwehrmitteln, die auch schon bereits natürlich im Honig vorhanden sind: Ätherische Naturöle, Ameisensäure, Milchsäure.
- Dadurch wird verhindert, dass sich Rückstände im Wachs anreichern könnten, die dann leicht in den Honig übergehen.
- Wir verfügen nicht über das offizielle "Öko" - Siegel. Dennoch wird der Honig durch naturgemäße Arbeitsweise gewonnen.
Eigene Qualitätskontrollen, aber auch die Zusammenarbeit mit Lebensmittellabors wie Dr. Lüllmann in Bremen, sind für uns genauso eine Selbstverständlichkeit wie die Einhaltung aller Richtlinien, die in einer ökologisch geführten Imkerei notwendig sind.
Geschichte und Tradition der Imkerei in Deutschland
Schon die Menschen der Urzeiten sammelten den Honig wilder Bienenvölker. Im Mittelalter entstand der streng geschützte Berufsstand der Zeidler, die den Honig wilder Bienenvölker ernteten. Die Zeidlerei florierte vor allem in Gebieten mit großen Nadelholzbeständen.
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Die Korbimkerei, die im Gegensatz zu den Zeitlern mit Zuchtbienen arbeitet, setzt im 14. Jahrhundert in Deutschland ein. Bereits 1768 wird als erster Imkerverband außerhalb des Zeidlerwesens die Fränkische Imkergesellschaft gegründet. Die Produktion von Bienenwachs für Kerzen und die Honigerzeugung waren die wichtigsten Aufgaben der Zeidler und Imker.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts schätzen viele Imker die Situation ihres Gewerbes allerdings als schwierig ein. So erzielt Honig als hochwertiges heimisches Naturprodukt in der Konkurrenz zu billiger Importware bei weitem nicht mehr den Preis, den die Mühe der Arbeit kostet.
Bienen haben aber nach wie vor eine wichtige Funktion für den Erhalt unserer vielfältigen und wertvollen Kulturlandschaften.
Die Bedeutung der Honigbiene für Landwirtschaft und Umwelt
Die Bestäubungsleistung der Honigbiene ist unerlässlich für die Entwicklung sehr vieler Pflanzen und die Erzeugung von Obst, Garten- und Feldfrüchten. Bereits ein Birnbaum ohne Bestäubung durch Honigbienen bringt etwa 45 kg Fruchtertrag, mit Hilfe der Bienen bis zu 156 kg - mehr als den dreifachen Ertrag!
Zentrales Anliegen moderner Bienenschutzstrategien ist es, die Nahrungsgrundlage für Honigbienen und andere Insekten zu verbessern. Deshalb werden z.B. Landwirte zur Brachebegrünung mit Blühmischungen oder zum Erhalt von Ackerrandstreifen angeregt.
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Von der Blüte bis ins Honigglas: Die Gewinnung
Die erste wichtige Arbeit ist das Ernten der Honigwaben. Hierzu entnimmt der Imker in der Regel im Mai nach der Obstblüte aus dem sogenannten Honigraum vollverdeckelte und unbebrütete Waben und entdeckelt diese. Das heißt, die Waben-Abdeckung wird manuell mit einer sogenannten Entdeckelungsgabel oder einem Entdeckelungsmesser entfernt. Im Anschluss wird die Wabe geschleudert und der Honig wird sofort danach über verschieden hohe Schikanen in einem Honig-Sumpf vorab grob geklärt. Man lässt den Honig dazu durch allerfeinste Siebe laufen, um alle noch darin befindlichen Wachsteilchen zurückzuhalten.
Das Ergebnis ist nun sauber geklärter Honig, der in Gläser abgefüllt werden kann.
In Deutschland geernteter Honig muss die Deutsche Honigverordnung erfüllen, welche besagt, dass dem Honig nichts hinzugefügt und nichts entzogen werden darf. Die Konsistenz, genauer gesagt die Viskosität des Honigs reicht von dünnflüssig über cremig bis fest. Sie ist ebenso wie seine Farbe und sein Geschmack abhängig von den besuchten Blüten oder dem gesammelten Honigtau.
| Farbe | Erklärung |
|---|---|
| weiß bis hellgelb | Obst- und Rapshonig, milder Geschmack |
| goldgelb | Löwenzahn- oder Sommerblütenhonig |
| rotbraun bis dunkelbraun | Wald- und Tannenhonig, bleibt meist flüssig |
Imkerei heute: Innovation und Regionales Engagement
Gläserne Imkerei wird bei uns GROSS geschrieben. Seit über 75 Jahren steht das Markenzeichen Echter Deutscher Honig für ein außergewöhnliches Produkt. Das Imker-Honigglas des Deutschen Imkerbundes e.V. garantiert kontrollierte Qualität und ausgezeichneten Geschmack.
Der Honig schmeckt jedes Jahr etwas anders - Qualität und Echtheit sind stets garantiert. Die Qualität des Echten Deutschen Honigs wird ständig geprüft, denn nur, wenn er besonders schonend behandelt wird, behält er seine vielen wertvollen Inhaltsstoffe. Damit leistet Echter Deutscher Honig einen wichtigen Beitrag für unser Wohlbefinden und sorgt auf süße Art für eine abwechslungsreiche Küche.
Eine neue Zusammenarbeit mit der Knalle Popkornditorei GmbH etwa bringt Honig vom Bienenstand Schloss Bellevue mit feinstem Popcorn zusammen - ein schönes Beispiel, wie regionale Lebensmittel neue Liebhaber finden und gleichzeitig Gutes tun können.
Imkeralltag: Faszination und Herausforderungen
Durch einen Motorrad Unfall war Philipp ans Bett gefesselt. Sein Zimmernachbar im Krankenhaus erzählte ihm viel über die Zukunft unserer Ernährung. Der Schlüssel hierzu liege wohl in wirbellosen Tieren wie Schnecken, Krebse und anderen Insekten wie natürlich auch in der Honigbiene. Diese hielt der Nachbar auch selber. Neben dem Unfallklinikum gab es auch einen Imker. Seine Bienen beobachteten wir tagelang und Philipp war fasziniert vom Fleiß. Das war der Startschuss fürs erste Bienen Volk, es folgten noch ein paar mehr. Die meisten in mitten von Bioland Höfen in der Nähe von Treuenbrietzen. Dort stehen sie auch immer. Philipp wandert nicht, er ist ein Standimker.
Wie oft wird ein Imker gestochen? Sehr oft! Ja, es tut immer genau so weh wie bei allen anderen Menschen.
Und da unser Platz begrenzt ist, verkaufen wir ab und an ganze Bienenvölker oder Ableger. Bevorzugt im Frühjahr.
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