Himbeermarmelade mit normalem Zucker: Rezept und Zubereitung
Ich habe sehr lange nach einem fruchtigen Aufstrich gesucht, aber nie wirklich einen gefunden, der frei von Zucker ist und dann auch noch besonders gut schmeckt. Herkömmliche Marmelade ist eine wahre Zuckerbombe. Sie lässt den Blutzuckerspiegel sehr schnell steigen, was dann auch zu Heißhunger und später zu Müdigkeit führen kann. Mit diesem Rezept zeige ich dir klassische Himbeermarmelade mit normalem Haushaltszucker und gleichzeitig Varianten ohne Gelierzucker bzw. eine zuckerärmere Chia-Alternative.
Warum Marmelade selbst machen?
Wenn ich das mache, weiß ich woher die Beeren kommen die ich verwende. Ich habe sie selbst gekauft, ausgelesen, gewaschen und geputzt. Ich kann meine ganz persönliche geschmackliche Note hineinbringen und vor allem den Zuckergehalt selbst bestimmen. Es gibt Gelierzucker mit dem Verhältnis 2:1, heißt man nimmt auf 1kg Beeren, 500g Zucker. Oder eben 3:1, was bedeutet dass man auf 1,5kg Beeren 500g Zucker nimmt. Die erste Zahl benennt immer den Anteil der Früchte.
Unsere Omas haben es alle gemacht. Unsere Mütter vielleicht schon seltener und in meiner Generation ist es irgendwie bei vielen aus der Mode geraten. Marmelade einmachen. Sehr schade eigentlich, denn Himbeermarmelade ist schneller zubereitet als manche Hauptmahlzeit. Ein 30-Minuten-Gericht sozusagen 😉 .
Zutaten (klassisch mit normalem Zucker)
- 1 kg frische Himbeeren, vollreif (oder TK-Himbeeren)
- 600-1000 g weißer Haushaltszucker (je nach Rezeptvariante und gewünschter Süße)
- 3 EL frisch gepresster Zitronensaft (ca. 1 Zitrone)
Weitere Zutatenoptionen und Alternativen
- 500 g Gelierzucker (2:1) für verkürzte Kochzeiten und bessere Haltbarkeit
- Apfelpektin oder fertiges Pektin als Gelierhilfe
- Für die zuckerfreie / zuckerreduzierte Variante: Chia-Samen als Verdickungsmittel und Ahornsirup oder Dattelsirup als Süßungsmittel
- Optional: Vanille, Tonkabohne, etwas Zitronenabrieb oder Gewürze wie Zimt, Kardamom
Utensilien
- Großer Kochtopf (mind. 3 Liter Fassungsvermögen)
- Holzlöffel oder hitzefester Silikonspatel
- Küchenwaage und optional ein Kellen-Trichter
- Schaumlöffel und kleines kaltes Tellerchen (für Gelierprobe)
- 4-6 saubere Einmachgläser mit Schraubdeckel (vorher sterilisiert)
Vorbereitung
Bevor die Marmelade überhaupt auf den Herd kommt, müssen die Gläser keimfrei sein - das ist der wichtigste Schritt für eine lange Haltbarkeit. Die sauber gespülten Gläser für 10 Minuten in kochendes Wasser legen oder bei 120 °C für 15 Minuten im Backofen trocknen. Die Deckel separat kurz in kochendes Wasser tauchen. Die Gläser auf einem sauberen Küchentuch mit der Öffnung nach unten ablegen, bis sie befüllt werden. Nicht mit einem Tuch abreiben - das würde neue Keime einbringen.
Die Himbeeren verlesen: überreife, matschige oder beschädigte Früchte aussortieren, sie würden den Geschmack ins Gärige ziehen. Frische Früchte müssen nicht gewaschen werden, wenn sie aus dem eigenen Garten kommen; Marktware kurz und schonend unter kaltem Wasser abbrausen und sofort abtropfen lassen.
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Klassische Zubereitung mit normalem Zucker (ohne Gelierzucker)
- Die Früchte in den großen Topf geben, den Zucker darüberstreuen und den Zitronensaft hinzufügen. Das Einzuckern - also das kurze Ruhenlassen von Früchten unter Zucker - zieht den Saft heraus und erleichtert das spätere Einkochen. 30 bis 60 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen, bis sich ein rosafarbener Sirup gebildet hat.
- Den Topf bei mittlerer bis starker Hitze unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. In den ersten Minuten bildet sich ein rötlicher Schaum an der Oberfläche - diesen sorgfältig mit dem Schaumlöffel abschöpfen. Sobald kein neuer Schaum mehr aufsteigt, die Hitze leicht reduzieren.
- Die Masse soll lebhaft sprudeln, also mit großen, langsam platzenden Blasen kochen. Die Konzentration des Pektins ist jedoch geringer als im industriellen Gelierzucker, weshalb die Kochzeit länger ist: 20 bis 25 Minuten bei anhaltend hoher Hitze. Je länger gekocht wird, desto fester die Konsistenz - aber auch desto intensiver das Aroma.
- Gelierprobe: Einen kleinen Löffel der heißen Masse auf den zuvor im Kühlschrank gelagerten Teller geben und 1-2 Minuten warten. Schiebt man mit dem Finger durch die abgekühlte Masse und sie faltet sich, kräuselt sich an der Seite und läuft nicht sofort wieder zusammen, ist die Gelierung gelungen. Bleibt sie noch flüssig, weitere 3-5 Minuten kochen und erneut testen.
- Den Topf vom Herd nehmen. Mit dem Trichter die noch kochend heiße Marmelade in die vorbereiteten Gläser füllen, bis knapp unter den Rand - etwa 5 mm Abstand zum Deckel lassen. Deckel sofort fest zudrehen. Die Gläser für 5-10 Minuten auf den Kopf stellen, anschließend wieder umdrehen und vollständig auskühlen lassen. Ein leises Knacken beim Erkalten zeigt, dass sich der Deckel nach innen gezogen hat - das Glas ist dicht verschlossen.
Schnelle zuckerärmere Alternative mit Chiasamen (ohne Gelierzucker)
Bei dieser Himbeermarmelade wird auf die großen Mengen an Zucker und Pektin verzichtet, die normalerweise zum Gelieren benötigt werden. Durch die Verwendung von Chiasamen kannst du die Art und Menge des verwendeten Süßungsmittels selbst bestimmen.
- Die gefrorenen oder frischen Himbeeren in einen Topf oder eine Pfanne geben und auf kleiner Flamme köcheln lassen. Mit einem Holzlöffel umrühren und die Himbeeren nach unten drücken, bis sie in sehr kleine Stücke zerfallen. Dieser Vorgang sollte zwischen 5 und 10 Minuten dauern, bis die Mischung saftig und fast wie eine Soße wird, aber immer noch ein paar Fruchtstücke enthält.
- Vom Herd nehmen. Chia-Samen dazugeben (als Verdickungsmittel nicht weglassen) und ggf. Ahornsirup oder ein anderes flüssiges Süßungsmittel einrühren. Ich empfehle zuerst weniger Sirup zu verwenden, die Mischung abzuschmecken und gegebenenfalls mehr hinzuzufügen.
- Die Chia-Marmelade ein wenig abkühlen lassen. Theoretisch ist sie jedoch innerhalb von 5-10 Minuten verzehrfertig! Nach der Zubereitung ist die zuckerfreie Marmelade in einem luftdicht verschlossenen Glas 5-7 Tage haltbar.
Gelierprobe und Tipps bei Problemen
So gelingt die Gelierprobe: Gib einen kleinen Klecks Marmelade auf einen kalten Teller und warte etwa eine Minute. Wird die Masse fest und verläuft nicht mehr, ist die Marmelade fertig. Bleibt sie noch flüssig, einfach einige Minuten weiter köcheln lassen und die Gelierprobe wiederholen.
Warum wird die Marmelade nicht fest - was kann ich tun? Das passiert, wenn die Kochzeit zu kurz war oder die Himbeeren wenig natürliches Pektin enthielten - das ist bei sehr überreifen Früchten häufig der Fall. Die Marmelade einfach nochmals in den Topf geben, erneut aufkochen und weitere 5-10 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dann wieder die Gelierprobe machen.
Varianten und kreative Zusätze
- Die Kombination aus säuerlichen Johannisbeeren, süßen Himbeeren und einem Spritzer Zitrone sorgt für einen wunderbar fruchtigen Geschmack - besonders geeignet, wenn du ohne Gelierzucker arbeiten willst.
- Mit Alkohol: Prosecco, Vodka, Kirschwasser, Kognak oder aromatisierte Spirituosen geben eine besondere Note.
- Kräuter und Gewürze: Frische Minze oder Basilikum, Tonkabohne, Vanillemark, Kardamom, Zimt oder Ingwer können gegen Ende der Kochzeit untergerührt werden.
- Andere Früchte: Das Rezept funktioniert auch mit Blaubeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Aprikosen, Pflaumen usw. sehr gut.
Haltbarkeit und Lagerung
Blitzeblanke Gläser und Deckel sind das A und O bei der Marmeladenherstellung. Sie garantieren, dass sich kein unerwünschter Schimmel bildet und somit die Marmelade mehrere Monate haltbar ist. Ungeöffnet und kühl sowie lichtgeschützt aufbewahrt hält sich die Marmelade problemlos 12 bis 18 Monate (bei klassischer Zubereitung mit ausreichend Zucker und heiß abgefüllt). Einmal geöffnet, das Glas im Kühlschrank lagern und innerhalb von 3-4 Wochen verbrauchen. Bei der Chia-Variante im Kühlschrank 5-7 Tage.
Wozu passt die Himbeermarmelade?
Ich liebe meine selbst gemachte Himbeermarmelade auf frischem Brot zum Frühstück. Sie passt auf frisch gebackenes Sauerteigbrot mit gesalzener Butter, zwischen zwei Schichten einer Biskuittorte oder als Sauce zu einem cremigen Naturjoghurt am Morgen. Ich esse sie besonders gerne auf einem Brot oder gebe ein Löffel davon über meinen Porridge oder Kokosjogurt!
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Die wichtigsten Schritte kurz zusammengefasst
- Gläser sterilisieren.
- Himbeeren verlesen und ggf. leicht waschen.
- Früchte mit Zucker und Zitronensaft einziehen lassen oder gleich erhitzen (je nach Rezept).
- Aufkochen, Schaum abschöpfen, gekocht lassen bis zur erfolgreichen Gelierprobe.
- Heiße Marmelade in Gläser füllen, verschließen, auf den Kopf stellen und auskühlen lassen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich gefrorene Himbeeren verwenden?
Ja, das funktioniert gut - besonders außerhalb der Saison. Gefrorene Himbeeren direkt, ohne Auftauen, in den Topf geben und mit Zucker und Zitronensaft aufsetzen. Die Kochzeit verlängert sich leicht, da zunächst mehr Feuchtigkeit verdunstet.
Kann ich die Zuckermenge reduzieren?
Ja, aber mit Einschränkungen. Zucker übernimmt drei Aufgaben: er süßt, er hilft beim Gelieren und er konserviert. Wer deutlich weniger als 50 g Zucker pro 100 g Frucht verwendet, riskiert eine kürzere Haltbarkeit und eine weichere Konsistenz. Dann sollte die Marmelade im Kühlschrank gelagert und innerhalb weniger Wochen aufgebraucht werden.
Warum funktioniert Marmelade ohne Gelierzucker?
Viele Früchte enthalten von Natur aus Pektin - einen pflanzlichen Ballaststoff, der beim Einkochen für die typische Marmeladen-Konsistenz sorgt. Besonders Johannisbeeren gehören zu den pektinreichen Früchten und eignen sich deshalb hervorragend für Marmelade ohne Gelierzucker. Der Zitronensaft unterstützt den Gelierprozess zusätzlich und sorgt gleichzeitig für eine angenehm frische Note.
Rezeptextras & Inspiration
Mit Himbeeren kann man noch viele tolle Sachen machen - lass Dich doch von mir inspirieren mit meinen süßen Tapas-Röllchen mit Erdbeeren und Himbeer-Creme, meinem saftigen Himbeerkuchen oder Himbeer-Dessert-Törtchen. Es gibt kaum etwas Schöneres als selbstgemachte Marmelade aus sonnengereiften Sommerfrüchten.
| Variante | Zucker | Gelierhilfe | Haltbarkeit geöffnet |
|---|---|---|---|
| Klassisch (1 kg Himbeeren) | 600-1000 g Haushaltszucker | natürliches Pektin + Zitronensaft | 3-4 Wochen im Kühlschrank |
| Mit Gelierzucker (2:1) | 500 g Gelierzucker | Gelierzucker enthält Pektin | 12-18 Monate ungeöffnet |
| Chia-Variante (zuckerreduziert) | Ahornsirup nach Geschmack | Chia-Samen | 5-7 Tage im Kühlschrank |
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