Hildabrötchen Rezept mit Zuckerguss

Jeder hat seine Lieblingsplätzchen und meine sind, solange ich denken kann, Hildabrötchen! Diese Plätzchen gehören für mich zu Weihnachtszeit und sind mit die ersten Plätzchen die ich backe. Hildabrötchen, auch Spitzbuben oder Linzerplätzchen genannt, gehören zu den beliebtesten Weihnachtsklassikern.

Was sind Hildabrötchen?

Hildabrötchen, auch bekannt als Spitzbuben, sind zarte, buttrige Plätzchen mit einer fruchtigen Marmeladenfüllung. Sie bestehen aus zwei mürben Teigscheiben, die mit Marmelade zusammengesetzt werden. Traditionell wird rote Johannisbeer- oder Himbeermarmelade verwendet, doch du kannst auch Aprikosen-, Erdbeer- oder sogar Pflaumenmus ausprobieren. Die Grundidee stammt ursprünglich aus Österreich, wo das Gebäck auch Linzer Auge oder Linzer Kekse heißt. Großherzogin Hilda von Nassau hatte, so will es die Legende, eine spezielle Schwäche: runde Plätzchen aus Mürbeteig, zwischen deren beiden Hälften eine Schicht roter Marmelade ruhte.

Hildabrötchen auf einem Teller, mit Puderzucker bestäubt

Besonderheiten dieses Rezepts

  • Das Besondere an diesem Hildabrötchen Rezept ist, dass die Spitzbuben direkt weich und lecker sind und nicht erst noch liegen müssen.
  • Die Plätzchen sind sehr klein und mit einem Bissen gegessen. Meine Plätzchen backe ich als kleine Plätzchen mit einem Durchmesser von 3,5 cm, diese Ausstecher* nutze ich.
  • Den Teig dafür rolle ich 2 mm dick aus. Dafür verwende ich ein spezielles Nudelholz*.
  • Ich mache in einem Durchgang gerne mehrere verschiedene Füllungen und Varianten.
  • Solltest du eine glutenfreie Variante bevorzugen, funktioniert der Teig auch mit einer glutenfreien Mehlmischung.
  • Die Mini-Kreise/Herzen/Sterne, die man aus der Mitte heraussticht, kann man entweder wieder mit dem übrigen Teig verkneten oder ebenfalls backen und später als Mini-Doppeldecker zusammensetzen.

Zutaten (für ca. 30 fertige Spitzbuben)

  • 375 g Butter
  • 225 g Zucker (oder Puderzucker je nach Variante)
  • 3 Eigelb
  • 5 EL Crème fraîche (optional, je nach Variante)
  • 3 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 450 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 300 g Speisestärke
  • 1 Prise Salz
  • oder alternative klassische Mischung: 500 g Mehl, 250 g Zucker, 250 g Butter, 3 Eigelb
  • Marmelade oder Gelee zum Füllen (Himbeer-, Johannisbeer-, Aprikosen- oder Erdbeermarmelade empfohlen)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung Schritt für Schritt

Teig herstellen

In einer mittelgroßen Schüssel 375 g Butter, 225 g Zucker, 3 Eigelb, 5 EL Crème fraîche und 3 TL abgeriebene Zitronenschale mit dem Handmixer cremig rühren. 450 g Mehl, 1 TL Backpulver, 300 g Speisestärke und 1 Prise Salz langsam unter die Buttercreme heben und zum glatten Teig verkneten. Für den gerührten Mürbeteig die weiche Butter mit dem Zucker 2-3 Minuten schaumig schlagen. Dann das Ei gut unterrühren. Zuletzt das Mehl dazugeben und alles zusammen kurz zu einem homogenen, recht weichen Teig verkneten. Die Konsistenz liegt zwischen Mürbeteig und Rührteig.

Den Teig in etwa 2 Portionen oder Kugeln teilen und diese etwas plattdrücken. Mindestens für 1 Stunde in Frischhaltefolie eingewickelt in den Kühlschrank stellen. Teig in Folie gewickelt oder in einer mit etwas Backpapier ausgelegten Tupperdose mind. 1h oder über Nacht kühlstellen. Das sorgt dafür, dass sie sich besser ausrollen lässt und sich die Zutaten verbinden.

Ausrollen und Ausstechen

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche 2-3 mm dick ausrollen und ausstechen. Ich verwende am liebsten Ausstecher mit ca. 5 cm Durchmesser, z.B. klassisch am Rand geriffelt, alternativ komplett runde, sternförmige oder herzförmige. Achte beim Ausstechen darauf, dass die Teigplatten gleich dick sind, damit die Plätzchen später gleichmäßig zusammenpassen. Am Ende sollte man die gleiche Anzahl an Plätzchenteilen ohne Loch und mit Loch in der Mitte haben. Für die Hälfte der Plätzchen in der Mitte noch ein Loch, Sternchen oder Herzchen ausstechen.

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Backen

Den Backofen auf 175-180 °C Ober- und Unterhitze (oder 160 °C Umluft) vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier belegen. Die Plätzchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und ca. 8-11 Minuten backen, bis sie goldgelb sind. Bei einer Dicke von 2 mm und einem Durchmesser von 3,5 cm benötigen die Plätzchen bei mir 8,5 Minuten. Wenn die Plätzchen aus dem Ofen kommen sind sie noch ganz weich, das ist normal. Sie werden fest, wenn sie abgekühlt sind.

Backblech mit frisch gebackenen Hildabrötchen

Füllen und Verzieren

Nach dem Abkühlen die Plätzchenteil ohne Loch mit je einem Kleks Marmelade bestreichen. Ich erwärme die Marmelade oder das Gelee immer ganz leicht (wirklich nur ganz wenig erhitzen!), dann lässt es sich besser verteilen und glänzt später schön. Dabei nicht bis ganz an den Rand gehen. Sodann mit den Plätzchen mit Loch bedecken und leicht festdrücken. Bei den Plätzchen achte ich auch immer darauf, dass ich nicht mit Marmelade spare, sondern dass sich die Marmelade schön zwischen die zwei Kekse verteilt. Nach dem Zusammensetzen bestäubst du sie großzügig mit Puderzucker, was nicht nur weihnachtlich aussieht, sondern die Süße schön abrundet.

Varianten und Tipps

  • Haselnuss-Hildabrötchen: Für Spitzbuben mit Mandeln oder Nüssen einen Teil des Mehls (etwa 100 g) durch blanchierte, gemahlene Mandeln oder gemahlene Haselnüsse ersetzen.
  • Schoko-Version: Schokospitzbuben mit Kakao im Teig oder gefüllt mit Schokoladenganache oder Nutella.
  • Terrassenplätzchen: Drei unterschiedlich große Ausstecher verwenden und die Plätzchen als “Etagen” aufeinanderkleben.
  • Glutenfrei: Teig funktioniert auch mit einer glutenfreien Mehlmischung.
  • Marmeladenwahl: Am besten apricot, Johannisbeere, Himbeere oder Erdbeere; wer Samen vermeiden möchte, streicht Himbeermarmelade vor dem Bestreichen durch ein Sieb.
  • Mini-Ausstecher: Die kleinen Plätzchen, die aus der Mitte gestanzt wurden, kann man wiederverwenden oder zu kleinen Doppeldeckern verarbeiten.
Verschiedene Ausstechformen: Sterne, Herzen, Kreise

Aufbewahrung und Haltbarkeit

In einer Dose, getrennt durch Backpapier, halten sie zwei bis drei Wochen. Richtig gelagert (an einem kühlen, trockenen Ort) halten sich Spitzbuben durchaus 4 Wochen. Einzelne Lagen mit Backpapier oder Butterbrotpapier voneinander trennen. Man kann sowohl den rohen Teig als auch die fertig gebackenen, gefüllten Spitzbuben auch einfrieren.

Häufige Fragen

  • Warum sind meine Spitzbuben nach dem Backen noch weich? - Das ist normal, sie härten beim Abkühlen aus.
  • Welche Marmelade eignet sich am besten? - Johannisbeer-, Himbeer-, Aprikosen- oder Erdbeermarmelade eignen sich besonders gut.
  • Kann Butter ersetzt werden? - Butter sorgt für den feinen, buttrigen Geschmack und sollte nicht durch Margarine ersetzt werden.
  • Wie rolle ich den Teig am besten aus? - Kurz Zimmertemperatur annehmen lassen und z.B. zwischen Folie, Backpapier oder einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel ausrollen.
Anleitung: Hildabrötchen ausstechen, füllen und dekorieren

Praxis-Tabelle: Backzeiten als Orientierung

Durchmesser Dicke Backzeit (Ober-/Unterhitze)
3,5 cm 2 mm 8-9 Minuten
5-6 cm 2-3 mm 9-11 Minuten

Noch ein Tipp zum Schluss

Wenn sich die Marmelade zwischen den beiden Kekshälften ausbreitet, dann haften die Kekse nicht nur besser aneinander, sie schmecken auch viel leckerer. Die gefüllten Weihnachtsplätzchen meiner Oma bzw. sogar Uroma basieren auf einem so genannten gerührten Mürbeteig. Was Omas Spitzbuben-Rezept wiederum zum perfekten Plätzchenrezept für Backanfänger macht.

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