Hildabrötchen Rezept: Mürbeteigkekse mit Marmelade (Marmelade mitbacken bzw. nachträglich verstreichen)
Dieses Hildabrötchen Rezept musste ich dieses Jahr zwei Mal backen. Sie gehören bei uns zu den beliebtesten badischen Weihnachtsplätzchen und sind immer besonders schnell weg. Ich wünsche Dir ganz viel Spaß beim Nachbacken und eine schöne Zeit.
Was sind Hildabrötchen?
Hildabrötchen sind Weihnachtsplätzchen aus zartem Mürbeteig und fruchtiger Himbeermarmelade. In Baden sind die Kekse so beliebt, dass sie das ganze Jahr über in Bäckereien und Konditoreien angeboten werden. Vielfältig sind auch die Bezeichnungen. So ist der Begriff „Spitzbuben“ ein regionales Synonym für Hildabrötchen - und auch die Form unterscheidet sich.
Original Hildaplätzchen bestehen aus zwei Teilen. Boden und Deckel sind kreisrund. Der Keks-Deckel sieht aus wie ein Ring. Das Loch ist obligatorisch, wobei gerade in Österreich manche Plätzchen drei kleine statt ein großes aufweisen. Inzwischen gibt es die Hildabrödle in allen möglichen Formen. Am Valentinstag natürlich als Herz.
Geschichte und Herkunft
Das Feingebäck aus Mürbeteig und Marmelade stammt aus dem deutschsprachigen Raum. Ursprünglich stammt das Gebäck aus Österreich, wo es auch Linzer Auge oder Linzer Kekse heißt. Entstanden ist die Grundidee der Hildabrötchen schon früher. Großherzogin Hilda von Nassau hatte, so will es die Legende, eine spezielle Schwäche: runde Plätzchen aus Mürbeteig, zwischen deren beiden Hälften eine Schicht roter Marmelade ruhte.
Der obere Teil soll ein Loch in der Mitte gehabt haben, am Ende wurde das Gebäck mit Zucker bestreut; und da Herzogin Hilda, Badens letzte Großherzogin, äußerst beliebt war, wurden die Plätzchen nach ihr benannt. Sogar bis nach England hat es das köstliche Gebäck geschafft. In Freiburg heißen die Kekse badische Hildabrödle.
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Warum Hildabrötchen so beliebt sind
Wenn ich an diese Kekse denke, habe ich Omas alte Plätzchendose vor Augen. Groß und rund. Weiß mit dunkelblauen Sternen. Ich erinnere mich an den blechernen Klang, wenn der Deckel geöffnet wurde. An den unvergleichlichen Plätzchenduft. Fein säuberlich geschichtet und mit einer dicken Puderzuckerschicht bestäubt, lagen die Weihnachtskekse in der Dose.
Diese Weihnachtsplätzchen sind absolut anfängertauglich. Diese Plätzchen sind ganz einfach in der Herstellung. Einfach alles schnell zusammen rühren und verkneten. Wenn der Teig eine gleichmäßige Farbe hat, dann ist er fertig. Diese Plätzchen sind ideal, um sie mit Kindern zu backen, denn Plätzchen ausstechen, macht immer Spaß.
Zutaten (Basis für klassischen Mürbeteig)
- 300 g Weizenmehl (Type 405) oder 500 g Weizenmehl TYP 405 / Dinkelmehl TYP 630 (je nach Rezeptvariante)
- 200-300 g Butter (kalt oder weich je nach Anleitung)
- 150 g Zucker bzw. 100-150 g Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker
- 1-2 Eier bzw. 2 Eigelbe (je nach gewünschter Mürbeigkeit)
- 1 Prise Salz
- etwas Puderzucker zum Bestreuen
- Marmelade: klassisch Himbeergelee oder Johannisbeergelee; alternativ Erdbeer-, Aprikosen- oder Marillenkonfitüre
- ggf. gemahlene Mandeln (100 g) oder Gewürze wie Zimt / Nelken (in österreichischer Variante)
Vorbereitung des Mürbeteigs
Für den Mürbeteig das Mehl auf eine Arbeitsfläche sieben, mit den Händen eine Mulde eindrücken und die Eigelbe hinein geben. Die Butter auf die Mehlmischung würfeln, den Puder- und Vanillezucker über die Buttermischung streuen und die Zutaten mit bemehlten Händen von außen nach innen schnell zu einem glatten Teig verkneten.
Gib alle Zutaten in eine Schüssel und verknete sie kurz entweder mit den Händen oder der Küchenmaschine zu einem festen Mürbeteig. Forme den Teig zu einer Kugel, in Klarsichtfolie wickeln und für 1 Stunde im Kühlschrank kaltstellen. Stelle den Teig für mindestens 1-2 Stunden oder auch über Nacht in den Kühlschrank. Das tut dem Teig gut.
Tipps für perfekten Mürbeteig
- Für einen optimalen Mürbeteig verarbeitest du Butter und Ei immer frisch aus dem Kühlschrank. Denn nur mit kalten Zutaten lässt sich der Teig geschmeidig verarbeiten.
- Verwende nicht zu viel Mehl beim Ausrollen, sonst wird der Teig zu trocken und bröselig.
- Löse den ausgerollten Teig vor dem Ausstechen vorsichtig mit einer Palette von der Matte, so lassen sich die einzelnen Plätzchen leichter anheben.
- Ich lege zwischen die Schichten Butterbrotpapier. Ganz wichtig: Gib die Hilda Kekse erst in die Plätzchendose, wenn sie ganz abgekühlt sind.
Ausrollen und Ausstechen
Den Teig auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche ca. 3 mm (oder 0,3-0,5 cm / 3-5 mm je nach Rezept) dick ausrollen. Mit den Plätzchen Ausstecherle die gewünschten Motive ausstechen und aufs Blech legen. Jeweils die gleiche Anzahl Plätzchen derselben Form zur Hälfte mit einem Loch (Stern, Herz, etc.) ausstechen, die andere Hälfte ohne.
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Stich nun die Hälfte dieser nochmals in der Mitte mit einem kleineren Ausstecher aus. Dies ist später das Loch, in welches die Marmelade gefüllt wird. Achte darauf, dass immer zwei Ausstecher zusammenpassen.
Backen
Den Backofen auf 180 °C Ober-Unterhitze vorheizen (Alternativ: 180°C Heißluft bzw. 160°C Umluft oder 200°C O/U wenn einzeln gebacken). Zwei Backbleche mit Backpapier belegen und bereitstellen.
Alle Plätzchen auf die vorbereiteten Backbleche legen und im Backofen auf mittlerer Schiene ca. 8-15 Minuten goldgelb backen. Backe die Plätzchen im vorgeheizten Ofen für etwa 10-15 Minuten, bis sie am Rand leicht braun sind. Die Kekse mit Loch in der Mitte brauchen etwa 1-2 Minuten weniger Backzeit. Bitte den Backofen beobachten! Sie sollen hell ausgebacken werden.
Nach dem Backen
Vollständig auskühlen lassen. Nachdem die gebackenen Plätzchen abgekühlt sind, schnappt ihr euch die Hälften mit Loch (Löchern, Herz, Stern) und bestäubt diese schon mal mit Puderzucker. Die Hälften mit Löcher mit Puderzucker bestäuben.
Marmelade vorbereiten und Hildabrötchen zusammensetzen
Nun erwärmt ihr die Marmelade leicht, so lässt sie sich besser verstreichen und glänzt später schön. Am einfachsten lässt sich die Marmelade auf den Mürbeteig-Plätzchen verteilen, wenn sie erwärmt ist. Bleib unbedingt am Herd stehen. Bei einer kleinen Menge passiert es sehr schnell, dass die Marmelade verbrennt.
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Die Marmelade mit 3 EL heißem Wasser glattrühren und ggf. durch ein Sieb streichen, um kleine Kerne zu separieren. Koche die Marmelade einmal kurz auf und lasse sie anschließend lauwarm abkühlen. Fülle sie in eine Dosierflasche oder einen Spritz-/Gefrierbeutel und spritze eine dünne Schicht damit auf den unteren Keks.
Die Marmelade wird auf die restlichen Plätzchen-Hälften gestrichen und anschließend setzt ihr nur noch die gezuckerten Hälften darauf. Auf die runden Kekse ohne Loch einen Klecks Marmelade geben und leicht verstreichen. Jetzt einen Keks-Deckel mit Loch darauf legen und leicht andrücken. So mit allen weiteren Keksen fortfahren.
Dekorieren und Haltbarkeit
Wer möchte, kann die fertigen Kekse zum Schluss noch Puderzucker bestäuben. Den Hagelzucker, mit dem du die Plätzchen dekorierst, kannst du außerdem durch Puderzucker ersetzen. Bestreue die Oberfläche der Kekse mit Loch mit dem Süßen Schnee und Glitzerschnee.
Kühl und trocken in einer gut verschlossenen Aluminumdose gelagert, halten sich die Weihnachtsplätzchen etwa 1-2 Monate. Damit du möglichst lange von deinen selbst gebackenen Hildabrötchen mit Marmelade naschen kannst, lagerst du sie in gut verschließbaren Plastik- oder Blechbehältern. Achte darauf, dass diese keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind und bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden. Auf diese Weise hält sich das Gebäck problemlos bis zu drei Wochen. Bewahre sie in einer verschlossenen Keksdose mit Backpapier zwischen den einzelnen Schichten auf, so halten sie sich mehrere Wochen.
Varianten und Austausch der Marmelade
Für den Kern der buttrigen Mürbeteig-Kekse aus süßer Marmelade verwendest du nach unserem Rezept Himbeergelee, während das Originalrezept auf Johannisbeergelee setzt. Tipp: Tausche die Himbeermarmelade ganz nach deinem Geschmack durch einen anderen Fruchtaufstrich aus. Auch passend: Johannisbeer-, Erdbeer- und Marillenkonfitüre. Welche Marmelade für die Plätzchen nehmen? Für die Spitzbuben-Plätzchen kannst du jede Marmelade nehmen, die dir schmeckt.
Dazu dürfen auch unsere Husarenkrapfen mit Fruchtfüllung in deinem Weihnachtskeks-Repertoire keinesfalls fehlen - und da du gerade dabei bist, probierst du am besten gleich noch ein paar andere unserer Rezepte für Plätzchen mit Marmelade aus. Suchst du dagegen noch nach einem feinen Plätzchenrezept ohne Marmelade, empfehlen wir dir unser Sandgebäck.
Praktische Rezept-Kurzanleitung (Schritt-für-Schritt)
- Mehl, Zucker, Butter, Ei(-er) und Salz zu einem festen Teig verkneten.
- Teig zu einer Kugel formen, in Folie wickeln und min. 1 Stunde kühlen.
- Teig 3-5 mm dick ausrollen und Kreise ausstechen; die Hälfte der Kreise mit kleinem Loch versehen.
- Ofen auf 170-180°C vorheizen und die Plätzchen 8-15 Minuten hell backen.
- Abkühlen lassen, die gelochten Oberteile mit Puderzucker bestäuben.
- Marmelade leicht erhitzen, glatt rühren und auf die unteren Hälften streichen.
- Gelochte Hälften daraufsetzen, kurz andrücken und zum Aufbewahren komplett abkühlen lassen.
Weitere Tipps & Anekdoten
Wenn ich neulich auf dem Freiburger Münstermarkt meinen Wocheneinkauf getätigt habe, fiel mir ein kleiner Plätzchenstand ins Auge. Dort wurden Hildabrötchen angeboten. „Freiburger Gebäck“ stand da. Das hat mich überrascht. Natürlich essen auch die Freiburger diese Weihnachtsplätzchen gerne. Aber dass sie aus dem badischen Raum stammen, war mir nicht bekannt. Der freundliche Standbetreiber klärte mich auf. Das Gebäck ist nach Prinzessin Hilda von Nassau benannt. Die heiratete damals Großherzog Friedrich II. von Baden.
“In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei. Zwischen Mehl und Milch macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei”…lalala. Kennt ihr, oder? Dieses Lied von Rolf Zuckowski dudelte früher in der Weihnachtszeit ständig aus den Zimmer unserer Kids. Ob einer meiner Blogger-Kolleginnen den Song beim Backen gehört hat, weiß ich natürlich nicht 😉 .
Ich backe die Plätzchen gerne im unteren Drittel des Backofens, so bekommen sie mehr Hitze von unten und werden nicht so schnell braun. Die Spitzbuben sollten nur eine ganz sanfte Bräune bekommen. Gerne auch über Nacht kühlen. Diese Plätzchen habe ich auch schon mit Kindern gebacken. Dann bereite ich den Mürbeteig allerdings vor und fange gleich beim Ausstechen an.
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