Hermann Kuchen Rezept Anleitung: Ein Stück Kindheitserinnerung

Der Hermann-Teig, ein Kult-Sauerteig, erfreut sich seit den 80er Jahren großer Beliebtheit. Er ist mehr als nur ein Teig; er ist ein Stück Kindheitserinnerung, ein Zeichen der Freundschaft und des Teilens. Dieser Artikel erklärt, wie man Hermann-Teig ansetzt, pflegt und teilt, und bietet Inspiration für köstliche Rezepte für Hermann-Kuchen und Brot.

Was ist Hermann-Teig?

Hermann ist ein Sauerteig, der über zehn Tage hinweg gehegt und gepflegt wird. Das bedeutet, dass er regelmäßig gerührt und gefüttert werden muss. Nach dieser Zeit wird der Teig geteilt und an Freunde weitergegeben oder zu Kuchen, Muffins oder Brot verarbeitet. Hermann wird auch Glückskuchen oder Glücksbrot genannt, da er der Tradition nach Glück bringen soll.

Hermann-Teig ansetzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um den Hermann-Teig anzusetzen, benötigst du folgende Zutaten:

  • 100 g Mehl
  • 25 g Zucker
  • 1/2 Päckchen Trockenhefe
  • 150 ml lauwarmes Wasser

Zubereitung:

  1. Mische Mehl, Zucker und Trockenhefe in einem verschließbaren Gefäß (ca. 1,5 l Fassungsvermögen, keine Metallschüssel) miteinander.
  2. Gib das lauwarme Wasser hinzu und verrühre alles mit einem Löffel aus Holz oder Kunststoff zu einem glatten Teig.
  3. Verschließe das Gefäß mit dem Deckel.
  4. Lasse den Ansatz zwei Tage an einem warmen Ort bei Zimmertemperatur stehen und rühre ihn dabei ab und zu um.
  5. Stelle den Teig anschließend für zwei Tage in den Kühlschrank und rühre ihn einmal täglich um.
  6. Beginne danach mit dem Füttern und Pflegen des Hermann-Teigs.

Hermann-Teig füttern und pflegen: So geht's richtig

Die Pflege des Hermann-Teigs ist entscheidend für seinen Geschmack und seine Konsistenz. Hier ist ein detaillierter Pflegeplan:

  • Tag 1: Füttere den Hermann-Teig mit 100 g Mehl, 150 g Zucker und 150 ml Milch. Verrühre alles gut.
  • Tag 2 bis 4: Rühre den Teig täglich einmal um.
  • Tag 5: Füttere Hermann erneut mit 100 g Mehl, 150 g Zucker und 150 ml Milch. Verrühre alles gut.
  • Tag 6 bis 9: Rühre den Teig wieder kräftig durch.
  • Wichtig: Verwende keine Schüsseln oder Löffel aus Metall, sondern aus Glas, Holz oder Kunststoff.

Hermann-Teig teilen und backen: Freude teilen

Am 10. Tag ist es Zeit, den Hermann-Teig zu teilen und zu backen. Teile den Teig in vier gleich große Portionen.

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  • Eine Portion kannst du verwenden, um einen Kuchen oder ein Brot zu backen.
  • Zwei Portionen kannst du an Freunde verschenken, zusammen mit einer Kopie der Anleitung.
  • Die übrige Portion kannst du entweder erneut füttern (beginnend mit Tag 1) oder einfrieren.

Hermann-Teig haltbar machen: Tipps und Tricks

Bei richtiger Pflege kann sich Hermann-Teig theoretisch ewig halten. Es ist wichtig, dass Hefen und Milchsäurebakterien nicht beeinträchtigt werden. Bewahre Hermann-Teig nach den ersten zwei Tagen unbedingt gut verschlossen im Kühlschrank auf. Ein intakter Hermann-Teig riecht angenehm nach Hefe und ist relativ flüssig. Auf der Oberfläche kann sich Schaum bilden, was unbedenklich ist. Sobald sich Schimmel bildet, solltest du den Teig jedoch unbedingt entsorgen!

Hermann-Teig einfrieren: Die einfache Lösung

Sowohl den Teig-Ansatz als auch den fertigen Hermann-Teig kannst du problemlos bis zu 3 Monate einfrieren.

Hermann-Kuchen Rezepte: Vielfalt für jeden Geschmack

Aus Hermann-Teig lassen sich vielfältige Kuchen und Brote zaubern. Hier sind einige Ideen:

  • Klassischer Hermann-Kuchen: Ein einfacher Zimtkuchen, der dem Sauerteig entgegenwirkt.
  • Russischer Zupfkuchen: Eine köstliche Variante mit Quark und Schokolade.
  • Schoko-Kirsch-Kuchen: Ein saftiger Kuchen mit Kirschen und Schokolade.
  • Marmorkuchen: Ein Klassiker, der immer gut ankommt.
  • Herzhafte Varianten: Auch Brot lässt sich hervorragend mit Hermann-Teig backen.

Grundrezept für Hermann-Kuchen:

  • 150 ml neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
  • 200 g Zucker
  • 4 Eier (Gr. M)
  • 200 g Hermann-Teig
  • 150 g Nüsse (optional)
  • 375 g Mehl
  • 1 Pck. Backpulver

Zubereitung:

  1. Vermische alle flüssigen Zutaten mit dem Zucker.
  2. Rühre Mehl und Backpulver unter den Teig.
  3. Hebe anschließend die Nüsse unter.
  4. Backe den Kuchen bei 180°C Ober-/Unterhitze ca. 60 Minuten.

Hermannkuchen mit Eierlikör:

  • Hermann-Teig
  • Zucker
  • Vanillezucker
  • Eier
  • Öl
  • Eierlikör
  • Mehl
  • Backpulver

Zubereitung:

  1. Den Ofen auf 175°C vorheizen.
  2. Hermann in eine Rührschüssel geben und Zucker, Vanillezucker, Eier, Öl und Eierlikör hinzufügen.
  3. Mehl und Backpulver vermischen und über Hermann sieben. Kurz untermalen und den Teig in die gefettete Kuchenform geben und ca. 50 Minuten backen.
  4. Den Kuchen etwas auskühlen lassen und stürzen.
  5. Für die Eierlikörglasur Puderzucker in eine kleine Schüssel sieben, nach und nach den Eierlikör unterrühren bis eine Glasur mit Konsistenz Eures Geschmacks entstanden ist. Über den Kuchen geben und kurz warten, der Guss setzt sich schnell.

Hermann als herzhafter Siegfried: Eine Alternative

Wer es lieber herzhaft mag, kann aus Hermann einen "Siegfried" machen. Dafür wird der Teigansatz an Tag 5 und 10 mit 2 EL Zucker statt einer ganzen Tasse gefüttert. Aus Siegfried lässt sich dann ein leckeres Brot backen.

Der Hermann-Brief: Tradition bewahren

Zum Hermann-Teig gehört traditionell ein Brief, der dem Beschenkten die Pflege und Verwendung des Teigs erklärt. Dieser Brief ist ein wichtiger Bestandteil der Hermann-Tradition und macht das Verschenken noch persönlicher.

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Warum riecht Hermann-Teig säuerlich?

Beim Gären entsteht Alkohol, der für den speziellen Geruch verantwortlich ist.

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