Hat Kaugummi Zucker? Zuckerfreie Kaugummis, Wirkung und Empfehlungen
Zuckerfreie Kaugummis erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, nicht nur als frischer Atemkick, sondern auch als unterstützende Maßnahme für die Zahngesundheit. Anders als herkömmliche Kaugummis enthalten sie keinen Zucker, der bekanntlich Karies und Zahnschmelzschäden fördern kann. Stattdessen kommen Süßstoffe wie Xylit zum Einsatz, die den Zähnen sogar zugutekommen können.
Was ist „zuckerfreier Kaugummi“?
Zuckerfreie Kaugummis sind Produkte, die bewusst auf die Verwendung von Zucker verzichten und stattdessen mit zuckerfreien Süßstoffen gesüßt werden. Die klassische Kaumasse bildet die Grundlage, doch die Süßungsmittel wie Xylit, Sorbit oder Mannit sorgen für den süßen Geschmack ohne die negativen Folgen von Zucker. Im Vergleich zu herkömmlichen Kaugummis bieten sie somit einen deutlich zahnschonenderen Effekt, da Zucker Bakterien im Mund füttert, die Säuren produzieren und den Zahnschmelz angreifen. Zuckerfreie Kaugummis sind außerdem kalorienärmer und damit auch für kalorienbewusste Konsumenten attraktiv.
Zusammensetzung und Kaumasse
Die Kaumasse des Kaugummis ist enger mit Vulkanisaten aus Natur- und Synthesekautschuk verwandt. Die Kaumasse enthält oft natürliche oder synthetische Polymere, die langlebiges Kauen ermöglichen. Speziell gemacht sind dies langkettige Moleküle (Polymere), die ihn weich und geschmeidig, aber auch klebrig machen. Die Kaumasse enthält oft natürliche oder synthetische Polymere, die langlebiges Kauen ermöglichen. Weitere typische wasserlösliche Zusatzstoffe im Kaugummi sind Feuchthaltemittel, Antioxidantien und Lebensmittelfarbstoffe. Das Kauen der Kaumasse setzt die darin enthaltenen wasserlöslichen Stoffe wie Zucker oder Zuckeraustauschstoffe sowie Aromastoffe und Säuerungsmittel frei.
Wie wirken zuckerfreie Kaugummis auf die Mundgesundheit?
Das Kauen von zuckerfreien Kaugummis stimuliert den Speichelfluss, was entscheidend für die Neutralisierung schädlicher Säuren im Mund ist. Speichel wirkt wie ein natürlicher Schutzschild, der Mineralien liefert und die pH-Werte im Mundraum ausgleicht. Dadurch kann der Zahnschmelz geschützt und sogar remineralisiert werden. Die gesteigerte Speichelproduktion unterstützt zudem die Reinigung der Zahnoberflächen und trägt zur Reduzierung von Plaque bei - ein Hauptfaktor für Karies und Zahnfleischentzündungen. Durch das Kauen wird zudem mechanisch Plaque gelöst, bevor sich Beläge festsetzen können.
Durch das Kauen von Kaugummi wird der Speichelfluss angeregt, der die Entfernung von Speiseresten und Mikroorganismen aus der Mundhöhle erleichtert. Der leicht alkalische Speichel neutralisiert zudem die Säuren, die von den Bakterien der Mundflora produziert werden. Indem er unsere Speichelproduktion fördert, kann zuckerfreier Kaugummi auch diese Art von Säureangriff reduzieren. Nach dem Essen einen zuckerfreien Kaugummi kauen, regt die Speicheldrüsen so richtig an: Sie produzieren bis zu zehnmal mehr Speichel, der zudem Calcium- und Phosphatmoleküle enthält, die in den Zahnschmelz eingebaut werden und diesen zusätzlich härten. Der Speichel benötigt etwa eine Stunde, um die Mineralien zu ersetzen, die der Zahnschmelz verloren hat.
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Wissenschaftliche Evidenz und Xylit
Studien zeigen, dass regelmäßiges Kauen von zuckerfreien Kaugummis nach den Mahlzeiten die Kariesentstehung signifikant verringern kann. Dabei spielt die Kombination aus erhöhter Speichelproduktion und dem Einsatz von Xylit eine wichtige Rolle, denn Xylit hemmt das Wachstum von kariesverursachenden Bakterien wie Streptococcus mutans. Die zahnpflegende Wirkung von zuckerfreien Kaugummis ist somit kein Mythos, sondern durch wissenschaftliche Studien gut belegt.
Xylit, auch Birkenzucker genannt, ist ein natürlich vorkommendes Zuckeralkohol, das sich als besonders zahnfreundlich erwiesen hat. Anders als Zucker wird Xylit von den Kariesbakterien nicht verstoffwechselt, sodass diese Bakterien nicht wachsen können. Dadurch reduziert Xylit die Bakterienzahl und senkt das Risiko für Karies deutlich. Zudem regen Xylit-haltige Kaugummis die Speichelproduktion an und helfen so, Säuren abzupuffern und den Zahnschmelz zu stärken. Viele Zahnpflegekaugummis enthalten den Zuckeraustauschstoff Xylit, der auch unter dem Namen Birkenzucker bekannt ist. Dabei handelt es sich um ein Zuckeralkohol, der Kariesbakterien sowohl im Plaque auf den Zähnen als auch im Speichel reduzieren kann. Forschende zufolge kann Xylit sogar Kariesbakterien von den Zähnen fernhalten.
Andere Süßstoffe und Verträglichkeit
Neben Xylit finden sich in zuckerfreien Kaugummis weitere Süßstoffe wie Sorbit, Mannit oder Maltit. Diese besitzen ebenfalls keinen kariogenen Effekt, allerdings gilt Xylit als besonders wirksam für die Zahnpflege. Süßstoffe tragen zudem zur Reduktion des Kaloriengehalts bei und machen zuckerfreie Kaugummis zu einer bewussten Alternative für Gesundheitsbewusste. Zuckeraustauschstoffe wie Xylit oder Erythrit gelten daher als zahnfreundlich.
Die Häufigkeit sollte jedoch moderat bleiben, um Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden durch übermäßigen Süßstoffverzehr zu vermeiden. Die in zuckerfreien Kaugummis enthaltenen Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit können in größeren Mengen eine abführende Wirkung haben. Da die meisten Zuckeraustauschstoffe wie Xylit im Darm von Bakterien zersetzt werden, wodurch vermehrt Gas und Flüssigkeit entstehen, können sie bei starkem Konsum zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfällen führen. Wer jedoch ab und zu einen Kaugummi mit Xylit kaut, sollte davon nicht betroffen sein.
Anwendungsempfehlungen: Wann und wie lange kauen?
Um von den positiven Effekten zu profitieren, ist es wichtig, die richtige Anwendung zu kennen. Zahnärzte empfehlen, nach den Mahlzeiten zuckerfreie Kaugummis zu kauen, da die Speichelproduktion so gezielt erhöht wird, wenn sie am wichtigsten ist - nämlich zur Neutralisierung der Säuren, die beim Essen entstehen. Ideal ist ein Kaugummikauen von etwa 20 Minuten, denn so lange hält die Wirkung an, ohne den Kiefer zu überlasten. Kauen Sie etwa zwanzig Minuten lang, um den Speichelfluss zu fördern und den Abbau der Säure zu beschleunigen.
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Die Nutzung von Zuckeraustauschstoffen in Kaugummis ist wissenschaftlich gut untersucht. Moderates Kauen ist empfehlenswert; die Häufigkeit sollte jedoch moderat bleiben, um Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden durch übermäßigen Süßstoffverzehr zu vermeiden. Wir empfehlen das Kauen von Kaugummi nicht für Kinder unter sieben Jahren. Auch Kinder sollten zuckerfreie Kaugummis nur nach Rücksprache mit dem Zahnarzt verwenden.
Zuckerfrei vs. zuckerhaltig: Hauptunterschiede
Der Hauptunterschied zwischen herkömmlichen und zuckerfreien Kaugummis liegt in der Süßungsmittelwahl. Zuckerhaltige Kaugummis fördern durch ihre Inhaltsstoffe das Wachstum von Bakterien, die Plaque bilden und Säuren erzeugen. Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an und erhöhen das Kariesrisiko erheblich. Zudem bieten herkömmliche Kaugummis durch den Zucker unnötige Kalorien. Zuckerfreie Kaugummis sind kalorienärmer und helfen durch ihre Inhaltsstoffe, die Mundgesundheit zu fördern. Viele Hersteller bieten zudem verschiedene Geschmacksrichtungen an, die genauso angenehm sind wie die zuckerhaltigen Varianten. Spezielle Zahnpflegekaugummis enthalten zudem Wirkstoffe wie Fluoride, die den Zahnschmelz zusätzlich schützen.
Praktische Hinweise und Alltagstauglichkeit
Zuckerfreie Kaugummis sind kein Ersatz für das Zähneputzen oder die Verwendung von Zahnseide, sondern eine ergänzende Maßnahme. Das regelmäßige Putzen entfernt Plaque mechanisch, während Kaugummis die Remineralisierung des Zahnschmelzes fördern und Speichelfluss anregen. Gerade nach Mahlzeiten ist das Kaugummikauen eine schnelle Möglichkeit, die Mundflora ins Gleichgewicht zu bringen. Besonders für Menschen, die unterwegs sind und nicht sofort Zähne putzen können, sind zuckerfreie Kaugummis eine sinnvolle Unterstützung. Kinder, Jugendliche und Erwachsene profitieren gleichermaßen von der zusätzlichen Speichelproduktion, die zur natürlichen Reinigung beiträgt.
Wer moderat kaugummikaut und dabei nur zuckerfreie Kaugummis wählt, schützt damit auch seine Zähne. Denn durch das Kauen wird der Speichelfluss angeregt, was besonders nach dem Essen oder Trinken gut und wichtig ist. Durch den Speichel werden Nahrungsreste aus den Zähnen gespült und der Zahnschmelz regeneriert, zudem wird der pH-Wert im Mund durch die vermehrte Speichelproduktion schneller neutralisiert - so stellt sich schneller ein gesundes Mundklima ein, in dem schädliche Bakterien sich nicht mehr so schnell vermehren können.
Umweltaspekte und Gerächte
Übrigens sind Kaugummis meist nicht biologisch abbaubar, es dauert viele Jahre und Jahrzehnte, bis ein achtlos in die Gegend gespuckter Kaugummi zersetzt ist. Aus diesem Grund sollten ausgekaute Kaugummis in den Müll geworfen und dann entsorgt werden. Weitgehend übertrieben sind hingegen Gerüchte, nach denen ein verschluckter Kaugummi im Magen aushärten und dann zu gefährlichen Verletzungen des Verdauungstraktes führen könne. Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Verschlucken von Kaugummi schädlich ist. Ein versehentlich verschluckter Kaugummi ist nicht schlimm und hat in aller Regel keine negativen gesundheitlichen Folgen. Dass ein verschluckter Kaugummi über sieben Jahre im Bauch verbleibt, ist ein Mythos und stimmt nicht. Etwas anders liegt der Fall, wenn etwa ein Kleinkind gleich mehrere Kaugummis gegessen und verschluckt hat: Dann kann die Kaumasse den Darm blockieren und im schlimmsten Fall für einen Darmverschluss sorgen.
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Studien zu Gesundheitseffekten über die Zähne hinaus
Es gibt Hinweise aus Beobachtungsdaten, dass regelmäßiges Kaugummikauen mit gesünderen Ernährungsgewohnheiten verbunden sein kann. In einer Analyse nationaler Daten (NHANES) berichteten Studienteilnehmende, die regelmäßig zuckerfreien Kaugummi kauten, über gesündere Ernährungsweisen, weniger zuckerhaltige Nahrung und weniger Zwischenmahlzeiten. Die Forscher sehen Potential, dass Kauen von zuckerfreiem Kaugummi helfen kann, gesündere Gewohnheiten zu fördern, betonen jedoch, dass Kaugummi kein Wundermittel ist und die Zusammenhänge auch dadurch erklärt werden könnten, dass Kaugummi-Konsumenten insgesamt gesundheitsbewusster sind.
Nachteile und Risiken des Kaugummikauens
So mancher Fan der klebrigen Kaumasse fragt sich, ob zu viel Kaugummi kauen Folgen haben kann. Tatsächlich sehen einige Fachleute den unnatürlichen dauerhaften Kauvorgang kritisch. So könne sich das Kaugummi kauen negativ auf die Kiefermuskeln und -gelenke auswirken, eventuell sogar Erkrankungen des Kauapparats auslösen oder verstärken. Erste Anzeichen sind etwa wiederholtes Knacken in einem oder beiden Kiefergelenken sowie Kopfschmerzen oder Kieferschmerzen. Auch die positive Wirkung auf die Zahngesundheit kann sich auf Dauer womöglich umkehren, wenn ständiges Kauen die Zähne falsch belastet und überstrapaziert. Eine generelle Empfehlung, wie viele Kaugummis am Tag noch gesund sind, gibt es nicht. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Kiefergelenke oder Zähne leiden, kauen Sie möglicherweise zu viel und zu lang.
Tipps für den Kauf und Gebrauch
- Wählen Sie vorzugsweise Kaugummis mit Xylit, wenn der Fokus auf Zahnschutz liegt.
- Kauen Sie idealerweise etwa 20 Minuten nach den Mahlzeiten.
- Beachten Sie mögliche Unverträglichkeiten bei Süßstoffen (Sorbit etc.).
- Kaugummi ersetzt nicht Zähneputzen und Zahnseide, sondern ergänzt die Mundhygiene.
- Wer Kieferprobleme hat, sollte das Kauen reduzieren und ärztlichen Rat einholen.
- Entsorgen Sie gebrauchte Kaugummis korrekt im Abfall, nicht in der Umwelt.
Kurze Produktübersicht (Beispiele aus dem Handel)
| Produkt | Typ | Eigenschaft |
|---|---|---|
| Pure Fresh Mint (mentos) | Dragée | zuckerfrei, vegan (je nach Sorte), guter Geschmack |
| White Citrus (Wrigley's) | Streifen | zuckerfrei, erfrischend |
| Pure Fresh Bubble Cool (mentos) | Dragée | zuckerfrei, langanhaltender Geschmack |
Wer jedoch seine tägliche Zahnpflegeroutine mit Bürste und Zahnseide um zuckerfreien Kaugummi ergänzt, tut tatsächlich etwas Sinnvolles für seine Zähne und ihre Gesundheit, daher unterstützen auch Zahnärzte das „Kauen nach dem Essen“ - vorausgesetzt, es handelt sich um zuckerfreie Exemplare.


