Fondant richtig ausrollen: Dicke Tipps für faltenfreie, glatte Decken

Fondant ausrollen ist einer der wichtigsten Schritte beim Tortendekorieren - und gleichzeitig einer der häufigsten Frustmomente. Zu dünn reißt er, zu dick wirkt er schwer, und manchmal klebt er einfach überall fest. Mit der richtigen Vorbereitung, Temperatur und Technik lässt sich Fondant jedoch ruhig, sauber und stressfrei ausrollen.

Welchen Fondant wählen?

Es gibt nicht den einen, besten Fondant. Grundsätzlich sind natürlich alle Fondantsorten aus Zucker und süß, trotzdem gibt es auch da Geschmacksunterschiede. Außerdem verhalten sich die Fondantsorten unterschiedlich in ihrer Verarbeitung, selbstgemachter Fondant ist meist nicht so elastisch wie fertig gekaufter Fondant. Fertigen Fondant könnt Ihr in vielen unterschiedlichen Farben kaufen oder aber Ihr kauft ihn weiß und färbt ihn wenn gewünscht mit Pasten- oder Gelfarben selber ein. In der Tortenboutique erhaltet Ihr weißes und bereits gefärbtes Rollfondant in vielen verschiedenen Farben.

Ich verwende auf Anraten von Lara & Katharina, wenn möglich Fondant von Massa Ticino zum Eindecken von Torten. Der Fondant ist zwar teurer als andere, aber sehr hochwertig. So braucht man auch kein extra Fett oder Palmin, um den Fondant weich zu bekommen. Qualitativ hochwertiger Fondant sollte weder an den Händen noch auf der Arbeitsplatte kleben bleiben.

Vorbereitung: Temperatur, Lagerung, Zubehör

  • Temperatur: Fondant lässt sich am besten bei Zimmertemperatur verarbeiten. Idealerweise hat der Fondant beim Ausrollen Zimmertemperatur, d. h. zwischen 19 und 23 °C. Ist der Fondant zu kalt, lässt er sich nicht verarbeiten und kann reißen. Ist er hingegen zu warm, kann der Rollfondant zu einer echt klebrigen Angelegenheit werden.
  • Lagerung: Fondant muss luftdicht verpackt und lichtgeschützt gelagert werden, da er sonst austrocknet. Das Wort „Lagerung“ hilft sich zu merken: lichtgeschützt, luftdicht.
  • Zubehör: Empfehlenswert ist eine Arbeitsunterlage aus Silikon oder Kunststoff, idealerweise direkt mit Maßangaben. Zum Ausrollen eignet sich ein Ausrollstab aus Silikon oder Kunststoff (Fondant-Roller) - für große Mengen ein langer Roller (ca. 50 cm) oder alternativ ein Nudelholz; ein klassisches Nudelholz aus Holz ist weniger geeignet. Weitere Helfer: Puderbeutel oder Durchseihtuch zum Auftragen von Bäckerstärke, Fondantglätter, scharfes Messer/Skalpell, Nadel für Luftblasen, evtl. Ausrollmatte mit Maßangaben.

Fondant vorbereiten: Kneten, Einfetten, Färben

Bevor der Fondant ausgerollt wird, muss er geknetet werden bis er geschmeidig ist. Fondant ist eine feste, recht harte Masse, vor allem bei kalten Temperaturen. Damit er die benötigte Elastizität bekommt, muss er weich geknetet werden. Es reicht den Fondant so lange zu kneten, bis er elastisch ist. Das kann je nach Menge schon einmal gute 15 Minuten und einiges an Muskelkraft kosten. Fondant gehört nicht in den Kühlschrank und sollte bei Zimmertemperatur verarbeitet werden.

Wenn Dein Fondant zu hart ist, dann erwärme ihn in Deinen Händen, indem Du ihn geduldig weich knetest. Sollte er an Deinen Händen kleben, dann cremt Ihr Eure Hände am Besten mit ein wenig Kokosfett ein. Ich verwende vor dem Kneten oft etwas Kokosfett zum Einfetten der Hände. Wenn Ihr den Fondant einfärben möchtet, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Fondant lässt sich am Besten mit Pasten- oder Gelfarben einfärben, die sind hochkonzentriert und man braucht davon nicht viel.

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Wichtig: Bevor ihr eure gesamte Kraft in die Zuckermasse steckt, solltet ihr das Fondant auf Zimmertemperatur bringen. Vor dem Kneten steht das Einfetten der Hände. Jetzt ist eure Muskelkraft gefragt. Aber Achtung: Kneten ist nicht gleich kneten. Achtet darauf, dass ihr in das Fondant „hinein knetet“ und so die gesamte Luft herausdrückt. Tut ihr dies nicht, so können unschöne Luftblasen entstehen.

Arbeitsfläche vorbereiten und Bäckerstärke richtig einsetzen

Um den Fondant glatt und sauber auszurollen, solltet Ihr für eine saubere und glatte Arbeitsunterlage sorgen. Bevor das Fondant ausgerollt wird, messt ab, auf welche Größe Ihr den Fondant ausrollen müsst. Empfehlenswert ist eine Arbeitsunterlage aus Silikon oder Kunststoff, idealerweise direkt mit Maßangaben, dann braucht Ihr die ausgerollte Fondantfläche nicht nachzumessen. Aber auch ein glatter Tisch oder die Arbeitsfläche in der Küche sind dazu geeignet.

Zunächst pudert die Arbeitsfläche mit etwas Bäckerstärke ab. Dazu bietet sich ein Puderbeutel an, denn damit könnt Ihr die Bäckerstärke sehr fein und dünn auf die Arbeitsfläche tupfen. Nehmt eher wenig Bäckerstärke und pudert nach, als dass Ihr zuviel davon nehmt. Achtung! Weniger ist manchmal mehr. Bäckerstärke ist reine Kartoffelstärke; ihr Vorteil ist, dass sie keine Klumpen bildet und sich vom ausgerollten Fondant einfach mit einem Pinsel oder Tuch wegwischen lässt. Als Alternative kannst du auch gesiebten Puderzucker verwenden.

Die richtige Größe und Dicke der Fondantdecke bestimmen

Bevor ihr nun den Fondant ausrollt, messt ab, auf welche Größe Ihr den Fondant ausrollen müsst. Dazu ist ein wenig - nur ganz wenig - Mathematik nötig. Messt den Durchmesser Eurer Torte und anschließend die Höhe. Der Durchmesser und zweimal die Höhe, das ist der Durchmesser des Kreises den Ihr ausrollen solltet. Zum Beispiel bei einer Torte mit einem Durchmesser von 24 cm und einer Höhe von 7 cm ist es nötig, den Fondant auf eine Größe von 24+7+7 cm auszurollen, also mindestens 38 cm.

Eine praktische Faustregel: Die Decke sollte etwa 2 cm größer sein als der Durchmesser der Torte plus 2x die Tortenhöhe. Beispiel: Torte mit Ø 26 cm, Höhe 5 cm → Fondant Ø 38 cm (26 + 10 + 2). Ein weiterer Richtwert gilt für die Dicke: Anfänger rollen den Fondant nicht zu dünn aus, etwa 3-5 mm. Profis rollen sehr dünn, meist nur 2-4 mm. Ich persönlich rolle den Fondant ca. 3-4 mm dick aus, das hat den Vorteil, dass leichte Unebenheiten auf der eingestrichenen Torte ausgeglichen werden können.

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Ausrollmatte mit Maßangaben

Ausrollen: Technik und Fehlervermeidung

Den Fondant zu einer Kugel formen und auf der Arbeitsfläche etwas flach drücken, dann mit etwas Druck 3-5 mm dick ausrollen. Ausgerollt wird der Fondant am einfachsten mit einem Rollstab aus Kunststoff, der am Besten mindestens so breit ist, wie die Fläche die Ihr ausrollen möchtet. Rolle nun mit Deinem Stab einmal hoch und einmal runter. Achte dabei, dass Du den Fondant nicht bis zum Ende ausrollst.

Übt beim Rollen des Fondants nie zuviel Druck aus, denn dann kann es schnell passieren, dass Ihr ihn nicht gleichmäßig ausrollt und er die gewünschte Form verliert. Rollt mit wenig Druck und dreht das nach dem ersten Ausrollen entstandene Oval, so dass es quer vor Euch liegt. Drehen hat zwei Vorteile: Ihr könnt dabei kontrollieren, ob der Fondant auf der Arbeitsfläche klebt, und Ihr verteilt das Material gleichmäßiger.

Wenn er das tut, dann hebt den Fondant leicht an und pudert etwas Bäckerstärke nach. Sollte der Fondant doch die gewünschte Form ein wenig verlieren, dann schiebt ihn zwischendurch ein wenig mit der flachen Hand in die Form zurück. Und wenn alles nicht hilft und ihr alles, nur keinen Kreis ausgerollt habt, dann knetet den Fondant wieder ein und rollt ihn erneut aus. Aber Vorsicht! Knetet ihn an einer anderen Stelle als da wo Ihr ihn ausgerollt habt, denn da ist Bäckerstärke und je weniger davon in den Fondant gerät, desto besser für dessen Elastizität.

Luftblasen, Risse und Kleben: schnelle Lösungen

  • Luftblasen: Mit einer Nadel aufstechen und glatt streichen. Entfernt die Blasen so früh wie möglich, bevor der Fondant zu dünn ist.
  • Kleben: Arbeitsfläche und Roller dünn mit Bäckerstärke oder gesiebtem Puderzucker bestäuben. Falls Fondant an den Händen klebt, Hände mit Kokosfett einreiben.
  • Risse: Ist der Fondant zu kalt, erwärmt und knetet ihn in den Händen. Kleine Risse lassen sich oft mit etwas Kokosfett und vorsichtigem Andrücken kaschieren; bei größeren Rissen besser Stück herausnehmen und ausbessern.
Technik: Fondant richtig auf die Torte legen

Fondant auf die Torte legen und faltenfrei glätten

Die fertig ausgerollte Fondantdecke kann jetzt auf die Torte gelegt werden. Nehmt dazu die Torte aus dem Kühlschrank und stellt sie neben Euch, damit der Fondant direkt vom Rollstab auf die Torte gelegt werden kann. Den ausgerollten Fondant vorsichtig von der Arbeitsfläche lösen und mit etwas Puderzucker oder Stärke bestäuben. Legt nun den Ausrollstab quer über die ausgerollte Fondantdecke und klappt eine Hälfte des Fondants darüber. Jetzt könnt Ihr den Fondant an den Enden des Ausrollstabes hochheben. Den Teigroller über die gut gekühlte Torte halten und den Fondant, am Rand der Torte beginnend, wieder abrollen.

Nachdem die Decke aufgelegt ist, beginnt das Glätten. Den Fondant von der Mitte aus mit den Händen oder einem Tortenglätter glatt streichen, so kann er nicht mehr verrutschen, wenn der Rand geglättet wird. Anschließend drückt Ihr den Fondant an der Oberkante der Seiten ca. 2 cm hoch fest, am besten mit der Handkante. Nun ist es fast geschafft, nur noch die Falten an der Seite müssen jetzt weg.

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Beginnt damit, dass Ihr den Fondant an einer Stelle der Seite an die Torte drückt, an der die wenigsten Falten zu sehen sind. Nun nehmt Ihr den Fondant direkt neben der bereits an die Torte gedrückten Stelle und ein wenig von der Torte weg, bis die Falten nicht mehr zu sehen sind. Diesen Teil des Fondants könnt Ihr nun mit der flachen Hand an die Torte drücken. Sobald Ihr merkt, dass sich beim Andrücken des Fondants an die Tortenseite eine Falte bildet, hört auf mit dem Andrücken und zieht den Fondant erneut von der Seite der Torte ab bis die Falte nicht mehr da ist. Erst dann drückt den Fondant erneut an die Torte. Achtet darauf, dass Ihr den Fondant nicht nach unten zieht, sondern ihn vor allem an den Tortenrand drückt.

Kleine Luftbläschen unter der Decke mit einer kleinen Stecknadel vorsichtig aufstechen und mit dem Glätter oder den Fingern glatt streichen. Dann nach und nach vorsichtig am Rand andrücken. Dazu jeweils ein kleines Stück des Fondants vom Rand des Kuchens wegziehen, ganz leicht dehnen und nach unten ziehen. Von oben nach unten mit der flachen Hand leicht andrücken und mit der anderen Hand die Falten herausziehen. So fortfahren, bis der gesamte Rand eingekleidet ist. Den überschüssigen Fondant könnt Ihr mit einem Skalpell oder einem Fondantschneider abschneiden.

Untergrund und Cremetypen: Was passt zu Fondant?

Fondant reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit. Fondant darf deshalb nicht direkt mit Sahne-, Quark- oder Puddingcreme in Berührung kommen, da der hohe Feuchtigkeitsgehalt die Zuckermasse aufweicht. Am besten eignet sich Fondant deshalb für Gebäcke, die mit einer dünnen Schicht Ganache oder amerikanischer Buttercreme eingestrichen sind. Mit einer dünnen Schicht Ganache oder amerikanischer Buttercreme werden zunächst Krümel gebunden (crumb-coat). Dann können Unebenheiten mit einer weiteren Schicht Ganache besonders gut ausgeglichen und die Torte glatt eingestrichen werden. Für eine Fondantdecke eignen sich außerdem Gebäcke, die aprikotiert werden. Dazu wird die Konfitüre gut aufgekocht und das Gebäck dünn mit der heißen Konfitüre eingestrichen. Unebenheiten werden dadurch nicht ausgeglichen, aber die Fondantdecke haftet sehr gut am Kuchen.

How much? Menge und Reste

Als Faustregel rechnest du für eine Torte von 20 cm ∅ und einer Höhe von 8 cm ca. 500 g Fondant. Plane lieber großzügig, denn fehlt an den Rändern Fondant, ist es schwer, die Decke unfallfrei zu bekommen. Normalerweise bleiben Reste übrig; diese können aufbewahrt werden. Das Wichtigste ist, dass Du nur sauberen Fondant aufbewahrst. Selbst kleine Reste von Kuchen, Ganache oder Buttercreme können dazu führen, dass der Fondant schlecht wird. Verschließe Fondantreste, die du gerade nicht bearbeitest immer in einem luftdichten Behälter.

Fehler, Probetorte und Mut

Fehler passieren, gerade dann wenn man sie am wenigsten braucht. Ein genauer Zeitplan und eine Probetorte sind beim Kreieren einer Motivtorte sehr hilfreich: Ihr wisst danach, wie viel Zeit ihr für welche Schritte benötigt und könnt eure finale Torte optimieren. Traut euch! Fehler passieren und es muss nicht immer alles perfekt werden. Auch die Profis tappen ab und zu mal in kleine Stolperfallen. In solchen Fällen klebt man über einen kleinen Riss halt einfach mal eine schöne Deko-Blume.

Fondant-Glätter und Messer

Kurze Checkliste vor dem Ausrollen

  1. Fondant 1-2 Stunden vorher auf Zimmertemperatur bringen.
  2. Arbeitsfläche sauber, trocken und leicht mit Bäckerstärke oder gesiebtem Puderzucker bestäubt.
  3. Fondant gründlich kneten, Hände ggf. mit Kokosfett einfetten.
  4. Benötigte Größe berechnen: Durchmesser + 2×Höhe + 2 cm Puffer.
  5. Roller, Glätter, Messer, Nadel bereitlegen.
  6. Beim Ausrollen wenig Druck ausüben, regelmäßig drehen und auf Kleben prüfen.

Häufige Fragen in Kürze

  • Wie dick ausrollen? Anfänger: 3-5 mm, Profis: 2-4 mm.
  • Was tun, wenn Fondant klebt? Arbeitsfläche/Hand mit wenig Bäckerstärke oder Puderzucker bestäuben, Hände mit Kokosfett einreiben.
  • Welche Creme unter Fondant? Dünne Schicht Ganache oder amerikanische Buttercreme; alternativ aprikotieren.
  • Wie aufbewahren? Luftdicht und lichtgeschützt lagern.

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