Fenchel-Anis-Kümmel Tee: Wirkung und Anwendung einer traditionellen Kräutermischung
Fenchel-Anis-Kümmel Tee ist eine traditionelle Kräuterteemischung, die aus den Samen von Fenchel, Anis und Kümmel hergestellt wird. Diese Kombination ist für ihren milden und erfrischenden Geschmack bekannt und wird seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin aufgrund ihrer verdauungsfördernden Eigenschaften geschätzt. Die aromatische Komposition erinnert an eine duftende Kräuterwiese und hinterlässt als Teeaufguss eine süßliche, leichte lakritzartige Note.
Herkunft und Wissenswertes über die Einzelkräuter
Fenchel
Ursprünglich ist der Fenchel im südeuropäischen Mittelmeergebiet heimisch. Bei uns kommt er aber auch in vielen Naturgärten vor, da er ein beliebtes Gartengemüse ist und die Blumenbeete zusammen mit Dill und anderen Kräutern zu einer Augenweide schmückt. Nur selten ist er verwildert aufzufinden. Der Fenchel bietet uns gleich drei seiner Teile zum Verzehren an: Die Samen, die Wurzel und die fleischige Knolle, welche eigens zum Verzehr gezüchtet wird. Es gibt mehrere Arten des Fenchels, die sich im Geschmack und der Früchte unterscheiden. Von aromatisch süßlich bis scharf im Geschmack; der kräftige Geruch und seine günstige Wirkung auf die Verdauungsorgane machen ihn zu einem idealen Speisegewürz. Für den traditionell hergestellten „Fünfwurzelsirup“ verwendet man Wilden Fenchel, Mäusedorn, Spargel, Attich und Petersilie, welcher in der Volksmedizin zum Entwässern und bei Hautunreinheiten verabreicht wird. Schon seit Jahrtausenden ist die Anwendung des Fenchels in der Heilkunde auf der Welt verbreitet und wurde schon in der altchinesischen Naturmedizin hochgeschätzt.
Anis
Wilde Anispflanzen gibt es in unserem westlichen Gebiet selten zu sehen. Denn die süßlich schmeckende Frucht ist in der Küche kaum wegzudenken und findet hier am meisten in der Weihnachtsbäckerei Verwendung. In der Naturheilkunde spricht man ihr die Lunge und Bronchien zu.
Es werden die trockenen, reifen Anisfrüchte für die Herstellung von Teemischungen, Anisöl oder Trockenextrakten verwendet. Durch Wasserdampfdestillation wird aus den Früchten das aromatische ätherische Öl gewonnen. Anis wird häufig auch mit anderen, ähnlich wirkenden Heilpflanzen wie Fenchel und Kümmel kombiniert verarbeitet.
Kümmel
Die Heimat des Kümmels ist Asien. Die mehrjährige Pflanze kann bis zu einem Meter hochwachsen und bildet jede Menge winzig kleiner Blattrosetten, die im Sommer sehr aromatisch duften. Er wächst wild auf heimischen Wiesen und an Wegrändern und wurde oft in den Klostergärten kultiviert. Die Meisten kennen den Kümmel nur aus der Küche zum Würzen, besonders bei Kohlgerichten kommt er fast schon zwingend zum Einsatz. Carvon ist für die typische „carminative“ Wirkung des Kümmels verantwortlich. Der Kümmel ist das stärkste Karminativum, das wir in der mitteleuropäischen Pflanzenheilkunde kennen und soll heißen, dass es gegen Blähungen hilft. Natürlich hat der Kümmel auch noch viele andere positive Wirkungen; er regt den Appetit an, fördert den Auswurf von Hustenschleim, hilft gegen schmerzhafte Periodenkrämpfe und fördert die Geburt, indem er die Weichteile auflockert. Auch bei Säuglingen, die unter Koliken oder starken Blähungen leiden, kann der Kümmel helfen und wirkt sogar noch besser als der Fenchel. In der Küche werden heutzutage die Blätter und Wurzeln eingesetzt; ähnlich wie bei der Petersilienwurzel hinterlassen die Zutaten ein fein würziges Aroma.
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Wirkung und Anwendungsgebiete des Fenchel-Anis-Kümmel Tees
Alle drei Heilpflanzen haben das Einsatzgebiet bei Magen-Darm-Beschwerden. Die Heilwirkung geht dabei in erster Linie von den enthaltenen ätherischen Ölen aus: Bei Anis und Fenchel stellt trans-Anethol das wichtigste Öl dar. Fenchel enthält zudem noch größere Mengen Fenchon, bei Kümmel ist Carvon die wichtigste Substanz. Die verschiedenen Öle wirken krampflösend, karminativ und verdauungsfördernd. Daher bringen sie vor allem bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Blähungen, Durchfall und Magenkrämpfen Linderung.
- Verdauungsfördernd: Die Kombination der Kräuter kann helfen, den Magen zu beruhigen, Blähungen zu reduzieren und die Verdauung zu fördern.
- Krampflösend: Anis wirkt in erster Linie krampflösend.
- Schleimlösend: Anis und Fenchel lindern zudem typische Erkältungsbeschwerden. Anis hat ähnliche Anwendungsgebiete: Zubereitungen lösen festsitzenden Schleim aus den Bronchien und fördern dessen Abtransport.
- Beruhigend: Die sanfte Kombination dieser Kräuter schmeckt angenehm und beruhigt den Magen.
Anwendung bei Säuglingen und Kindern
Auch bei Säuglingen und Kleinkindern hat sich der Einsatz des Trios bewährt: Fenchel, Kümmel und Anis sind in der Babypflege sehr beliebt und werden auch gern von Hebammen und Kinderärzten empfohlen. Für Kinder eignet sich vor allem Fencheltee, jedoch sollte der Aufguss nur verdünnt angewendet werden: So hat sich der Tee bei Dreimonatskoliken aufgrund der krampflösenden Wirkung bewährt. Fenchelöl wird häufig auch zur äußerlichen Anwendung bei Säuglingen mit Verdauungsbeschwerden eingesetzt: Mit Kümmel kombiniert wird das Öl in kreisenden Bewegungen auf den Bauch des Säuglings aufgetragen und mit kreisenden Bewegungen einmassiert. Es löst Luftansammlungen im Darm und entspannt den Bauch. Besonders gut geeignet als ungesüßtes Teegetränk für Kinder.
Anwendung bei Erkältungsbeschwerden
Fenchel besitzt nicht nur Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt: Die Knolle hat ebenso schleimlösende und antibakterielle Eigenschaften. Bei Erkältungen mit festsitzendem Husten und Schnupfen kann Fenchel daher ebenso als Tee oder Honig zum Einsatz kommen. Vor allem der sogenannte „Fenchelhonig“ - eine Mischung aus Fenchelsirup und Honig, den bereits Hildegard von Bingen zu schätzen wusste - hat sich bei zähem Schleim und Reizhusten bewährt. Er wirkt schleimlösend, aber gleichzeitig reizmindernd. Daher hilft er nicht nur bei Husten, sondern auch bei rauer Stimme und Heiserkeit. Jedoch sollte er erst bei Kindern ab einem Jahr angewendet werden.
Förderung der Milchbildung
Ein weiteres Einsatzgebiet von Fenchel, Kümmel und Anis ist die Milchbildung: Still- und Milchbildungstees enthalten häufig eine Kombination der drei Heilpflanzen. Solche Tees sollen die körpereigene Milchbildung der Frauen steigern und zudem indirekt über die Muttermilch beim Kind dafür sorgen, dass die Verträglichkeit der Milch verbessert wird.
Zubereitung und Anwendung des Tees
Die Zubereitung des Tees ist einfach. Für eine Tasse Tee übergießen Sie 1-2 Teelöffel der Kräutermischung mit kochendem Wasser und lassen ihn etwa 10 Minuten ziehen. Fenchel-Kümmel-Anis-Tee ist für fast jeden geeignet, aber besonders empfehlenswert für Personen mit Verdauungsproblemen oder Atemwegserkrankungen.
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Bis zu 4 Tassen pro Tag langsam trinken bei Blähungen, Magenschmerzen, Durchfall oder Völlegefühl.
Besonders beliebt ist der Einsatz als Teemischung: Das Trio wird häufig als Fertigprodukt lose oder in Form von Filterbeuteln angeboten, aber auch ein frischer Tee kann aus den Einzelbestandteilen einfach selbst hergestellt werden: Dazu wird jeweils ein halber bis ein ganzer Teelöffel der Früchte angestoßen - am besten unmittelbar vor der Zubereitung. Dadurch können die ätherischen Öle entweichen und ihre volle Wirkung entfalten. Der aufgegossene Tee sollte zugedeckt ungefähr 10 bis 15 Minuten ziehen, damit die ätherischen Öle nicht verfliegen können. Der Tee wird aufgrund seiner entkrampfenden Eigenschaften häufig auch bei Gallenkoliken eingesetzt.
Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Personen, die gegen Doldenblütler wie Fenchel, Kümmel, Sellerie, Koriander oder Dill allergisch sind, sollten Anis meiden. Auch Menschen, die gegen den Pflanzeninhaltsstoff Anethol allergisch sind, dürfen keine Aniszubereitungen anwenden.
Wird Anis für längere Zeit Licht ausgesetzt, wandelt sich das enthaltene Anethol in „Photoanethol“ um. Zudem enthält die Pflanze Estragol.
Kräuter- und Gewürzteemischungen immer mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und mindestens 5 Minuten ziehen lassen!
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