Was ist feiner brauner Zucker — Herstellung, Sorten und Verwendung

Wenn du gerne backst, kennst du wahrscheinlich den häufig verwendeten Inhaltsstoff, der in vielen süßen Leckereien steckt: Brauner Zucker. Dieser Zucker gibt deinen Backwaren nicht nur Geschmack, sondern hat auch eine besondere Textur. In diesem Artikel erklären wir dir, was brauner Zucker ist, wie Farinzucker in der Küche eingesetzt wird und welche Sorten es gibt.

Was ist brauner Zucker?

Brauner Zucker, auch als Farinzucker bekannt, ist eine Art Kristallzucker, die häufig in Backrezepten verwendet wird. Er besteht aus Kristallzucker und einer kleinen Menge Invertzucker. Invertzucker ist eine Mischung aus Glukose und Fruktose und sorgt für das leicht sirupartige Aussehen. Da Brauner Zucker mehr Feuchtigkeit enthält, bleibt Gebäck damit länger weich. Mit der Bezeichnung „Brauner Zucker“ können verschiedene Zuckersorten gemeint sein: Es gibt braunen Zucker, der wegen einer Karamellisierungsprozesses eine braune Farbe hat. Die Grundlage von Braunem Zucker ist - wie auch beim weißen Zucker - die Zuckerrübe, die hier bei uns in Deutschland wächst.

feiner brauner zucker auf löffel

Herstellungsverfahren im Überblick

Es gibt verschiedene Verfahren zur Herstellung von braunem Zucker. Im Allgemeinen entsteht brauner Zucker durch Mischen, Verschmelzen oder Ummanteln von Zuckerkristallen. Eine Methode ist die Kristallisation von reinem Zuckerrübensirup zu kristallinem Weißen Zucker. Daraus wird brauner Zucker durch Ummanteln der Kristalle mit verschiedenen Siruparten. Eine andere Möglichkeit ist die Kristallisation einer Mischung aus Zuckerrohrsirup und Zuckerrübensirup. Die dritte Alternative in der Produktion ist schließlich die Kristallisation aus dem reinen Sirup der Zuckerrübe, woraus ein weißes Zuckerkristall gewonnen wird, das dann aber mit Zuckerrohrsirup ummantelt wird.

Brauner Zucker entsteht, wenn der Sirup aus der Kandisproduktion ein weiteres Mal kristallisiert wird. Seine charakteristische braune Farbe und der vollmundige, karamellige Geschmack entstehen ausschließlich durch die natürliche Karamellisation des Zuckers beim Erhitzen. Bei der Zuckerherstellung hat man generell eine eingekochte Masse aus einem Sirup und Kristallen - egal, ob aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr stammend. Für weißen Zucker werden die Kristalle in einer Zentrifuge abgetrennt. Soll der Zucker eine braune Färbung haben, kommt der Sirup wieder dazu: „Die weißen Kristalle werden wieder gemischt, etwa mit Karamellzuckersirup oder Zuckerrohrmelasse“.

Typische Produktionsschritte (zusammengefasst)

  • Zuckerrüben werden gereinigt und zerkleinert. Die entstehenden Zuckerrübenschnitzel werden in Extraktionstürmen mit heißem Wasser versetzt.
  • Der so gewonnene Dünnsaft wird geklärt und eingedickt; aus dem Dünnsaft wird der Dicksaft hergestellt.
  • Durch Verdampfung wird der Dicksaft weiter konzentriert; nach Zusatz von Impfkristallen beginnt die Kristallisation.
  • In Zentrifugen wird der anhaftende Sirup (Melasse) von den Kristallen getrennt. Für braunen Zucker bleibt Melasse anteilig erhalten oder wird nachträglich wieder zugemischt.
  • Alternative: direkte Kristallisation eines Sirup-Kristallbreis, bei dem Sirup und Kristalle nicht vollständig getrennt werden - so entsteht ebenfalls brauner Zucker.

Sorten und Eigenschaften

Genauso wie es verschiedene Arten von Kristallzucker und Mehl gibt, gibt es auch verschiedene Varianten von Farinzucker. Heute gibt es viele unterschiedliche Zuckersorten, deshalb fällt die Wahl manchmal schwer. Die weiße Variante ist eine der bekanntesten Arten von Farinzucker. Diese enthält mehr Invertzucker als der weiße Zucker, weshalb die Farbe etwas brauner ist. Die helle Variante hat ein subtiler Karamellgeschmack. Heller Farinzucker besteht aus granuliertem Zucker, gemischt mit braunem Zuckerrohrsirup, und hat ein karamellartiges Aroma. Die helle Variante hat einen subtilen Karamellgeschmack. Die dunkle Variante enthält sehr viel Invertzucker. Dadurch hat diese Variante eine dunkle Farbe und einen intensiven Geschmack.

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Wir produzieren unseren weichen Braunen Zucker als goldbraunen oder dunkelbraunen granulierten Zucker, auch als Farinzucker bezeichnet. Außerdem bieten wir weitere brauner Zucker Sorten im Kandiszucker-Segment mit einzigartigen Eigenschaften an. Darüber hinaus bieten wir weichen Kandispuder (Cassonade Graeffe) an, eine einzigartige belgische Spezialität aus natürlichem braunem Zucker mit Restfeuchte durch den beigemischten Sirup.

verschiedene braune zucker arten

Kandis und Spezialformen

Der Kandis ist eine ganz besonders faszinierende Zuckersorte. Er ist der einzige Zucker, der „Zeit zum Wachsen“ braucht. Die unregelmäßigen Stücke der feinkörnigeren Sorten Stangen Kandis und Krümel Kandis werden dabei aus flächigen, gewachsenen Kandisplatten herausgebrochen und abgesiebt. Bei den größeren Sorten wie dem Kluntje Kandis wachsen die großen Kandis-Stücke dagegen ganz langsam einzeln heran. So langsam wie Kandis gewachsen ist, so langsam löst er sich später auch wieder auf.

Verwendung in der Küche

Farinzucker wird vor allem zum Backen von Keksen und anderem Gebäck genutzt. Er verstärkt zusätzlich die Bräunung und verbessert auch die Porung der Backwaren. Durch die enthaltenen Karamell- und Bräunungsstoffe verleiht er Gebäcken wie Gewürzkuchen, braunen Kuchen, Spekulatius und Printen ihren typischen, angenehm würzigen Karamellgeschmack - ideal also für die Weihnachtsbäckerei. Wenn du mehr Farbe und eine karamellartige Note haben möchtest, kannst du in einem Rezept einfach einmal weißen durch braunen Zucker ersetzen.

Er schmeckt auch sehr gut zu Joghurt, Obstsalat oder Müsli oder verfeinert Kaffee-Spezialitäten mit milder Süße. Brauner Zucker erfreut sich unter Teetrinkern großer Beliebtheit. Bei Marinaden oder Soßen bringt brauner Zucker eine Karamellnote hinein.

anwendung feiner brauner zucker beim backen

Praktische Backtipps

  • Viele fragen sich, ob man Farinzucker durch Kristallzucker ersetzen kann. Grundsätzlich ist das möglich. Allerdings fällt das Ergebnis etwas anders aus: Kristallzucker macht Gebäck knuspriger, Farinzucker macht es feuchter und aromatischer.
  • Da sich die Zuckerkristalle nicht so einfach lösen, muss er beim Backen sehr gut verknetet werden.
  • Für Lebkuchen, Karamell-Desserts oder Cookies mit intensiver Note ist brauner Zucker vorteilhaft.
  • Für feine Kuchen, Desserts oder Getränke, bei denen schnelle Auflösung und neutrale Süße gewünscht sind, ist weißer Zucker meist ideal.

Nährwerte und Ernährungsaspekte

Während der weiße Zucker als sehr ungesund und kalorienreich gilt, wird brauner Zucker in diversen Produkten als gesündere Variante angepriesen. Doch ist brauner Zucker wirklich gesünder? Nein - beide Zucker liefern rund gleich viele Kalorien pro 100 g (~ 400 kcal) und bestehen hauptsächlich aus Saccharose. Zwar enthält brauner Zucker durch die Melasse minimal mehr Mineralstoffe und Spurenelemente als weißer Zucker, aber diese Mengen sind so gering, dass sie ernährungsphysiologisch kaum ins Gewicht fallen.

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Der Konsum von Zucker gilt als eine der Ursachen vieler Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, Diabetes, Karies sowie Herz- und Gefäßkrankheiten. Im Jahr 2003 empfahl ein Gremium der WHO und FAO, weniger als 10 % der Energiemenge aus freien Zuckern aufzunehmen. Zucker ist mehr als nur eine süße Zutat: Er beeinflusst Textur, Bräunung, Feuchtigkeit und Hefeaktivität in Backwaren.

Herkunft und Markt

Die Hauptquellen für Zucker sind Zuckerrohr (ca. 80 % der weltweiten Zuckerproduktion) und Zuckerrübe (ca. 20 %). Rund 80 Prozent des weltweit gehandelten Zuckers stammen aus Zuckerrohr. In Deutschland gibt es vor allem Rübenzucker. Auch wenn du Zucker kaufst, wo das nicht explizit draufsteht, kannst du davon ausgehen, dass er aus heimischen Rüben stammt. Brauner Zucker ist ein typisch niederländisches Produkt und in vielen Ländern kaum erhältlich; wer in anderen Ländern wohnt, kann Braunen Zucker oft online bestellen.

FAQ - Kurzfragen

  • Ist brauner Zucker Rohrzucker? Nicht unbedingt. Braunfärbung kommt durch Melasse oder Karamellisierung; sowohl Rüben- als auch Rohrzucker können braun sein.
  • Warum ist brauner Zucker feuchter? Wegen des höheren Melasse- bzw. Sirupanteils enthält er mehr Feuchtigkeit.
  • Verändert brauner Zucker die Backzeit? Durch die höhere Feuchte und die stärkere Bräunung kann das Ergebnis dunkler und weicher werden; überprüfe daher die Backzeit und Temperatur.

Tabelle: Vergleich weißer Zucker vs. brauner Zucker (Kurzüberblick)

Eigenschaft Weißer Zucker Brauner Zucker
Herkunft Zuckerrübe oder Zuckerrohr, raffiniert Zuckerkristalle + Melasse oder Sirup; Rüben- oder Rohrzucker
Geschmack neutral, reine Süße karamellig, malzig, sirupartig
Feuchte niedrig höher (macht Gebäck weicher)
Kalorien ~400 kcal / 100 g ~400 kcal / 100 g
Verwendung feine Kuchen, Getränke, neutrale Rezepte Lebkuchen, Kekse, Karamell, Coffee-Spezialitäten

Wenn du Lust bekommen hast zu backen, findest du auf Rezeptseiten häufig hunderte Ideen - von Kuchen über Desserts bis zu Brotrezepten. Farinzucker verleiht besonders traditionellen Rezepten wie Weihnachtsgebäck eine charakteristische, würzige Tiefe.

lebkuchen und spekulatius mit braunem zucker

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