Edeka Rezept Linzer Torte: Traditionskuchen neu entdecken
Die Linzer Torte ist ein feiner Kuchen aus Mürbeteig mit Zimt und Nelken sowie reichlich Johannisbeergelee. Ich finde, die Linzer Torte wird zu oft in die Winterzeit gedrängt. Vielleicht liegt das an Gewürzen wie Nelke und Zimt. Denn auch bei uns gibt es den Kuchen meist zur Weihnachtszeit und steht bei Treffen mit alten Freunden oft auf der Kuchentafel. Doch dieses Jahr hab ich es mal gewagt und hab den Kuchen auch im Mai gebacken. Klar hatte das natürlich einen Hintergrund. Ich war bei einer Freundin zur Hochzeit eingeladen und hatte angefragt, ob ich irgendetwas mitbringen kann. Wer mich kennt, der weiß, na logisch bring ich einen Kuchen mit. Da die Hochzeit allerdings nicht in München war, sondern im schönen Rheinland-Pfalz musste etwas her, was a) für 2 Tage nicht unbedingt gekühlt werden muss und b) einen Transport im Auto gut übersteht. Dafür ist die Linzer Torte quasi prädestiniert. Und so hab ich auch im Mai eine Linzer Torte gebacken und hatte dabei überhaupt nicht einen Gedanken an Weihnachten.
Was ist die Linzer Torte?
Per Definition ist Linzer Torte in Österreich ein Kuchen aus einem besonders schweren Mürbeteig mit Gewürzen (Zimt, Nelken, manchmal auch Kardamom, Vanille oder Tonkabohne) und geriebenen Nüssen, der mit einer roten Marmelade bestrichen und anschließend mit einem Gitter aus Mürbeteig dekoriert wird. Gefüllt wird sie mit fruchtiger, roter Marmelade - eine wunderbare Kombination. Typisch für die Linzertorte ist das Gittermuster aus Mürbeteig sowie die rote Marmelade, die mitgebacken wird.
Wusstest du, dass die Linzertorte das älteste Tortenrezept der Welt ist? Im Jahr 2005 tauchte ein Kochbuch der Gräfin Anna Margarita Sagramosa auf, in dem sie das Rezept für den Linzer-Teig erstmals in vier verschiedenen Ausführungen niedergeschrieben hat - und zwar schon im Jahre 1653. Somit ist das Rezept für die Linzer Torte das älteste bekannte Tortenrezept der Welt.
Zutaten im Überblick (für 1 Torte, Springform 26 cm)
- 150 g Butter (Raumtemperatur)
- 125 g Puderzucker (gesiebt) + 1 Pck. Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 125 g gemahlene Haselnüsse (geröstet empfohlen)
- 1 TL Zimt, 1 Msp. Nelken (gemahlen)
- 250 g Weizenmehl Type 405 (oder Dinkelmehl Type 630)
- 1 Ei (Gr. M)
- 250 g Himbeer- oder Johannisbeer-Konfitüre (Ribiselgelee)
- 1 Eigelb zum Bestreichen
- 2 EL Mandelblättchen zur Garnitur
Das Geheimnis des perfekten Geschmacks
Die Linzer Torte ist bekannt dafür, dass sie nach dem Backen eine gewisse „Reifung“ benötigt. Frisch aus dem Ofen schmeckt sie natürlich auch, aber erst nach 1-2 Tagen entfaltet sie ihr volles Aroma. Während dieser Zeit verbinden sich die Aromen von Teig, Gewürzen und Marmelade zu einem harmonischen Geschmackserlebnis. Die Gewürze (Zimt und Nelken) und die Marmelade entfalten ihren Geschmack, während sie in den Teig einziehen. Der Mürbeteig wird durch die Feuchtigkeit der Marmelade weicher und saftiger, ohne dabei matschig zu werden.
4 Geling-Tipps
- Röste die Haselnüsse oder Mandeln, bevor sie im Teig untergemengt werden. Durch das Rösten intensiviert sich der Geschmack.
- Verrühre die Teig-Zutaten nur kurz, bis sie sich gerade so verbunden haben, damit der Mürbeteig nicht zäh wird. Dann muss der Teig noch 1-2 Stunden kühl gestellt werden.
- Nimm hochwertige Marmelade bzw. Konfitüre für dieses Rezept - das schmeckt man einfach!
- Bestreiche das Teig-Gitter vor dem Backen mit verquirltem Eigelb und bestreue den Rand mit Mandelblättchen. Das sieht nicht nur hübsch aus, damit kann man auch kleine Unregelmäßigkeiten kaschieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung (kompakt)
- Die gemahlenen Haselnüsse trocken in der Pfanne rösten, bis sie zu duften beginnen. Abkühlen lassen.
- Eine Springform (26 cm) mit Backpapier auslegen.
- Butter, Puderzucker und Vanillezucker schaumig rühren. Gewürze, Salz und Haselnüsse unterrühren. Ei und Mehl dazugeben und nur kurz unterrühren, bis Brösel entstehen.
- Die Brösel auf die Arbeitsfläche kippen und mit der Hand zur Kugel formen. Flach drücken, in Frischhaltefolie wickeln und für 1 Std. (oder länger) in den Kühlschrank geben.
- Den gekühlten Teig kurz geschmeidig kneten. Gut ein Drittel für das Gitter abnehmen und ausrollen; Größe der Springform markieren und Streifen schneiden. Restlichen Teig ausrollen und die Form damit auslegen, Rand etwas hochziehen.
- Konfitüre in einem kleinen Topf glatt rühren, auf dem Boden verteilen und ca. 1 cm Rand lassen. Teigstreifen rautenförmig zu einem Gitter legen. Übrigen Teig evtl. als Randrolle anbringen.
- Eigelb mit ein paar Tropfen Wasser verquirlen, Gitter damit bestreichen, Rand mit Mandelblättchen bestreuen.
- Kuchen auf der mittleren Schiene bei Umluft 175 °C (Ober-/Unterhitze ca. 190 °C) ca. 35-40 Minuten goldbraun backen. Auskühlen lassen, Springformrand lösen.
- Nicht gleich anschneiden: 1-2 Tage ruhen lassen, dann schmeckt sie am allerbesten.
Varianten: Törtchen, Schnitten, Plätzchen
Die Linzer-Torte-Charakteristik lässt sich in viele Formen bringen: Neben der runden klassischen Torte gibt es Linzer Schnitten, Linzer Törtchen und Linzer Plätzchen.
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- Linzer Törtchen: Teig in 18 Portionen teilen, Muffinförmchen mit Papier auskleiden und jede Portion mit den Händen in die Förmchen drücken, eine Vertiefung formen, mit Fruchtaufstrich füllen. 20 Minuten backen. Alternative: Vom Teig ein Drittel abteilen, kühlen und aus dem restlichen Teig Figuren ausstechen.
- Linzer Schnitten: Teig zu einer 1 cm dicken Platte ausrollen, mit einer Mischung aus Himbeer- und Johannisbeerkonfitüre bestreichen, Deckelstreifen schneiden und nach dem Backen in ca. 4 x 8 cm große Stücke schneiden. Arbeitzeit ca. 30 Minuten, Gesamt ca. 1 Stunde.
- Linzer Plätzchen: Mürbeteig dünn ausrollen, Plätzchen ausstechen, die eine Hälfte mit Loch bestücken, backen, mit Marmelade füllen und mindestens einen Tag in einer Keksdose durchziehen lassen.
Marmeladenwahl und Nuss-Optionen
Im Original greift die Linzer Torte auf Ribiselmarmelade (rote Johannisbeere) zurück. Für unsere Linzer Schnitten verwenden wir hingegen Johannisbeergelee sowie Himbeerkonfitüre und Cranberrys. Himbeerkonfitüre, Pflaumenmus oder Aprikosenmarmelade schmecken ebenfalls gut - achte darauf, dass die Marmelade keine Fruchtstückchen enthält. Mandeln verleihen der Linzertorte ein mildes Nussaroma, während Haselnüsse die Linzer Torte kräftiger und vollmundiger machen. Wer sich nicht entscheiden kann, verwendet eine Mischung aus beiden.
Lagerung, Haltbarkeit und Vorbereitung
Richtig verpackt kannst du Linzer Torte ein paar Tage aufbewahren. Verwende am besten eine Kuchenglocke, so bleibt der Kuchen schön saftig. Früher wurde die Linzer Torte oft für besondere Anlässe gebacken und durfte bis zu einer Woche lagern, was den Geschmack noch intensiver machte. An einem kühlen Ort soll sie sich bis zu 2 Wochen halten. Der fertige Teig sollte erstmal eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen; er kann auch über Nacht oder bis zu fünf Tage lang im Kühlschrank bleiben, bevor die Linzer Törtchen gebacken werden. Im Gefrierfach sollte der Mürbeteig jedoch nur gelagert werden, wenn eine Haltbarkeit über mehrere Wochen gewünscht ist. Denke daran, den Teig rechtzeitig vor der Weiterverarbeitung herauszuholen, damit er wieder elastisch wird.
Warum die Linzer Torte lieben?
- Hält sich an einem kühlen Ort bis zu 2 Wochen lang frisch.
- Wird sogar jeden Tag besser.
- Kann gut vorbereitet werden.
- Auch zum Einfrieren geeignet.
- Schmeckt himmlisch nach Weihnachten - aber eben nicht nur dann.
Kurze Nährwertinfo (ca. pro Torte)
| Portion | Kalorien | Kohlenhydrate | Eiweiß | Fett |
|---|---|---|---|---|
| 1 Torte (ca.) | 4093 kcal | 513 g | 56 g | 210 g |
Das ist ein sehr reichhaltiger Kuchen - geeignet für Feiern, zum Teilen und für besondere Anlässe.
Persönliche Anekdote
Der Lieblingskuchen meines Vaters ist seit jeher eine Linzer Torte. Zwar findet die Torte ihren Ursprung in Österreich, hat aber mit der Stadt Linz nichts zu tun. Die Masse ist so simpel wie gut - Marmelade ist hier das Stichwort. Am besten wird der Kuchen bereits ein paar Tage vor dem Verzehr gebacken. Mir hat sie am allerbesten nach 3 Tagen geschmeckt - und dann war nix mehr da! Das Rezept meiner Mutter enthält nicht nur Nelken und Zimt im Teig, sondern auch etwas abgeriebene Zitronenschale und - für den besonderen Clou - 1 Esslöffel Kirschwasser. Das Kirschwasser sorgt dafür, dass der Teig auch nach ein paar Tagen noch schön saftig.
Probier das Rezept gerne aus: Ob klassisch als runde Torte, in Schnitten, als Törtchen oder Plätzchen - die Linzer Torte passt zu vielen Anlässen und bleibt ein echter Klassiker.
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