Dürfen Meerschweinchen Honig essen? Eine umfassende Ernährungsberatung

Die Ernährung von Meerschweinchen ist ein entscheidender Faktor für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Als reine Pflanzenfresser benötigen sie eine ausgewogene Ernährung, die ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. In diesem Artikel werden wir die Frage beantworten, ob Meerschweinchen Honig essen dürfen, und einen umfassenden Überblick über geeignete und ungeeignete Futtermittel geben.

Grundlagen der Meerschweinchen-Ernährung

Meerschweinchen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, Nahrung zu suchen und zu fressen. Daher sollte ihnen fortwährend Futter zur Verfügung stehen. Als Pflanzenfresser ernähren sie sich hauptsächlich von Grünzeug wie Heu, Wiesengräsern und Kräutern. Gemüse und Obst bereichern das Nahrungsangebot.

Wichtige Aspekte der Meerschweinchen-Ernährung

  • Vitamin C: Meerschweinchen können Vitamin C nicht selbst im Körper bilden und müssen es täglich über die Nahrung aufnehmen. Ein Mangel kann zu Skorbut führen.
  • Faserreiche Nahrung: Für eine gesunde Verdauung und den Zahnabrieb benötigen Meerschweinchen ausreichend Futter mit hohem Faseranteil.
  • Caecotrophe: Meerschweinchen fressen eine spezielle Art ihres Kots, den sogenannten Blinddarmkot, der wichtige Vitamine (B und K) enthält.

Grundnahrungsmittel für Meerschweinchen

  • Heu: Sollte immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Wiesen-Lieschgras, Wiesen-Knäuelgras und Grünhafer-Heu sind gut geeignet. Luzerne kann in geringeren Mengen verfüttert werden.
  • Frische Gräser und Kräuter: Machen etwa siebzig Prozent des Frischfutters aus. Vorsicht bei gemähtem Gras, da es Blähungen auslösen kann.
  • Gemüse: Eine wichtige Quelle für Vitamine und Mineralstoffe.
  • Obst: Sollte aufgrund des hohen Fruchtzuckeranteils nur als Leckerei in kleinen Mengen angeboten werden.
  • Äste und Zweige: Bieten eine sinnvolle Beschäftigung und enthalten Mineralstoffe. Besonders beliebt sind Apfel-, Haselnuss- und Birnenbäume sowie Weiden, Johannisbeer- und Heidelbeerbüsche.

Dürfen Meerschweinchen Honig essen?

Nein, Meerschweinchen sollten keinen Honig essen. Honig enthält einen hohen Zuckeranteil und ist somit ungeeignet für die Ernährung von Meerschweinchen. Eine zuckerreiche Ernährung kann zu Übergewicht, Verdauungsproblemen und anderen gesundheitlichen Problemen führen.

Warum Honig schädlich für Meerschweinchen ist

  • Hoher Zuckergehalt: Honig besteht hauptsächlich aus Zucker, der bei Meerschweinchen zu Übergewicht und Diabetes führen kann.
  • Verdauungsprobleme: Der hohe Zuckergehalt kann die Darmflora der Meerschweinchen stören und Verdauungsprobleme verursachen.
  • Karies: Zuckerhaltige Lebensmittel können bei Meerschweinchen Karies verursachen, was zu Zahnschmerzen und Fressunlust führen kann.

Geeignete Obstsorten für Meerschweinchen (in kleinen Mengen)

Obwohl Obst nur in geringen Mengen verfüttert werden sollte, kann es eine willkommene Abwechslung im Speiseplan der Meerschweinchen darstellen. Hier ist eine Übersicht über geeignete Obstsorten:

  • Äpfel: Wirken sich positiv auf die Verdauung aus und sind gut verträglich. Apfelpektin, das entsteht, wenn man geriebenen Apfel 10 Minuten stehen lässt, wirkt als Präbiotikum und reguliert die Verdauung.
  • Birnen: Ein gutes Futterobst.
  • Erdbeeren: Werden meistens in geringen Mengen verzehrt. Die ganze Pflanze (mit Blättern, Früchten, Blüten) kann bedenkenlos angeboten werden.
  • Heidelbeeren: Werden in kleinen Mengen vertragen und meistens auch nur in geringen Mengen verzehrt.
  • Himbeeren: Werden meistens in kleinen Mengen verzehrt und können gerne ab und zu angeboten werden.
  • Johannisbeeren: Werden kaum gefressen, sind aber als Futtermittel möglich. Auch die Blätter und der Rest der Pflanze kann problemlos verfüttert werden.
  • Kirschen: Können in kleinen Mengen eine schöne Bereicherung der Ernährung darstellen. Die Kerne sind prinzipiell ungefährlich, da sie viel zu hart sind, um geknackt zu werden.
  • Kiwi: Ist in kleineren Mengen gut verträglich und ein beliebtes Obst. Ihr wird nachgesagt (unbewiesen), dass sie Haarballenbildung vermindert bzw. auflöst.
  • Mango: (ohne Schale und Kerne) Wird sehr gut vertragen und sehr gerne gefressen. Auch bei größeren Mengen ist kein Durchfall zu beobachten.
  • Mirabellen: Gut verträglich. Die Kerne sind prinzipiell ungefährlich, da sie viel zu hart sind, um geknackt zu werden.
  • Nektarinen: Verträglich. Die Kerne sind prinzipiell ungefährlich, da sie viel zu hart sind, um geknackt zu werden.
  • Pfirsich: Gut verträglich. Die Kerne können vor Verzehr vorsichtshalber entfernt werden, da sie teilweise größere Mengen Blausäure enthalten.
  • Pflaumen: Verträglich, allerdings in großen Mengen zu säurereich. Die Kerne sind prinzipiell ungefährlich, da sie viel zu hart sind, um geknackt zu werden.
  • Quitte: Gut verträglich, wird nur in kleineren Mengen gefressen.
  • Sauerkirschen: Sind gut in kleineren Mengen zu verfüttern.
  • Süßkirschen: Können verfüttert werden. Die Kerne sind prinzipiell ungefährlich, da sie viel zu hart sind, um geknackt zu werden.
  • Tomaten: Sind zur Fütterung geeignet.
  • Weintrauben: Sind sehr gut zur Verfütterung geeignet. Auch die (ungespritzte) Pflanze darf angeboten werden.
  • Zwetschgen: Verträglich und gerne genommen. Die Kerne sind prinzipiell ungefährlich, da sie viel zu hart sind, um geknackt zu werden.

Obstsorten, die nur selten oder in sehr kleinen Mengen verfüttert werden sollten:

  • Ananas: Ist extrem fruchtsäurehaltig und sollte daher nur in kleineren Mengen angeboten werden, um Schleimhaut-Reizungen zu vermeiden.
  • Apfelsinen: Sollten aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes nur selten in kleinen Mengen gereicht werden.
  • Bananen: Sind extrem stärke- und zuckerreich und sollten daher selten eher in geringen Mengen angeboten werden.
  • Blaubeeren: In kleinen Mengen verträglich.
  • Brombeeren: Werden eher in kleinen Mengen gefressen.
  • Clementinen: Sollten aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes eher selten in kleinen Mengen gereicht werden.
  • Cranberries: Als Futter geeignet.
  • Datteln: Sind sehr zuckerhaltig. In kleinen Mengen sind frische Datteln verträglich.
  • Drachenfrüchte: Werden bei Ad-libitum-Ernährung oft verschmäht, sind aber in kleinen Mengen als Futter möglich.
  • Feigen: Kleine Mengen.
  • Granatapfel: Der Granatapfel kann gelegentlich in kleinen Mengen verfüttert werden.
  • Grapefruit: Sollten aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes eher selten in kleinen Mengen gereicht werden.
  • Guaven: Dürfen an Meerschweinchen mit Schale gefüttert werden.
  • Hagebutten: Sind gut verträglich und können auch getrocknet (im Winter) verfüttert werden.
  • Kakiskis: Sind in kleinen Mengen möglich, werden aber meistens verschmäht.
  • Kaktusfeige: Sie wird in kleineren Mengen gefressen.
  • Kokosnuss: In kleineren Mengen ist eine Fütterung möglich.
  • Kumquat: In kleinen Mengen darf sie gelegentlich verfüttert werden, sie enthält jedoch recht viel Fruchtsäure.
  • Limetten: Sollten aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes selten in kleinen Mengen gereicht werden.
  • Mandarinen: Sollten aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes selten in kleinen Mengen gereicht werden.
  • Maracuja: In kleinen Mengen darf Maracuja gegeben werden.
  • Maulbeere: Eher unbeliebt, in Kleinstmengen aber ok.
  • Orangen: Sollten aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes selten in kleinen Mengen gereicht werden.
  • Papaya: In geringen Mengen verträglich.
  • Pampelmuse: Sollten aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes selten in kleinen Mengen gereicht werden.
  • Pamelo: Sie sollten aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes eher selten in kleinen Mengen gereicht werden.
  • Passionsfrucht: In kleinen Mengen zur Verfütterung geeignet.
  • Physalis: Physalis wird gerne gefressen und kann in kleinen Mengen gegeben werden.
  • Preiselbeere: In kleinen Mengen dürfen sie gegeben werden.
  • Rhabarber: In kleineren Mengen bei einer guten Mischung an Futterpflanzen ist er allerdings problemlos (Achtung hoher Oxalsäuregehalt!).
  • Sanddornbeere: Sanddornbeeren können verfüttert werden.
  • Schlehen: Werden im reifen Zustand (nach dem ersten Frost oder Schock im Gefrierschrank) gerne in kleineren Mengen gefressen. Die Kerne sind prinzipiell ungefährlich, da sie viel zu hart sind um geknackt zu werden.
  • Stachelbeere: Stachelbeeren können ab und an angeboten werden.
  • Wassermelonen: Sind ein erfrischendes Sommer-Futter an heißen Tagen. Sie können gut verfüttert werden.
  • Weißdorn: In getrockneter und frischer Form wird er in kleineren Mengen gefressen.
  • Zitronen: Sollten aufgrund des hohen Fruchtsäuregehaltes selten in kleinen Mengen gereicht werden.
  • Zuckermelonen: Sind stark zuckerhaltig und ein erfrischendes Sommer-Futter an heißen Tagen. Sie können gut verfüttert werden.

Unggeeignete Obstsorten

  • Holunderbeeren: Sind giftig.

Tipps zur Fütterung von Obst

  • Eigene Futterschüssel: Verwenden Sie eine separate Futterschüssel für Frischfutter, um eine Vermischung mit Trockenfutter zu vermeiden.
  • Kleine Mengen: Bieten Sie Ihren Meerschweinchen täglich nur ein kleines Stück Obst an (etwa die Größe eines Zwei-Euro-Stücks).
  • Frisch oder getrocknet: Getrocknetes Obst ist eine gute Alternative, sollte aber aufgrund des höheren Zuckergehalts in noch geringeren Mengen verfüttert werden.
  • Futterspielzeuge: Bieten Sie das Obst in Form von Futterspielzeugen an, um die Tiere zu beschäftigen und Langeweile zu vertreiben.

Weitere wichtige Aspekte der Meerschweinchen-Ernährung

Was Meerschweinchen nicht fressen dürfen

  • Gekochte Nahrung: Ist für Meerschweinchen tabu.
  • Menschliches "Junk Food": Ist ebenfalls nicht geeignet.
  • Knabberstangen, Kräcker, Ringe und ähnliche Leckerli: Enthalten meist Zucker, Honig, Getreide und Mais und sind daher ungesund.
  • Altes Brot: Ist schwer verdaulich und kann Schimmelsporen enthalten.
  • Zwiebelgewächse: Sind ungeeignet.

Frisches Wasser

Meerschweinchen müssen ständig frisches Wasser zur Verfügung haben. Am besten bietet man es in Trinkflaschen an, um Verunreinigungen zu vermeiden.

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Beobachtung der Fressgewohnheiten

Behalten Sie im Auge, wie viel Ihre Meerschweinchen essen und trinken. Achten Sie auch auf die Art und Menge der Ausscheidungen. Passen Sie die Futtermengen an, um Unter- oder Übergewicht zu verhindern.

Futterumstellung

Wenn Sie Meerschweinchen auf ein neues Futter umstellen möchten, gehen Sie langsam vor, um Magen- und Darmprobleme zu vermeiden.

Giftige Pflanzen

Achten Sie darauf, dass Ihre Meerschweinchen keine giftigen Pflanzen fressen. Einige giftige Pflanzen sind:

  • Adlerfarnkraut
  • Bingelkraut
  • Buchweizen
  • Eisenhut
  • Fingerhut
  • Gartenschierling
  • Goldregen
  • Hahnenfuß
  • Herbstzeitlose
  • Kartoffel (Samen, Kraut, Keimlinge)
  • Klatschmohn (grüne Stengel und Samen)
  • Kornrade (Samen)
  • Lupine, gelb (Samen, Stroh)
  • Schachtelhalm
  • Schöllkraut (Wurzel, Frucht)
  • Senfartige
  • Taxus (Eibe)
  • Wolfsmilchgewächse

Auch viele Zimmerpflanzen sind giftig für Kaninchen.

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