Dubai-Schokolade Hype: Hintergründe und lustige Fakten

Die sogenannte Dubai-Schokolade erlebt gerade einen Hype in den sozialen Medien. Gefühlt lieben alle die mit Engelshaar, Pistaziencreme und Sesampaste gefüllte Vollmilchschokolade. Schokoladig braun, aber auch grün wie eine Pistazie. Sie ist knusprig, aber auch cremig.

Wie kam es zu dem Hype?

Die Food- und ASMR-Influencerin Maria Vehera entdeckte die Dubai-Schokolade für sich, aß sie in einem Video und trat damit einen riesigen Hype los. Auf dem deutschen Markt machte aber nicht Maria Vehera die Dubai Schokolade bekannt, sondern die Food-Influencerin Kiki Aweimer. Kiki Aweimer, besser bekannt unter ihrem Account-Namen „Kiki’s Kitchen“ ist mittlerweile zu so etwas wie der Botschafterin der Dubai-Schokolade hierzulande geworden. Sie brachte die Dubai-Schokolade im April 2024 nach Deutschland. Die Schokolade war so beliebt, dass sie kurzerhand einen Online-Shop zum Vertrieb der Süßigkeiten eröffnete. Die erste Lieferung war in kürzester Zeit ausverkauft - teilweise innerhalb weniger Minuten nach dem Verkaufsstart.

Die Plattform machte die Schokolade berühmt. Influencer schwärmen von ihr, essen sie genüsslich oder machen sie selbst. „Can’t Get Knafeh of It“ wurde 2021 von Sarah Hamouda, der Gründerin von Fix Dessert Chocolatier, in Dubai entwickelt. Die 2021 von Sarah Hamouda erfundene Dubai-Schokolade kombiniert hochwertige Zutaten wie Vollmilchschokolade, Pistaziencreme, Tahini und feine Teigfäden.

Influencer essen Dubai-Schokolade

Was ist ASMR und welche Rolle spielt es?

Was ist ASMR? ASMR steht für „Autonomous Sensory Meridian Response“ bzw. autonome sensorische Meridianreaktion und ist sowohl eine psychologische als auch eine körperliche Erfahrung. Sie umfasst das Gefühl von Ruhe, Glück und Schläfrigkeit sowie ein Kribbelgefühl auf der Kopfhaut, im Nacken und an der Wirbelsäule. Und das entsteht bei vielen Menschen, wenn sie bestimmte Geräusche hören, zum Beispiel, wenn jemand kaut oder in ein Mikrofon flüstert. Nichts für Menschen mit Misophonie.

Welche Werbeprinzipien stecken hinter dem Hype?

Der Hype um die Dubai-Schokolade bedient sich einem einfachen Marketing-Prinzip: FOMO - Fear of Missing Out (dt. die Angst, etwas zu verpassen). Das FOMO-Prinzip ist - wie du Dubai-Schokolade - eigentlich nichts Neues, wurde aber durch Social Media in der vergangenen Zeit immer präsenter. Der Marketingstratege Dan Hermann erkannte 1996, dass die Angst, etwas zu verpassen, ein starker psychologischer Hebel ist, der Menschen dazu verleitet Kaufentscheidungen zu treffen. Wenn ein Produkt schwer zu bekommen ist, wollen es plötzlich alle haben. Der limitierte Zugang erzeugt Begehrlichkeit und Dringlichkeit. Ein Beispiel sind zeitlich begrenzte Angebote, die Kund*innen dazu animieren, schnell zu handeln, um eine vermeintlich exklusive Gelegenheit nicht zu verpassen. Bei der Dubai-Schokolade greift genau dieses Prinzip.

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Herdenmentalität: Menschen neigen dazu, das Verhalten anderer nachzuahmen, besonders in unsicheren oder unübersichtlichen Situationen. Wenn ein Produkt als „Must-have“ wahrgenommen wird, springen viele auf den Zug auf, um Teil der Gruppe zu sein oder soziale Anerkennung zu erhalten. Knappheitseffekt: Limitierte Auflagen oder künstliche Verknappung erhöhen den wahrgenommenen Wert eines Produkts. Konsument:innen schätzen ein Produkt umso mehr, je schwerer es zu bekommen ist.

Heuristiken und kognitive Verzerrungen: Viele Menschen setzen einen hohen Preis automatisch mit Qualität oder Exklusivität gleich, auch wenn das Produkt objektiv betrachtet überteuert ist. Positive Rückkopplung: Steigende Preise ziehen mehr Käufer an, was die Preise weiter nach oben treibt. Informationsasymmetrie: Viele Konsument:innen sehen nur die hohe Nachfrage und die steigenden Preise, nicht aber den tatsächlichen Wert des Produkts. Platzen der Blase: Irgendwann flaut der Hype ab. Wenn klar wird, dass die Nachfrage nicht mehr aufrechterhalten werden kann, sinken die Preise abrupt. Die Erkenntnis, zu viel bezahlt zu haben, lässt den Markt kollabieren.

Grafik: FOMO und Knappheitseffekt

Was macht die Dubai-Schokolade als Produkt aus?

Das Produkt ist an sich nicht neu. Schon seit Jahren gibt es in den Vereinigten Arabischen Emiraten diese Art von Schokolade. Dubai-Schokolade ist Schokolade, die mit Pistaziencreme und Kadaifi gefüllt ist. Als Schokolade wird meist Vollmilchschokolade verwendet, alternativ Bitterschokolade. Die Füllung besteht aus geröstetem und gehacktem Kadaifi („Engelshaar“), gehackten Pistazien bzw. der sogenannten Dubai-Schokolade.

Die Schokolade des Originals wird vom Schweizer Hersteller Max Felchlin AG produziert. Das Original ist nur in Dubai erhältlich, es gibt in Deutschland teure Imitate. Die Schokolade des Originals wird vom Schweizer Hersteller Max Felchlin AG produziert.[17] Die Füllung besteht aus geröstetem und gehacktem Kadaifi („Engelshaar“), gehackten Pistazien bzw.

Konsistenz und Geschmack

Für Eberhard Schell, Maître Chocolatier aus Gundelsheim, ist es die Konsistenz. "Wenn man es gut macht, ist es lecker. Durch das Engelshaar hat die Schokolade einen schönen crunchigen Effekt. Doch der Hype hat auch seine Folgen. Von der Sesampaste bis hin zum Engelshaar sei fast alles ausverkauft, so Schell. Die Nachfrage bestimmt den Markt und so ist es auch hier. Dementsprechend sind die Kosten hochgegangen.

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Querschnitt der Dubai-Schokolade: Schokolade, Pistaziencreme, Engelshaar

Preis, Verfügbarkeit und Reaktionen des Marktes

Häufig kostet eine Tafel Dubai-Schokolade zwischen 8 und 15 Euro. Knuspern für 15 Euro? Was hinter dem Food-Hype um die Dubai-Schokolade steckt. Wer zahlt 14,99 Euro für eine Tafel Schokolade? Laut Maître Chocolatier Eberhard Schell sei die Herstellung der Schokolade recht aufwändig. Um zu überprüfen, ob der Preis für eine Tafel Dubai-Schokolade gerechtfertigt ist, empfiehlt Schell einen Blick auf die Zutatenliste.

Die Schokolade war so beliebt, dass nahezu alle Schokoladen-Hersteller auf den Trend aufgesprungen sind und ihre eigene Version der Dubai-Schokolade herstellen. Längst sind nahezu alle Schokoladen-Hersteller auf den Trend aufgesprungen und stellen ihre eigene Version der Dubai-Schokolade her. Mittlerweile haben auch große Marken wie Lindt eine eigene Variante der Dubai-Schokolade herausgebracht. Nur 1.000 hat das Unternehmen Lindt bundesweit produziert, 100 davon werden am Freitag in Stuttgart verkauft.

Die Beliebtheit der Süßigkeit hat zudem zu einer verstärkten Nachfrage nach Pistazienprodukten geführt. In Europa wurden mehr als 30 ähnliche Markenanmeldungen für Schokolade registriert. Laut dem Deutschen Patent- und Markenamt gab es in Deutschland zum Stand 4. Dezember 2024 insgesamt 19 aktive Markenanmeldungen, die den Begriff „Dubai“ im Zusammenhang mit Süßwaren umfassen.

Qualitätsprobleme, Lebensmittelsicherheit und rechtliche Fragen

Der hohe Preis ist für viele Menschen nur ein Grund zur Kritik. Ein weiterer ist die Qualität. So berichten Verbraucher*innen davon, dass viele der Schokoladen stark überzuckert sind und kaum echte Pistazien enthalten. In Dezember 2024 mahnte ein Importeur andere Hersteller ab, da deren Dubai-Schokolade nicht in Dubai produziert wird. Trotz der Abmahnungen vertreiben zahlreiche Hersteller weiter unter der Bezeichnung Dubai-Schokolade. Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie ist der Meinung, dass als „Dubai-Schokolade“ bezeichnete Schokoladenerzeugnisse auf der ganzen Welt hergestellt werden dürfen.

In Dezember 2024 führte die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg eine Untersuchung von acht Proben „Dubai-Schokolade“ durch: Fünf Proben waren unterschiedliche Chargen eines Herstellers aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), drei stammten von verschiedenen Produzenten aus der Türkei. Dabei wurde der Einsatz von Palmöl anstelle von Kakaobutter in den VAE-Proben beanstandet, was eine Verbrauchertäuschung darstellt, da das Produkt nicht den rechtlichen Anforderungen für Schokolade entspricht. Zudem enthielten die VAE-Proben herstellungsbedingte Verunreinigungen, was ihre Eignung für den menschlichen Verzehr in Frage stellt. In den Proben aus der Türkei wurde nicht deklarierter Sesam nachgewiesen, was für Personen mit Sesamallergie ein Gesundheitsrisiko darstellt. Fast alle untersuchten Proben enthielten zudem künstliche Farbstoffe, die einen höheren Anteil an hochwertigen Zutaten vortäuschten.

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Labortest: Qualitätskontrolle von Dubai-Schokolade

Ist der Hype vorbei?

Der Hype um die Süßigkeit ist auch 2025 noch nicht vorbei. Allerdings gibt es auch Anzeichen für eine gewisse Hype-Müdigkeit. Einige Verbraucher*innen hinterfragen den anhaltenden Trend, insbesondere angesichts der hohen Preise und der zunehmenden Verfügbarkeit in Discountern. Platzen der Blase: Irgendwann flaut der Hype ab. Wenn klar wird, dass die Nachfrage nicht mehr aufrechterhalten werden kann, sinken die Preise abrupt. Die Erkenntnis, zu viel bezahlt zu haben, lässt den Markt kollabieren.

Warum ist gerade jetzt bezahlbarer Luxus so gefragt? In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit suchen Menschen nach kleinen Freuden, die ihnen ein Gefühl von Exklusivität und Luxus vermitteln. Dieses Phänomen, oft als „Lippenstift-Effekt“ bezeichnet, zeigt sich besonders bei Produkten wie Kosmetik, Lebensmitteln oder Getränken.

Reportage über den Dubai-Schokolade-Hype

Lustige Fakten und Nebenerscheinungen

  • Die Beliebtheit führte zu Engpässen: Von der Sesampaste bis hin zum Engelshaar sei fast alles ausverkauft.
  • Die Schokolade wurde zum Social-Status-Accessoire inszeniert: Gerade Influencer*innen mit Fokus auf Food, Lifestyle und Beauty inszenieren die Schokolade wie ein edles Accessoire.
  • In Deutschland öffneten Pop-up-Shops, und vor Verkaufsstarts bildeten sich Schlangen, ähnlich wie bei Zimtschnecken-Läden.
  • Es gibt Imitate und teils sehr teure Varianten: In Deutschland gibt es teure Nachahmungen, und Lindt produzierte eine streng limitierte Kleinserie.
  • Markenrechtliche Streitigkeiten: Hersteller wurden abgemahnt, weil ihre Produkte nicht in Dubai hergestellt wurden.
  • Die Nachfrage führte zu neuen Produktideen: Hersteller und Eishersteller brachten Dubai-Schokolade-Varianten auf den Markt.

Selbermachen: Eine Alternative

Wer den Hype nachvollziehen möchte, muss nicht unbedingt tief in die Tasche greifen. Wie wäre es, Dubai-Schokolade einfach selbst herzustellen? Gemeinsam mit Freund:innen wird daraus ein unterhaltsames Projekt. Die Kosten können aufgeteilt werden, und ihr könnt eure eigene, einzigartige Schokolade kreieren.

Zutat Rolle
Vollmilchschokolade Außenhülle, süßer Schmelz
Pistaziencreme Kern, grüne Farbe, Aroma
Kadaifi / Engelshaar Knuspriger Crunch
Tahini / Sesampaste Zusätzliche nussige Tiefe

Praktischer Tipp

Um zu prüfen, ob eine kaufenwertige Tafel ihren Preis rechtfertigt, empfiehlt Maître Chocolatier Eberhard Schell einen Blick auf die Zutatenliste. Wer es gut machen will, sollte auf echten Pistazienanteil, echte Kakaobutter und sauberes Engelshaar achten.

DIY: Zutaten für selbstgemachte Dubai-Schokolade

Wer den Hype verfolgen will, kann Podcasts hören: Marketing-GeschichteN ist ein Podcast, in dem ich (Nadine) die Geschichte hinter einflussreichen Kampagnen erzähle, die unser tägliches Leben beeinflussen. Mehr Infos dazu, findest du in der Folge von Too Many Tabs.

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