Die Torte ist weg! — Kamishibai-geeignetes Guck- und Suchbilderbuch ohne Worte

Ein Guck- und Suchbilderbuch ohne Worte, dafür voller Anregungen zum Hinschauen und Kombinieren, voller witziger Ideen und Aha-Effekte! Kinder werden dieses Buch lieben! Sie können darin nämlich nicht nur einer Torte nachjagen, die vor Herrn und Frau Hunds Augen geklaut wurde, sondern auch herausfinden, warum das Hasenkind ständig plärrt oder wieso das Chamäleon einen roten Hintern hat.

Cover und erste Doppelseite: Frau Hund, Herr Hund und die gestohlene Torte

Inhaltliche Übersicht und erzählerisches Prinzip

Beinahe eine sonntägliche Idylle: Frau Hund schaut zufrieden aus dem Fenster und Herr Hund fegt gerade noch emsig den Hof, bevor beide sich an den Tisch am Wasserrand setzen, um genüsslich ein Stück Torte zu essen. Aber der Schein trügt. Im nahe gelegenen Wald lauern bereits zwei dunkle Gestalten, die es auf die Torte abgesehen haben. Und schon beginnt eine spannende Verfolgungsjagd, die ganz ohne Text auskommt. Kann denn die Torte noch gerettet werden?

Ganz ohne Worte erzählt der in Indonesien geborene und in den Niederlanden lebende Illustrator Thé Tjong-Khing parallel zahlreiche, in sich geschlossene Geschichten, die sich mit allerlei Turbulenzen im Wald abspielen. Mit Feder und Aquarellfarbe zeigt er, wie Zufälle die Tiere zusammenführen und wie sich bei aller Dramatik alles zum Guten wendet. Bei diesem textlosen Bilderbuch übernehmen die klug komponierten Illustrationen die erzählerische Funktion, wobei es Thé Tjong-Khing auf faszinierende Weise gelingt, in seinen traditionellen Illustrationsstil Elemente modernen Bild-Erzählens zu integrieren.

Die Haupthandlung: die Tortenverfolgung

Entsetzt schreit Frau Hund auf, als sie die beiden Kuchenräuber-Ratten auf ihre Torte zustürzen sieht und Herr Hund kann nur noch tatenlos zusehen. Herr Hund, ganz menschlich mit Harke, und Frau Hund, mit Schlappen und Handtäschchen, heften sich zähnefletschend an die Fersen der Tortendiebe. Auf ihrer Verfolgungsjagd verlieren sie Harke und Schlappen, die den ausgelassenen Affen als Spielzeug dienen. Nur die Ratten, die bisher keine Ruhe hatten ihre Beute anzurühren, nutzen dieses Unglück und nehmen einen großen Bissen aus der Torte. Letztendlich werden die Ratten überwältigt. Unter den ärgerlichen Blicken der gefesselten Tortendiebe bekommen alle am Ende ein Stück Torte ab.

Sequenz: Die Ratten stehlen die Torte und werden später überwältigt

Nebenhandlungen: viele ineinander verwobene Episoden

Am oberen Seitenrand pflückt fast unsichtbar ein Chamäleon Blumen und die Ente animiert ihre Küken zum Schwimmen, während eines unbemerkt auf Abwegen ist. Nach dem Umblättern eröffnen sich unzählige weitere Geschichten. Wir lernen die Familie Schwein kennen, die im Geschichtsverlauf ein tragisches Erlebnis haben wird. Ein plärrendes Hasenkind, fußballkickende Frösche und verrücktspielende Affen. Frau Katze wird der stattliche Hut geklaut, die kickenden Frösche verärgern den Kater und Klein Schwein ist verschwunden.

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Während Frau Katze, sich die Nase haltend, ihrem Hut hinterher eilt, holt sich das Chamäleon einen roten Popo, weil es auf einer frisch gestrichenen Bank ausgeruht hat. Immer bergiger wird das Gelände. Entsetzt müssen die Eltern Schwein mit ansehen, wie ihr Kind in schwindelnde Höhen klettert. Plötzlich halten alle erschrocken inne: Das Schweinekind stürzt von einem Felsvorsprung in die Tiefe. Nur die Ratten, die bisher keine Ruhe hatten ihre Beute anzurühren, nutzen dieses Unglück und nehmen einen großen Bissen aus der Torte. Letztendlich wird das kleine Schweinchen vom Storch aufgefangen, die Affen zanken sich um die erbeuteten Stücke, das Chamäleon trifft seine Angebetete und beim Anblick der Kätzin ist der Kater so verzückt, dass er den ganzen Ärger um den Fußball schlagartig vergisst. Das Hasenkind ist glücklich, weil es sein Schmusetier in den Armen hält.

Detailseite: Chamäleon mit rotem Hinterteil und das Schweinekind in großer Höhe

Illustration, Stilmittel und Wirkung

Auf großflächigen Hintergründen schafft er Figuren mit hohem Wiedererkennungswert. Mit Hilfe ausgefallener Accessoires gelingt es ihm sehr gut, ihnen eine charakteristische und beinahe menschliche Note zu verleihen. Er bettet seine Geschichte in gewaltige Landschaften ein, wobei sich der letzte zu nehmende Hügel sogar als friedlicher Dinosaurier entpuppt. Diese Landschaften werden durchzogen von Wegen auf welchen wiederum die Charaktere in "Umblätterrichtung" ihrem Ziel zustreben, um dann alle gemeinsam auf einem großen Platz zu feiern.

Mit Feder und Aquarellfarbe zeigt er, wie Zufälle die Tiere zusammenführen und wie sich bei aller Dramatik alles zum Guten wendet. So erreicht der Illustrator Tjong-Khing mit zeichnerischen Mitteln kurzweilige Unterhaltung für Klein und Groß. Die Betrachtenden dieses außergewöhnlich verspielt-detailreich ausgestatteten Bilderbuchs können auf verschiedensten Erzählebenen die wilde Hatz atemlos über die Seiten mitverfolgen.

Großes Panorama: Wege, Hügel und der friedliche „Dinosaurier“-Hügel

Pädagogische Aspekte und Einsatzmöglichkeiten (z. B. Kamishibai)

Hier ist ein Buch gelungen, das bestens zur frühen Sprachförderung geeignet ist, denn selten sonst werden Kinder auf so vergnügliche Weise zum genauen Hinsehen und Formulieren animiert. Bereits für die Altergruppe ab zwei Jahren (Verlagsempfehlung 4 Jahre!) ist das Buch sehr zu empfehlen, da es sprachfördernd ist und auf witzige Art und Weise immer neue Geschichten beobachten lässt. Für etwas ältere Kinder ist es aber ebenso geeignet. Das Auftauchen der unterschiedlichsten Charaktere und die Verstrickung in die individuellen Geschehnissen lässt sie, kleinen Detektiven gleich, ermitteln, was sich genau begeben hat.

Das Kamishibai zieht Kinder sofort in seinen Bann. Doch woher kommt der Holzkasten mit dem ungewöhnlichen Namen? Und was macht die Faszination am Erzählen aus? Man kann dieses im Moritz Verlag erschienene Bilderbuch auf unterschiedlichste Weise "lesen". Entweder man verfolgt Seite für Seite die Entwicklung aller Geschichten oder man lässt sich treiben und versucht herauszufinden, warum Dinge so eingetreten sind. In der Regel wird man beides tun, was letztendlich auch den Reiz ausmacht. Denn jedes noch so kleine Detail kann wichtig sein.

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Vorleseimpuls: Kamishibai-Einsatz mit „Die Torte ist weg!“

Funktion als Suchbilderbuch und Übungen

Ein kurzweiliges Buch, das Kinder animieren kann, ganz genau hinzuschauen und auch eigenständig länger in der Geschichte zu versinken. Die Betrachtenden ertappen sich immer wieder dabei, dass man einige Seiten zurückblättert, um z.B. herauszufinden, woher die roten Flecke auf den Felsen kommen. Und wenn man denkt, man hätte alles entdeckt, findet man sicher doch noch ein Detail, das wieder neugierig macht. Vor allem, weil man in der Mitte des Buches plötzlich etwas entdeckt, was man glaubt, noch nie gesehen zu haben und es dann beim Zurückblättern doch auf jeder Seite wieder findet. Oder Dinge, die sich erst auf der allerletzten Seite klären, wie z.B. wem die mysteriöse weiße Feder gehört…

Auszeichnungen und Empfehlungen

Insgesamt ist "Die Torte ist weg" sehr zu empfehlen und es ist kein Wunder, dass es bereits mehrfach ausgezeichnet wurde - wie zum Beispiel mit dem holländischen Woutertje Pieterse Prijs 2005 oder dem silbernen Griffel. Fazit: Das detektivische Verfolgen der einzelnen Figuren in ihren individuellen, gut strukturierten Geschichten macht dieses ausgefallene Buch einzigartig und spannend. Es schult das Auge, ist sprachfördernd und ist absolut unterhaltsam - und das für beinahe jede Altersgruppe.

Praktische Hinweise

Inhalt: 1 Stück. Versandkosten: Lieferung nach Deutschland: 6,98 EUR (inkl. Verpackungspauschale). Ab einem Warenbestellwert von 300 EUR fällt nur noch die Verpackungspauschale in Höhe von 2,49 EUR an. Mindestbestellwert: 29,99 EUR. Altersempfehlung ab 2 Jahre. Art.-ID 20591.

Aspekt Beschreibung
Format Textloses Guck- und Suchbilderbuch, reich illustrierte Doppelseiten
Zielgruppe Ab 2 Jahren (Verlagsempfehlung 4 Jahre)
Pädagogischer Nutzen Sprachförderung, Beobachtungsfähigkeit, Erzählkompetenz, Detektivische Spurensuche
Illustration Thé Tjong-Khing: Feder und Aquarell, traditioneller Stil + modernes Bilderzählen
Besonderheiten Viele ineinander verwobene Handlungsstränge, Wiedererkennungsdetails, spielerischer Erzählaufbau

Beim Betrachtenden entstehen immer neue Fragestellungen: Wem gehört die Feder? Warum hat das Chamäleon einen roten Hintern? Wo ist Klein Schwein? Diese Fragen machen das Buch ideal für gemeinsames Erzählen, freies Fantasieren und gezielte pädagogische Einsätze wie Kamishibai-Vorführungen oder Sprachförderangebote.

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