Kreis Croissant Paris: Ursprung und aktuelle Trends

Das Croissant ist weit mehr als nur ein Frühstücksgebäck - es ist ein Symbol für französische Kultur, Handwerkskunst und Genuss. Wenn man an Frankreich denkt, kommen einem sofort gemütliche Straßencafés in den Sinn, in denen der Duft von frisch gebackenen Croissants die Luft erfüllt. Doch die Geschichte des Croissants reicht weit zurück und hat ihren Ursprung tatsächlich nicht in Frankreich, sondern in einem anderen europäischen Land.

Die überraschenden Ursprünge des Croissants

Auch wenn das Croissant heute untrennbar mit Frankreich verbunden gilt, liegen seine Ursprünge wo ganz anders, nämlich in… Österreich! Die Legende besagt, dass das Gebäck erstmals im 17. Jahrhundert in Wien gebacken wurde, um den Sieg der Stadt über die osmanischen Belagerer zu feiern. Der Halbmond, der als Symbol des Osmanischen Reiches diente, wurde von einem Wiener Bäcker aufgegriffen und in Form eines Kipferls - ein Gebäck mit ähnlicher Form wie das heutige Croissant - verewigt. Dieses Kipferl entwickelte sich allmählich weiter, fand jedoch erst im 18. Jahrhundert seinen Weg nach Frankreich.

Die bekannteste Legende besagt, dass Wiener Bäcker nach dem Sieg über die Osmanen während der Belagerung Wiens im Jahr 1683 ein Gebäck in Form eines Halbmondes kreierten, dem Symbol des Osmanischen Reiches. Eine ironische Art, den Feind zu „verspeisen”.

In Frankreich fand das Kipferl erstmals im Jahr 1839 Erwähnung, als der österreichische Unternehmer August Zang eine Bäckerei in Paris eröffnete. Schnell fanden die wohlhabenden Einwohner der Stadt Gefallen an den Wiener Backwaren, insbesondere dem Kipferl. Die einheimischen Bäcker kopierten das Rezept, und als sie begannen, den im späten 17. Jahrhundert entwickelten Blätterteig für ihre Kipferl zu verwenden, war die französische Variante perfekt.

Von Marie-Antoinette bis zur Pariser Boulangerie

Es war die aus Österreich stammende Königin Marie-Antoinette, die das Kipferl in Frankreich bekannt machte. Sie soll das Gebäck so sehr geliebt haben, dass sie es in die französische Küche einführte. Im Laufe der Zeit entwickelten die französischen Bäcker das Rezept weiter und perfektionierten den butterreichen Blätterteig, der dem Croissant heute seine berühmte, blättrige und knusprige Textur verleiht.

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Die Pariser Bäcker ersetzten nach und nach den Briocheteig durch einen leichteren und knusprigeren Blätterteig mit Butter. Erst 1915 schrieb der Bäcker Sylvain Claudius Goy in seinem Kochbuch La Cuisine Anglo-Américaine das erste „offizielle“ französische Croissant-Rezept nieder, das anstelle von Briocheteig pâte feuilletée (Blätterteig) verwendete.

Technik und Zutaten: Was ein Croissant zur Kunst macht

Was das Croissant wirklich zu einer Kunstform macht, ist die Technik der Teigzubereitung. Ein perfektes Croissant besteht aus pâte feuilletée, einem Teig, der in vielen Schichten ausgerollt und wieder gefaltet wird, sodass beim Backen ein luftiger, blättriger Effekt entsteht. Der Schlüssel zu einem ausgezeichneten Croissant liegt in der Verwendung von hochwertiger Butter, die für den unverwechselbaren Geschmack und das Aroma sorgt.

Traditionell besteht das Croissant aus Mehl, Hefe, Milch, Zucker, Salz und viel Butter. Das Croissant besteht aus Blätterteig, der in Form eines Dreiecks zusammengerollt und dann zu einer Mondform gebogen wird. Ein Croissant aus einer traditionellen französischen Bäckerei ist außen knusprig, innen aber weich und luftig, mit einem zarten Buttergeschmack, der sich bei jedem Bissen entfaltet.

Herstellungsschritte im Überblick

  • Grundteig: Mehl, Hefe, Milch, Zucker, Salz, Ei.
  • Einziehen des Ziehfetts (Butter) und mehrfache Touren: Beispiel Falten zu 12 Lagen in einer einfachen und einer doppelten Tour.
  • Ausrollen auf ca. 3,5 mm, Dreiecke ausschneiden, locker aufrollen und zu Hörnchen biegen.
  • Backen: goldgelbe Farbe, rösche Kruste, blättrige Krume.

Das Croissant und die französische Kultur

In Frankreich ist das Croissant mehr als nur ein Lebensmittel - es ist fast ein Ritual. Ein typisches französisches Frühstück besteht oft aus einem frischen Croissant, serviert mit einer Tasse Kaffee oder heißer Schokolade. Es symbolisiert Entschleunigung, Genuss und die Wertschätzung kleiner Freuden im Alltag. Die Bedeutung des Croissants in der französischen Kultur geht jedoch über das Frühstück hinaus. Es steht für die französische „Art de Vivre“, den bewussten Genuss und die Lebensfreude.

Gut zu wissen: Wenn es um Lebensmittel geht, sind die Franzosen Puristen, daher werden Croissants selten als Sandwiches serviert. In Frankreich wird das undeklarierte croissant mit Margarine, das croissant au beurre mit Butter gebacken. Das Croissant au beurre wird als die feinere Variante angesehen und ist bei Kennern besonders beliebt.

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Die Welteroberung des Croissants

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Croissant zu einem globalen Phänomen entwickelt. Heute kann man es nicht nur in Frankreich, sondern in fast jeder Stadt der Welt finden. In den USA ist es zu einem Symbol für gehobenes Frühstück geworden, oft in Kombination mit Schinken und Käse. In Asien ist der kleine Teigmond in Bäckereiketten weit verbreitet und wird häufig mit exotischen Füllungen wie Matcha, roten Bohnen oder Durian kombiniert.

Diese weltweite Popularität hat das Croissant zu einem globalen Trendprodukt gemacht, das immer wieder neu interpretiert wird. Eine der jüngsten Entwicklungen ist der Cruffin, eine Mischung aus Croissant und Muffin, oder der Cronut, eine Kombination aus Croissant und Donut. Beide sind Beispiele dafür, wie die klassische Variante immer wieder neu erfunden wird, um den modernen Geschmacksvorlieben zu entsprechen.

Pariser Trends: Vom Cruffin zum Crookie

Vom Cruffin bis zum Cronut - Abwandlungen des traditionellen Croissants gab es schon viele. Zum Trend wurden sie alle. Doch der Hype verblasste und am Ende blieb immer nur das gute alte Frühstückskipferl der Franzosen im Fokus. Bis jetzt zumindest, denn eine neue Version erregt derzeit die Aufmerksamkeit der Pariser: der Crookie.

Der Pariser Bäcker Stéphane Louvard hat "Le Crookie" kreiert, eine Kreuzung aus Croissant und Cookie. In seiner Bäckerei in der Rue de Châteaudun hatte er gerade eine ganze Ladung Croissants fertiggestellt, als er beschloss, "etwas Spaß zu haben", wie er der BBC sagte. Er schnitt die Hörnchen durch, füllte sie mit Schoko-Cookie-Teig und schob sie noch mal in den Ofen, bis der Keksteig gar, aber noch weich war.

So wird der Crookie hergestellt: Louvard teilte die Croissants in zwei Hälften, füllte sie mit Schokoladenkeksteig und bestückte sie obendrauf mit zusätzlichem Teig. Dann backte er die gefüllten Croissants gerade so lange, dass der Keksteig fest wurde - also etwa 15 bis 20 Minuten. Die Crookies gingen auf Anhieb weg wie warme Semmeln, für 5,90 Euro das Stück.

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Le Crookie gefüllt und gebacken

An normalen Tagen verkauft Louvard bis zu 2000 Exemplare. Der gebogene Zwitter-Zwieback sorgt mittlerweile auch über Paris hinaus für großes Hallo, weil die krosse Kreuzung auf Social Media krass trendet, wie es heißt. Nachdem der Crookie die französische Croissant-Kapitale im Sturm erobert hatte, kopierten trendbewusste Bäcker in New York das Kekshörnchen. Auch in Berlin gibt es schon Crookies zu kaufen.

Vergänglicher Hype oder nachhaltiger Trend?

Der Hörnchen-Hype könnte allerdings ein vergänglicher sein. Andere einst angesagte Kipferlvarianten waren schnell wieder in Vergessenheit geraten, zum Beispiel der Cruffin (Croissant/Muffin), der Croffle (Croissant/Waffel), der Cragel (Croissant/Bagel), das Brezant (Laugenbreze/Croissant) - und natürlich der Cronut, ein Donut aus Croissant-Teig. Vor zehn Jahren standen schon im Morgengrauen Hunderte Trendhungrige vor der Bäckerei von Dominique Ansel in Soho an, alle wollten einen Cronut ergattern. Der Wahnsinn ist längst abgekühlt und abgeschlafft - wie ein ofenfrisches Croissant, das man zu schnell in die Tüte gesteckt hat.

Moderne Varianten und Gesundheitstrends

Ja, wir legen mehr Wert auf eine gesunde Ernährung. Deswegen hat auch das Croissant in den letzten Jahren einige Veränderungen erfahren. Während das Klassische aus weißem Mehl, Butter und Zucker besteht, gibt es inzwischen viele gesündere Alternativen. Vollkorn-Croissants, glutenfreie Varianten oder solche mit reduzierter Buttermenge sind in Bäckereien weltweit auf dem Vormarsch.

Diese neuen Varianten richten sich an all die Menschen, die nach gesünderen Alternativen suchen, aber nicht auf den Genuss eines Croissants verzichten wollen. Gleichzeitig bleibt das klassische Croissant für viele ein Symbol von Luxus und Genuss - etwas, das man sich gönnt, um einen besonderen Moment zu feiern.

Verschiedene Croissant-Varianten (Vollkorn, Schokolade, Crookie)

Wo findet man die besten Croissants in Paris?

Wenn Sie in Paris sind, lohnt es sich, die Croissants ausgewählter Boulangerien zu probieren. Zugegeben, das ist ein sehr umstrittenes Thema. Hier einige Empfehlungen:

Bäckerei Besonderheit Adresse / Öffnungszeiten
Blé Sucré Berühmt für Buttercroissants, knusprige Außenschichten 7 Rue Antoine Vallon, 75012 Paris. Di-Sa 7:00-19:30, So 7:00-13:30
Boulangerie Utopie Sauerteig-Croissants mit intensiver Butternote 20 Rue Jean-Pierre Timbaud, 75011 Paris. Di-So 7:00-20:00
Carton Familienbetrieb, 2022 Bestes Buttercroissant Großraum Paris 6 Boulevard de Denain, 75010 Paris. Mo-Fr 6:30-20:00, Sa 7:30-14:00
Sain Handwerkliche Techniken, ursprünglicher Charakter 15 Rue Marie et Louise, 75010 Paris. Di-Sa, So unterschiedliche Zeiten
Stohrer Älteste Konditorei, legendäres Mandelcroissant 51 Rue Montorgueil, 75002 Paris. Mo-So bis 20:30

Kritische Perspektive: Tradition vs. Innovation

Menschen haben eine große Vorliebe für Mischwesen. Das war schon in der Antike so. Ein ähnlicher Crossover-Trend ist auf dem Automarkt zu beobachten: Klein- und Geländewagen werden verschmolzen, Sportwagen und Familienkombi zur Sportlimousine. Die gleiche Schnapsidee liegt Hybrid-Getränken wie Erdbeer-Frappuccino, Matchatee-Latte und Irish Coffee zugrunde: Wenn die Einzelbestandteile super sind, muss das Gesamtergebnis ja wohl mega sein!

Ob Frappé, Erdbeeren und Cappuccino, Matchatee und Milchschaum, Kaffee, Whisky und Sahne wirklich füreinander geschaffen sind oder eher zu einer geschmacklich fragwürdigen Zwangsheirat verdonnert wurden, ist kritisch zu hinterfragen. Auch auf dem Gebiet der festen Speisen rufen Promenadenmischungen aus bewährten Produkten gemischte Gefühle hervor. Warum sollte man zum Beispiel das Croissant verändern, eines der Nationalheiligtümer Frankreichs?

Food-Fundamentalisten weisen darauf hin, dass man für das perfekte Plundergebäck mindestens 14 Arbeitsschritte braucht, die sich über drei Tage erstrecken, außerdem Eiswasser, verschiedene Auswalztechniken und drei "Teig-Touren". Eigentlich eine abgerundete Sache, so ein klassisches Croissant, aber könnte man da nicht noch etwas Leckeres hineinmendeln? Man kann.

Kulturhistorische Anmerkungen und Mythen

Für die Behauptung, das österreichische Kipferl sei Vorbild des Croissants gewesen, gibt es keinen historischen Beleg. Kulturhistoriker vermuten, dass die verschiedenen Legenden zur Herkunft des Gebäcks frei erfunden sein könnten und das Croissant nicht vor dem 19. Jahrhundert in Frankreich eingeführt worden ist. Erstmals in einem Nachschlagewerk erwähnt wurde das Croissant unter dieser Bezeichnung jedoch im Jahr 1853.

Die Herkunft des Croissants wird in Österreich häufig mit dem Kipferl in Verbindung gebracht, das die Lokalgeschichtsschreibung als Wiener Erfindung darstellt. Vermutlich handelt es sich um ein traditionelles Klostergebäck, das wahrscheinlich zu Ostern gebacken wurde - die ersten Bäckereien standen in Klöstern, und die Form ahmt Ziegenhörner nach, daher auch der Name „Hörnchen”.

Dokumentation: Die Geschichte des Croissants und seine Wiener Wurzeln

Praktische Tipps für Croissant-Liebhaber

  • Ein Croissant sollte goldgelb sein, nicht blass oder zu dunkel.
  • In Frankreich schmeckt’s oft besser: Alles kann man eben doch nicht identisch kopieren.
  • Probieren Sie verschiedene Bäckereien: das gute alte Frühstückskipferl bleibt oft das beste.
  • Wenn Sie auf gesündere Varianten achten: suchen Sie nach Vollkorn- oder weniger butterreichen Versionen.

Ob in einem kleinen Pariser Café oder in einer modernen Bäckerei in Tokio, das Croissant verkörpert die Fähigkeit, kleine Momente des Glücks zu schätzen. Von seinen bescheidenen Ursprüngen in Wien bis hin zu seiner globalen Popularität bleibt das Croissant eines der faszinierendsten und geliebtesten Backwaren weltweit.

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