Ist in Nutella Schokolade enthalten? Eine umfassende Analyse der Schokocreme und ihrer Inhaltsstoffe

Nutella ist wohl die bekannteste Schokocreme der Welt und gehört für viele zum Frühstück einfach dazu. Doch was genau macht Nutella aus, und beinhaltet die beliebte Creme tatsächlich Schokolade? Dieser Frage gehen wir im Detail nach und beleuchten die Rezeptur, Inhaltsstoffe und das Verhältnis zu klassischen Schokoladenprodukten.

Die Grundbestandteile von Nutella: Was steckt wirklich im Glas?

Nutella (Eigenschreibweise: nutella) ist eine Nuss-Nougat-Creme des italienischen Süßwarenherstellers Ferrero. Sie besteht überwiegend aus Zucker mit Zutaten von Palmöl, gerösteten Haselnüssen, Milchpulver, Kakao, Sojalecithin und Vanillin. Fett und Zucker - so könnte man die bekannte Nuss-Nougat-Creme vielleicht zusammenfassen. Fast die Hälfte des Glases macht raffinierter Zucker aus. Der zweitgrößte Bestandteil ist Palmöl, das mit fast 50 Prozent an gesättigten Fettsäuren als ungeeignet für die tägliche Ernährung gilt.

Nährstoffzusammensetzung von Nutella - Infografik

Der jeweilige Anteil an Haselnüssen und Kakao ist verschwindend gering, dabei wird Nutella ja als „Nuss-Nougat-Creme“ oder „Schoko-Haselnuss-Aufstrich“ beworben. Ein bisschen Kakao und drei bis vier Haselnüsse mögen auch noch vorbeigehuscht sein. Die aktuelle Rezeptur für Deutschland lautet: Zucker, pflanzliches Fett, Haselnüsse (13 %), fettarmer Kakao, Magermilchpulver (8,7 %), Emulgatoren Lecithine (Soja), Vanillin.

Bedeutet „Schokocreme“ auch das Vorhandensein echter Schokolade?

Obwohl Nutella häufig als Schokoladencreme oder Schokocreme bezeichnet wird, besteht sie in Wahrheit nicht aus klassischer Blockschokolade oder Kuvertüre. Kakao wird zwar als Zutat verwendet, sein Anteil liegt jedoch lediglich bei etwa 7,4 %. Klassische Schokoladenprodukte hingegen bestehen zu einem Großteil aus Kakaotrockenmasse oder Kakaobutter. Der Begriff „Schokolade“ ist in der Lebensmittelverordnung klar definiert und setzt einen Mindestanteil an Kakao von 35 % voraus. Diese Bedingung erfüllt Nutella nicht, weshalb sie als Nuss-Nougat-Creme und nicht als Schokolade verkauft wird.

Infografik: Unterschied zwischen Schokolade und Nougatcreme

In Europa wird Nutella nach mindestens zwei verschiedenen Rezepturen hergestellt. In Deutschland wird eine Rezeptur vertrieben, die mattglänzend und streichfest ist und einen etwas höheren Kakaogehalt hat. Nutella in anderen Ländern (z. B. Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden, Belgien sowie Teilen der Schweiz) ist glänzender und weicher und nach dem in Südeuropa vorherrschenden Geschmack etwas süßer.

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Zusammensetzung der Zutaten in prozentualer Übersicht

Zutat Anteil (%)
Zucker ~56
Palmöl (pflanzliches Fett) ~20
Haselnüsse 13
Fettarmer Kakao 7,4
Magermilchpulver 8,7

An Zutaten, die gewöhnlich in klassischer Schokolade vorkommen, besitzt Nutella also ausschließlich fettarmen Kakao - und dieser spielt mengenmäßig eine untergeordnete Rolle. Vorbild für Nutella war Nougat (genauer: Gianduia), eine unter anderem zur Herstellung von Pralinen verwendete Masse aus Nüssen, Zucker und Kuvertüre.

Gesundheitliche Bewertung der Inhaltsstoffe

Die berühmte Nuss-Nougat-Creme Nutella ist lecker, aber was genau steckt eigentlich drin? Dass Nutella aufgrund des hohen Zuckergehalts nicht zu den gesündesten Brotaufstrichen gehört, dürfte den meisten Schokocreme-Liebhabern bekannt sein. Ein hoher Zuckerkonsum kann zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen.

Zuckergehalt von Nutella im Vergleich zu anderen Brotaufstrichen

Die Nährwerte entsprechen in etwa denen eines Schokoriegels wie beispielsweise Snickers. Und für wenige Menschen wäre solch ein Riegel wohl ernsthaft ein adäquates Frühstück - schon gar nicht für die Kinder. Aus gesundheitlicher und ernährungswissenschaftlicher Sicht ist Nutella also kein empfehlenswerter Brotaufstrich, vor allem, wenn man ihn in rauen Mengen isst.

Neben der großen Menge an Zucker, dem geringen Anteil an Haselnüssen (nur 13 Prozent), Milchpulver und Kakao beinhaltet Nutella nämlich sogenanntes Palmöl. Dieses pflanzliche Palmfett wird für gewöhnlich zum Braten verwendet und macht rund 20 Prozent eines Nutella-Glases aus. Doch damit noch nicht genug: Bei der industriellen Verarbeitung, beispielsweise beim Erhitzen von Palmfett, kommt es zur Bildung von Fettsäureester. Das sind gefährliche Schadstoffe, die schon in geringen Mengen erheblichen Schaden im menschlichen Körper anrichten können. Andere Fettsäuren wie Glycidyl-Fettsäureester, die bei der industriellen Verarbeitung von Palmöl entstehen, können sogar eine krebserregende Wirkung haben.

Kritik an Werbung und Rezeptur

Sie zog gegen Ferrero USA vor Gericht wegen „irreführender Werbung“, da Nutella in der Werbung als „gesund und nahrhaft“ angepriesen wurde. Und sie bekam Recht! Auch in Deutschland warb Nutella jahrelang mit der deutschen Nationalmannschaft, ein kluger Schachzug, um das Produkt in die Nähe von Sport und Fitness zu rücken. Genau das sorgte jedoch dafür, dass die Spots 2012 auf Empfehlung der Verbraucherorganisation Foodwatch eingestellt wurden.

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Die Rezeptur ist nicht überall gleich, im November 2017 wurde der Anteil an Magermilchpulver von 7,5 % auf 8,7 % erhöht, (woraus sich wiederum eine geringe Erhöhung des Zuckergehalts von 55,9 % auf 56,3 % ergibt) sowie der Fettgehalt leicht gesenkt. Laut Verbraucherzentrale Hamburg stellt die neue Rezeptur eine Qualitätsminderung dar, da der Anteil von Kakao als „wertgebender Inhaltsstoff“ geringer ausfalle.

Nutella und der ökologische Fußabdruck

Um Palmöl anzubauen, werden zudem Regenwälder in Indonesien abgeholzt, auch wenn die Firma Ferrero darauf hinweist, bei der Produktion von Nutella auf nachhaltig hergestelltes Palmöl zu setzen. Tropische Wälder in Asien, Afrika und Lateinamerika werden zerstört, um Ölpalmenplantagen anzulegen und zu erweitern. Auch andere Produkte betroffen: Wie das ZDF-Magazin herausfand, verwenden auch andere Firmen Palmöl bei der Herstellung von Schokocreme.

Grafik: Palmöl-Produktion und Regenwaldabholzung

Mittlerweile jedoch bewertet Greenpeace Ferrero für den nachhaltigen Palmölanbau sehr positiv.

Nutella vs. echte Schokolade: Eine Gegenüberstellung

Eigenschaft Nutella Schokolade
Kakao-Gehalt ca. 7,4% mind. 35% (meist deutlich höher)
Hauptzutaten Zucker, Palmöl, Haselnüsse Kakaomasse, Kakaobutter, Zucker
Mundgefühl/Konsistenz Streichfähig, cremig Fest, schmilzt im Mund
Bewerbung als Nuss-Nougat-Creme, "Schokocreme" Schokolade, Praline

Obwohl Nutella als „Schokocreme“ vermarktet wird und Kakao eine Zutat ist, enthält Nutella keine Schokolade im eigentlichen, lebensmittelrechtlichen Sinn. Die Mehrheit der Zutaten sind Zucker und pflanzliches Fett, während die Kakaomenge vergleichsweise gering ist.

Fazit: Ist in Nutella Schokolade enthalten?

Nutella enthält Kakao - und damit die Geschmackskomponente, die die Creme „schokoladig“ macht. Klassische Schokolade ist jedoch als Bestandteil in Nutella weder in nennenswertem Maße noch gemäß der Lebensmittelvorschriften enthalten. Die Bezeichnung „Schokocreme“ bezieht sich also auf den Kakaoanteil und den Geschmack, nicht auf die tatsächliche Zutat „Schokolade“.

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Analyse: Was steckt in Nutella? (Zutaten und Ernährungsbewertung)

Wirklich gesunde Alternativen gibt es nicht - aber für alle, die unbedingt Süßes frühstücken wollen, zumindest Produkte, deren Zusammensetzung aus Sicht von Ernährungsexperte Valet deutlich günstiger sind: „Gerade bei den Bioprodukten gibt es Aufstriche, die den Namen Nuss-Nougat-Creme wirklich verdienen“, so der Verbraucherschützer.

Vergleich verschiedener Nuss-Nougat-Aufstriche im Bio-Segment

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