Rezept: Blechkuchen mit Maronipüree – saftig, nussig und herbstlich

Ein wunderbares Dessert für den Herbst: Kastanienkuchen beziehungsweise Maronikuchen, der zu den Spezialitäten der Tessiner Küche gehört und schnell zubereitet ist. Lange spielten Maroni, Esskastanien, in der Küche des Tessins die Hauptrolle. Viel mehr als die Früchte des „Brotbaums der Armen“ gab es im bitterarmen Landstrich im Winter nämlich nicht zu essen. Gemeinsam sammelten Familien im Herbst die Schätze der Kastanienwälder, die sie in der kalten Jahreszeit ernährten. Man kochte sie, röstete sie über dem Feuer oder trocknete sie in so genannten Räucherhäusern auf dem Rost ganz langsam über Wochen hinweg, um sie haltbar zu machen.

Das Püree im Maronenkuchen macht ihn am Ende wahnsinnig saftig und schmackhaft. Ich habe einige Rezepte für Kastanienkuchen ausprobiert und hier und da verändert, bis ich mit meiner Variante zufrieden war. Sie ist absolut köstlich, aber trotzdem ganz einfach zu backen und gelingt garantiert. Köstlicher Maronikuchen sollte in der Maronizeit unbedingt ausprobiert werden. Herrlich, saftig und gut ist dieser Maronikuchen (Paleo).

Zutaten (für ein Backblech / ca. 15-30 Portionen, je nach Rezeptvariante)

  • 6 Eier (manche Rezepte arbeiten mit 3-8 Eiern, hier orientieren wir uns an 6)
  • 220-300 g Puderzucker bzw. gesiebter Staubzucker
  • 400 g Maronipüree (vorgegart, vakuumiert oder selbstgemacht)
  • 150-300 g flüssige oder weiche Butter
  • 300-400 g gemahlene/geriebene Mandeln
  • 160 g dunkle Schokolade, geschmolzen (optional für Schoko-Variante)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Pck. Vanillin-Zucker (optional)
  • etwas Kakao (für Varianten)
  • zum Dekorieren: Staubzucker, geschlagene Sahne oder Schlagsahne
  • optional: Walnusskerne, Orangen, karamellisierte Nüsse

Tipps zur Maronen-Zutat

Das Komplizierteste am ganzen Rezept für Kastanienkuchen ist wie so oft eine Zutat, die es in Deutschland nicht in jedem Supermarkt gibt: Hier ist es Maronipüree. Am besten importiert man es direkt aus der Schweiz, zuhause wirst du manchmal in Feinkostgeschäften fündig. Vorgegarte, vakuumierte Maronen sind in Deutschland fast überall erhältlich. Gesüßte Maronencreme und Maronenpüree, das es in süßer und in ungesüßter Form in Dosen, Gläsern oder gefroren im Kühlregal gibt, können Sie anstelle der vorgegarten Maronen in unserem Rezept verwenden.

Maronen und Maronipüree

Warum Maronenkuchen? Kulinarischer Kontext

Dann verarbeitete man die Maroni zu Mehl, um Brot daraus zu backen. Mit steigendem Wohlstand kam die Kastanie aus der Mode, auch in der Küche kehrte der Wohlstand ein. In den letzten Jahren erlebte sie jedoch als Kulturgut ein Revival und die Tourismusämter steckten Geld in die Wiederbelebung alter Kastanienhaine und legten Kulturwanderwege an.

In unseren europäischen Nachbarländern, wie in Italien, Frankreich, Südtirol und in der Schweiz hingegen, werden Maronen in verschiedenen Formen gegessen: als Maronenpüree, Maronencreme und Maronenmus, wie die bekannte französische Crème de Marrons. Die Auswahl an Produkten ist daher auch wesentlich größer und Cremes wie auch Pürees oder das Mus sind oft in süßer und ungesüßter Form zu kaufen. Gesüßte Produkte aus Maronen werden häufig für Desserts und in Backwaren verwendet, wie bei dem bekannten Schweizer Dessert Vermicelles.

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Grundrezept Blechkuchen mit Maronipüree - ausführliche Zubereitung

Vorbereitung

Das Backrohr auf 180 °C bei Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen und die Seiten mit etwas Butter einfetten. Den Boden eines Backblechs einfetten und mit Mehl ausstreuen, falls Sie ein Backblech statt Springform verwenden.

Maronencreme selbst machen (Kurzvariante)

Für das Maronenpüree Wasser, Puderzucker und die vakuumierten Maronen in einem Mixer pürieren. Das selbst gemachte Maronenpüree kann mit einer Prise Zimt, etwas Vanilleextrakt oder Zitronenzesten nach Belieben abgeschmeckt werden.

Teigzubereitung (kompakte Schrittfolge aus verschiedenen Rezepten)

  1. Die Eier trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.
  2. In einer weiteren Schüssel die weiche Butter mit den beiden Zuckersorten (Puderzucker/Staubzucker und ggf. Vanillin-Zucker) cremig rühren.
  3. Die Eigelbe nacheinander unterschlagen, bis die Masse cremig und hell wird. Das kann ein paar Minuten dauern.
  4. Danach das Maronipüree und die flüssige Butter unterrühren. Wenn gewünscht, Kirschwasser oder ein Schuss Rum hinzufügen.
  5. Die gemahlenen Mandeln (oder geriebene Mandeln) mit Kakao und Backpulver mischen und langsam unter den Teig heben. Alternativ nur Mandeln ohne Mehl verwenden - dadurch bleibt der Kuchen glutenfrei.
  6. Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und nach und nach mit 4-5 Esslöffeln Zucker einrieseln lassen, bis der Eischnee glänzt. Den Eischnee vorsichtig unter den Teig heben.
  7. Optional: geschmolzene dunkle Schokolade und gehackte Nüsse (z. B. Walnüsse) untermischen.

Die Nussmasse in eine Springform füllen, glatt streichen und im Backofen rund 45-60 Minuten backen. Im 180 °C Ober- und Unterhitze vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene ca. 50-60 Minuten backen. Den Kuchen nach 40 Minuten anschauen und eventuell mit Alufolie abdecken damit er nicht zu dunkel wird. Vor dem Herausnehmen die Stäbchenprobe machen.

Maronenkuchen im Ofen

Varianten und Deko

  • Schoko-Variante: 160 g dunkle Schokolade schmelzen und zusammen mit den Mandeln in den Teig einrühren.
  • Walnuss-Variante auf Blech: 150 g Walnusskerne grob hacken und unter den Teig heben, mit karamellisierten Nüssen und Orangenscheiben garnieren.
  • Fein & schlicht: Mit Staubzucker bestäuben und etwas geschlagene Sahne dazu servieren.
  • Glutenfrei: Der Kuchen kommt oft ganz ohne Mehl aus - nur gemahlene Mandeln verwenden.

Wenn du es gern besonders üppig magst, servierst du den Kuchen mit Schlagsahne. Auf jedes Stück eine Orangenscheibe und eine karamellisierte Walnusshälfte legen. Dazu schmeckt Schlagsahne.

Karamellisierte Walnüsse und Orangenscheiben als Dekor

Backzeiten & Hinweise

Den Teig in die Springform füllen und vorsichtig glatt rütteln. Backzeit je nach Form und Ofen: 40-60 Minuten. Zubereitungszeit insgesamt je nach Rezept: 40-75 Minuten, plus Wartezeit zum Abkühlen ca. 1 Stunde. Der Kuchen ist generell eher feucht. Sollte er zu feucht sein, passen Sie die Menge der gemahlenen Mandeln an Ihren Geschmack an.

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Serviervorschläge

Frisch aus dem Ofen geholt verbreiten die Maronen herrliche Röstaromen. 5 Wenn du es gern besonders üppig magst, servierst du den Kuchen mit Schlagsahne. Eine Köstlichkeit für die Herbstzeit: Maronikuchen mit Schokolade schmeckt der ganzen Familie.

Zubereitung Maronenkuchen Schritt-für-Schritt

Kleine Tabelle: Zutatenübersicht (Standardvariante für Springform Ø 26 cm)

Zutat Menge
Eier 6 (getrennt)
Puder- / Staubzucker 220-300 g
Maronipüree 400 g
Butter (weich/flüssig) 150-300 g
Gemahlene Mandeln 300-400 g
Optional Schokolade 160 g

Historische Anmerkung

Die Kastanien wurden häufig zu Mehl für Brot vermahlen, weshalb die nährstoffreiche Marroni auch als „Brot der Armen“ bezeichnet wurden. Wer zwischen Ende September und Mitte Oktober im Tessin unterwegs ist, kann auch selbst Kastanien sammeln. Zum Beispiel auf dem Rundwanderweg Sentiero del Castagno in Arosio, der sich 15 Kilometer durch die Kastanienwälder schlängelt - vorbei an dem ein oder anderen traditionellen Räucherhaus.

Eine herbstliche Mehlspeise ist dieser Maroni-Mandel-Kuchen. Eine köstliche und süße Verführung in der Herbstzeit ist der Maronikuchen. In der Herbstzeit gibt es wieder köstliche Maroni.

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