Hilft Honig gegen Wespen oder lockt er sie an?

Wer im Sommer draußen isst, fragt sich oft: Lockt Honig Wespen an oder hilft er, sie zu vertreiben? Die Frage ist berechtigt, denn sowohl Imker als auch Gartenbesitzer begegnen den gelb-schwarzen Insekten häufig an Kaffeetisch und Grillparty.

Warum Wespen an Honig und süße Speisen interessiert sind

Wespen lassen sich von den süßen Getränken anlocken. Die Tiere mögen sowohl süße als auch würzige Nahrung und werden davon angezogen. Gleich ob Süßes auf dem Kaffeetisch oder ein Salamibrot in der Papiertüte, im Sommer ist der Besuch der fliegenden Räuber uns im Freien gewiss. Diese zwei Arten suchen sich im Spätsommer gerne Süßes: "Im Spätsommer haben die Wespen ihre Brut, also ihre Larven soweit versorgt und jetzt haben sie nichts mehr zu tun. Sie suchen nur noch Nahrung für sich selbst und das ist süßes Zeug", so Sonja Dölfel vom Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Wespen haben einen feinen Geruchssinn und sind deshalb immer da, wo es etwas für sie zu holen gibt. Ein Bienenstock, aus dem der Duft des Honigs entweicht, stellt für sie ebenfalls eine Einladung zur Räuberei dar. Es reichen schon wenige Tropfen Zuckerlösung, die in der Nähe des Bienenstocks verloren gehen, um die fliegenden Feinde anzulocken. Natürlich wird auch eine Kleckerei beim Füttern der Bienen durch den Besuch von Wespen beantwortet.

Honig am Gartentisch: Anziehung oder Schutz?

Wer Honig offen auf dem Tisch anbietet, stellt damit im Grunde eine Einladung dar, denn Wespen fliegen buchstäblich auf unsere Speisen wie Wurst oder Eis sowie auch auf zuckerhaltige Getränke. Vor süßen Früchten und Getränken macht keine Wespe halt. Daher gilt: ACHTUNG: Keinen Honig verfüttern, dieser lockt auch Bienen an und sorgt für sehr agressive Stimmung am Futterplatz.

Als Aasfresser freuen sich Wespen praktisch über alles, was der Mensch so unfreiwillig anzubieten hat. Vor allem überreife Früchte, die in der Nähe des Bienenstocks auf die Erde fallen, rufen die ungebetenen Gäste geradezu auf den Plan.

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Wespe auf Honigglas

Unterschiede zwischen Wespen und Bienen - warum die Reaktion anders ist

Obwohl Wespen auf den ersten Blick an Bienen erinnern, gibt es deutliche Unterschiede zwischen beiden. Anders als Bienen sind sie geradezu verrückt nach süßen Lebensmitteln, verachten aber auch deftige Nahrung nicht. Während Bienen ihren Frieden schätzen und zudem wissen, dass ein Stich sie selbst das Leben kostet, gehen Wespen mitunter gerne aufs Ganze. Sie können ihren Stachel mehrfach einsetzen und zeigen sich grundsätzlich angriffslustiger und reizbarer.

Bei den Bienen werden sie wohl angelockt durch den Honigduft. Da die Bienen die Wespen nicht freiwillig in den Stock lassen, bekämpfen sie sich. Eine einzelne Biene ist einer Wespe unterlegen, trotzdem können sie lange miteinander kämpfen, da die Wespe die Biene nur zwischen die Hinterleib-Segmente stechen kann. Töten die Wespen eine Biene, können sie diese zerlegen und ihre Brut damit füttern.

Welche Wespenarten sind relevant?

Nur zwei Arten von Wespen werden uns Menschen lästig: Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe fliegen buchstäblich auf unsere Speisen wie Wurst oder Eis sowie auch auf zuckerhaltige Getränke. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe an unterschiedlichen Wespenarten. Für Imker ist vor allem wichtig, dass viele Wespen keine Bedrohung für seine Bienenvölker darstellen. Wespenarten wie Mauerwespen oder Sandwespen sind keine wirkliche Bedrohung für Bienen. Leider sind es aber genau die Wespenarten, die mit am häufigsten vorkommen, welche eine besondere Vorliebe für Bienen entwickelt haben.

Honig, Bienen und Räuberei: Gefahr für Bienenvölker

Die Wespen stehen in der Nahrungskette von Natur aus über den Bienen. Deshalb ist es natürlich, dass sie mit den Bienen um Futter kämpfen. Da Wespen den meisten anderen Hautflüglern von Natur aus überlegen sind, sollten Imker sich frühzeitig Gedanken darüber machen, wie sie ihre Völker besser gegen einen Angriff schützen können. Nur gesunde Bienen haben überhaupt eine Chance, einen Angriff durch Wespen zu überleben und ihren Bienenstock zu verteidigen. Deshalb gilt es, ein schwaches Bienenvolk rechtzeitig zum Herbst zu vereinen oder gegebenenfalls aufzulösen.

Setze auf Schutzmaßnahmen: Kleines Flugloch. Vor einem engen Flugloch können die Bienen ihr Volk besser verteidigen. Starke Völker: Sie können sich gegen Wespen wehren. Varroabehandlung: Völker, die bereits Probleme mit der Varroamilbe haben, tun sich schwerer die Wespen zu bekämpfen. Unterstützung im Kampf gegen Wespenangriffe auf das eigene Bienenvolk kann von verschiedenen Umweltschutzorganisationen in Anspruch genommen werden. Es gibt auch Imkervereine, die ihren Mitgliedern Weiterbildungen zum Wespen-Sachverständigen anbieten.

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Hilfreiche Maßnahmen am Gartentisch und im Garten

Bei der Grillparty oder dem Kaffeekränzchen im Garten gilt: Speisen erst kurz bevor gegessen wird auf den Tisch stellen und Reste schnell abräumen. Getränke (vor allem in Flaschen) im Freien immer abdecken, dann fliegt kein Tier hinein. Vorsicht bei Getränken in undurchsichtigen Behältnissen und bei offenen Getränkedosen - vor dem Trinken immer gut kontrollieren, ob nicht eine Wespe darin schwimmt. Auch Speisen durch Gitternetze schützen. Kindern nach dem Essen den Mund abwischen.

  • Heruntergefallenes Obst von Bäumen im Garten täglich aufsammeln.
  • Ventilatoren aufstellen - Wespen fliegen bei starkem Luftzug schlechter.
  • Wespen mit Wasser besprühen: Wasser in eine Sprühflasche füllen und die Wespen damit einzunebeln; sie halten den Wassernebel für Regen und flüchten zurück ins Nest.
  • Wenn Wespen in deine Nähe kommen, bewahre Ruhe; hektisches Herumschlagen vertreibt keine Wespen und kann sie aggressiv machen.
  • Als Ablenkfütterung einen Teller mit etwas Kuchen oder überreifen Weintrauben einige Meter vom Esstisch platzieren.
Gedeckter Gartentisch mit Kräutern gegen Wespen

Pflanzen und Düfte als natürliche Barriere

Setze auf Pflanzen: Minze, Zitronenmelisse und Lavendel können Wespen nicht leiden. Lavendel im Garten sieht nicht nur schön aus, sondern hilft auch gegen Wespen. Basilikum oder Zitronen mit Nelken gespickt vertreiben Wespen. Beispielsweise die Duftpelargonie (Pelargonium citrodorum / crispum) verströmt einen Geruch den die Wespen nicht gerne mögen. Oder Pfefferminze, Rosmarin, Basilikum und Thymian welche nicht nur sehr lecker im Essen sind, sondern auch eine schwache Abwehrwirkung gegen die schwarz-gelben Freunde haben.

Eine gute Möglichkeit, um nervige Wespen zu vertreiben, ist es, sie mit Wasser einzunebeln. Auch die mentholhaltigen Duftstoffe der Minze können Wespen abhalten. Einfach kleine Sträußchen mit Minze-Zweigen binden und in Vasen auf dem Tisch verteilen. Eine weitere Möglichkeit bietet Zitronenmelisse. Sowohl Lavendel als auch Ringelblume riechen für Menschen sehr angenehm. Wespen dagegen meiden diese Gerüche. "Mein Tipp: Säen Sie eine kleine Ringelblumen-Wiese um Ihre Terrasse. Das sieht gut aus, riecht gut und hält die Wespen fern", so Gärtner Rasch.

Was nicht hilft oder riskant ist

Ein Patentrezept zur Wespenabwehr gibt es nicht! Viele Tipps aus dem Internet funktionieren nicht oder nur begrenzt. Was nicht hilft: Eine zerknüllte braune Papiertüte als Wespennest-Attrappe in einen Baum zu hängen. Auch das Brennen von Kaffeepulver gilt zwar als Geheimrezept, hilft aber letztendlich wenig gegen die gestreiften Plagegeister. Anbieter von Ultraschallgeräten versprechen das wirksame Vertreiben in einem bestimmten Umkreis der Gerätes. Die Wirksamkeit dürfte insbesondere gegen Wespen sehr gering sein. Außerdem können diese Geräte Menschen mit Haustieren oder sehr gutem Gehör stören.

Wespen nicht wegpusten - das Kohlendioxid im Atem signalisiert ihnen eine Bedrohung. Nicht wild nach den Insekten schlagen; besser ist es, sie mit einer Zeitung oder einem Papier sanft in die andere Richtung zu drängen. Wer wild nach der Wespe schlägt und versucht sie zu verscheuchen, der sorgt leider eher dafür, dass das Insekt sich bedroht fühlt und aggressiv wird.

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Naturschutz, Gesundheit und Umgang mit Nestern

Wespen stehen ebenso wie Bienen in Deutschland/Österreich unter Artenschutz. Darum darf man sie nicht grundlos töten. Nur im Notfall solltest du Wespennester entfernen lassen, etwa wenn Gefahr für kleine Kinder oder Allergiker besteht. Selbst ein Nest umzusetzen oder gar zu zerstören kann gefährlich werden. Ziehe unbedingt Experten zu Rate! Ein Wespennest zu entfernen, ist nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Stattdessen kannst du dich an das Gesundheits- oder Ordnungsamt deiner Stadt wenden, um Hilfe zu bekommen. Professionelle Fachkräfte der Schädlingsbekämpfung siedeln das Wespennest dann schonend um. Nur im ungünstigsten Fall wird es abgetötet. Dies geschieht mit ökologischen Mitteln.

Was den Menschen betrifft: Für Allergiker können die Tiere sogar zu einer ernsthaften Gefahr werden. Wenn eine Wespe einen Allergiker gestochen hat, sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Auch wer nicht allergisch auf Wespenstiche reagiert, sollte in einem Fall ganz besonders vorsichtig sein: Wenn Sie in den Mund- oder Halsbereich gestochen werden, sollten Sie in jedem Fall sofort einen Arzt oder Ärztin kontaktieren.

Fazit zur Ausgangsfrage

Honig lockt Wespen an: Ja, offen angebotener Honig und andere süße Speisen ziehen Wespen an. Honig hilft nicht gegen Wespen; im Gegenteil, er kann sie anlocken und in der Nähe eines Bienenstocks sogar Räuberei provozieren. Deshalb gilt: Keine offene Honig- oder Zuckerlösung als "Lockmittel" verwenden, Reste rasch entfernen und lieber natürliche Abwehrpflanzen und Ruhe im Umgang mit den Insekten einsetzen.

Wie man Wespen am Gartentisch sanft vertreibt
Maßnahme Wirkung
Honig offen stehen lassen Zieht Wespen (und Bienen) an
Deckel auf Getränken Verhindert, dass Wespen in Dosen/Flaschen gelangen
Ringelblumen, Lavendel, Minze Vertreibt Wespen durch Geruch
Wassernebel (Sprühflasche) Behagungsmaßnahme: Insekten flüchten
Kleines Flugloch beim Bienenstock Verbessert Verteidigungsmöglichkeiten der Bienen

Wespen haben neben den Plagegeistern-Eigenschaften aber auch einen Nutzen: Sie bestäuben Blüten, halten Mücken und Fliegen vom Leib und dezimieren viele Gartenschädlinge. Deshalb sollte man sie mit Respekt und Umsicht behandeln.

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