Bio-Granatapfelsaft ohne Zucker im Test: Ein umfassender Überblick

Der Granatapfel, dessen medizinische Verwendung eine jahrtausendealte Tradition hat, erfreut sich großer Beliebtheit. Er wird vor allem wegen seiner gesundheitlichen Wirkungen angepriesen. Doch was macht einen guten Bio-Granatapfelsaft ohne Zucker aus, und welche Produkte sind empfehlenswert? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick und beleuchtet verschiedene Aspekte, von den Inhaltsstoffen über die Herstellung bis hin zu den gesundheitlichen Vorteilen.

Die gesundheitlichen Vorteile von Granatapfelsaft

In den letzten Jahren wurde in über tausend präklinischen und klinischen Studien gezeigt, dass Granatapfel-Polyphenole vor oxidativem Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hohem Blutdruck, Demenz, überschießenden Entzündungsreaktionen und möglicherweise auch Krebs schützen können. In den meisten Studien mit Menschen wurden Dosierungen von ca. Verschiedene Forschergruppen wiesen nach, dass es im Granatapfel nicht um einzelne chemische Verbindungen geht, sondern um das Zusammenspiel und die gegenseitige Verstärkung der Inhaltsstoffe. Solche Synergie-Effekte wiesen schon 2005 Lansky und Mitarbeiter nach.

Besondere Gerbstoffe, vor allem die Punicalagine als Hauptpolyphenole im Granatapfel, verleihen ihm seinen typischen adstringierenden, fruchtig-herben Geschmack. Sie gelten als hauptverantwortlich für seine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung.

Klinische Studien haben gezeigt, dass die tägliche Einnahme von Granatapfelsaft Bluthochdruck verringert und die Arteriosklerose beim Menschen abschwächt. Vermutlich schützen die im Granatapfel reichlich enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe - wie Polyphenole und Flavonoide - die Herzgefäße vor schädlichem LDL-Cholesterin. Ellagsäure und das Polyphenol Punicalagin im Granatapfel wirken gegen Bakterien und Viren.

Die Ellagsäure des Granatapfels wird von den Darmbakterien zu Urolithin verstoffwechselt. Dieses Abbauprodukt hat eine antientzündliche Wirkung. Wahrscheinlich kann es auch Löcher in der Darmwand stopfen und so die Darmbarriere stärken. Im Tierversuch gingen Darm-Entzündungen nach einer Woche Behandlung mit Urolithin zurück.

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Die Problematik von Zucker und Verfälschungen

Ein Problem bei Granatapfelsäften sind Verfälschungen: Getränke, die angeblich zu 100 % aus Granatapfelsaft bestehen, enthalten nicht selten zugesetzten Zucker, Farbstoffe und andere minderwertige Fruchtsäfte. Das spart Produktionskosten. Auch bei echten Granatapfelsäften sind die Wirkstoffkonzentrationen aufgrund der Herstellungsverfahren und auch der ausgewählten Rohstoffe sehr unterschiedlich. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Biosäfte in puncto Polyphenole keineswegs besser abschneiden als konventionelle Säfte - ganz im Gegenteil.

Eine echter Granatapfelsaft aus Konzentrat muss einen Zuckergehalt von mindestens 15 g/100 ml, ein Direktsaft einen Zuckergehalt von mindestens 14 g/100 ml aufweisen. Erreicht ein Saft diese Werte nicht, so darf er eigentlich nicht als „Granatapfelsaft“ verkauft werden, weil er zu viel Wasser enthält - so legen es die internationalen Fruchtsaft-Richtlinien fest. Ein Glas Saft liefert damit fast 40 g Zucker - das ist auch für einen Fruchtsaft sehr viel. Der hohe Zuckergehalt gehört zu den gesundheitlich eher ungünstigen Eigenschaften des Granatapfelsafts, sorgt allerdings für einen angenehmen Geschmack.

Generell werden von Verbrauchern die zuckerreichen, polyphenolarmen Säfte bevorzugt. Daher reduzieren manche Hersteller bewusst die gesunden adstringierenden Gerbstoffe aus dem Saft. Andere erreichen durch einen hohen Schalenanteil einen sehr hohen Polyphenolgehalt, aber einen für viele Verbraucher ungenießbar bitteren Muttersaft.

Bio-Qualität und Polyphenolgehalt

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Biosäfte in puncto Polyphenole keineswegs besser abschneiden als konventionelle Säfte - ganz im Gegenteil. Bei umfangreichen Reihenuntersuchungen wurde festgestellt, dass sich auch Granatapfelextrakte in Kapseln qualitativ sehr stark unterscheiden und die Angaben zu Polyphenol- und Punicalagin-Gehalten auf den Etiketten oft nicht mit den gemessenen Werten übereinstimmen. Auch bei Extrakten ist nicht nur der Gesamtgehalt an Polyphenolen wichtig, sondern auch, wie sich diese zusammensetzen. Abweichungen vom natürlichen Spektrum (z. B.

In einer großen Reihenuntersuchung schwankte der Wirkstoffgehalt (= Polyphenole) bei Frisch-/Direktsäften zwischen 904 und 2067 mg/l (Median 1409 mg/l). Die Säfte aus Konzentrat wiesen einen höheren Wirkstoffgehalt (Median 2288 mg/l) auf, aber auch hier schwankte der Gehalt zwischen 897 und 4265 mg/l Polyphenole. Das Risiko, einen wirkstoffarmen Saft zu erwerben, ist hoch.

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Bioverfügbarkeit und Verarbeitung

Ein hoher Polyphenolgehalt ist nur die halbe Miete, wenn es um die gesundheitlichen Wirkungen geht. Der Körper muss die enthaltenen Wirkstoffe auch aufnehmen können. In der Frucht sowie im Saft liegen die Polyphenole überwiegend an Zuckermoleküle gebunden vor. Um resorbiert zu werden und ihre Wirkung zu entfalten, müssen diese Zuckerbindungen abgebaut werden. Fermentierte Granatapfel-Produkte haben in zahlreichen präklinischen Studien eine überlegene Wirkung gezeigt.

Bei Granatapfelextrakten, die dann zu Kapseln weiterverarbeitet werden, kann zudem das Herstellungsverfahren Einfluss auf die Bioverfügbarkeit nehmen. Die meisten Granatapfelextrakte werden durch Hitzetrocknung hergestellt. Hohe Temperaturen im Herstel-lungsverfahren der Granatapfelpulver können zu oxidierten und hochpolymeren (langkettigen) Polyphenolen führen, die im Körper schlechter aufnehmbar sind. Bei der Gefriertrocknung wird das Wasser bei tiefen Temperaturen und vermindertem Druck entfernt.

Empfehlungen für den Konsum

Zur Gesunderhaltung reichen täglich 300 bis 600 mg Polyphenole (als Gallussäure-Äquivalent nach der Folin-Ciocalteu-Methode) aus. Bei einer bestehenden Erkrankung sollten, wie in den Studien, mindestens 600 mg Polyphenole/Tag eingenommen werden. Ob größere Mengen auch mehr bewirken, ist unklar. In der Prävention ist dies eher zu verneinen.

Wenn Sie Granatapfelprodukte nicht zu Genusszwecken, sondern zur Ernährungstherapie verzehren, sollten Sie bei Produkten auf einen regelmäßig kontrollierten und korrekt ausgewiesenen Polyphenolgehalt achten. Der Polyphenol-Gehalt ist Voraussetzung für eine zuverlässige Wirkung.

In der Prävention von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sowie in der begleitenden Ernährungstherapie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ein regelmäßiger Verzehr sinnvoll. Bei der begleitenden Ernährungstherapie von Prostatakrebs haben sich auch während einer sechsjährigen Nachbeobachtungsphase positive Wirkungen gezeigt: Die PSA-Verdopplungszeit stieg von durchschnittlich 15,4 Monaten auf 60 Monate an.

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Die Bioverfügbarkeit von Polyphenolen ist am höchsten, wenn sie im Abstand von ca. einer Stunde zu proteinreichen Hauptmahlzeiten und Milchprodukten verzehrt werden. Polyphenole reagieren mit Proteinen und bilden schlecht resorbierbare Polyphenol-Protein-Komplexe (Ausfällung).

Produkte im Test

In einem Test wurden insgesamt 18 Granatapfelprodukte von 15 Herstellern untersucht, davon 12 Granatapfelsäfte, drei Granatapfelkonzentrate und drei Kapselprodukte. Die Analysen zu diesem Test führte die Universität Hohenheim durch.

Bei den getesteten flüssigen Granatapfel-Produkten erreichte Dr. Jacob’s Granaforte Granatapfel den insgesamt höchsten Polyphenol- und Punicalagin-Gehalt sowie das beste Preis-Polyphenol- und Preis-Punicalagin-Verhältnis. Insgesamt wiesen in diesem Produkttest nur fünf der 18 getesteten Produkte den Polyphenolgehalt auf dem Etikett aus. Der Schoenenberger Granatapfel-Muttersaft lag im Bereich der Etikettenangabe, die getesteten Produkte der Dr. Jacob’s Medical GmbH bei oder sogar über den angegebenen Werten.

Weitere Verwendungs- und Zubereitungstipps

Auch der Granatapfel-Muttersaft bietet einen Menge Einsatzmöglichkeiten. Der Granatapfelsaft mit seinen natürlichen Nährwerten eignet sich hervorragend zu Verfeinern und Dekorieren von Gerichten und Getränken. Zur größtmöglichen Schonung der sekundären Pflanzenstoffe wie zum Beispiel färbende Anthocyane, wird ein besonderes Fülltechnik-Verfahren verwendet. In einem Liter Diretksaft stecken ca. 10-12 Granatäpfel.

Der Granatapfel-Muttersaft in Bio-Qualität enthält sorgfältig ausgewählte, sonnengereifte Granatäpfel aus den besten Anbaugebieten. Eine Tagesportion à 100 ml wird empfohlen. Je nach Belieben kann der Muttersaft unverdünnt oder als Schorle genossen werden. Außerdem kann der Saft auch zur Herstellung von Granatapfel-Gelee, fruchtigen Brotaufstrichen, leckeren Mocktails und zum Verfeinern von herzhaften Gerichten verwendet werden.

Allergien und Arzneimittelwechselwirkungen

In der Literatur wird nur vereinzelt von allergischen Reaktionen auf Granatapfel berichtet.

Der sehr populäre Gesundheitstrank wird in den USA insbesondere von wohl hunderttausenden Personen mit kardiovaskulären Erkrankungen und medikamentös behandelter Hypercholesterinämie konsumiert. Die Arzneimittelinteraktion dürfte daher sehr gering sein. Ansonsten wären inzwischen häufige Wechselwirkungen bekannt geworden. Dennoch sind bei genetischer Vorbelastung oder einer bereits bestehenden Krankheit Arzneimittelinteraktionen z.B. mit Antiarrhythmika, Statinen, Gerinnungshemmern (Cumarine), Kalziumkanalblockern, Immunsuppressiva und Proteaseinhibitoren im Sinne einer Wirkungsverstärkung nicht ganz auszuschließen.

Vergleich verschiedener Bio-Granatapfelsäfte

Einige der besten Bio-Granatapfelsäfte im Überblick:

  • Rabenhorst Bio Granatapfelsaft: Enthält nur fruchteigenen Zucker und wird in einer umweltfreundlichen Glasverpackung angeboten.
  • Klimmek Granatapfelsaft: Ein Bio-Produkt, das frei von jeglichen Zusätzen ist und ebenfalls nur fruchteigenen Zucker enthält.
  • Kopp Vital Bio-Granatapfelsaft: Besonders kalorienarm und biozertifiziert.
  • Livefresh Granatapfelsaft: Sehr frisch und umweltfreundlich verpackt.
  • Granar Granatapfelsaft: Sehr rein und direkt gepresst, ebenfalls kalorienarm und frei von jeglichen Zusätzen.

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