Beste Schokolade Sizilien: Hersteller und Besonderheiten

Modica im südöstlichen Sizilien ist weltberühmt für seine einzigartige Schokolade, die Cioccolato di Modica. Die Stadt ist berühmt für ihre hervorragende Schokolade, die unseren Aufenthalt versüßen soll. Modica ist das weltbekannte Zentrum der krümeligen Spezialität, weshalb sich hier unzählige Chocolaterien finden, die das Produkt nicht-industriell herstellen.

Was macht die Schokolade aus Modica so besonders?

Das Besondere an der Schokolade in Modica ist, dass der Rohrzucker in der dunklen Schokolade nicht geschmolzen wird. Denn die Herstellung erfolgt bei niedriger Temperatur. Kakaobohnen und Zucker wurden in deren südamerikanischen Kolonien in großen Mengen produziert. Die Kaltverarbeitung bei Temperaturen unter 45° sorgt dafür, dass die Zuckerkristalle in der Schokoladentafel vollständig erhalten bleiben. Technisch betrachtet handelt es sich bei Modica-Schokolade um Tafeln mit grob gewalzter Schokoladenmasse. Im Grunde handelt es sich um Schokolade aus einem antiken Originalrezept mit nur wenigen Verarbeitungsschritten.

Die Modica Schokolade unterscheidet sich wesentlich von allen anderen üblichen Schokolade-Arten: Modica Schokolade wird hauptsächlich aus Kakao und Zucker kalt verarbeitet und ohne zusätzliche Fette hergestellt, enthält praktisch nur die in den Kakaobohnen natürlich vorhandene Kakaobutter. Bei der Herstellung werden keine weiteren Fette zugefügt, so dass die Schokolade auch bei hohen Temperaturen nicht schmilzt. Die Modica Schokolade kann man auch als Bitter-/Zartbitterschokolade bekommen, mit Zitrusfrüchten und Gewürzen aromatisiert.

Die fertige Schokolade hat daher eine körnige, raue Konsistenz, mit Einschluss kleiner Luftblasen; sie krümelt beim Zerbrechen. Somit erhält die fertige Schokolade ihre charakteristische raue und feste Konsistenz, bei der die Kristalle des Zuckers erst im Mund langsam mit der Schokolade verschmelzen. Am Gaumen entwickelt sich ein interessantes Spiel aus der feinen Süße der Zuckerkristalle mit der leichten Herbe der Bitterschokolade. Der Kakaogeschmack vom „Cioccolato di Modica“ ist rund, samtig und lang anhaltend. Die Tafel hat eine dunkelschwarze Farbe mit braunen Reflexen; sie ist rustikal, fast roh. Im Verkauf sind die Tafeln an der Oberfläche durch ausgeschiedene Kakaobutter leicht grau.

Modica Corso Umberto mit Schokoladenladen

Tradition und Herkunft

Die Schokolade von Modica hat uralte Ursprünge und geht auf das so genannte Volk der fünften Sonne zurück, die Azteken, die vom 13. bis zum 16. Jahrhundert Mittel- und Südamerika beherrschten. Das Rezept geht auf die Azteken zurück und wurde von den Spaniern mitgebracht. Sein mythischer Ursprung geht auf den Gott des Windes „Quetzalcóatl“ zurück, der auf die Erde herabstieg und vom Himmel eine Kakaopflanze mitbrachte.

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Es waren dann die Spanier, die dank Hernán Cortés um 1519 die ersten Kakaobohnen einführten, nachdem sie von den hervorragenden Eigenschaften und dem wirtschaftlichen Reichtum des Kakaos erfahren hatten, und um 1580 einen regelrechten Handel aufbauten. Während der spanischen Herrschaft über Sizilien im 16. Die Rezeptur wurde wahrscheinlich durch die Grafen von Modica aus Spanien überliefert. Deren Adelshaus war im 16. Jahrhundert, während der spanischen Vorherrschaft auf Sizilien, die einflussreichste Feudalmacht im Süden Italiens.

Herstellungsverfahren: Kaltgerührt und schonend

Gemahlener Kakao von São Tomé, dem die Kakaobutter nicht entzogen wurde, wird auf höchstens 40° erwärmt. Der Masse wird Zucker beigefügt und eventuell ein Gewürz wie Zimt, Vanille, Ingwer, Chili, gemahlene Mandeln oder Nüsse oder geriebene Schalen von Zitrusfrüchten. Bei der traditionellen Zubereitung von Hand wurde die Masse in einer halbmondförmigen, erwärmten Form aus Lavagestein in mehreren Schritten mit Rollen unterschiedlicher Dicke ausgewalzt, bis sie die gewünschte Konsistenz hatte. Heutzutage geschieht dies mittels Maschinen. Die Zuckerkristalle lösen sich bei diesem Verfahren nicht auf.

Traditionell besteht die Modica Schokolade aus nur maximal drei Zutaten: gemahlener Kakao, dem die Kakaobutter noch nicht entzogen wurde, Zucker und Pistazien oder Orangenschalen oder Mandeln usw. Es darf weder Milch, Butter, Pflanzenfette oder Lecithin verwendet werden. Die Modica Schokolade wird nicht conchiert, sondern kalt gerührt. Seit 2018 ist Schokolade aus Modica mit einem IGP-Siegel eine herkunftsgeschützte Spezialität.

Typische Aromen und Varianten

Die Modica Schokolade mit Orange wird mit fein gemahlenen Orangenschalen verfeinert. Die Orangen stammen aus Sizilien und verleihen der Schokolade einen zarten und frischen Geschmack. Das Aroma der Zitrusfrucht harmoniert perfekt mit den bitteren Kakaonoten. Die Modica Schokolade kann mit Zimt, Chili, Vanille, Pistazien, gemahlenen Mandeln oder Zitrusschalen aromatisiert werden. Wir haben ein paar Tafeln Schoki gekauft: Dunkle Schoki mit 70% und 90% und Zimtschokolade.

Bekannte Hersteller und Produzenten

Wer in Modica die beste Schokolade herstellt, darüber lässt sich vorzüglich debattieren. Zwei Namen sind aber ganz vorne dabei: die Antica Dolceria Bonajuto und Sabadì. Die Antica Dolceria Bonajuto, die als die älteste noch bestehende Chocolaterie der Region gilt, hatte sich nicht am Konsortium beteiligt. Im Jahr 1880 hat Francesco Bonajuto seine Konditorei schräg gegenüber vom San Pietro-Dom eröffnet, in der er Süßigkeiten mit arabischem und spanischem Ursprung und vor allem hervorragend gefertigte Schokolade verkaufte. Die Antica Dolceria Bonajuto trägt deshalb auch voller Stolz den Titel als älteste Schokoladenfabrik Modicas und ist heute noch ein Familienbetrieb.

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Die ChocoHouse befindet sich in Ragusa Ibla und erzählt mit seiner Schokolade eine Geschichte des Geschmacks und der Gemeinschaft, die tief berührt. ChocoHouse befindet sich in einer wunderschönen landschaftlichen und kulturellen Umgebung, nämlich der Stadt Ragusa, im Herzen des südöstlichen Siziliens. Wir müssen eine Sache klarstellen: die sizilianische Schokolade von ChocoHouse ist nicht die Schokolade von Modica, das einzige Produkt, das 2018 die IGP-Zertifizierung erhalten hat.

Sabadì stellt im Kaltrührverfahren exquisite biologische Schokoladenprodukte nach den Prinzipien des Fair-Trade Handels und des Slow Food Siegels her, mit besonderem Augenmerk auf die Auswahl und Verwendung hochwertiger Zutaten. Der Wahlbürger von Modica Simone Sabaini, Herz-Kopf- und “Gaumenspezialist” von Sabadì, hat sich mit großem Können und viel Entschlossenheit als erster Hersteller der Modica Schokolade erfolgreich dafür eingesetzt, den wesentlichen Makel dieser Schokolade, d.h. den Kakaobutterfettreif an der Oberfläche der Schokolade und die damit verbundenen geschmacklichen Einbußen zu beheben und somit die organoleptischen Eigenschaften des Produkts entscheidend zu verbessern. Dank dieser Verfeinerung in der Verarbeitung kann Sabadì eine besonders schmackhafte und unversehrte, sprich makellose Schokolade herstellen, die über ein Jahr lang wie frisch hergestellt bleibt.

Antica Dolceria Bonajuto Auslage mit Schokoladentafeln

Geschichte der Popularisierung und Schutz

Überregional bekannt wurde Schokolade aus Modica erst ab 1999, als der Chocolatier Franco Ruta einen Zeitungsartikel veröffentlichte, und in Folge in der Maurizio Costanzo Show im Fernsehen auftrat. Zeitgleich zum Fernsehauftritt von Ruta wurde im italienischen Fernsehen die reichweitenstarke Polizeiserie Commissario Montalbano gesendet, die teilweise in Modica gedreht wurde. Die Stadtverwaltung Modicas verstärkte diese Publizität, indem sie eine jährliche Schokoladenmesse („Chocobarocco“) ausrichten ließ. Binnen kurzer Frist gab es in Modica 75 Unternehmen, die Schokolade herstellten oder verkauften.

2003 gründeten 20 örtliche Hersteller die Schutzgemeinschaft Consorzio di Tutela del Cioccolato di Modica, um Cioccolato di Modica als geschütztes Herkunftszeichen Prodotto agroalimentare tradizionale italiano schützen zu lassen. Schokolade aus Modica (ital.: Cioccolato modicano oder Cioccolato di Modica) ist eine Schokolade, die in der sizilianischen Stadt Modica hergestellt wird. Sie ist als Prodotto agroalimentare tradizionale eine offiziell vom italienischen Ministerium für Landwirtschafts-, Ernährungs- und Forstpolitik anerkannte Spezialität.

Modica als Schokoladen-Stadt: Kulinarische Tipps vor Ort

Das touristische Leben spielt sich in Modica überwiegend entlang des Corso Umberto I ab, der mit barocken Palazzi und anderen Sehenswürdigkeiten gespickt ist. Im Palazzo della Cultura findest du eine der genussreichsten Sehenswürdigkeiten von Modica: das Schokoladenmuseum, wo du alles über die Geschichte und Kunst des Schokoladenmachens erfährst. Einige der besten Schokoladenhersteller von Modica haben kleine Geschäfte in der Altstadt, in denen du ihre handgemachten Köstlichkeiten kaufen und verkosten kannst.

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Vor allem abends stehen die Menschen Schlange - nicht nur um cioccolato zu kaufen, sondern um einen der begehrten Cannoli siciliani zu ergattern, die bei Bonajuto wirklich fantastisch sind. Direkt neben dem San Giorgio-Dom kannst du dich bei Sabadì durch das Sortiment probieren. Wer in der Schokoladen-Stadt Station macht, sollte die ′Mpanatigghi probieren: kleine, halbmondförmige Kekse mit einer Füllung aus Schokolade, Mandeln, Zimt und Hackfleisch - eine ungewöhnliche, aber traditionelle Spezialität.

Schokoladenherstellung in Modica: Kaltrührverfahren

Moderne Hersteller, Bio- und vegane Ansätze

Es gibt mittlerweile einige neue Hersteller, die Bio-, vegane und/oder faire Schokoladen auf den Markt gebracht und Modica damit in zahlreichen Ländern bekannt gemacht haben. Wir haben mit Alberto Vicari, Gründer der Bio-Schokoladenmanufaktur Il Modicano gesprochen, der uns spannende Einblicke in die Schokoladenszene Süditaliens und seine eigene, ganzheitliche Firmenphilosophie gewährte. Il Modicano produziert konsequent ökologisch erzeugte und vegane Schokolade.

Alberto berichtet, dass seine Vision war, vegane Schokolade zu produzieren. Er lebt selbst seit über zwanzig Jahren vegan und wollte eine gute, leckere Schokolade herstellen, die ohne Tierleid auskommt und es mit großen Marken aufnehmen kann. Unsere Topseller sind sicherlich die süßen Streichcrémes, die ebenso cremig und lecker sind, wie herkömmliche Crémes auf Kuhmilchbasis. Derzeit leben etwa 2,6 % der italienischen Bevölkerung vegan und der Markt für vegane Produkte wächst stark.

Beispiele für lokale Produzenten

  • Antica Dolceria Bonajuto - historische Chocolaterie, gegründet 1880, bekannt für traditionelle Rezepte und Dolci.
  • Sabadì - moderne Manufaktur, bekannt für Kaltrührverfahren, Bio- und Fair-Trade-Standards, mehrfach ausgezeichnet.
  • Il Modicano - Bio- und vegane Schokoladenmanufaktur, die Traditionsrezepturen mit ökologischer Philosophie verbindet.
  • ChocoHouse - Handwerkliche Schokolade aus Ragusa Ibla mit regionalem Bezug und vielfältigen Geschmacksprofilen.

Praktische Hinweise für Besucher

Die Modica Schokolade steht nicht allein in der langen Tradition der mit der Stadtidentität verknüpften Süsswarenherstellung, sondern ist darüber hinaus eine ausgesprochen geschmackvolle und gesunde Schokolade. Modica hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Ziel für Touristen entwickelt. Modica ist einer von drei Hotspots für Schokolade in Italien: Turin für den Norden Italiens, Perugia für Mittelitalien und eben Modica für den Süden.

Wenn ihr also Cannolli, Cassata oder Torrone wollt, müsst ihr danach fragen, denn diese werden on demand frisch hergestellt. Wer es so richtig touristisch möchte, nimmt die grüne Bimmelbahn durch Modica. Im Verkauf sind die Tafeln an der Oberfläche durch ausgeschiedene Kakaobutter leicht grau. Wenn du länger in Modica bist, solltest du schauen, ob ein Konzert im Innenhof des gut erhaltenen Palazzo stattfindet. Zum kostenlosen Parken musst du ein paar Schritte zu Fuß gehen; südlich des Centro Storico findest du in der Viale Medaglie d’Oro und vor der Kirche Madonna delle Grazie kostenfreie Parkplätze.

Tabelle: Vergleich traditioneller Eigenschaften

Eigenschaft Modica-Schokolade (trad.)
Zubereitungsart Kaltrühren / kalt verarbeitet (≤40-45°C)
Typische Zutaten Kakao (mit Kakaobutter), Zucker, evtl. Gewürze oder Schalen
Zusatzfette / Milch Nicht erlaubt
Konsistenz Grob, körnig, krümelig
Farbton Dunkelschwarz mit braunen Reflexen; Oberfläche ggf. grauer Fettreif
Geschmack Samtig, lang anhaltend, Zucker-Kakao-Spiel

Modica ist nicht nur Schokolade: die barocke Stadt bietet prächtige Kirchen wie den Dom San Pietro und den Dom San Giorgio, enge Gassen, Aussichtspunkte und ein reiches kulinarisches Angebot. Ein Besuch der Schokoladenmanufakturen und des Schokoladenmuseums ist ein Muss für Liebhaber. Wer die einzigartige, fast archaische Schokolade sucht, findet in Modica eine Kombination aus Geschichte, Handwerk und modernen, fairen Herstellungsverfahren.

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