Aronia Saft ohne Zucker: Gesundheitliche Vorteile und Wissenswertes

Die Aroniabeere, auch bekannt als Apfelbeere, erfreut sich zunehmender Beliebtheit als sogenanntes Superfood. Besonders der Aroniasaft, idealerweise ohne Zuckerzusatz, wird für seine potenziellen gesundheitlichen Vorteile geschätzt. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungen, Inhaltsstoffe, Anwendung und weitere wichtige Aspekte rund um die Aroniabeere und ihren Saft.

Was ist die Aroniabeere?

Die Aroniabeere (Aronia melanocarpa), auch Schwarze Apfelbeere oder Schwarze Eberesche genannt, ist eine erbsengroße, violett-schwarze Scheinbeere aus der Familie der Rosengewächse. Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika, wird aber seit langem vor allem in Osteuropa angebaut. In Deutschland findet man Anbaugebiete hauptsächlich in Brandenburg und Sachsen. Die Aroniabeere hat einen herb-süß-säuerlichen Geschmack aufgrund des hohen Gerbsäureanteils, weshalb sie eher verarbeitet als frisch verzehrt wird.

Anbau und Ernte

Aroniasträucher sind robust und können bis zu zwei Meter hoch werden. Sie sind pflegeleicht und gedeihen in fast allen heimischen Gärten. Im Frühling bilden die Pflanzen schirmähnliche Blütenrispen mit kleinen, weiß-rosa Blüten. Die Erntezeit der Aroniabeeren ist von August bis Oktober.

Verwendung

Die Aroniabeere wird vielseitig verarbeitet, vor allem zu Marmelade, Saft, Püree, Kapseln und Pulvern. Sie dient auch als natürliches Färbemittel in Lebensmitteln.

Inhaltsstoffe der Aroniabeere

Aroniabeeren sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Ein hoher Gehalt an Folsäure, Vitamin K und Vitamin C stärkt das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Vitamin C benötigt der Körper zudem zum Aufbau von Bindegewebe. Eine ausreichende Versorgung mit Folsäure ist vor allem in der Schwangerschaft wichtig, um Missbildungen beim Ungeborenen vorzubeugen. Auch Betacarotin (Provitamin A) und B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6) gehören zum Repertoire der Aroniabeere.

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Des Weiteren enthalten die kleinen Apfelbeeren reichlich Mineralien und Spurenelemente wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink, Jod und Eisen. Damit sollen sie unter anderem Knochen, Nerven, Muskeln, die Wundheilung und die Blutbildung unterstützen.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Die Aroniabeere besitzt zudem viele sekundäre Pflanzenstoffe, die als natürliche Antioxidantien gelten. Hierzu zählt unter anderem der Pflanzenfarbstoff Anthocyan, der zu den Flavonoiden gehört und die Pflanze vor Licht schützt. Aroniabeeren haben im Vergleich mit anderen Pflanzen einen hohen Gehalt an Polyphenolen.

Wirkungen und gesundheitliche Vorteile von Aronia

Aroniabeeren scheinen auf verschiedene Weise gut für die Gesundheit zu sein. Studien geben Hinweise, dass sie entzündungshemmend, cholesterinsenkend, gefäßerweiternd, blutzuckerregulierend und antioxidativ wirken.

Antioxidative Wirkung

Der Begriff „antioxidativ“ bezeichnet die Fähigkeit, zellschädigende Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) im Gewebe abzufangen. Freie Radikale werden vom Körper übermäßig in Stresssituationen, bei ungesunder Lebensweise (Nikotin und Alkohol) oder schädlichen Umwelteinflüssen (UV-Strahlung, Smog) gebildet. Durch die Bindung der freien Radikale sollen die Inhaltsstoffe der Aronia dem entgegenwirken. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Pflanzenfarbstoffe Anthocyane. Bei Aroniabeeren liegt ihr Gehalt bei über 2000 Milligramm pro 100 Gramm Früchten.

Herz-Kreislauf-System

Aroniasaft scheint gut geeignet, um den Blutdruck und den Fettgehalt im Blut zu senken. Regelmäßiger Konsum von Aroniasaft führte bei Männern mit leichter Hypercholesterinämie zu einer Senkung des Gesamt-Cholesterinspiegels, des LDL-Cholesterins und der Triglyceride und bewirkte eine signifikante Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks. Die in Aronia enthaltenen hohen Mengen an Polyphenolen scheinen den vaskulären oxidativen Stress in den Blutgefäßen und die damit verbundene Zellschädigung zu reduzieren, was wiederum positive Auswirkung auf den Blutdruck und die Herz-Kreislauf-Gesundheit hat.

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Weitere Wirkungen

Aroniasaft hat einen mild abführenden Effekt, fördert die Harnbildung und wirkt wie ein Diuretikum. Das heißt, der Saft begünstigt die Ausschwemmung von Wasser aus dem Körper. Bei einer Studie zeigte sich, dass Teilnehmende, die täglich Aroniabeerensaft tranken, seltener an Harnwegsinfekten litten. Außerdem sollen die Apfelbeeren gegen Viren und Bakterien helfen und die Magenschleimhäute schützen. Bei Magen-, Darm-, Leber- und Gallenbeschwerden helfen wohl die Gerbstoffe, die in den Beeren enthalten sind. Ferner könnten Menschen, die zu viel Eisen im Blut haben (Eisenspeicherkrankheit), von Aronia profitieren. Die Inhaltsstoffe der Beeren binden Eisen und fördern seine Ausscheidung.

Aronia und Diabetes

Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien über die Auswirkungen von Aronia auf Diabetes. Aronia trägt zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels bei und kann dadurch hilfreich bei der Bewältigung von metabolischen Problemen im Zusammenhang mit Diabetes sein. In einigen Forschungsergebnissen hat sich gezeigt, dass der polyphenolreiche Extrakt aus Aroniabeeren den Anstieg des Blutzuckerspiegels verringert und auch die ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse schützt. In fettleibigen Mäusen konnte ein Extrakt aus Aronia zu einer signifikanten Abnahme des Körpergewichts, verbesserten Blutfettwerte und Insulinempfindlichkeit führen.

Krebshemmende Wirkung

Aroniabeeren schützen eventuell vor Krebs. Besonders im Zusammenhang mit Darmkrebs soll Aronia vorbeugend wirken. Außerdem wird sie als Nahrungsergänzung bei Brustkrebs eingesetzt. Die Heilpflanze spielt darüber hinaus bei der Regeneration nach Chemotherapien eine Rolle. In einer Studie konnten Forscher 60% Wachstumshemmung menschlicher Darmkrebszellen nach 24 Stunden Exposition mit Anthocyan-Extrakt aus Aronia feststellen. Die behandelten Zellen zeigten eine Blockade mehrerer Krebs-Zellzyklusphasen. Im Vergleich zu vergleichbaren Anthocyan-Extrakten aus Trauben und Blaubeeren beeinflusste Aronia melanocarpa das Krebswachstum am stärksten.

Anwendung von Aronia

Arzneilich verwendet werden nur die kleinen Beeren - und zwar innerlich. Zur äußeren Anwendung eignet sich Aronia nicht. Sie können Apfelbeeren getrocknet, als Saft, Trinkampullen oder auch in Tablettenform einnehmen. Aus den Beeren lässt sich außerdem ein Essig herstellen, der bei Erkältungssymptomen hilft. Geschrotet sind die getrockneten Beeren auch gut für die Teezubereitung: Dazu übergießen Sie zwei bis drei Teelöffel der Beeren mit heißem Wasser und lassen alles zehn Minuten ziehen. Die wirksamste Dosierung von Aroniabeeren ist nicht abschließend geklärt. Oft wird Erwachsenen empfohlen, täglich 100 Milliliter Saft zu trinken beziehungsweise 15 Gramm getrocknete Beeren zu verzehren. Kinder sollten etwa die Hälfte konsumieren. Nehmen Sie aufgrund des hohen Anteils an Gerbstoffen die Aronia-Produkte nach dem Essen ein.

Aronia-Saft selber machen

Aroniasaft kann leicht selbst hergestellt werden. Die Beeren werden gewaschen und entsaftet. Anschließend wird die Masse durch ein Sieb gestrichen oder die Beeren durch ein sauberes Leinentuch gedrückt, um den Saft aufzufangen. Für eine schonendere Behandlung kann der Saft kalt hergestellt werden. Am besten werden braune Flaschen verwendet, die weniger Licht durchlassen, damit die Inhaltsstoffe optimal erhalten bleiben.

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Worauf ist bei der Anwendung von Aronia zu achten?

Der blaue Farbstoff der Aroniabeere verfärbt vorübergehend Zähne und Zunge. Um den herben Geschmack zu mildern, mischen Sie den frischen Aroniasaft mit anderen Säften. Die Früchte der Aronia-Heilpflanze enthalten - wie fast alle Nahrungspflanzen - giftige und ungesunde Blausäure, allerdings nur in geringen Mengen. Gefährlich wird eine tägliche Dosis ab 0,7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Hierfür müsste ein 70 Kilogramm schwerer Erwachsener jedoch pro Tag vier bis acht Kilogramm frische Aroniabeeren essen. Durch die Verarbeitung der Beeren nimmt der Blausäuregehalt im Übrigen ab.

Nebenwirkungen

Sehr selten reagieren Menschen überempfindlich auf die Inhaltsstoffe der Aronia. Die Gerbstoffe der Apfelbeeren haben manchmal einen negativen Effekt auf die Verdauung und können Bauchschmerzen und Durchfall auslösen. Nehmen Sie Aroniasaft oder -beeren daher besser nach den Mahlzeiten ein, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Vorsichtig sollten Menschen mit Eisenmangel sein, da die Beeren Proanthocyanidine enthalten. Diese können die Blutbildung beeinträchtigen. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Ihre Apothekerin.

Schadstoffbelastung

Aroniabeeren enthalten in den Kernen geringe Mengen an Amygdalin, einem toxischen sekundären Pflanzeninhaltsstoff, welcher im Körper Blausäure freisetzen kann. Laut Max-Rubner-Institut ist ein regelmäßiger Verzehr von Produkten aus Aroniabeeren (Saft, Konfitüre, Gelee oder getrocknete Früchte) hinsichtlich des Blausäuregehaltes allerdings unproblematisch. Auch der Genuss einer kleinen Portion frischer Beeren wird als unbedenklich angesehen.

Aronia als Nahrungsergänzungsmittel

Aronia-haltige Nahrungsergänzungsmittel werden als Schönheitsmittel, zur Stärkung des Immunsystems oder zur Zellregeneration, aber auch als positiv für Herz und Gehirn beworben. Sie sollen antioxidativ, antithrombotisch und blutdrucksenkend wirken. In Nahrungsergänzungsmitteln werden verschiedene Aronia-Fruchtextrakte, Fruchtpulver, getrocknete Aronia-Trester (Rückstände aus der Saftgewinnung) oder Saftkonzentrate verwendet.

Worauf sollte man achten?

Wenn Sie Nahrungsergänzungsmittel mit Aronia verwenden möchten, sollte Sie die Verzehrempfehlung des Herstellers beachten und auch nicht höher dosieren. Wichtig: Diese Produkte haben nichts mit den aus Aronia isolierten Polyphenolen zu tun, die in der Krebsforschung verwendet werden. Wenn Sie Krebspatient:in sind, sollten Sie Aronia-haltige Nahrungsergänzungsmittel (und auch alle anderen) nicht ohne vorherige Rücksprache mit dem Sie behandelnden ärztlichen Personal nehmen. Ärztlichen Rat sollten Sie ebenfalls einholen, wenn Sie an Eisenmangel leiden. Aronia-Extrakte können größere Mengen an Proanthocyanidinen (OPC) enthalten, die zusätzlich Eisen binden. Sofern Sie regelmäßig Medikamente nehmen müssen, sollten Sie in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke fragen, inwieweit es Wechselwirkungen zwischen Ihrem Aronia-Nahrungsergänzungsmittel und den verordneten Arzneimitteln gibt und was Sie ggf. beachten müssen.

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