Normannischer Apfelkuchen: Ein Rezept für jede Jahreszeit
Für viele ist der Herbst die Zeit für Apfelkuchen, da Äpfel in dieser Zeit geerntet werden. Dank cleverer Lagerung sind Äpfel jedoch das ganze Jahr über verfügbar. Viele Apfelsorten halten bei korrekter Lagerung bis zu 9 Monate, manche sogar 12 Monate. Das bedeutet, dass man 365 Tage im Jahr leckere Apfelkuchen wie diese Normannische Apfeltarte genießen kann.
Äpfel als "krisensicheres" Lebensmittel
Neben Kartoffeln zählen Äpfel in Deutschland wohl zu den „krisensicheren“ Lebensmitteln. Beide werden hierzulande großflächig angebaut und sind selbst durch Hamsterkäufe nie knapp. Das heißt, Kartoffelsalat und Apfelkuchen sind eigentlich immer möglich.
Die Normannische Apfeltarte: Ein Genuss für alle Fälle
Ob für gute Zeiten oder einfach, wenn man etwas Leckeres braucht, die Normannische Apfeltarte ist immer eine gute Wahl.
Was macht eine Normannische Apfeltarte aus?
Apfelkuchen und Tartes gibt es in fast unüberschaubar vielen Versionen. Bei dieser Tarte werden so viele Äpfel verarbeitet, wie auf den dünnen Tarteboden passen. Im Gegensatz zu einem mehr oder weniger „klassischen“ deutschen Apfelkuchen ist hier kein Rührkuchenteig o.ä. mit im Spiel. Auch keine Pudding- oder Cremefüllung. Diese Normannische Apfeltarte hat einen knusprigen dünnen Boden, auf dem sich Äpfel mit Äpfeln und nochmal Äpfeln (in Form von Apfelmus) befinden. Kurz gesagt, ein Haufen Äpfel! Mehr Apfelgeschmack bekommt man wohl kaum in einen Kuchen bzw. eine Tarte rein. Sie schmeckt noch apfeliger als ein „Unsichtbarer“ Apfelkuchen, der auch schon ordentlich Äpfel drin hat.
Tipp zur Apfelverarbeitung
Man kann die Schale an den Äpfeln dranlassen und sie nur in dünne Scheiben schneiden. Wer Probleme mit der Konsistenz der Apfelschalen hat, kann die Äpfel vorher schälen.
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Apfelmark oder Apfelmus?
Man kann Apfelmark verwenden oder sein selbst hergestelltes Apfelmus. Viele Biomärkte bieten Apfelmark ohne Zuckerzusatz an, das nur den natürlichen Zuckeranteil der Äpfel enthält.
Das Rezept für Normannische Apfeltarte
Hier ist ein Rezept für eine Normannische Apfeltarte, die einfach zuzubereiten ist und garantiert gelingt:
Zutaten
Für den Teig:
- 230g Dinkelmehl (Type 630)
- 50g brauner Zucker
- 1 Prise Salz
- 120g Butter, kalt
- 2-3 EL Eiswasser
Für den Belag:
- ca. 1 kg Äpfel (leicht säuerliche Sorten eignen sich besonders gut)
- etwas Zitronensaft
- 40g Butter
- 2 EL Calvados (optional)
- 200g Apfelmus
- 2-3 EL brauner Zucker
Zubereitung
- Eine Tarteform (28cm/11 inches) einfetten und zur Seite stellen.
- Das Mehl für den Teig mit dem Zucker und Salz in einer Schüssel vermischen. Die Butter in kleinen Stücken dazugeben und mit einem Teigmischer* in etwa erbsengroße Stücke zerteilen. Das Eiswasser zur Schüssel dazugeben und erst mit einer Gabel, dann mit den Händen schnell verkneten, bis der Teig anfängt zusammenzuhalten. Den Teig auf einer bemehlten Fläche etwas größer als die Backform ausrollen, dann hineinlegen und am Boden und den Seiten festdrücken. Den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
- Den Ofen auf 200°C (390°F) Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Stück Backpapier auf den Boden der Tarte legen und mit Backgewichten auffüllen. Den Tarteboden für etwa 5 Minuten blindbacken. Die Backgewichte und das Backpapier entfernen und weitere 5 Minuten backen. Aus dem Ofen holen und etwas abkühlen lassen. Den Ofen nicht ausschalten.
- Die Äpfel für den Belag waschen, trocknen und dann vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Wer die Schale nicht mag, sollte die Äpfel vorher schälen. Damit die Apfelscheiben nicht braun werden, sollte man sie mit etwas Zitronensaft beträufeln.
- Die Butter in einer großen Pfanne schmelzen lassen, dann die Apfelscheiben und den Calvados (optional) dazugeben und für einige Minuten abgedeckt dünsten - zwischendurch immer wieder einmal wenden. Die Äpfel sollen etwas weicher werden, aber nicht matschig. Die Zeit hängt also davon ab, wie dünn die Äpfel geschnitten wurden. Zur Seite stellen und ein wenig abkühlen lassen.
- Das Apfelmus auf dem vorgebackenen Tarteboden verstreichen. Die leicht abgekühlten Apfelscheiben rundherum fächerartig von außen beginnend in das Apfelmus setzen. Zwischendurch immer wieder einmal nach Außen drücken, damit sich die Schichten aufrichten. Die Tarte mit Zucker bestreuen und dann für etwa 30-35 Minuten backen. Die Tarte aus dem Ofen holen und komplett abkühlen lassen. Mit etwas Sahne oder Vanilleeis servieren.
Variationen des Rezepts
Es gibt viele Variationen des Rezepts für Normannische Apfeltarte. Einige verwenden Crème fraîche anstelle von Apfelmus, andere fügen Zimt oder Mandeln hinzu. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!
Apfelkuchen Normandie mit Calvados und Crème Fraîche
Eine besonders köstliche Variante ist der Apfelkuchen Normandie mit Calvadosäpfeln und Crème Fraîche. Hier wird der Teig mit gemahlenen Mandeln verfeinert und die Füllung mit Calvados und Crème Fraîche verfeinert.
Zutaten für den Teig:
- 250 g Mehl (+ wenig zum Ausrollen)
- 75 g gemahlene Mandeln
- 60 g Puderzucker
- 3 EL Zucker
- 1 Prise Salz
- 150 g Butter (Raumtemperatur)
- 1 großes Ei
Zutaten für den Belag:
- 1 kg Äpfel (z.B. Boskoop)
- 50 ml Calvados
- 2 EL brauner Zucker (Muscovadozucker)
- 200 g Crème fraîche
- 2 Eigelb
- gemahlene Mandeln zum Bestreuen
Zubereitung:
- Das Mehl mit den anderen Teigzutaten in eine Schüssel geben und zu einem homogenen Teig verrühren. Den Teig in ein Stück Frischhaltefolie einschlagen und etwa zwei Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.
- Für den Belag die Äpfel schälen und je nach gewünschter Optik in Schnitze oder Scheibchen schneiden. Die Apfelstücke mit dem Calvados vermischen und mindestens eine Stunde ziehen lassen. Gelegentlich umrühren.
- Den Backofen auf 160 ° Umluft vorheizen. Den Teig zu einem dicken Kreis (etwa 33 cm Ø) ausrollen und eine Tarteform (27 cm Ø) damit auskleiden. Der Teig sollte am Rand 1 cm überstehen. Den überstehenden Teig nach innen umschlagen, um den Rand zu verstärken.
- Den Calvados aus den Äpfel abgießen, aber auffangen. Den Tarteboden mit 2 EL des braunen Zuckers (Muscovadozucker) bestreuen und die Äpfel darauf verteilen.
- Die Tarte für etwa 30 Minuten in den Ofen schieben, bis die Äpfel leicht gebräunt sind. Wird der Teig zu schnell braun, die Ränder mit Alufolie abdecken.
- Den Calvados in einer kleinen Schüssel kräftig mit dem restlichen braunen Zucker (Muscovadozucker), der Crème fraîche und den Eigelben verrühren. Über die Äpfel gießen, die gemahlenen Mandeln darüberstreuen und die Tarte noch etwa 15 Minuten backen, bis die Creme gestockt ist.
Die Normandie: Ein Apfel-Reich
Die Normandie ist bekannt für ihre Äpfel und die daraus hergestellten Produkte wie Cidre und Calvados. Gerade deshalb stehen drei große C’s für die normannische Küche: Cidre, Calvados und Camembert. Weitere Berühmtheiten aus der Normandie sind seit dem 16. Jahrhundert die gute Butter aus Isigny-sur-Mer und die Crème Fraîche d’Isigny.
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