Android Nougat: bekannte Probleme und praktische Fehlerbehebung

Android 7 (Nougat) brachte viele neue Funktionen, doch die Verteilung verlief holprig: Nur wenige Geräte erhielten das Update schnell, viele Hersteller zogen Aktualisierungen zurück oder verzögerten sie aufgrund zahlreicher technischer Probleme. Dieser Artikel fasst bekannte Fehler und erprobte Lösungswege zusammen, damit Nutzer ihr Gerät stabil und sicher betreiben können.

Stand der Verteilung und Ursachen für das Update-Fiasko

Android 7 wurde vor fast einem Jahr vorgestellt. Installieren konnten es bisher aber nur wenige - ungewöhnlich viele Fehler bremsen die Verteilung aus. Ende August begann Google mit der Verteilung des Updates, etwas früher als erwartet. Bis dahin schien also alles glatt zu laufen, die ersten Hersteller-Updates sollten bald nachfolgen. Doch bis heute warten viele Kunden vergeblich auf Nougat, langsam stellt sich Resignation ein.

Nutzer von Googles Nexus- oder Pixel-Geräten haben kaum Grund zur Klage. Die eigenen Smartphones versorgt Google zuverlässig mit Updates, aktuelle Version ist das im Dezember veröffentlichte Android 7.1.1. Auch die monatlichen Sicherheits-Patches kommen an. Teilnehmer am Beta-Programm bekommen bereits Android-Version 7.1.2, ein Wartungs-Update, das Fehler behebt.

Wer ein Gerät eines anderen Herstellers besitzt, hat weniger Glück. Denn offenbar haben Dritthersteller wie Samsung, HTC, Sony, Lenovo, ZTE, Asus und Co. viele Probleme damit, aus der von Google bereitgestellten Basis von Android 7 Nougat ihre eigene, funktionierende Firmware zu stricken und diese an die Kunden zu verteilen. Woher die Fehler kommen und wer Schuld daran ist, ist unklar. Fest steht: Die Zahl der Fehlermeldungen ist ungewöhnlich hoch.

Bei HTC waren es "technische Probleme", das HTC 10 und das One M9 bekommen laut "Androidpit" inzwischen aber das Update. Sony nennt laut "Xperiablog" Probleme mit der Audiowiedergabe in Dritt-Apps und der Datenlesegeschwindigkeit bei verschlüsselten SD-Karten. Auch bei Asus sorgte das Update für Macken. Das Zenfone 3 hatte nur auf den Phillipinen die Aktualisierung auf Android 7 erhalten, auch sie wurde jedoch wieder angehalten.

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Bemerkenswert ist auch: LG, Huawei und Samsung scheinen kaum Probleme zu haben, Samsungs Galaxy S7 und S7 Edge bekommen nach einer mehrwöchigen Testphase jetzt auch in Deutschland die Aktualisierung. Auch das Galaxy A5 (2016) wird aktuell versorgt. Weitere Geräte sollen laut Samsung "in der ersten Jahreshälfte" an der Reihe sein.

Warum Updates so langsam kommen - technische Hintergründe

Ein Grund ist, dass die Handyproduzenten ihre eigenen Oberflächen an die neue Android-Version anpassen müssen. Bei Android N führt Google die sogenannten Seamless Updates ein. Geräte spielen diese im Hintergrund ein. Das Unternehmen hat aber nun bestätigt, dass diese Funktion nur auf künftigen Geräten funktionieren wird. Das Update-Problem von Android, also das vielfach zu lange Warten auf beziehungsweise das Ausbleiben von Aktualisierungen, wird durch die Neuerung allerdings nicht gelöst.

Teil dieser Strategie ist unter anderem, Teile des Android-Systems auszulagern, damit sie wie Apps über den Play Store aktualisiert werden können. Google könnte so den Weg über die Hersteller umgehen und Updates für diese "Android Extensions" direkt an die Kunden weitergeben. Einen ähnlichen Weg gehen auch einige Hersteller, die ehemalige System-Apps in den Play Store auslagern - diese können dann einfacher aktualisiert werden, ohne gleich das ganze System zu updaten. Ein guter Ansatz, der aber bisher wenig Wirkung zeigt: Am 9. Januar 2017 hatten nur 0,7 Prozent aller aktiven Android-Geräte bereits Nougat an Bord.

Bekannte Probleme unter Android 7 und typische Symptome

  • Update-Abbrüche und -Zurückziehungen: Hersteller stoppten die Verteilung wegen technischer Probleme.
  • Audiowiedergabe-Probleme in Dritt-Apps (berichtete Fälle bei Sony).
  • Probleme beim Zugriff und der Datenlesegeschwindigkeit verschlüsselter micro-SD-Karten.
  • Überhitzung bei intensiver Nutzung oder Daydream VR (Warnung in 7.1.2 eingeführt).
  • Bluetooth-Probleme bei einigen Nexus-Geräten (in Wartungs-Updates adressiert).
  • Kompatibilitätsprobleme von Apps: Entfernte implizite Broadcasts, strengere Dateizugriffsrechte, Einschränkungen bei privaten Plattformbibliotheken.
  • Verhaltensänderungen bei Doze, App-Standby und Energiemanagement.

Technische Änderungen mit Auswirkungen auf Apps

Neben den offenkundigen Update-Problemen bringt Android 7 zahlreiche Änderungen am System- und API-Verhalten mit, die App-Kompatibilitätsprobleme auslösen können. Android 7.0 enthält Änderungen am Systemverhalten, die die Akkulaufzeit von Geräten verbessern und die RAM-Nutzung reduzieren sollen. Der in Android 6.0 eingeführte Ruhemodus verbessert die Akkulaufzeit; Android 7.0 bietet weitere Optimierungen für Doze und App-Standby.

In Android 7.0 wurden drei implizite Broadcasts entfernt, um sowohl die Arbeitsspeichernutzung als auch den Energieverbrauch zu optimieren. Diese Änderung ist erforderlich, da durch implizite Übertragungen häufig Apps gestartet werden, die sich im Hintergrund für die Übertragung registriert haben. Apps, die auf Android 7.0 (API-Level 24) oder höher ausgerichtet sind, erhalten keine CONNECTIVITY_ACTION-Broadcasts, wenn sie ihren Broadcast-Empfänger im Manifest deklarieren.

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Um die Sicherheit privater Dateien zu verbessern, hat der Zugriff auf das private Verzeichnis von Apps, die auf Android 7.0 oder höher ausgerichtet sind, eingeschränkten Zugriff (0700). Diese Einstellung verhindert den Verlust von Metadaten privater Dateien, z. B. deren Größe oder Existenz. Wenn file://-URIs außerhalb der Paketdomain übergeben werden, kann der Empfänger keinen Zugriff auf den Pfad haben. Daher lösen Versuche, einen file://-URI zu übergeben, einen FileUriExposedException aus.

Android 7.0 verhindert außerdem, dass Apps dynamisch mit Bibliotheken ohne NDK verknüpft werden, was zum Absturz deiner App führen kann. Apps sollten keine nativen Bibliotheken verwenden, die nicht im NDK enthalten sind, da sie sich zwischen verschiedenen Android-Versionen ändern oder entfernt werden können. Alle Apps generieren einen Laufzeitfehler, wenn sie eine API aufrufen, die weder öffentlich noch vorübergehend zugänglich ist.

Praktische Fehlerbehebung: Was Nutzer selbst tun können

Viele Probleme lassen sich durch einfache Schritte beheben oder zumindest eingrenzen. Die folgenden Maßnahmen sind als praxisnahe Anleitung gedacht:

  1. Backup anlegen: Vor größeren Eingriffen immer zuerst wichtige Daten sichern.
  2. System und Apps aktualisieren: Installieren Sie verfügbare System- und App-Updates, da Hersteller oder Google Fehlerbehebungen veröffentlichen können.
  3. Neustart und abgesicherter Modus: Ein Neustart kann temporäre Probleme beheben. Der Neustart im abgesicherten Modus variiert je nach Smartphone. Prüfen Sie, ob das Problem behoben ist. Wenn ja, wird es wahrscheinlich durch eine App verursacht.
  4. Kürzlich installierte Apps deinstallieren: Entfernen Sie nacheinander alle kürzlich heruntergeladenen Apps und starten Sie das Smartphone jedes Mal neu. Sobald Sie die App entfernt haben, die das Problem verursacht hat, können Sie die anderen entfernten Apps wieder hinzufügen.
  5. Cache leeren und Speicher verwalten: Leeren Sie den Cache, löschen Sie unnötige Dateien und Apps und prüfen Sie, wie viel Speicherplatz verfügbar ist.
  6. Netzwerkeinstellungen zurücksetzen: Bei Wi‑Fi- oder Bluetooth-Problemen kann das Zurücksetzen der Netzwerkeinstellungen helfen.
  7. Überhitzung reduzieren: Beenden Sie leistungshungrige Apps, entfernen Sie die Schutzhülle und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung. Wenn das Gerät sehr heiß wird, warten Sie, bis es abgekühlt ist.
  8. Akkuverbrauch überwachen: In den Einstellungen sehen Sie, welche Apps besonders viel Akku verbrauchen; begrenzen Sie Hintergrundaktivität und passen Sie die Bildschirmhelligkeit an.
  9. Werksreset als letzte Option: Wenn nichts hilft, kann ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen Abhilfe schaffen - nur nach vollständigem Backup verwenden.
  10. Kontakt zum Hersteller: Du verwendest eine angepasste Android-Version. Wenn diese Schritte auf deinem Gerät nicht funktionieren, wende dich bitte an den Gerätehersteller.
Infografik: Update-Verteilung und häufige Fehlerquellen bei Android Nougat

Fehlerbehebung für Entwickler und IT-Administratoren

Entwickler müssen Android-7-spezifische Änderungen berücksichtigen und ihre Apps auf Kompatibilität testen. Die wichtigsten Punkte:

  • Testen Sie Apps gründlich mit einem Gerät oder Emulator mit Android 7.0 (API-Level 24).
  • Entfernen Sie die Nutzung privater Plattform-APIs und nativer Bibliotheken, die nicht im NDK enthalten sind.
  • Beheben Sie FileUriExposedException-Probleme durch Verwendung von content://-URIs und FileProvider.
  • Nutzen Sie JobScheduler statt impliziter Broadcasts, um Netzwerkaufgaben zu planen.
  • Aktualisieren Sie Apps, damit sie mit den stricteren Berechtigungen für private Verzeichnisse und Dateizugriffe zurechtkommen.

Enterprise-Themen und Gerätemanagement

Android 7.0 enthält Änderungen für Apps, die auf Android for Work ausgerichtet sind. Dazu gehören Änderungen an der Installation von Zertifikaten, dem Zurücksetzen von Passwörtern, der sekundären Nutzerverwaltung und dem Zugriff auf Gerätekennungen. Für Apps von Profil- und Geräteeigentümern, die auf Android 7.0 (API-Level 24) ausgerichtet sind, sollten Sie das Installationsprogramm für delegierte Zertifikate installieren, bevor der Device Policy Controller (DPC) DevicePolicyManager.setCertInstallerPackage() aufruft.

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Unter Android 7.0 verhalten sich mehrere Methoden, die normalerweise das gesamte Gerät betreffen, anders, wenn auf dem Gerät ein Arbeitsprofil mit einer separaten geschäftlichen Herausforderung installiert ist. Diese Methoden wirken sich nicht auf das gesamte Gerät aus, sondern nur auf das Arbeitsprofil.

Schema: Auswirkungen von Android 7 Änderungen auf Enterprise-Policies

Wann lohnt sich ein Wechsel zu einem Google-Gerät?

Wer Wert darauf legt, hat als Android-Nutzer derzeit leider kaum eine andere Option, als auf ein Google-Gerät zurückzugreifen, denn nur hier sind schnelle Updates garantiert. iPhone-Nutzer haben es dahingehend einfacher, denn bei Apple kommen Software und Hardware aus einer Hand. Updates müssen zudem nur an eine Handvoll technisch unterschiedliche Modelle angepasst werden.

Teilnehmer am Beta-Programm bekommen bereits Android-Version 7.1.2, ein Wartungs-Update, das Fehler behebt. Ab sofort wird Android 7.1.2 Nougat "over the Air" an die Teilnehmer des öffentlichen Beta-Programms verteilt. Neuerungen sind eine Warnung, wenn das Smartphone zu heiß wird und die Behebung der Bluetooth-Probleme.

Häufige Probleme - schnelle Checkliste für Anwender

  1. Hat das Gerät die neueste System- und App-Software? Falls nein: Update starten.
  2. Gibt es ungewöhnliche Hitze? Falls ja: Apps schließen, Hülle abnehmen, Gerät abkühlen lassen.
  3. Probleme mit Audio oder SD-Karte nach Update? Prüfen Sie Herstellerhinweise und ggf. Update zurücknehmen oder auf Bugfix warten.
  4. Bluetooth- oder WLAN-Aussetzer? Gerät/nebenstehendes Peripheriegerät neu starten, Netzwerkeinstellungen zurücksetzen.
  5. App-Abstürze? App aktualisieren, Cache leeren, bei Bedarf deinstallieren und neu installieren.
Video: Schritte zur Fehlerbehebung nach dem Nougat-Update

Worauf sollten Anwender achten, bevor sie updaten?

Mit Android N führt Google die sogenannten Seamless Updates ein. Das Update-Problem von Android wird dadurch nicht gelöst, jedoch sollten Nutzer vor dem Einspielen von großen System-Updates folgendes beachten: Backup anlegen, Akku ausreichend geladen oder an das Netzteil angeschlossen, genügend Speicherplatz freihalten und bekannte Probleme des Herstellers prüfen. Wenn möglich, zunächst auf Erfahrungsberichte anderer Nutzer desselben Modells achten.

Problem Mögliche Ursache Erste Maßnahmen
Abgebrochenes Update Inkompatible Hersteller-Firmware Update abwarten, Hersteller-Support kontaktieren, gegebenenfalls Werksreset
Audio-Probleme in Apps API-/Treiber-Inkompatibilität App-Updates prüfen, Problemberichte an Entwickler/Hersteller
SD-Karten-Lesefehler Verschlüsselung/Kartenformat SD-Karte ausbauen, Daten sichern, neu formatieren
Bluetooth/WLAN-Aussetzer Treiber/Stack-Probleme Netzwerkeinstellungen zurücksetzen, Firmware-Updates

Weiterführende Hinweise

Android-Smartphones sind vielseitig, aber nicht immun gegen Probleme. Die korrekte Behebung dieser Probleme ist entscheidend: Erstens kann die richtige Diagnose und Lösung dazu beitragen, das volle Potenzial Ihres Geräts zu nutzen, die Benutzererfahrung zu verbessern und Stress abzubauen. Zweitens können einige dieser Probleme, wenn sie nicht richtig behandelt werden, zu schwerwiegenderen Problemen führen oder sogar die Lebensdauer Ihres Geräts verkürzen.

Wenn die oben beschriebenen Schritte nicht helfen, empfiehlt es sich, die Support-Kanäle des Herstellers zu nutzen oder ein Service-Center aufzusuchen. Bei Unternehmensgeräten sollte die IT-Abteilung eingebunden werden, da Android 7 spezielle Änderungen für Device-Policy-Controller und Arbeitsprofile mitbringt.

Checkliste: Vor dem Update durchführen

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