Vanillinzucker und Vanillezucker: Unterschiede, Herstellung und Verwendung

Vom Namen her klingen Vanillinzucker und Vanillezucker sehr ähnlich. Viele Verbraucher denken, dass beide Produkte identisch sind, da die Bezeichnungen nur wenig voneinander abweichen. Doch in Bezug auf Preis, Qualität und Zusammensetzung unterscheiden sie sich deutlich.

Was ist Vanillinzucker?

Vanillinzucker finden Sie häufig im Backzutaten-Regal im Supermarkt, er ist preiswert und meist im Zehnerpack erhältlich. Er besteht aus Haushaltszucker und dem Aromastoff Vanillin, der Hauptbestandteil des typischen Aromas der Vanilleschote ist. Das hierbei verwendete Vanillin wird meist künstlich hergestellt, denn nur so kann der Vanillinzucker im Mehrfachpack so günstig angeboten werden. Bei diesem künstlich hergestellten Vanillin handelt es sich um einen chemischen Reinstoff. Vanillin ist mit einem weltweiten Verbrauch von jährlich 12.000 Tonnen der am meisten verwendete Aromastoff.

Herstellung von Vanillin

Vanillin kann aus natürlichen Quellen oder synthetisch hergestellt werden. Die natürliche Quelle muss nicht unbedingt ein Lebensmittel sein und erst recht nicht die Vanilleschote. Vanillin wird beispielsweise mit Hilfe von Mikroorganismen aus Zuckerrübenschnitzeln produziert, was wesentlich günstiger ist als die Herstellung aus der echten Vanille. Früher wurde Vanillin aus Nadelhölzern gewonnen, ein Verfahren, das von Wilhelm Haarmann im 19. Jahrhundert entwickelt wurde. Heute stammen die Grundstoffe für die Vanillinproduktion oftmals aus Abfällen der Papierherstellung.

Herstellungsprozess von Vanillinzucker und synthetischem Vanillin
Produkt Bestandteile Herstellung Preis Farbe
Vanillinzucker Zucker, Vanillin Meist synthetisch Preiswert Weiß
Vanillezucker Zucker, echte Vanille Mit Vanilleschote/Extrakt Teurer Oft hellbraun/gold

Vanillinzucker: Rechtliche Deklaration und Qualität

Aromen sind in Lebensmitteln weit verbreitet. Es lohnt sich, bei nach Vanille schmeckenden Lebensmitteln genau hinzuschauen. „Vanille“ ist ein Gewürz, kein Aroma. Steht auf der Verpackung nur „Aroma“, ist es vermutlich künstlich hergestelltes Vanillin. Nur selten basiert Vanillin aus Guajakol aus Guajakbäumen oder dem in Nelkenöl enthaltenen Eugenol. Würde das Vanillin aus natürlichen Quellen stammen, wäre es hochwertiger. Das Aroma kann biotechnologisch oder chemisch hergestellt werden, und der Geschmack von Vanillinzucker ist dem natürlichen Aroma zwar ähnlich, aber ihm fehlt das facettenreiche Bouquet echter Vanille.

Vergleich: Vanille und Vanillin in der Zutatenliste

Was ist Vanillezucker?

Vanillezucker besteht aus Zucker, der mit gemahlenen Vanilleschoten vermischt ist. Für ein intensiveres Aroma kann noch zusätzlich Vanilleextrakt aus der Vanilleschote zum Einsatz kommen. Zu erkennen sind echte Vanilleschoten an den schwarzen Pünktchen im Zucker oder im fertigen Produkt. Echte Vanille enthält rund zweihundert verschiedene Substanzen, die das Aroma ausmachen. Echte Vanille hat einen feinen, aromatischen Geschmack, weshalb sie beim Backen gerne verwendet wird.

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Herstellung und Herkunft von Vanillezucker

Für Vanillezucker braucht man neben Zucker Vanilleschoten, die die Kapselfrüchte der Vanille sind. Das Vanillemark aus der aufgeschlitzten Vanilleschote wird zunächst mit einem Esslöffel Zucker verrieben und dann mit dem restlichen Zucker vermischt. Diesen Zucker mit der in Stücken geschnittenen Vanilleschote in eine Dose füllen und gut verschließen. Die besonders geschätzte „Bourbon-Vanille“ muss von den Inseln Mauritius, Seychellen, La Réunion, Komoren und Madagaskar stammen. Diese Inseln werden auch als Vanille-Inseln bezeichnet. Die Vanille gehört zu den Orchideen, die in tropischen Ländern an Bäumen emporranken. Aus den gelben Blüten entwickeln sich lange Schoten, die nach wochenlanger Fermentation und Trocknung ihren typischen Geschmack entwickeln.

Vanille-Inseln und Herkunft der Bourbon-Vanille

Eigenschaften und Qualität von Vanillezucker

Vanillezucker ist gegenüber Vanillinzucker deutlich teurer, da der Anbau echter Vanille aufwändig und riskant ist: Die Bestäubung der Vanilleblüte muss manuell erfolgen, die Schoten reifen viele Monate, und die Ernte sowie Verarbeitung sind sehr arbeitsintensiv. Gute Vanillestangen haben eine elastische, lederähnliche Hülle. Als hochwertiges Naturprodukt ist Vanillezucker für die meisten Süßspeisen und Backwaren begehrt und wird häufig in Rezepten empfohlen.

Video: Herstellung und Verarbeitung von echter Vanille

Bei Vanillezucker ist es auch erlaubt, dass der Vanillegeschmack nicht ausschließlich aus gemahlenen Vanilleschoten stammt, sondern auch aus zusätzlich zugesetztem Vanilleextrakt. Da Vanilleschoten sehr ergiebig sind, kann man diese mehrfach verwenden, da sie ein Vielfaches ihres Geschmacks abgeben. Als Tipp wird oft angegeben, dass man auf die schwarzen Pünktchen achten soll, die ein Zeichen für echte Vanille seien. Leider ist auch das kein Garant für die beste Qualität: Die Hersteller verwenden teils auch gemahlene extrahierte Vanilleschoten - also solche, nachdem das Aroma daraus gewonnen wurde. Diese sind aber nahezu geschmacksneutral, der Geschmack stammt dann aus zusätzlichem Vanilleextrakt oder natürlichem Vanillearoma.

Wie erkennt man echte Vanilleprodukte im Handel?

Wer Lebensmittel mit Vanillegeschmack wie Eis, Joghurt oder Pudding kauft, sollte einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Denn sie verrät, woher das Aroma kommt. Mit „Vanille“ wird immer das Gewürz bezeichnet und kein künstlicher Aromastoff. Steht nur „Aroma“ in der Zutatenliste, handelt es sich meist um künstlich hergestelltes Vanillin. „Natürliches Aroma“ stammt nicht zwingend aus der Vanille, sondern von anderen natürlichen Rohstoffen. „Vanilleextrakt“ gehört zu den natürlichen Aromen und muss zu 100 Prozent aus der echten Vanilleschote gewonnen werden. Wenn Sie auf Qualität Wert legen, achten Sie darauf, dass das Aroma tatsächlich aus der Vanilleschote stammt.

Unterschiede im Aussehen

  • Vanillezucker: oft hellbraun, goldene Farbe, schwarze Pünktchen (Vanillemark oder -schote), aromatisch
  • Vanillinzucker: weiß, keine Pünktchen, Geschmack durch Vanillin, preiswert

Vanilleextrakt und Vanillearoma

Vanilleextrakt ist ein Konzentrat, das durch das Extrahieren von zerkleinerten Vanilleschoten mit Alkohol gewonnen wird. Das natürliche Vanillearoma muss mindestens aus 95 Prozent der Vanilleschote bestehen, die restlichen fünf Prozent dürfen andere Aromastoffe enthalten. Vanillearoma hingegen wird fast immer chemisch hergestellt und bietet eine günstige Alternative, liefert aber nicht das komplexe Bouquet der echten Vanille.

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Infografik: Der Weg von der Vanilleschote zum Vanillezucker

Verwendung von Vanillinzucker und Vanillezucker beim Backen und Kochen

Beide Varianten von Vanillearomen werden gerne beim Backen von Kuchen, Weihnachtsplätzchen und bei Süßspeisen eingesetzt. Während Vanillinzucker unkompliziert und preiswert ist, liefert Vanillezucker das volle Aroma-Erlebnis. Generell kannst du beide gleichermaßen zum Kochen und Backen verwenden. Wenn du jedoch wirklich das volle Aroma-Erlebnis willst und auch bereit bist, etwas mehr Geld auszugeben, verwende am besten ganze Vanilleschoten oder hochwertigen Vanillezucker.

Vanillezucker selbst herstellen

  1. 250 g Zucker in ein verschließbares Gefäß geben (z.B. Schraubglas).
  2. Eine Vanilleschote mit einem spitzen Messer längs aufschneiden, das Mark auskratzen und zum Zucker geben.
  3. Schote ebenfalls zum Zucker legen.
  4. Gefäß verschließen und einige Tage ziehen lassen.
  5. Zucker wie gewohnt zum Backen nutzen. Schote mehrfach verwendbar.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Herstellung von Vanillezucker

Bourbon-Vanille: Das Qualitätsmerkmal

Die besonders geschätzte „Bourbon-Vanille“ gilt als besonders hochwertig und muss von den Bourbon-Inseln (Madagaskar, Seychellen, Mauritius, Komoren, La Réunion) stammen. Die Bezeichnung ist auf den alten Namen „Île Bourbon“ für La Réunion zurückzuführen. Wer natürliche Vanilleprodukte bevorzugt, kann zu Bourbon-Vanille oder zu Produkten mit ausgewiesenen Vanilleschoten greifen.

Fazit: Der entscheidende Unterschied

Vanillinzucker und Vanillezucker sind keine identischen Produkte. Vanillinzucker besteht aus Zucker und dem Aromastoff Vanillin, meist synthetisch hergestellt und preiswerte Alternative. Vanillezucker enthält das Aroma echter Vanille und ist ein hochwertiges Naturprodukt. Der Preisunterschied, das Aroma und die Herkunft machen die Unterscheidung für Genießer und Qualitätsbewusste beim Kochen und Backen besonders wichtig.

Bourbon-Vanille: Qualitätszeichen und Herkunftskarte

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