Enthaarungscreme / Sugaring-Paste selber machen: Anleitung mit Zucker, Zitrone und Tipps

Haarlose Haut für Wochen, schön glatt, Enthaarung ohne Schmerzen mit rein natürlichen Zutaten - Sugaring klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Sugaring ist eine altbewährte Methode der Haarentfernung, die aus den traditionellen Dampfbädern im Orient stammt, den Hamams. Die Zuckerpaste für Sugaring lässt sich ganz einfach selber herstellen.

Was ist Sugaring und warum selbst machen?

Sugaring ist eine Art der natürlichen Haarentfernung. Anstelle von Kalt- oder Heißwachs wird eine honigartige Paste aus drei Inhaltsstoffen hergestellt: Zucker, Zitronensaft und Wasser. Genau wie beim Waxing oder Epilieren werden die Haare beim Sugaring samt Wurzel entfernt. Dadurch hält der Effekt glatter Haut bis zu vier Wochen an.

100 Prozent natürliche Inhaltsstoffe: Zucker, Zitronensaft und Wasser enthalten keine allergieauslösenden Inhaltsstoffe. Kaum Verpackungsmüll: Zuckerpaste für Sugaring selbst herzustellen spart Verpackungsmüll. Die Reste können Sie einfach in ein ausgespültes Marmeladenglas füllen und bis zur nächsten Anwendung im Kühlschrank aufbewahren.

Sugaring Zuckerpaste selbstgemacht im Glas

Zutaten (Grundrezept)

  • 200 g Zucker (oder je nach Rezept 2 Teile Zucker)
  • 100 ml Wasser (oder 1/4 Teil Wasser je nach Rezept)
  • 100 ml Zitronensaft (oder 1/4 Teil Zitrone bzw. Saft zweier Zitronen)
  • Optional: ein wenig Salz oder ein paar Tropfen pflegendes Öl (z. B. Arganöl)

Schritt-für-Schritt-Zubereitung

  1. Geben Sie Zucker, Wasser und Zitronensaft in einen Topf.
  2. Bringen Sie das Gemisch auf dem Herd zum Kochen. Rühren Sie es dabei ständig um.
  3. Sobald die Flüssigkeit Blasen wirft, können Sie sie vom Herd nehmen. Warten Sie dann einen Moment, bis sie etwas abgekühlt ist und keine Blasen mehr wirft.
  4. Nun stellen Sie sie wieder auf den Herd und lassen sie noch einmal aufkochen. Wiederholen Sie den Vorgang einige Male. Die Paste ist fertig, sobald Sie eine zähflüssige honigfarbene Masse haben.
  5. Wenn die Masse zu hart und brüchig geworden ist, ist sie zu fest geworden und Sie können sie mit Zitronensaft retten.
  6. Die Zuckermasse sieht erst weiß bis transparent aus und verfärbt sich nach und nach in helles Gelb, nach etwa 10 Minuten wird die Masse langsam bräunlich.

Tipp: Für die Konsistenz gilt: Solange die Zuckermasse köchelt, fühlt sie sich beim Rühren flüssig an. Die Masse verflüssigt sich zunächst und dickt nach etwa 10-15 Minuten langsam an.

Prüfen, ob die Konsistenz stimmt (Wassertest)

Wenn Sie nicht sicher sind, ob die Masse ausreichend karamellisiert ist, können Sie den Wassertest machen: Nehmen Sie einen Löffel oder Spatel und lassen Sie einen Klecks Zuckermasse in ein Glas kaltes Wasser fallen. Kristallisiert sie bzw. löst sie sich darin auf, müssen Sie sie noch weiter köcheln lassen. Wenn es möglich ist, rollen/kneten Sie den Tropfen zwischen den Fingern. Ist das ohne Probleme möglich, dann ist die Paste perfekt.

Lesen Sie auch: So gelingt zuckerfreier Rotkohl garantiert

Abkühlen und Aufbewahrung

Jetzt müssen Sie die Zuckerpaste abkühlen lassen, bis sie verwendungsfertig (zimmerwarm, hautwarm) ist. Zum Gebrauch sollte die Zuckermasse körperfreundliche Temperaturen um 30 Grad haben. Hier heißt es immer noch vorsichtig sein, bei freundlichen Sommertemperaturen kann das schon einmal stundenlang dauern.

Haben Sie sich bei der Menge verschätzt, brauchst du den Rest Zuckerpaste nicht wegzuschmeißen. Verpacke sie luftdicht in einem Glas und stelle es in den Kühlschrank. Dort hält sie problemlos mehrere Wochen. Verwende das Stück Zuckerpaste so lange, bis es zu weich wird.

Einmachglas mit selbstgemachter Zuckerpaste

Vorbereitung der Haut

  • Damit sich die Mühe lohnt und die ganze Prozedur für Sie so schmerzlos wie möglich verläuft, sollten Sie vor der Enthaarung dafür sorgen, dass die betreffenden Hautpartien gründlich gereinigt und von Creme- und Make-up-Resten befreit werden.
  • Entfetten Sie die Haut. Tragen Sie am besten eine Speziallösung auf, die die Haare vorbereitet, damit die Paste gut an den Haaren haftet. Lassen Sie die Haare und Haut gut trocknen.
  • Die Haare sollten um die 0,5 Zentimeter lang sein. Auf jeden Fall sollten sie kürzer als ein Zentimeter sein. Rasieren Sie die entsprechenden Körperstellen also etwa zwölf Tage vor der Anwendung nicht mehr.
  • Was sich ebenfalls empfiehlt, ist es zwei Tage vor der Behandlung ein Peeling durchzuführen, um abgestorbene Hautzellen zu entfernen und das Risiko für eingewachsene Haare zu mindern.

Anwendung: Flicking- und Vlies-Methode

Es gibt zwei verschiedene Methoden beim Sugaring: die Flicking-Methode und die Vlies-Methode. Für die erste benötigen Sie Einmalhandschuhe, für die zweite entsprechend ein Stück Vlies oder Stoffstreifen.

Flicking-Methode (ohne Streifen)

  1. Reinigen Sie zunächst die zu enthaarende Hautstelle.
  2. Ziehen Sie dünne Gummihandschuhe an. Nehmen Sie nun einen etwa kirschgroßen Klecks der Paste und kneten sie einige Sekunden, falls sie zu fest sein sollte.
  3. Nun formen Sie eine kleine Kugel.
  4. Streichen Sie dann die Sugaring-Paste entgegen der Wuchsrichtung auf die zu enthaarende Stelle.
  5. Ziehen Sie das Zucker-Gemisch nun mit den Fingern in Wuchsrichtung ruckartig ab.
  6. Jetzt können Sie die Masse wieder zu einer Kugel formen und von vorne beginnen.

Meist wird bei der Enthaarung die Handtechnik Flicking eingesetzt. Trage mit einer Hand die Zuckerpaste auf und straffe mit der anderen die Hautpartie, während du die Masse abziehst.

Demonstration Flicking-Methode

Vlies-Methode (mit Streifen)

  1. Nimm ein Stück Vlies- oder Stoffstreifen (z. B. Baumwolle, alte T-Shirts funktionieren).
  2. Verteile die Paste auf dem Vlies oder streiche erst die Paste auf den Streifen und dann beides auf die Haut.
  3. Trage die Paste entgegen der Wuchsrichtung auf und lege den Streifen auf.
  4. Ziehe den Streifen flach in Wuchsrichtung ruckartig ab.

Du kannst die Sugaring-Masse auch auf die Haut auftragen und dann mit Vlies- oder Stoffstreifen abziehen, wenn das für dich einfacher ist. Die Stoffstreifen waren nach Erfahrung mit lauwarmem Wasser einfach zu reinigen.

Lesen Sie auch: Met brauen leicht gemacht: Dein Honigwein Rezept

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

  • Zu flüssige Masse: weiter kochen, Wassertest durchführen.
  • Zu feste/brüchige Masse: mit etwas Zitronensaft retten.
  • Paste zu heiß auftragen: immer auf Körpertemperatur abkühlen lassen (ca. 30 °C).
  • Haut nicht gereinigt/gefettet: vorher duschen und entfetten.
  • Zuviel an einer Stelle wiederholen: kann Hautreizungen verursachen.

Pflege nach dem Sugaring

  • Nach dem Sugaring empfiehlt sich, 24 Stunden auf Sport bzw. auf übermäßiges Schwitzen und Sonnenbäder zu verzichten.
  • Vermeiden Sie 24 Stunden nach der Enthaarung Sonnenbäder, Saunagänge oder exzessive Sporteinheiten.
  • Nach einem Sugaring im Gesicht oder unter den Armen empfiehlt es sich, mindestens 12 Stunden auf Make-up und alkoholhaltige Deodorants zu verzichten.
  • Danach sollte die Haut mit einer Aloe-Vera-Creme oder einer leichten After Shave Body Lotion (z. B. mit Panthenol) beruhigt und gepflegt werden.
  • Verwende regelmäßig ein Peeling, um eingewachsene Haare zu vermeiden.
Aloe Vera Gel zur Pflege nach Sugaring

Vor- und Nachteile zusammengefasst

Vorteile Nachteile
Nur natürliche Inhaltsstoffe (Zucker, Zitrone, Wasser) Zeitintensiv: immer nur kleine Areale nacheinander
Weniger schmerzhaft als Waxing (Haare werden in Wuchsrichtung gezogen) Anfangs Übungssache; Konsistenz finden kann mehrere Versuche brauchen
Kaum Verpackungsmüll, wiederverwendbar Bei Neurodermitis oder Narben nicht empfohlen
Gründliche Haarentfernung, Haare wachsen später feiner nach Beim Selbermachen kann es klebrig und unordentlich werden

Praktische Tipps und Hinweise

  • Wenn Sie sich zur Daueranwendung von Sugaring entscheiden, ist die Anschaffung eines Wärmegeräts wie eines SugarHeaters eine gute Idee.
  • Die Test bringen nicht nur Erfahrung, sie zeigen auch, ob Sie die Handhabung der klebrigen Masse überhaupt ertragen können.
  • Die Zuckerpaste bleibt lediglich an den Haaren kleben und zieht sie heraus; sie verklebt nicht mit der Haut wie Wachs.
  • Manche kaufen fertige Halawa-Paste - das ist praktisch, aber selbstgemacht ist deutlich günstiger.
  • Bei Unsicherheit: zunächst eine gute Sugaring-Paste kaufen und mit dieser arbeiten, bis man Routine hat.

Für wen eignet sich Sugaring?

Sugaring eignet sich für jeden Hauttyp und jede Körperstelle - sogar für empfindliche Haut im Gesicht. Vorsicht gilt allerdings bei Neurodermitis und Narben, da das Ausreissen der Haare dann zusätzliche Hautreizungen provozieren könnte.

Demonstration: Sugaring Anwendung Flicking und Vlies

Erfahrungswerte

Das richtige Auftragen und Entfernen der Zuckerpaste stellt seine eigenen Anforderungen und klappt meist erst nach etlichen Versuchen reibungslos. Anfangs braucht es noch ein wenig Übung, aber schon nach kurzer Zeit hast du den Dreh raus. Die Haare wachsen nach der Behandlung meist dünner und heller nach; wer regelmäßig sugart, kann eine Verlangsamung des Haarwachstums beobachten.

Die Methode hat historische Wurzeln: Schon Cleopatra soll sich mit Sugaring die Haare entfernt haben - der Trend ist also keineswegs neu.

Sugaring Ergebnis: glatt und seidenweich

Lesen Sie auch: Purer Himbeergenuss ohne Zucker

tags: #enthaarungscreme #selber #machen #honig #zucker #zitrone

Populäre Artikel: