Warum schmeckt amerikanische Schokolade nach Buttersäure?
Süß und aromatisch: So sollte Schokolade schmecken. Findest du auch? Dann solltest du es vermeiden, jemals in den „Genuss“ amerikanischer Schokolade zu kommen. Denn die schmeckt für europäische Gaumen alles andere als lecker! Woran das liegt und welche Süßigkeiten aus den USA das noch betrifft, erfährst du hier.
Schmeckt amerikanische Schokolade wirklich anders?
Du bist davon überzeugt, dass Schokolade überall auf der Welt gleich schmeckt? Dann solltest du ein Stück amerikanische Schokolade probieren. Doch Vorsicht: Es soll Leute geben, die sich von amerikanischer Schokolade übergeben mussten! Tatsächlich schmeckt Schokolade aus den USA um einiges bitterer und saurer als hierzulande. Einige behaupten sogar, es schmecke nach Erbrochenem!
Der Grund: Buttersäure in US-Schokolade
An der Behauptung ist durchaus etwas dran - und der Grund ist simpel: Amerikanische Schokolade enthält manchmal Buttersäure. Dabei handelt es sich um eine Fettsäure, die auch in Erbrochenem vorkommt. Igitt! Buttersäure kommt natürlicherweise in Lebensmitteln wie Parmesankäse und Sauerkraut vor. Doch die Fettsäure wird auch als Konservierungsmittel eingesetzt.
In einem speziellen Prozess werden dafür die Fettsäuren aus der in der Schokolade enthaltenen Milch abgebaut. Es entsteht Buttersäure. Die Schokolade ist dadurch länger haltbar - hat aber ein, zumindest für europäische Geschmacksnerven, ungewöhnliches Aroma. Um den Geschmack zu überdecken, werden noch mehr Zucker und Süßungsmittel wie Maissirup hinzugefügt.
Welche Produktionstechniken und Zutaten machen den Unterschied?
In der Herstellung werden dafür die Fettsäuren aus der in der Schokolade enthaltenen Milch abgebaut. Um diesen nicht ganz angenehmen Geschmack zu überdecken steckt in den US-Schoko-Tafeln eine Menge mehr Zucker und Süßungsmittel wie Maissirup. Das betrifft übrigens viele andere Süßigkeiten in den USA, zum Beispiel Nutella. Auch deshalb sind viele Süßigkeiten aus den USA für uns ungenießbar.
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In Schokolade könnte Paul baden. Und dann greift Paul zu amerikanischer Schokolade aus den USA. Bah! Tatsächlich ist da etwas dran. US-Schokolade ist um einiges bitterer und saurer als unsere europäischen Tafeln, der Grund ist folgender: Amerikanische Schokolade enthält Buttersäure.
Unterschiedliche Qualitätsstandards: EU vs. USA
Deshalb schmeckt uns amerikanische Schokolade nicht. In Deutschland, bzw. der EU, herrschen deutlich höhere Qualitätsstandards für Schokolade. Hier darf größtenteils nur echte Kakaobutter für die Herstellung unserer Lieblingssüßigkeit benutzt werden, anstatt billigere Fette. Zusätzlich wird in großen Teilen Europas auf eine ausgeprägte Chocolatier- und Zuckerbäckertradition zurückgeblickt, die es so in den USA nicht gibt.
Durch diese besonders konzernfreundliche Regulierung kann die USA sehr viel billigere Schokolade herstellen. Da das dort auch jeder tut, gibt es keinen Konkurrenzdruck unter den einzelnen Schokoladen-Hersteller:innen und der Geschmack wird etwas vernachlässigt oder nicht unbedingt verbessert. Wir sind aber Qualität gewohnt, denn viele Nationen in der EU sind Exportmeister in Sachen Schokolade. Genau deshalb erscheint uns dann die amerikanische Schokolade als ziemlich eklig.
Geschmackliche Wahrnehmung: Connaisseur vs. Mainstream
Wer sich selbst einen Connaisseur nennt, der hält etwas auf seinen Geschmack. Ein echter Kenner identifiziert feinste Nuancen, die sensiblen Geschmacksnerven diagnostizieren treffsicher selbst ausgefallene Aromen - seien es Waldbeere, Leder, Erde oder gar Gummi. Wer damit nichts anfangen kann, sollte sich hüten, das auch zuzugeben - schnell ist man sonst als olfaktorischer Laie abgestempelt.
Sehr einfach scheint es dagegen zu sein, die Schokolade der britischen Firma Cadbury und die des US-Unternehmens Hershey's auseinanderzuhalten. Wenn man dem Wehklagen amerikanischer Schokoladenfreunde glauben darf, schmecken Hershey's-Riegel nämlich weniger nach Kakao, sondern eher nach Wachs und Plastik. Andere nehmen beim Verzehr der US-Produkte sogar Akzente von Holzasche wahr.
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Beispiele: Cadbury vs. Hershey's
Bislang konnte das den amerikanischen Schoko-Connaisseuren ziemlich egal sein. Sie griffen einfach zu den aus Großbritannien und Irland importierten Riegeln von Cadbury. Doch das dürfte bald vorbei sein.
Cadbury steht drauf, Hershey's ist drin. Vergangene Woche verpflichtete sich der amerikanische Importeur Let's Buy British Imports (L.B.B.) gegenüber Hershey's, künftig keine Cadbury-Schokolade aus Irland und Großbritannien mehr in die USA zu importieren. Weil Hershey's eine Verwechslungsgefahr sieht, sind auch viele Schokoriegel anderer Marken betroffen. Hintergrund ist eine Vereinbarung der beiden Unternehmen.
Seit Jahrzehnten vertreibt Hershey's in den USA Schokoladentafeln unter dem Namen Cadbury. Die Schokolade selbst darf Hershey's jedoch nach eigenem Rezept herstellen. Dieses Abkommen hatte Hershey's durch den Import von "echter" Cadbury-Schokolade verletzt gesehen und im Sommer 2014 gegen den Importeur geklagt.
Was sagen Zutatenlisten?
Amerikanische Cadbury-Freunde sind empört. Schließlich sind die geschmacklichen Unterschiede zwischen der europäischen und der US-Variante gewaltig - zumindest wenn man den Cadbury-Liebhabern glaubt. Doch selbst Laien erkennen den Unterschied schnell an der Zutatenliste. Während bei der britischen Variante der "Cadbury Dairy Milk" als erste Zutat Milch genannt wird, steht beim US-Pendant an erster Stelle Zucker. Weiter ist die britische Mischung deutlich fettreicher. Die amerikanische Variante enthält zudem andere Zusätze.
Viele US-Spezialitätengeschäfte fürchten nun ums Geschäft. Sie nehmen auch das Hauptargument von Hershey's auseinander. "Liebes Hershey's, heute habe ich einigen Amerikanern britische Cadbury-Schokolade gezeigt. Kein Einziger hat die Verpackung verwechselt." Ein anderer Kommentator ergänzt: "Die britischen Schokoriegel werden fast ausschließlich in Spezialgeschäften angeboten. Sie werden nicht neben Hershey's-Produkten platziert."
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Welche Süßigkeiten sind noch betroffen?
Das betrifft übrigens viele andere Süßigkeiten in den USA, zum Beispiel Nutella. Auch deshalb sind viele Süßigkeiten aus den USA für uns ungenießbar. Um den Geschmack zu überdecken, werden noch mehr Zucker und Süßungsmittel wie Maissirup hinzugefügt.
Tabelle: Wichtige Unterschiede in Zutaten und Geschmack
| Aspekt | EU / britische Schokolade | US-Schokolade |
|---|---|---|
| Hauptfett | meist echte Kakaobutter | häufig billigere Fette |
| Milch- und Fettsäurebehandlung | weniger Abbau zu Buttersäure | Fettsäuren werden abgebaut, Buttersäure kann entstehen |
| Zuckeranteil | oft geringer | meist deutlich höher, Maissirup als Süßungsmittel |
| Geschmack | cremig, kakaointensiv | bitterer, saurer, mit Buttersäure-Noten |
Warum machen Lebensmittelkonzerne in den USA das?
Warum machen die Lebensmittelkonzerne in den USA das? Ganz einfach, weil sie es können und es billiger ist. Keine Angst, diese billige Art der Konservierung sollte so schnell nicht zu uns herüberschwappen, die Qualitätsbestimmungen der EU sind da etwas strenger.
Wer sich selbst einen Connaisseur nennt, der hält etwas auf seinen Geschmack. Ein echter Kenner identifiziert feinste Nuancen, die sensiblen Geschmacksnerven diagnostizieren treffsicher selbst ausgefallene Aromen - seien es Waldbeere, Leder, Erde oder gar Gummi.
Wenn man dem Wehklagen amerikanischer Schokoladenfreunde glauben darf, schmecken Hershey's-Riegel nämlich weniger nach Kakao, sondern eher nach Wachs und Plastik. Andere nehmen beim Verzehr der US-Produkte sogar Akzente von Holzasche wahr. Anmerkung für Laien: Das ist nicht als Qualitätsmerkmal gemeint.
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