Beste Linzer Torte: Geschichte und Herkunft

Die Linzer Torte zählt neben der Sachertorte zu den berühmtesten Naschwerken österreichischer Herkunft. Die Linzer Torte - barocke Backkultur auf dem Weihnachtsteller - wird aus aromatisch-nussigem Mürbeteig gebacken, der mit Zimt und Nelken verfeinert wird, und gefüllt mit fruchtiger, roter Marmelade.

Älteste Quellen und historische Nachweise

Das älteste überlieferte Rezept stammt aus dem 17. Jahrhundert, es ist damit das älteste bekannte Tortenrezept der Welt. Das Rezept wurde in einem Kochbuch von 1653 entdeckt, das die Gräfin Anna Margarita Sagramosa zusammengestellt hat. Das Buch wird im Stiftsarchiv Admont als Codex 35/31 aufbewahrt und wurde 2005 von Waltraud Faißner entdeckt, der Leiterin der Bibliotheken der oberösterreichischen Landesmuseen.

In dem Kochbuch der Gräfin Anna Margarita Sagramosa (Verona) von 1653 sind 4 Tortenrezepte mit dem Namen Linz aufgeführt. Damit ist die Linzer Torte älter als viele andere berühmte Backwerke und gilt als die „älteste bekannte Torte der Welt“. Das älteste Rezept stammt aus einem mehr als 350 Jahre alten Kochbuch. Dieses enthält bereits zu diesem frühen Zeitpunkt vier verschiedene Rezepte zur Linzer Torte/zum Linzer Teig, was die allgemeine Beliebtheit und die weite Verbreitung des Backwerks in der Barockzeit widerspiegelt.

Waltraud Faißner: Zur Auffindung der bislang ältesten Rezepte der Linzer Torte. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Linz 2006. Waltraud Faißner (Redaktion): Wie mann die Linzer Dortten macht. Historische Rezepte zur „Linzer Torte“. Aus der Kochbuchsammlung des oberösterreichischen Landesmuseums (= Studien zur Kulturgeschichte Oberösterreichs. Band 13). Bibliothek der Provinz, edition M, Weitra 2004.

Name und Herkunft: Linz als wahrscheinliche Quelle

Zur historischen Namensgebung von Speisen erfolgte diese ursprünglich nach geographischen Gesichtspunkten, daher ist es viel wahrscheinlicher, dass der Name Linzer Torte sich von der Stadt Linz ableitet. Ihren Namen verdankt die Torte der oberösterreichischen Stadt Linz, dort wurde sie im 17. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt. Die Linzer Torte gilt als die älteste nach einer Stadt benannte Mehlspeise.

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Um die Herkunft des Namens ranken sich viele Geschichten, die historisch aber nicht belegbar sind. Vereinzelt wird behauptet, ein Wiener Konditor namens Linzer hätte die Linzer Torte erfunden. Diese Behauptung geht vermutlich auf Alfred Polgar zurück, der sie in der Glosse „Städte, die ich nie erreichte“ „seinem gelehrten Freund Jakob Frank“ in den Mund legt. Da aber weder ein Freund Polgars namens Jakob Frank noch ein Wiener Zuckerbäcker namens Linzer historisch nachweisbar sind, ist die geografische Herkunftsbezeichnung wahrscheinlicher.

Wer hat die Linzer Torte „erfunden“?

Oft wird Johann Konrad Vogel (1796-1883) als Erfinder der Linzer Torte genannt. Ob er sie tatsächlich „erfunden“ hat, ist nicht eindeutig nachgewiesen. Johann Conrad Vogel, am 9. August 1796 in Weihenzell geboren, erlangte mit dieser süßen Kreation Weltberühmtheit. Ob er sie tatsächlich "erfunden" hat, lässt sich nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, zumal ähnliche Rezepturen aus der steierischen Küche bekannt waren.

Vogels „Trick“ mit dem langen Rühren, der die Torte wohlschmeckender macht, war offenbar nichts Neues. Johann Conrad Vogel ist demnach wohl „nur“ ein erfundener Erfinder. Am 13. ... Am 27. April 2019 fand in Linz der „erste Linzer Tortenball“ statt, der von den OÖNachrichten, Tanzschulleiter Michael Horn und Konditor Leo Jindrak veranstaltet wurde.

Verbreitung - von Linz in die Welt

Bereits im Jahr 1856 wurde die Torte vom Linzer Auswanderer, dem Maler, Dichter, Komponisten und Dirigenten Franz Hölzlhuber nach Amerika gebracht, wo er sie in Milwaukee, Wisconsin, einführte. Die Linzer Torte ist eine Torte - streng genommen aber ein Kuchen - aus Linzer Teig und Linzer Masse.

Die Linzer Torte ist nicht nur eine österreichische, sondern auch eine badische Spezialität. Zur regionalen, landestypischen Küche gehört die Linzer Torte auch in Südbaden, denn große Teile des Landes gehörten bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu Vorderösterreich. Die „Linzer“, wie sie vor allem im Breisgau und entlang des Schwarzwalds gebacken wird, ist ein kulinarisches Erbe aus der mehr als 400 Jahre langen Zeit der Habsburg-Monarchie, die noch heute großen Einfluss auf die hiesige Küche hat. Die Torte ist übrigens auch in der Schweiz beliebt.

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Rezepturerklärung: Linzer Teig, Linzer Masse, Füllung und Gitter

Per Definition ist die Linzer Torte ein Kuchen aus einem besonders schweren Mürbeteig mit Gewürzen und geriebenen Nüssen, der mit einer roten Konfitüre bestrichen und einem Gitter aus demselben Teig dekoriert wird. Typisch für die Linzertorte ist das Gittermuster aus Mürbeteig sowie die rote Marmelade, die mitgebacken wird. Das charakteristische Rautenmuster der Linzer Torte entstand vermutlich aus praktischen Gründen.

Linzer Masse ist eine dressierfähige Masse aus Mehl, Fett, Ei und Zucker mit Zusätzen von Mandel-, Persipan- oder Nussmasse. Brauner Linzer Teig (in Österreich) ist mürbteigähnlich und besteht aus Mehl, Zucker, Butter, Ei sowie Mandeln oder Nüssen. Der Teig wird mit Zimt und Gewürznelken abgeschmeckt. Der Marmeladebelag der Linzer Torte wird schon vor dem Backen aufgetragen. Damit hat die Linzer Torte mehr Ähnlichkeit mit einem Kuchen.

Zutatenbeispiel eines klassischen Rezepts

Zutaten Mürbeteig Zutaten Füllung / Garnitur
Butter, Puderzucker, Vanillezucker, Salz, gemahlene Haselnüsse oder Mandeln, Zimt, Nelken, Mehl, Ei Ribiselmarmelade (Johannisbeere) oder Himbeerkonfitüre, Eigelb zum Bestreichen, Mandelblättchen

Für ein konkretes Rezept werden häufig etwa 150 g Butter, 125 g Puderzucker, 125 g gemahlene Haselnüsse, 1 TL Zimt, 1 Messerspitze Nelken, 250 g Mehl und 1 Ei verwendet. Für die Füllung 250-300 g Konfitüre. Der Teig wird gekühlt, der Boden ausgelegt, die Konfitüre aufgestrichen und ein Gitter aus Teigstreifen darauf gelegt. Der Kuchen wird goldbraun gebacken und sollte 1-2 Tage ziehen, damit sich das Aroma entfaltet.

Linzer Torte mit typischem Gittermuster auf Teller

Varianten, Geling-Tipps und Lagerung

Es gibt Hunderte Varianten des üppigen Kuchens. Es gibt Varianten, die aus Mürbeteig und einer Makronenmasse bestehen, wobei Aprikosenkonfitüre verwendet wird. Die einzig echte „Linzer“ gibt es nicht, und ein wirkliches Originalrezept hat es laut Waltraud Faißner nie gegeben. Im Gegensatz zu den jüngeren Rezepten wurde damals der Teig für die Linzer Torte stets mit Butterschmalz zubereitet.

4 Geling-Tipps für das Linzer Torte Rezept:

  • Röste die Haselnüsse oder Mandeln, bevor sie im Teig untergemengt werden. Durch das Rösten intensiviert sich der Geschmack.
  • Verrühre die Teig-Zutaten nur kurz, bis sie sich gerade so verbunden haben, damit der Mürbeteig nicht zäh wird. Dann muss der Teig noch 1-2 Stunden kühl gestellt werden.
  • Nimm hochwertige Marmelade bzw. Konfitüre für dieses Rezept, das schmeckt man einfach!
  • Bestreiche das Teig-Gitter vor dem Backen mit verquirltem Eigelb und bestreue den Rand mit Mandelblättchen.

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Das Geheimnis des perfekten Geschmacks: Die Linzer Torte ist bekannt dafür, dass sie nach dem Backen eine gewisse „Reifung“ benötigt. Frisch aus dem Ofen schmeckt sie natürlich auch, aber erst nach 1-2 Tagen entfaltet sie ihr volles Aroma. Während dieser Zeit verbinden sich die Aromen von Teig, Gewürzen und Marmelade zu einem harmonischen Geschmackserlebnis. Früher wurde die Linzer Torte oft für besondere Anlässe gebacken und durfte bis zu einer Woche lagern, was den Geschmack noch intensiver machte.

Kulturelle Bedeutung und Tourismus

Die Linzer Torte ist die beliebte Mehlspeise und wohl die bekannteste Botschafterin der Donaustadt. Die „Original Linzer Torte“ zählt nicht nur zu den beliebtesten Torten der Stadt - sie ist auch ein echter Exportschlager und eine süße Botschafterin der Landeshauptstadt an der schönen blauen Donau. In Linz gibt es einige Bäckereien, die die „Original Linzer Torte“ anbieten und auch versenden. So produzierte beispielsweise die Konditorei Jindrak bisher 80 000 Linzer Torten.

Verpackte Original Linzer Torte in Geschenkbox

Seit 2015 präsentiert der Tourismusverband Linz in Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern originelle Verpackungsdosen für die Linzer Torte. Die Linzer Torte gibt es in unterschiedlichen Variationen und sie wird attraktiv verpackt als Souvenir oder Firmengeschenk in die ganze Welt verschickt. Besuchergruppen können in Linz ihre ganz persönliche Original Linzer Torte anfertigen und mit nach Hause nehmen. Der Bäcker- und Konditormeister weist die Backfreudigen in die Geheimnisse der beliebten Linzer Köstlichkeit ein und zeigt Tipps und Tricks.

Literatur, Forschung und moderne Aufarbeitung

Waltraud Faißner hat die historischen Rezepte aufgearbeitet und viele dieser Rezepte nachgebacken. In ihrem neuen Buch „Linzerische Torten auf andere Art“ wird viel zur Entwicklungsgeschichte der Torte enthalten sein, dazu Literarisches und Musikalisches rund um sie, Rezepte aus aller Welt, schöne Illustrationen und Angaben zur Kochbuchsammlung der OÖ-Landesmuseen. Faissner hat die meisten Rezepte nachgebacken und mit bestem Erfolg präsentiert.

Weitere Literatur: Stephan Klinger: Die Linzer Torte. Die süße Botschafterin aus Oberösterreich. Liselotte Schlager: Linzer Torte. Drei Jahrhunderte Kulturgeschichte um ein Backwerk. Franz Maier-Bruck: Das Große Sacher Kochbuch.

Do-It-Yourself Video: Linzer Torte backen

Warum die Linzer Torte beliebt bleibt

Wunderbar mürbe, würzig, nussig, fruchtig süß - das Zusammenspiel der Aromen von Butter, Zimt, Nelken, gemahlenen Nüssen, Kirschwasser und der fruchtigen Säure der Konfitüre erwärmt das Herz und löst Vorfreude und Festtagsstimmung aus. Wenn der Advent naht, entstehen hierzulande Berge von Linzertorten, die dann, kühl gelagert, Weihnachten entgegenreifen. Wer jemals als Kind staunend vor einem Stapel vor sich hin duftender „Linzer“ gestanden hat, ist für sein Leben geprägt.

Die Linzer Torte hält sich an einem kühlen Ort bis zu 2 Wochen lang frisch. Wird sogar jeden Tag besser. Kann gut vorbereitet werden. Auch zum Einfrieren geeignet. Schmeckt himmlisch nach Weihnachten.

Stapel frisch gebackener Linzer Torten im Bäckerladen

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