Witte und Ray Lebkuchen Konfekt: Herstellung und Geschichte
Die Tradition der Lebkuchenherstellung in Nürnberg ist tief verwurzelt und mit vielen Geschichten verbunden, von denen die Familienunternehmen Witte und Ray eine bedeutende Rolle spielen. Die Herstellung von Lebkuchen, einer der ältesten deutschen Backwaren, wurde über Generationen hinweg bewahrt und weiterentwickelt. Zwei Namen stechen hierbei hervor: das Unternehmen Lebkuchen-Schmidt sowie das Familienunternehmen Witte & Ray, die beide für ihre handwerkliche Qualität und liebevolle Verarbeitung bekannt sind.
Die Geschichte von Lebkuchen-Schmidt
Die Firmengründung von Lebkuchen-Schmidt war ein Mix aus Zufall und Mut. Zwei Brüder, E. Otto Schmidt in Nürnberg und Franz in Thüringen, begannen einst mit der Aufgabe, einen Waggon voller Lebkuchen schnell zu verkaufen. Dies war der Ursprung des Lebkuchenversands und führte zu großem Erfolg, sodass sogar Nachkäufe von Lebkuchen durch die damalige Firma Zucker-Bär notwendig wurden.
Die ersten Lebkuchen wurden in einer kleinen Backstube in der Voltastraße 91 in Nürnberg auf einer Fläche von nur 50 Quadratmetern von rund 10 Arbeitskräften hergestellt und zu Sortimenten zusammengestellt. Der Vertrieb erfolgte hauptsächlich per Versand an Endverbraucher. Aufgrund des wachsenden Erfolges musste bald eine Vergrößerung erfolgen, weshalb ein Grundstück in der Gyulaer Straße erworben und ein Fabrikgebäude errichtet wurde.
Die Jahre von 1938 bis 1947 waren aufgrund von politischen und kriegerischen Ereignissen sehr schwierig. Nach der Enteignung verließ E. Otto Schmidt 1938 das Unternehmen, und schwere Bombenschäden zwangen 1943 zur Einstellung der Lebkuchenproduktion. Nach dem Kriegsende begann der Wiederaufbau, und 1950 arbeiteten bereits wieder 300 Menschen im Betrieb.
Mit dem Eintritt von Martin Burkhardt 1950 in den Bereich Werbung und Gestaltung sowie seinem Bruder Dipl.-Ing. Rudolf Burkhardt in den technischen Betrieb startete eine neue Ära. Ab 1959 expandierte das Unternehmen weiter und erwarb ein Grundstück an der Zollhausstraße, um die Produktion auszuweiten. Emil Otto Schmidt erlebte die Einweihung dieses neuen Standortes nicht mehr; er verstarb im Jahr 1961.
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Die folgenden Jahrzehnte waren von stetigem Wachstum geprägt. Nach dem Tod von Rudolf Schmidt-Burkhardt 1980 und weiteren familiären Verlusten führte Henriette Schmidt-Burkhardt das Unternehmen von 1983 bis 2014 und sicherte so die Kontinuität der Lebkuchen-Tradition.
Zum Jubiläum im Jahr 2017 blickte die gesamte Lebkuchen-Welt auf Lebkuchen-Schmidt und feierte 90 Jahre Tradition mit einem besonderen Sortiment und Aktionen.
Materialien und Produktion bei Lebkuchen-Schmidt
Die Lebkuchenproduktion ist eine Herausforderung, die immer wieder höchste Anforderungen an die vollautomatisierten Produktionsanlagen stellt. Im Dreischichtbetrieb werden pro Tag rund 60 Tonnen Rohstoffe verarbeitet, um bis zu 3 Millionen Lebkuchen herzustellen. Dabei ist eine sorgfältige Auswahl und Verarbeitung der Zutaten essenziell.
Grundsätzlich dient Zucker nicht nur zur Süßung, sondern hemmt auch das Wachstum von Schimmelpilzen, Hefen und einigen Bakterien, was die Haltbarkeit der Produkte erhöht. Gleichzeitig kann ein hoher Zuckerkonsum jedoch zu Gewichtszunahme und Zahnverfall führen, weshalb in der Lebkuchenherstellung eine Balance gefunden werden muss.
Zusätzliche Zutaten wie Kaliumsorbat oder Nitrite werden häufig als Konservierungsmittel verwendet, um die Haltbarkeit weiter zu sichern. Ihre Wirkung ist dabei umstritten, und es gibt Studien, die eine genotoxische Wirkung in Kombination zeigen. Backpulver und Natriumcarbonate regulieren den pH-Wert des Teigs, was wiederum die Textur und Struktur der Lebkuchen beeinflusst.
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Die Geschichte des Familienunternehmens Witte & Ray
Die Wurzeln der Witte & Ray Lebkuchenberufe reichen bis ins Jahr 1935 zurück, als Bäckermeister Ludwig List mit seiner Ehefrau Marie eine kleine Bäckerei am Nürnberger Burgberg gründete. Neben dem Brotbacken entstanden dort bereits die ersten bekannten Elisen-Lebkuchen.
1954 heiratete die Tochter des Hauses List den Bäckermeister Erwin Witte, wodurch die handwerkliche Tradition der Lebkuchenproduktion im eigenen Betrieb in der Scheuerlstraße in Nürnberg fortgesetzt wurde. 1975 folgte der Umzug der Bäckerei Witte nach Fürth in die Moststraße 7, was eine Expansion bedeutete.
Mit wachsendem Erfolg wurde 1983 eine größere Produktionsstätte in Fürth-Sack bezogen. 1987 übernahm Harald Witte, Sohn des Gründers, die Leitung des Betriebs, und 1995 kam mit Bäckermeister Arno Ray ein weiterer Fachmann hinzu, der gemeinsam mit Harald Witte die alten Rezepte überarbeitete und verbesserte.
2007 erfolgte der Erwerb der Firma "Pfann Lebkuchen" durch Michael Witte, Sohn von Harald Witte, was die Unternehmensgröße weiter steigerte. 2010 trat auch Daniel Witte in das Familienunternehmen ein, sodass heute die beiden Brüder Michael und Daniel Witte das Erbe gemeinsam fortführen und die handwerkliche Lebkuchen-Tradition bewahren.
Ein bedeutender Schritt in der modernen Geschichte war 2011 der Baubeginn eines neuen Betriebsgebäudes in Diepersdorf im Nürnberger Land, welches auf mehr als 1.500 Quadratmetern diverse Produktions-, Verkaufs- und Verwaltungsbereiche umfasst. 2012 wurde die neue Filiale offiziell eröffnet.
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Handwerkskunst und Spezialitäten
Witte & Ray steht für handgefertigte Backspezialitäten, die weit über die Region Nürnbergs hinaus eine hohe Bekanntheit genießen. Das Unternehmen setzt auf eine liebevolle, traditionelle Herstellung von Lebkuchen und anderen süßen Gebäcken, die mit Leidenschaft in der Region produziert werden.
Das Sortiment umfasst neben klassischen Lebkuchen auch feine Pralinen und Konfekt, die sowohl in Dosen als auch als Geschenkverpackungen erhältlich sind. Die handwerkliche Verarbeitung, vereint mit modernster Ausstattung, sichert dabei eine herausragende Produktqualität.
Tabelle: Wichtige Daten im Überblick - Witte & Ray Lebkuchen
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1935 | Gründung der Bäckerei Ludwig List am Nürnberger Burgberg |
| 1954 | Tradition durch Heirat und Übernahme durch Erwin Witte |
| 1975 | Umzug der Bäckerei nach Fürth, Moststraße 7 |
| 1983 | Neuer Firmensitz in Fürth-Sack |
| 1987 | Übernahme durch Harald Witte |
| 1995 | Erweiterung durch Zusammenarbeit mit Arno Ray |
| 2007 | Übernahme der Firma "Pfann Lebkuchen" durch Michael Witte |
| 2010 | Eintritt von Daniel Witte ins Familienunternehmen |
| 2011 | Bau des neuen Betriebsgebäudes in Diepersdorf |
| 2012 | Eröffnung der neuen Filiale in Diepersdorf |
Besuchen Sie die Standorte in Nürnberg oder Fürth und erleben Sie die faszinierende Welt der Lebkuchen von Witte & Ray. Die Kombination aus Tradition, Familie und handwerklicher Kunst sorgt für unverwechselbare Geschmackserlebnisse, die seit Jahrzehnten Lebkuchenliebhaber begeistern.
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