Wiener Apfelstrudel Rezept mit Marmelade – Tradition und kulinarische Meisterleistung
Der Wiener Apfelstrudel gilt als wahres kulinarisches Wahrzeichen Österreichs und begeistert seit Jahrhunderten Feinschmecker. Neben dem klassischen Strudel in hauchdünnem Strudelteig gehört die Apfelstrudelmarmelade zu den gastronomischen Schätzen, die mit viel Liebe und Tradition zubereitet werden. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie sowohl den original Wiener Apfelstrudel mit hauchdünnem Teig als auch eine köstliche Apfelstrudelmarmelade mit Marmelade und Rum zubereiten. Zudem erhalten Sie wertvolle Tipps, wie der perfekte Strudelteig gelingt und welche Zutaten für den besonderen Geschmack sorgen.
Die Tradition der Apfelstrudelmarmelade bei den Fallys
Marmelade einkochen ist bei den Fallys eine liebgewonnene Tradition. Gitti Fally gesteht: "Ich liebe das!" Besonders beliebt sind Varianten mit Erdbeeren und Hollerblüten, Ribisel und Lavendel oder der exotische Mix Birne und Blau. Die kleinen Gläser eignen sich hervorragend als Geschenk oder Mitbringsel.
Die Apfelstrudelmarmelade, das Lieblingsrezept der Fally-Oma, ist mittlerweile ein Klassiker und verbindet die Aromen von Äpfeln, Mandeln, Rumrosinen, Zimt und Vanille zu einer süßen Köstlichkeit. In alten, handgeschriebenen Rezeptbüchern von Tiroler Omas steckt ein Schatz an Kochjuwelen.
Zubereitung der Apfelstrudelmarmelade nach Fallys Tradition
- Rosinen in einem Sieb abspülen und in Rum einweichen, am besten über Nacht.
- Äpfel schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Mit Zitronensaft und fein abgeriebener Zitronenschale mischen (2 Teelöffel).
- 1 kg Apfelwürfel in einen großen Topf geben.
- Mandeln in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten.
- Eine Vanilleschote längs aufschlitzen und das Mark herauskratzen.
- Vanillemark, Vanilleschote, Mandeln, Rumrosinen und Zimt unter die Äpfel mischen.
- Marmelademasse bei starker Hitze unter Rühren aufkochen, anschließend 4 Minuten sprudelnd kochen lassen.
- Vanilleschote entfernen, Marmelade optional abschäumen und in sterilisierten Gläsern abfüllen.
- Gittis Tipp: Lassen Sie die Apfelstrudelmarmelade eine Woche durchziehen, damit sich die Aromen perfekt verbinden.
Der klassische Wiener Apfelstrudel - das Originalrezept
Der echte Wiener Apfelstrudel lebt von seinem hauchdünn ausgezogenen Strudelteig. Er ist außen knusprig und innen fruchtig-saftig, gefüllt mit Äpfeln, Rosinen, Zimt und gerösteten Butterbröseln. Der Unterschied zu vielen gekauften Varianten, die oft aus Blätterteig bestehen, liegt in der feinen Konsistenz und dem Aroma des selbstgemachten Strudelteigs.
Zutaten für den Strudelteig
- 150 g Weizenmehl Type 550
- ¼ TL Salz
- 1,5 EL neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
- ½ TL milder weißer Essig (oder Zitronensaft)
- 80 g lauwarmes Wasser
- 2 TL neutrales Öl zum Bestreichen
Zutaten für die Apfelfüllung
- 1 kg säuerliche Äpfel (z.B. Elstar, Braeburn, Cox Orange)
- 2 EL Zitronensaft
- ca. 20 g Zucker (abhängig von der Apfelsorte)
- 50 g Rosinen (optional)
- 2 EL Rum zum Einweichen der Rosinen oder warmes Wasser
- 40 g Butter
- 80 g Semmelbrösel
- 60 g Zucker
- 2 TL Zimt
- 30 g zerlassene Butter zum Bestreichen und für das Backblech
- Puderzucker zum Bestäuben
Zubereitung des Strudelteigs
- Mehl, Salz, Öl, Essig und lauwarmes Wasser in einer Schüssel mit einem Holzlöffel vermengen.
- Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und das restliche Mehl mit den Händen einarbeiten.
- Den Teig mindestens 10 Minuten kräftig kneten, dabei einige Male mit Schwung auf die Arbeitsfläche schlagen, um das Gluten zu aktivieren.
- Den geschmeidigen, glatten Teig zu einer Kugel formen, in eine mit Öl ausgefettete Schüssel geben, ebenfalls mit Öl bestreichen und zugedeckt mindestens 1 Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen.
Die Füllung vorbereiten
- Rosinen in Rum oder warmem Wasser ca. 10 Minuten einweichen, dann abtropfen lassen.
- Butter in einer Pfanne zerlassen und die Semmelbrösel darin goldgelb anrösten, vom Herd nehmen.
- Zucker und Zimt in den Butterbröseln gut vermengen und beiseitestellen.
- Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in dünne Scheiben schneiden (ca. 2 mm dick), sofort mit Zitronensaft beträufeln, um das Braunwerden zu verhindern.
- Äpfel mit Zucker vermengen.
Strudelteig ausziehen - so gelingt’s
Der Teig wird auf einer bemehlten Arbeitsfläche zuerst mit dem Nudelholz ausgerollt und danach vorsichtig hauchdünn auf einem bemehlten Baumwolltuch mit den Handrücken von innen nach außen gezogen. Die Ränder werden dabei vorsichtig mitgedreht und gedehnt. Das Ziel ist eine rechteckige, etwa 40 x 60 cm große, transparente Teigfläche, durch die man fast hindurchsehen kann.
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Kleine Risse können mit einem Teigstück behoben werden und stören den späteren Geschmack nicht. Damit der Teig elastisch bleibt, ist es wichtig, dass er vor dem Ausziehen gut geruht hat und die Hände keine scharfen Ringe tragen.
Strudel belegen und rollen
- Die Hälfte des Teigs mit der zerlassenen Butter bestreichen.
- Darauf die Butter-Zucker-Zimt-Brösel gleichmäßig verteilen.
- Dann die Apfelscheiben und Rosinen darüberstreuen.
- Die Ränder des Teigs einige Zentimeter einschlagen.
- Den Strudel mit Hilfe des Tuchs von der belegten Seite her eng aufrollen und die Teignaht dabei nach unten drehen.
- Den Strudel vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen, die Enden nach unten einschlagen und mit restlicher Butter bestreichen.
Backen und Servieren
Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Strudel ca. 40 Minuten goldgelb backen, bis er knusprig und duftend ist. Anschließend den Strudel ca. 10 Minuten auf dem Blech auskühlen lassen, dann in Stücke schneiden.
Servieren Sie den Apfelstrudel traditionell mit Puderzucker bestäubt und nach Belieben mit geschlagener Sahne (Schlagobers) oder Vanilleeis. In Österreich wird er meist ohne Vanillesoße gegessen - dieser Zusatz ist eher in Deutschland üblich.
Wiener Apfelstrudel mit Marmeladenfüllung - die besondere Variante
Wer das klassische Wiener Apfelstrudel-Erlebnis ergänzen möchte, kann Apfelstrudelmarmelade als süßen und aromatischen Brotaufstrich oder als Füllung für Kekse genießen. Besonders beliebt sind Kekse aus Mürbteig, die mit selbst gekochter Apfel-Orangen-Marmelade und gehackten Walnüssen gefüllt werden. Diese Kombination vereint die geschmacklichen Komponenten des traditionellen Apfelstrudels in handlicher Form und eignet sich besonders gut für die Winterzeit und Weihnachtsplätzchen.
Zubereitung der Apfelstrudel-Kekse
- Den Mürbteig ausrollen und mit Apfelstrudelmarmelade bestreichen.
- Mit gehackten Walnüssen bestreuen.
- Den Teig aufrollen und im Tiefkühler für ca. eine Stunde ruhen lassen, damit die Rolle hart wird.
- Die kalte Rolle in gleichmäßige Scheiben schneiden.
- Die Kekse goldbraun backen, bis sich ein zimtiger Duft in der Küche verbreitet.
- Nach dem Backen mit Marillenglasur überziehen für einen glänzenden Konditorei-Look (optional).
Die Marmelade schmeckt auch pur auf Brot, im Joghurt oder als Füllung für verschiedene Gebäcke. Alternativ kann die Glasur weggelassen werden, oder Walnüsse durch Haselnüsse oder Mandeln ersetzt werden.
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Historischer Hintergrund und kulinarische Bedeutung
Der Apfelstrudel hat seine Ursprünge im Osmanischen Reich und gelangte im 17. Jahrhundert durch die Türkenkriege nach Europa. In der k.u.k. Monarchie entwickelte sich die Spezialität zum Symbol der österreichischen Kaffeehaustradition. Die traditionelle Füllung aus säuerlichen Äpfeln, Rosinen, Zimt und gerösteten Semmelbröseln wurde über Generationen verfeinert.
Die Kunst des hauchdünnen Strudelteigs ist eine meisterliche Backtechnik - es heißt, man müsse die Tageszeitung durch den Teig lesen können. Diese Technik macht den Unterschied zwischen einem echten Wiener Apfelstrudel und anderen süßen Backwaren aus.
Wissenswertes und Tipps für den perfekten Apfelstrudel
- Teigelastizität: Der Essig oder Zitronensaft im Teig macht ihn elastischer und geschmeidiger.
- Ruhen lassen: Mindestens eine Stunde ruhen lassen, damit der Teig leichter zu verarbeiten ist.
- Rosinen einweichen: Über Nacht in Rum einlegen für intensiven Geschmack.
- Butterbrösel: Rösten Sie Semmelbrösel in Butter an, damit sie nussig aromatisch werden und die Füllung nicht zu feucht wird.
- Apfelsorte: Verwenden Sie säuerliche Äpfel wie Elstar, Cox Orange oder Braeburn für Säure und Frische.
- Strudeltuch: Ein großes Baumwolltuch erleichtert das Ausziehen des Teigs und das Aufrollen.
- Löcher im Teig: Kleine Löcher können mit einem Teigwickel geflickt werden und fallen nach dem Aufrollen kaum auf.
- Serviervorschlag: Mit Staubzucker bestäuben und mit Schlagobers oder Vanilleeis servieren - eine wahre Gaumenfreude!
Rezeptübersicht Original Wiener Apfelstrudel
| Zutaten | Menge |
|---|---|
| Weizenmehl Type 550 | 150 g |
| Salz | ¼ TL |
| Neutrales Öl | 1,5 EL + 2 TL |
| Weißer Essig / Zitronensaft | ½ TL |
| Lauwarmes Wasser | 80 g |
| Säuerliche Äpfel (z.B. Elstar, Braeburn) | 1 kg |
| Zitronensaft | 2 EL |
| Zucker | ca. 20 g |
| Rosinen | 50 g |
| Rum (zum Einweichen) | 2 EL |
| Butter | 40 g + ca. 30 g zum Bestreichen |
| Semmelbrösel | 80 g |
| Zimt | 2 TL |
| Puderzucker (zum Bestäuben) | nach Bedarf |
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