Wie viel Zucker steckt in einer Dose Red Bull? Eine detaillierte Analyse
Red Bull ist ein weltweit beliebtes Energy-Drink, das vor allem für seine belebende Wirkung geschätzt wird. Es wird im Spitzensport, beim Studieren, in stark fordernden Berufen sowie bei langen Autofahrten konsumiert. Der Drink verspricht, Geist und Körper zu beleben und Menschen und Ideen seit 1987 "Flüüügel" zu verleihen. Doch wie viel Zucker steckt tatsächlich in einer Dose Red Bull, und welche Auswirkungen hat dieser hohe Zuckergehalt?
Die Inhaltsstoffe von Red Bull
Die spezielle Formel von Red Bull Energy Drink enthält hochwertige Zutaten, darunter:
- Koffein: Eine Dose (250 ml) Red Bull Energy Drink enthält 80 mg Koffein, ungefähr so viel wie in einer Tasse Kaffee. Koffein trägt dazu bei, die Konzentration zu verbessern und die Aufmerksamkeit zu steigern.
- Taurin: Taurin ist eine Aminosäure, die natürlich im menschlichen Körper vorkommt und an vielen biologischen Prozessen beteiligt ist. Es ist eine der häufigsten Aminosäuren im Gehirn, im Herz und in den Muskeln.
- B-Vitamine: Red Bull enthält die wasserlöslichen B-Vitamine Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), Vitamin B6 und Vitamin B12. Diese Vitamine tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel bei und helfen, Müdigkeit und Ermüdung zu reduzieren. Pantothensäure unterstützt zusätzlich die psychische Leistungsfähigkeit.
- Zucker: Eine 250 ml-Dose Red Bull Energy Drink enthält 27 g Zucker. Dieser Zucker wird aus Zuckerrüben gewonnen und liefert schnell aufnehmbare Kohlenhydrate, die an vielen biologischen Prozessen beteiligt sind und dem Gehirn und den Muskeln Energie liefern.
- Wasser: Wasser ist der Hauptbestandteil des Red Bull Energy Drinks und trägt zu dem unvergleichlichen Geschmack bei.
Zuckergehalt im Vergleich
Die Zuckermenge in einer Dose Red Bull Energy Drink (250 ml) beträgt 27 Gramm, was 11 g pro 100 ml entspricht. Diese Menge ist vergleichbar mit der Zuckermenge in einer entsprechenden Menge Apfel- oder Orangensaft. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass Energy Drinks oft in größeren Mengen und schneller konsumiert werden als Fruchtsäfte.
Im Vergleich zu anderen zuckerhaltigen Getränken zeigt sich, dass Red Bull durchaus im oberen Bereich liegt. Eine Studie von Foodwatch aus dem Jahr 2018 untersuchte 600 verschiedene Erfrischungsgetränke und stellte fest, dass einige Energy Drinks noch deutlich mehr Zucker enthalten. So enthielt der Rockstar Energy-Drink Punched Tropical Guava beispielsweise 78 g Zucker in einer Dose, bzw. 15,6 g pro 100 ml.
Ein Vergleich mit Coca-Cola zeigt, dass Red Bull eine ähnliche oder sogar höhere Zuckerkonzentration aufweisen kann. Dies ist besonders bedenklich, da Energy Drinks oft als Wachmacher konsumiert werden, während die gesundheitlichen Folgen des hohen Zuckerkonsums unterschätzt werden.
Lesen Sie auch: Auswirkungen von zu viel Zucker
Gesundheitliche Auswirkungen von hohem Zuckerkonsum
Ein hoher Zuckerkonsum, wie er durch den regelmäßigen Genuss von Red Bull und ähnlichen Energy Drinks entstehen kann, birgt verschiedene gesundheitliche Risiken:
- Übergewicht und Adipositas: Zuckerhaltige Getränke tragen erheblich zur Kalorienzufuhr bei, ohne ein Sättigungsgefühl zu erzeugen. Dies kann zu Übergewicht und langfristig zu Adipositas führen.
- Diabetes: Ein hoher Zuckerkonsum kann die Entstehung von Typ-2-Diabetes begünstigen, da er die Insulinresistenz erhöht.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Studien haben gezeigt, dass ein hoher Zuckerkonsum das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann, da er den Cholesterinspiegel und den Blutdruck negativ beeinflusst.
- Zahngesundheit: Zucker ist ein Hauptverursacher von Karies, da er von Bakterien im Mund zu Säuren abgebaut wird, die den Zahnschmelz angreifen.
Weitere bedenkliche Inhaltsstoffe und Risiken von Energy Drinks
Neben dem hohen Zuckergehalt enthalten Energy Drinks wie Red Bull auch andere Inhaltsstoffe, die gesundheitlich bedenklich sein können:
- Koffein: Eine Dose mit 250 Millilitern enthält 80 Milligramm Koffein, etwa so viel wie eine Tasse Kaffee. Das klingt zunächst harmlos, aber es bleibt oft nicht bei einer Dose. Wenn mehrere Energy Drinks hintereinander getrunken werden, können unerwünschte Wirkungen auftreten. Neben der Dosis und der Kombination mit Alkohol oder körperlicher Belastung können (nicht bekannte) Vorschädigungen des Herz-Kreislauf-Systems eine Rolle spielen.
- Unerwünschte Wirkungen: Zu den unerwünschten Wirkungen gehören unter anderem: Nervosität, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Bluthochdruck, Herzrasen, Wahrnehmungsstörungen, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufkollaps.
- Besondere Gefahren für Jugendliche: Gerade bei Jugendlichen sind zu viele Energy Drinks nicht gut fürs Herz. In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung wurde darauf verwiesen, dass ein Energy Drink-Konsum von einem Liter und mehr bei einigen jungen Erwachsenen mit moderaten bis schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen einhergehen kann. Auch die aktuellen Ergebnisse der EDUCATE-Studie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München deuten darauf hin, dass der akute Konsum von Energy Drinks mit negativen Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Funktion bei Kindern und Jugendlichen einhergeht, insbesondere wenn ohnehin eine erhöhtes kardiovaskuläres Risiko besteht.
- Kombination mit Alkohol: Besonders gefährlich sind Energy Drinks, wenn sie auf Partys mit alkoholhaltigen Getränken zusammen getrunken werden. Das Koffein "maskiert" die Wirkung des Alkohols. Studien zeigten, dass das Gefühl der Trunkenheit deutlich verringert ist, Müdigkeit und Erschöpfung werden nicht richtig wahrgenommen. Dies führt zu einer höheren Risikobereitschaft.
- Weitere Inhaltsstoffe: Bislang ist noch nicht geklärt, ob die unerwünschten Wirkungen von Koffein durch die Kombination mit anderen Inhaltsstoffen wie Taurin, Guarana oder L-Arginin verstärkt werden. Eine Studie von 2018 deutet darauf hin, dass die Kombination von Koffein mit bestimmten anderen Inhaltsstoffen die Risiken für das Herz-Kreislauf-System stärker erhören könnte als Koffein allein.
- Bisphenol A (BPA): Öko-Test hat jetzt 22 der Getränke untersuchen lassen. Darunter bekannte Marken wie Red Bull, Monster oder Rockstar. Im Labor wurde der Zucker- und Koffeingehalt geprüft, aber auch der des Hormongiftes Bisphenol A (BPA). Zu viel BPA in mehr als der Hälfte der Getränkedosen. Mit erschreckendem Ergebnis: 10 der Drinks werden wegen überhöhter Zuckermengen und vor allem wegen eines erhöhten BPA-Gehalts mit „ungenügend“ bewertet, 8 erhalten „mangelhaft“. Kein einziger schneidet besser als „ausreichend“ ab. Bisphenol A ist eine Chemikalie, die etwa in Plastikflaschen, Aufbewahrungsboxen und Konservendosen steckt. Das Gift kann das Immunsystem schwächen, unfruchtbar machen und Allergien auslösen. Deshalb hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor zwei Jahren die am Körpergewicht orientierte Tagesdosis an BPA, die sie noch für gesundheitlich vertretbar hält, stark abgesenkt. Bei ihrer Bewertung rechneten die Tester mit einer 60 Kilogramm schweren Person - das entspricht etwa dem Gewicht von Jugendlichen. Und mehr als die Hälfte der Energy-Drinks hatte einen so hohen BPA-Gehalt, dass ein Jugendlicher mit einer 250-Milliliter-Dose die empfohlene Dosis der EFSA zu mehr als 100 Prozent ausschöpft. Unter den davon betroffenen Drinks waren Monster Energy, der Booster Energy Drink Original, der Maximal G Energy Drink Original oder der Flying Power Energy Original.
Alternativen und Empfehlungen
Angesichts der potenziellen gesundheitlichen Risiken ist es ratsam, den Konsum von Red Bull und ähnlichen Energy Drinks zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten. Gesündere Alternativen sind:
- Kaffee: Eine Tasse Kaffee enthält in der Regel die gleiche Menge Koffein wie ein Energy Drink, jedoch ohne den hohen Zuckergehalt.
- Tee: Grüner oder schwarzer Tee enthalten ebenfalls Koffein und bieten zusätzliche gesundheitliche Vorteile durch ihre antioxidativen Inhaltsstoffe.
- Wasser mit Zitrone oder Gurke: Eine erfrischende und kalorienarme Alternative, die den Körper mit Flüssigkeit versorgt.
- Natürliches Guarana oder Mate: Diese natürlichen Wachmacher können eine gute Alternative zu Energy Drinks sein, sollten aber dennoch in Maßen konsumiert werden.
- Red Bull Sugarfree, Red Bull Zero und die zuckerfreien Red Bull Editions: Es gibt auch Red Bull ohne Zucker
Forderungen nach Verkaufsverboten und besserer Kennzeichnung
Die Verbraucherzentralen fordern ein Verkaufsverbot an Minderjährige für alle Erfrischungsgetränke mit einem erhöhten Koffeingehalt (über 150 Milligramm je Liter). Dazu zählen viele Energy Drinks und einige Colagetränke.In anderen Ländern gibt es das: In Polen dürfen seit Anfang 2024 Energy Drinks nicht mehr an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben werden. In Schweden und Norwegen ist der Verkauf für Jugendliche unter 15 Jahren untersagt, in Litauen sind Verkäufe an Personen unter 14 Jahren verboten. In Estland gilt dies für Jugendliche unter 16 Jahren und in Lettland für Jugendliche unter 18 Jahren.
Darüber hinaus halten die Verbraucherzentralen eine bessere Kennzeichnung der Produkte für dringend erforderlich: Der Hinweis "erhöhter Koffeingehalt" ist völlig unzureichend. Der Warnhinweis muss ergänzt werden um die Nebenwirkungen in Kombination mit Alkohol und körperlicher Anstrengung. Auch der Warnhinweis "Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht geeignet", der inzwischen Pflicht ist, reicht nicht.
Lesen Sie auch: Tägliche Zuckerempfehlung
Lesen Sie auch: Perfekte Kekse dank optimaler Temperatur
tags: #wie #viel #zucker #enthält #eine #dose


