Wie misst man den Blutzuckerspiegel richtig – ein umfassender Leitfaden

Zur Diagnose von Krankheiten oder zur Kontrolle im Alltag - Menschen mit Diabetes sind auf die engmaschige Kontrolle ihres Blutzuckerwertes angewiesen.

In diesem Artikel erfahren Sie alles rund um die verschiedenen Messmöglichkeiten und wie Sie Messfehler vermeiden können.

Was ist der Blutzucker und warum ist Messung wichtig?

Eine Messung des Blutzuckers zeigt, wie viel Zucker (Glukose) im Blut ist.

Der Blutzuckerwert kann schwanken - im Tagesverlauf, besonders nach dem Essen, bei Bewegung oder in Stresssituationen.

Im Tagesverlauf gilt ein Blutzuckerwert zwischen 70 und 140 mg/dl als optimal.

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Bei stoffwechselgesunden Personen liegt der Nüchternblutzucker unter 100 mg/dl.

Der HbA1c-Wert zeigt, wie hoch der durchschnittliche Blutzucker in den vergangenen 8 bis 12 Wochen war.

Der Blutzuckerspiegel schwankt im Tagesverlauf - besonders nach dem Essen, bei Bewegung oder in Stresssituationen.

Bei Menschen mit Diabetes ist der Blutzucker oft unbehandelt zu hoch.

Der Grund hängt von der jeweiligen Diabetesform ab und die Therapie richtet sich danach.

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Grundlagen der Gewebezucker-Messung (CGM) und Blutzucker-Messung

Mit kontinuierlichen Glukosemesssystemen (CGM) kann man die Glukosekonzentration im Unterhautfettgewebe messen.

CGM-Systeme messen regelmäßig im Unterhautfettgewebe und senden Werte automatisch an ein Gerät oder eine App.

Der Sensor wird meist am Oberarm oder Bauch getragen und muss je nach Hersteller nach 7 bis 14 Tagen gewechselt werden.

Der CGM-Wert zeigt den Verlauf und eine Tendenz des weiteren Verlaufs an.

Ein Sensor auf der Haut misst regelmäßig den Gewebes Zucker und der Sensor hinterlässt einen flexiblen Messfaden, der kaum Schmerzen verursacht.

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CGM-Systeme bieten den Vorteil, dass sie Alarmfunktionen ermöglichen, wenn Grenzwerte unter- oder überschritten werden.

Das sogenannte Flash Glucose Monitoring (FGM) arbeitet ähnlich, mit einem Sensor und einem Scanner, der den Verlauf der letzten Stunden sichtbar macht.

Wie misst man den Blutzucker selbst?

Mit einer Stechhilfe wird meist in den Finger gepikst, um einen Tropfen Blut zu entnehmen.

Dazu eignen sich der Mittel- oder Ringfinger; alternativ kann die Messung am Ohrläppchen erfolgen.

Das Blut tropft auf einen Teststreifen, der im Messgerät analysiert wird.

Der wesentliche Unterschied zur CGM ist, dass die Blutzuckermessung am Finger eine Momentaufnahme ist.

Der Ablauf der Messung umfasst: Materialien bereitlegen, Teststreifen ins Messgerät, Hände waschen, Finger punktieren, Tropfen bilden, Tropfen auf Streifen auftragen, Wert ablesen und notieren, Lanzette entsorgen.

Stechen Sie nicht direkt in die Fingerbeere, sondern seitlich, dort sind die Blutgefäße dichter und die Schmerzempfindung reduziert.

Bei kalten Händen kann es schwieriger sein, einen Tropfen Blut zu gewinnen.

Hände gründlich waschen und die Haut erniedrigen die Verfälschung des Ergebnisses.

Welche Messmethoden gibt es?

Blutzuckermessung am Finger ist Standard in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und der häuslichen Versorgung.

Der Urintest kann Hinweise über den Blutzucker geben, beginnt aber erst bei hohen Werten (etwa 180 mg/dl) und liefert keine exakten Werte.

Der Urin-Test ist eine grobe Schätzung, ob ein erhöhter Blutzucker vorliegt oder nicht.

Blutzuckermessgeräte speichern normalerweise Blutzuckerwert, Datum, Uhrzeit sowie Hinweise vor oder nach Mahlzeiten.

Bei der venösen Blutzuckermessung im Labor handelt es sich um eine genauere Messung als die Finger-Messung.

Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) dient dem Nachweis eines gestörten Zuckerstoffwechsels, indem nüchtern gemessen wird, dann Zuckerlösung getrunken und die Werte in den nächsten zwei Stunden beobachtet werden.

HbA1c ist der Langzeitwert und zeigt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8 bis 12 Wochen.

Blutzuckerwerte - Normalwerte und Zielwerte

Der nüchterne Normalbereich liegt bei 70 bis 99 mg/dl.

Nach einer Mahlzeit sollte der Wert spätestens zwei Stunden danach wieder unter 140 mg/dl liegen.

Bei Diabetes wird angestrebt, möglichst viele Werte im Zielbereich von 70 bis 180 mg/dl zu halten (Time in Range, TIR).

Bei älteren Menschen mit Diabetes können die Zielwerte höher gesetzt werden, um Unterzuckerungen zu vermeiden.

Hyperglykämie (über 180 mg/dl) kann Müdigkeit, Durst und vermehrten Harndrang verursachen.

Hypoglykämie (unter 70 mg/dl) zeigt sich oft durch Zittern, Schwitzen und Verwirrung und kann lebensgefährlich sein.

Was gilt es beim Blutzuckermessen zu beachten?

Der richtige Messzeitpunkt ist wichtig, denn der Blutzucker schwankt über den Tag.

Bei gelegentlicher Messung empfiehlt sich morgens direkt nach dem Aufstehen oder vor einer Mahlzeit bzw. zwei Stunden danach.

Bei CGM-Systemen misst der Gewebezucker mit Zeitverzögerung - eine morgendliche, nüchterne Messung ist sinnvoll, um den tatsächlichen Blutzuckerwert besser einordnen zu können.

Hände sollten vor der Messung sauber sein; Gewebsflüssigkeit oder Desinfektionsmittelreste können das Ergebnis verfälschen.

Bei zwei aufeinanderfolgenden Messungen können normalerweise leichte Abweichungen auftreten, z. B. 160 mg/dl vs. 150 mg/dl.

Eine zweite Messung ist sinnvoll, bevor therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden.

Praxis-Tipps zur Dokumentation und Therapiekontrolle

Diabetes-Patienten dokumentieren Blutzuckerwerte in Tagebüchern oder Apps, um Therapieziele besser festlegen zu können.

Moderne Blutzuckermessgeräte speichern Blutzuckerwerte, Datum, Uhrzeit sowie Angaben zu Mahlzeiten und Medikation und ermöglichen eine computerunterstützte Auswertung.

Eine gute und ausführliche Dokumentation hilft dem Diabetesteam bei der Optimierung der Therapie.

Die Blutzucker-Selbstkontrolle ist eine Grundlage der modernen Diabetestherapie; gemeinsam mit dem Arzt werden Therapieziele festgelegt.

Für Menschen mit Sehbeeinträchtigung gibt es Messgeräte mit vergrößerter Anzeige oder Sprachausgabe.

Für Menschen mit Schwierigkeiten beim Handling gibt es Geräte mit integrierten Teststreifen und Stechhilfen.

Was tun bei Messfehlern und Unsicherheiten?

Wenn der Messwert unerwartet hoch oder niedrig ist, ist eine Wiederholung der Messung sinnvoll, bevor Therapieentscheidungen getroffen werden.

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