Wespen mit Honig anlocken — Wirkung und Risiken

Wespen sind faszinierende Insekten, die im Sommer oft in großer Zahl um uns herumschwirren. Ihr Erscheinen kann sowohl beeindruckend als auch nervenaufreibend sein, besonders wenn man bedenkt, dass sie für manche Menschen gefährlich sein können.

Was lockt Wespen an?

Wespen sind hauptsächlich auf der Suche nach Nahrung. Ihr Hauptnahrungsbedarf besteht aus Zucker und Eiweiß. Im Frühjahr und Frühsommer bevorzugen sie allerdings eiweißreiche Nahrung, da sie in dieser Zeit ihre Larven mit proteinreicher Nahrung füttern müssen. Später im Sommer, wenn die Wespenvölker größer werden und die Larven weniger sind, suchen sie vermehrt nach zuckerhaltiger Nahrung. Hierbei werden sie vor allem von süßen Früchten, Nektar, aber auch von Limonaden, Säften oder anderen süßen Getränken angezogen. Auch zuckerhaltige Lebensmittel wie Marmelade oder Kuchen können sie anlocken.

Wespen haben einen ausgeprägten Geruchssinn und können bestimmte Gerüche von weitem wahrnehmen. Dabei werden sie von bestimmten Aromen angezogen, die oft mit Nahrungsmitteln in Verbindung stehen. Diese Gerüche können von fermentierenden Früchten über süße Getränke bis hin zu Grillgut reichen. Selbst menschlicher Schweiß oder Parfüm kann Wespen anlocken. Wespen werden nicht nur von Gerüchen und Nahrung angelockt, auch helle Farben und Muster ziehen ihre Aufmerksamkeit auf sich.

Die Anziehungskraft von Wespen kann auch von der Jahreszeit abhängen. Im Frühjahr, wenn die Wespenköniginnen auf der Suche nach einem Nistplatz sind, könnten sie eher von proteinreichen Quellen wie Fleisch oder anderen Insekten angezogen werden. Im Hochsommer hingegen, wenn die Wespenvölker ihre maximale Größe erreichen und die Königinnen keine Larven mehr füttern müssen, suchen sie vermehrt nach zuckerhaltiger Nahrung.

Locken mit Honig: Effekt und Besonderheiten

Wespen mögen aber auch Honig oder Zuckerwasser. Die Wespen ernähren ihre Brut mit anderen Insekten. Bei den Bienen werden sie wohl angelockt durch den Honigduft. Da die Bienen die Wespen nicht freiwillig in den Stock lassen, bekämpfen sie sich. Eine einzelne Biene ist einer Wespe unterlegen, trotzdem können sie lange miteinander kämpfen, da die Wespe die Biene nur zwischen die Hinterleib-Segmente stechen kann. Töten die Wespen eine Biene, können sie diese zerlegen und ihre Brut damit füttern.

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Viele Menschen kennen das: Im Hochsommer scheint keine Kaffeetafel sicher vor Wespen zu sein. Kuchen, Limonade oder Marmelade ziehen die Insekten magisch an. Der Grund liegt im Nahrungsangebot der Natur. Gegen Ende des Sommers wird das Angebot jedoch knapper. Jetzt beginnen Wespen, nach alternativen Zuckerquellen zu suchen. Dabei werden sie deutlich risikofreudiger und fliegen auch menschliche Nahrung an. Selbst Honigbienenvölker werden manchmal ausgeraubt, wenn dort leicht zugängiger Honig lockt.

Wespe an Marmeladenglas

Risiken beim Anlocken mit Honig

Während Wespen für einige Menschen einfach nur lästig sind, können sie für andere Menschen, insbesondere Allergiker, eine ernsthafte Gefahr darstellen. Es ist daher ratsam, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Konfrontationen mit Wespen zu vermeiden, besonders in der Nähe von Nahrungsmitteln im Freien. Ein Wespenstich ist für gesunde Menschen normalerweise nicht tödlich, kann aber zu schmerzhaften Schwellungen führen. Besonders gefährlich sind Stiche im Mund-, Rachen- oder Halsbereich, da die entstehende Schwellung Atemprobleme verursachen kann. Für Allergiker besteht bei jedem Stich ein ernsthaftes Risiko.

Verzichten Sie unbedingt auf chemische Bekämpfungsmittel! Diese erhöhen die Stichgefahr und können in geschlossenen Räumen zu Gesundheitsschäden führen. Stattdessen können Sie Wespenfallen aufstellen, die die Tiere vom eigentlichen Essbereich fernhalten. Bitte KEINEN HONIG aufstellen, das ist nach der Bienenseuchen-Verordnung nicht gestattet und kann dazu führen, dass in Bienenvölkern Krankheiten ausbrechen, wenn Bienen vom fremden Honig naschen. Auch Bio-Honig ist nicht geeignet.

Wespenhonig - Mythos und Realität

Wespen fliegen zwar ab und zu Blüten an, produzieren aber keinen Honig auf die gleiche Weise wie die Biene. Die kurze Antwort lautet: Nein. Zwar nehmen auch Wespen Nektar auf, doch Honig produzieren sie nicht. Daher gibt es in einem Wespennest oder Hornissenstaat weder Honigwaben noch Vorratskammern voller süßer Reserven. Honig ist für Bienen vor allem eines: ein Wintervorrat. Honigbienenvölker überstehen den Winter als gesamter Staat. Tausende Tiere müssen monatelang versorgt werden, obwohl draußen nichts blüht. Auch Hummeln legen kleine Honigvorräte an - obwohl bei ihnen nur die begatteten Jungköniginnen überwintern. Wespen und Hornissen verfolgen dagegen eine völlig andere Strategie. Ihre Staaten sterben im Herbst ab. Nur die jungen Königinnen überleben den Winter und gründen im nächsten Frühjahr ein neues Nest.

Die erwachsenen Tiere selbst haben übrigens einen ganz anderen Speiseplan als ihre Larven. Ausgewachsene Wespen und Hornissen wachsen nicht mehr. Sie brauchen vor allem Energie zum Fliegen - und die gewinnen sie aus Zucker. Bei den Wespen überwintern nur die begatteten Jungköniginnen als Einzeltiere. Am Ende des Herbstes finden sie dazu beispielsweise in Holzstößen einen passenden Ort. Entscheidend ist es, dass es sich um ein trockenes, frostsicheres und dunkles Quartier handelt. Vorräte legen die Wespen anders als die Honigbienen nicht an. Die Königinnen leben alleine von den eingelagerten Energiereserven.

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Wann sind Wespen besonders lästig?

Im Spätsommer sind die Wespenvölker am größten, und da keine Larven mehr gefüttert werden müssen, suchen die Wespen vermehrt nach Zuckerquellen, was sie besonders hartnäckig bei Essen und Getränken macht. Die Wespenplage erreicht ihren Höhepunkt typischerweise im Spätsommer und Frühherbst. In dieser Zeit lösen sich die Wespenvölker allmählich auf, und die Königin stirbt. Dadurch entsteht eine große Anzahl von Arbeiterinnen, die nicht länger für die Brutpflege zuständig sind. Diese freigesetzten Wespen müssen für ihr eigenes Überleben sorgen und begeben sich intensiv auf Nahrungssuche.

Obwohl Wespen sich normalerweise von Raupen und Fliegen ernähren, zwingen die schwindenden natürlichen Nahrungsquellen sie dazu, Alternativen zu suchen. Daher fliegen sie vermehrt zu Mülltonnen, Obstbäumen und menschlichen Siedlungen. Der Hunger macht diese Insekten oft aggressiver, weshalb sie häufiger stechen. Die Wespenplage endet üblicherweise Mitte Oktober, wenn die letzten Arbeitswespen sterben und die jungen Königinnen ihre Winterquartiere bezogen haben.

Spätsommer: viele Wespen an Fallobst

Welche Arten sind problematisch?

Von den insgesamt 14 in Deutschland vorkommenden Wespenarten entwickeln sich hauptsächlich zwei Arten zu einer wirklichen Wespenplage. Es handelt sich um die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris). Diese beiden Arten sind besonders hartnäckig und kommen dem Menschen nahe. Die Deutsche Wespe zeichnet sich durch ihre charakteristische schwarze Zeichnung auf der Stirn aus, während die Gemeine Wespe eine ankerartige Zeichnung trägt. Beide Arten bauen ihre Nester häufig in Erdlöchern, Hohlräumen oder unter Dachvorsprüngen. Ein einzelnes Nest kann im Spätsommer über tausend Individuen beherbergen.

Praktische Schutzmaßnahmen für Mensch und Imkerei

Um sich vor einer Wespenplage zu schützen, können Sie verschiedene vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Decken Sie süße Speisen und Getränke stets ab, besonders im Spätsommer. Der Duft von Salmiak, Basilikum und Lavendel vertreibt Wespen auf natürliche Weise. Pflanzen Sie diese aromaintensiven Kräuter in Ihrem Garten oder auf dem Balkon. Auch ablenkende Futterstellen mit überreifem Obst in sicherer Entfernung helfen, Wespen vom Esstisch fernzuhalten.

Als Futter für die Larven dient ein Brei aus Insekten und tierischem Protein. Daher ist auch unser Grillfleisch eine interessante Nahrungsquelle, die gerne von Wespen angeflogen wird. Biete Wespen und Hornissen ein naturnahes Umfeld, in dem sich auch andere Insekten wohlfühlen. Ein unaufgeräumter, wilder Garten trägt einen kleinen Teil zu einem funktionierenden Ökosystem bei.

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Tipps für Imker

Für Imker ist es besonders wichtig, ihre Bienenvölker vor Wespen zu schützen. Gesunde und starke Bienenvölker können sich in der Regel am Flugloch erfolgreich gegen eindringende Wespen verteidigen. Eine bewährte Methode ist die Einengung des Fluglochs. Dies unterstützt die Wächterbienen, indem es ihnen ermöglicht, einen kleineren Eingang effektiver zu verteidigen. Besonders bei geringer Tracht oder schwächeren Völkern bietet diese Maßnahme zusätzlichen Schutz.

Eine weitere wirksame Methode ist das Aufstellen von Wespenfallen in der Nähe des Bienenstands. Eine Glasflasche mit schmalem Hals, gefüllt mit einer 10-prozentigen Zuckerlösung, kann zahlreiche Wespen anlocken und fangen. Die geringe Zuckerkonzentration verhindert, dass Honigbienen ebenfalls in die Falle geraten. Der schmale Flaschenhals sorgt dafür, dass die Wespen nicht entkommen können. Achten Sie darauf, keinen Honig als Lockstoff zu verwenden.

Wespenfalle aus Flasche mit Zuckerlösung

Natürliche Feinde als Schutz

Im Kampf gegen die Wespenplage können Imker auf natürliche Verbündete setzen. Die Hornisse ist ein bedeutender natürlicher Feind der Wespe und ernährt sich vorwiegend von diesen. Ein Hornissenvolk kann täglich eine beachtliche Anzahl von Wespen erbeuten und so den Druck auf die Bienenvölker verringern. Weitere natürliche Feinde der Wespen sind verschiedene Vogelarten wie Meisen und Spechte, die Wespen und ihre Larven fressen. Auch bestimmte Spinnenarten können helfen, die Wespenpopulation zu kontrollieren.

Verhalten bei Begegnungen mit Wespen

Sollte dich eine Wespe umschwirren oder deinen Kuchen untersuchen, bleibe ruhig, da hektische Bewegungen diese aggressiv machen können. Vermeide es, schnelle Bewegungen zu machen, nach den Wespen zu schlagen oder sie anzupusten. Dies sehen die Wespen als Grund, sich zu verteidigen. Gehe ruhig von den Wespen weg oder schiebe sie mit einer langsamen Handbewegung beiseite. Bedecke dein Essen, um die Wespen nicht anzulocken oder stelle z.B. vor dem Grillen eine "Ablenkungsfütterung" in einigem Abstand zum Esstisch auf. Dazu eignen sich Früchte, Marmelade oder Schinken oder etwas Fleisch.

Richtiges Verhalten bei Wespen am Tisch

Ökologische Bedeutung und rechtliche Aspekte

Wespen sind nützlich und übernehmen im Ökosystem viele wichtige Aufgaben. Sie beteiligen sich an einer natürlichen Schädlingskontrolle, säubern die Natur von Aas, bestäuben verschiedene Pflanzenarten und sind Teil der Nahrungskette. Die Wespen leisten also ihren Beitrag für die Vernetzung der Nahrungsketten. Wespen stehen allgemein, so wie alle wild lebenden Tiere, unter Naturschutz. Allerdings wird die Bekämpfung von nicht besonders geschützten Arten (dazu gehören insbesondere die Deutsche und die Gemeine Wespe) und deren Nestern toleriert, wenn dafür ein vernünftiger Grund vorliegt. Es ist daher unerlässlich, die Wespenarten genau zu unterscheiden und beim Vorgehen gegen Wespen immer das Bundesnaturschutzgesetz bzw. die Bundesartenschutzverordnung im Blick zu behalten und im Zweifel Rücksprache mit der Naturschutzbehörde zu halten.

Frage Kurze Antwort
Lockt Honig Wespen an? Ja, Honigduft zieht Wespen an; Honig darf aber nicht als Köder an Bienenständen verwendet werden.
Sind Wespenhonig-produzierende Arten typisch? Wespen nehmen Nektar auf, produzieren aber in der Regel keinen Honig wie Honigbienen.
Beste Schutzmaßnahme beim Grillen? Speisen abdecken, Ablenkfutter stellen, ruhig bleiben und keine chemischen Sprays verwenden.

Wespen sind trotz ihrer zeitweise lästigen Anwesenheit wichtige Bestandteile des Ökosystems. Mit respektvollem Umgang und klugen Schutzmaßnahmen können wir die Wespenplage meistern und gleichzeitig die Natur in ihrer Vielfalt erhalten.

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