Wespen und Honig: Ernährung, Jagd, Nektarquellen und Verhalten im Jahreslauf
Wespen (Vespinae) sind faszinierende Insekten mit großer Bedeutung für unser Ökosystem. Die hier erwähnten Arten sind staatenbildende Insekten wie Honigbienen, Ameisen oder Termiten. Wespen sind wichtiger Bestandteil und Mitbewohner in unserer Landschaft und spielen auch im Siedlungsbereich eine bedeutende Rolle.
Jedes Jahr im Hochsommer kommen Wespen, jedes Jahr ärgern sich viele über diese Tiere und fürchten sie - wenigstens ein kleines bisschen. Doch übertriebene Furcht und Sensationsmeldungen werden den Tieren nicht gerecht: Erstens ist nicht jedes gelb-schwarze Insekt auch eine Wespe und zweitens werden nur zwei Wespenarten im schlimmsten Falle lästig. Die „ungeliebten“ Wespen sind einige Arten der Faltenwespen.
Grundlagen der Wespen-Ernährung: Zucker vs. Eiweiß
Die Wespen selbst brauchen beim vielen Umherfliegen schnell verfügbare Energie, die sie auch in Form von zuckerhaltigen Säften aufnehmen können. Sie sammeln dafür Nektar aus Blüten, Honigtau und Säfte aus Früchten. Ausgewachsene Wespen und Hornissen wachsen nicht mehr. Sie brauchen vor allem Energie zum Fliegen - und die gewinnen sie aus Zucker.
Die Larven erhalten eiweißreiche Nahrung. Die Wespen ernähren ihre Brut mit anderen Insekten. Vor allem Hornissen sind beeindruckende Jägerinnen. Sie erbeuten Fliegen, Bremsen oder andere Insekten, zerkauen sie zu einem Brei und verfüttern diesen an ihre Larven. Die Larven werden vom Frühjahr an von den erwachsenen Wespen mit proteinreichem Futter versorgt.
Bei der Deutschen Wespe zum Beispiel ist der Bedarf an Kohlenhydraten im Spätsommer besonders groß. Diesen decken die Tiere über Nektar und Pflanzensaft ab - zudem interessieren sie sich auch für süße Nahrungsmittel wie Obst, Marmelade, Limonade, Eis oder Kuchen. Vergleichbares gilt für die Gemeine Wespe.
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Nektar, Honigtau und Pflanzensäfte
Nektar: Die Blütenbesuche dienen exakt demselben Zweck wie die unserer Wildbienen: der Aufnahme von Kohlenhydraten. Im Vergleich zu den Mandibeln der Bienen sind die Mundwerkzeuge der Wespen aber ursprünglicher bzw. weniger spezialisiert, und das heißt: kürzer und somit nur für einfache Blüten mit leicht erreichbaren Nektarien optimal geeignet. Typische Pflanzen mit "Wespenblüten" sind z. B.: Braunwurz (Srophularia nodosa), Zweiblatt (Listera ovata), Sumpfwurz (Epipactis spec.), einige Doldengewächse (Apiaceae), Thymia (Thymus serpyllum), Faulbaum (Frangula alnus), Efeu (Hedera helix) etc.
Nektar produzieren manche Pflanzen zudem auch außerhalb ihrer Blüten bzw. Pollen: Eine weitere Kohlenhydratquelle ist für Ameisen wie für Wespen der "Honigtau", womit die süßen Ausscheidungen der Blattläuse gemeint sind. Pflanzensäfte: Aus verletzter Rinde austretende Säft werden ebenfalls gerne aufgenommen.
Viele Menschen kennen das: Im Hochsommer scheint keine Kaffeetafel sicher vor Wespen zu sein. Kuchen, Limonade oder Marmelade ziehen die Insekten magisch an. Im Frühjahr und Frühsommer finden Wespen meist noch genügend Blüten und andere Zuckerquellen wie Früchte. Gegen Ende des Sommers wird das Angebot jedoch knapper.
Tierische Nahrung und Beute
Wespen jagen andere Insekten, um ihre Brut zu füttern. Zu ihren Opfern gehören auch Bienen. Die Wespen stehen in der Nahrungskette von Natur aus über den Bienen. Töten die Wespen eine Biene, können sie diese zerlegen und ihre Brut damit füttern. Ebenso werden zur Proteingewinnung Körpersäfte und Fleisch verwesender Tierkadaver aufgenommen.
Fast aller Wespen werden mit tierischen Proteinen aufgezogen; in Deutschland macht nur die schon erwähnte Honigwespe (Colonites abbreviatus) eine Ausnahme. Das Beutespektrum ist in der Regel weit, nur ganz wenige Wespenarten sind auf nur eine oder zwei Arten spezialisiert, nämlich der Bienenwolf (Philanthus triangulum) stark auf die Honigbiene und einige wenige sozialparasitierende Faltenwespen auf einige eng verwandte Arten.
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Zikadenwespen (Familie Dryinidae) ernähren sich ausschließlich von den Körpersäften von Kleinzikaden. Eine Wespenarbeiterin hat eine geflügelte Ameise erbeutet. Unsere größte Wespe, die Hornisse, ist ein typischer Bewohner von hohlen Bäumen.
Machen Wespen Honig?
Die kurze Antwort lautet: Nein. Zwar nehmen auch Wespen Nektar auf, doch Honig produzieren sie nicht. Honig zu bilden ist eine Überwinterungsstrategie der Biene, auf die Wespen nicht angewiesen sind. Wespen und Hornissen verfolgen dagegen eine völlig andere Strategie. Ihre Staaten sterben im Herbst ab. Nur die jungen Königinnen überleben den Winter und gründen im nächsten Frühjahr ein neues Nest.
Daher gibt es in einem Wespennest oder Hornissenstaat weder Honigwaben noch Vorratskammern voller süßer Reserven. Bei Bienen und Hummeln gibt es unterschiedliche Zellen: manche dienen der Brut, andere als Vorratskammern für Pollen oder Honig. In Wespen- und Hornissennestern existiert diese Trennung nicht. Jede einzelne Zelle ist eine Brutzelle.
Honigbienen kennt jeder: Sie fliegen von Blüte zu Blüte, sammeln Nektar und machen daraus Honig. Selbst Honigbienenvölker werden manchmal ausgeraubt, wenn dort leicht zugänglicher Honig lockt. Das gilt allerdings nur für die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris).
Warum Wespen so auf Süßes fliegen - und wann
Jetzt im Spätsommer sind besonders viele hungrige Wespen unterwegs. In ihren Nestern sind jetzt nämlich immer weniger Larven. Die Larven werden vom Frühjahr an von den erwachsenen Wespen mit proteinreichem Futter versorgt. Den Großteil ihrer Nahrung aber produziert ihre Brut: Werden die Larven gefüttert, sondern sie Zuckertröpfchen ab, die die großen Wespen verputzen.
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Deshalb schrumpft das Volk zum Herbst hin, es gibt immer weniger Nachwuchs - und damit auch weniger Süßes für die Arbeiterinnen. Jetzt beginnen Wespen, nach alternativen Zuckerquellen zu suchen. Dabei werden sie deutlich risikofreudiger und fliegen auch menschliche Nahrung an. In der Natur spielt dann vor allem Efeu eine wichtige Rolle.
Wenn im Spätsommer die Wespen hektisch schwirren, liegt das daran, dass ihnen in ihrem Nest die Nahrung ausgeht. An uns sind sie gar nicht interessiert, nur an Essen. Die Insekten schlecken das Futter ganz entspannt weg. Sie fliegen einfach nur in ihrem hektischen Zickzack-Kurs und sind stur und penetrant auf Fressen fokussiert.
Nektarische Anatomie und Pollennutzung
Anders als die sammelnden Bienen-Arten haben Wespen in der Regel keine Vorrichtungen zum Pollensammeln - in Deutschland verfügt nur die Honigwespe Colonites abbreviatus über Sammel- und Transportvorrichtungen (Kopfbehaarung, Fußkämme, Kropf) für Pollen. Daher bekommt man nie Wespen mit leuchtendgelben oder orangen "Höschen" oder Unterbäuchen zu Gesicht. Wespen nutzen also Pollen nur ausnahmsweise und tragen ihn nicht zur Versorgung der Königin und Schwestern ein.
Im Vergleich zu den Mandibeln der Bienen sind die Mundwerkzeuge der Wespen aber ursprünglicher bzw. weniger spezialisiert, und das heißt: kürzer und somit nur für einfache Blüten mit leicht erreichbaren Nektarien optimal geeignet. Wespen fliegen zwar ab und zu Blüten an, produzieren aber keinen Honig.
Jagdverhalten, Raub und Sozialparasitismus
Beuteraub: Eine besondere Form der Nahrungsbeschaffung nach Typ 1) und 2) stellt ihr Raub dar: solitäre wie soziale Wespen berauben Artgenossinnen oder verwandte Arten, um sich die Mühe der Jagd zu ersparen und so den Fortpflanzungserfolg zu erhöhen. Sozialparasitismus: Einige Arten der sozialen Faltenwespen (Sulcopolistes atrimandibularis, Dolichovespula adulterina, D. omissa, Vespula austriaca) dringen ins Nest einer verwandten sozialen Wespenart ein, töten - wenn sie diesen Angriff unbeschadet überstehen - die Königin und lassen die eigenen Larven von den Arbeiterinnen der parasitierten Art versorgen.
Solche Kuckucks- bzw. Wespen töten ihre Beutetiere nur dann, wenn sie deren Muskelfleisch aufnehmen wollen, um es selbst zu fressen oder zu verfüttern. Hornissen (Vespa crabro) jagen 22 Stunden am Tag, also selbst bei Dunkelheit. Wespen jagen andere Insekten, um ihre Brut zu füttern.
Nest, Staat und Futterfluss
Jedes Jahr ein neues Nest aus Papier. Im Frühjahr nach der Überwinterung fängt ein einzelnes Weibchen - auch Königin genannt - mit dem Nestbau an. Für das Nest benutzen alle Faltenwespen das gleiche Baumaterial. Es sind Fasern, die sie mit ihren Kiefern von totem Holz oder abgestorbenen Pflanzenstängeln abnagen und mit Speichel mischen.
Die Königin beginnt das Nest mit einem kräftigen Stiel, an dem sie in einer Schutzhülle eine erste kleine Wabe mit nur wenigen Zellen baut. In jede Zelle legt sie ein Ei, das an der Wand festklebt, damit es nicht aus den nach unten geöffneten Zellen heraus fallen kann. Die ersten Larven müssen von der Königin selbst versorgt werden.
Die Nahrung wird von Wespen im „Außendienst“ herangeschafft und im Stock verteilt. Die Waben sind offen, so dass die Larven gut zugänglich sind. Bei Futtermangel werden die Larven als Reservebehälter benutzt. Sie werden gekniffen und geben einen Tropfen Mageninhalt ab, der von den alten Tieren aufgenommen und im Nest weitergegeben wird.
Die meisten Arten der Faltenwespen bauen ein relativ kleines Nest, in dem einige hundert Wespen zusammen leben. Nur zwei Arten - die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe - bilden große Nester, die erst im September oder später ihre volle Populationsstärke mit 3.000 bis 5.000 Tieren erreichen. Die lange Entwicklungszeit ihrer Nester bis in den Herbst hinein ermöglicht es ihnen, viel mehr reife Früchte für ihre Ernährung zu nutzen.
Lebenszyklus und Überwinterung
Wenn der Staat seine volle Stärke erreicht hat, werden die Eier für die neuen Geschlechtstiere gelegt. Die Weibchen, das sind die Königinnen für das nächste Jahr, entstehen aus den normalen Eiern, aus denen am Anfang Arbeiterinnen entstanden waren. Die Männchen entstehen aus unbefruchteten Eiern.
Wenn die Geschlechtstiere ihre Entwicklung abgeschlossen haben, verlassen sie das Nest, paaren sich, und die Weibchen suchen ein Versteck für die Überwinterung. Die Mutterkönigin, alle Männchen, die Arbeiterinnen und die bis dahin noch nicht fertigen Larven und Puppen sterben. Bei den Wespen kommt es gegen Ende des Jahres zu einem regelrechten Massensterben.
Bei den Wespen überwintern nur die begatteten Jungköniginnen als Einzeltiere. Sie haben sich ein zuckerhaltiges Fett- und Glykogenpolster angefressen, um zu überdauern. Mit den sinkenden Temperaturen fährt eine junge Königin dann ihren Stoffwechsel herunter. Die Winterruhe endet dann zum Beispiel bei der Deutschen Wespe Ende April.
Stachel, Warnfarben und Verhalten
Eine häufige Frage ist, wieso Wespen einen Giftstachel am Körperende haben. Normalerweise benutzt sie den Stachel nur, um Beutetiere abzutöten. Wenn eine Wespe einen Menschen sticht, fühlt sie sich bedroht und wehrt sich. Wespen sind keineswegs angriffslustig und stechen nicht wild um sich.
Da Legebohrer nur beim Weibchen vorkommen, können Männchen keine Giftstachel besitzen. Männliche Wespen haben keinen Wehrstachel und können daher nicht stechen. Signalfarben als Warnung vor dem Stachel: Sie zeigen durch ihre auffallende Färbung, dass sie wehrhaft sind.
Die auffällige Tracht kommt aber auch bei völlig harmlosen Tieren vor. Trotz des Stachels und der Warnfarben haben Wespen allerdings auch Feinde. Einige Vögel sind auf Wespen spezialisiert wie der Wespenbussard, der Wespen fängt, aber auch die im Erdboden versteckten Nester ausgräbt, um Larven und Puppen zu fressen.
Wespen vs. Bienen und „Honigduft“
Bei den Bienen werden sie wohl angelockt durch den Honigduft. Da die Bienen die Wespen nicht freiwillig in den Stock lassen, bekämpfen sie sich. Eine einzelne Biene ist einer Wespe unterlegen, trotzdem können sie lange miteinander kämpfen, da die Wespe die Biene nur zwischen die Hinterleib-Segmente stechen kann.
Starke Völker: Sie können sich gegen Wespen wehren. Varroabehandlung: Völker, die bereits Probleme mit der Varroamilbe haben, tun sich schwerer die Wespen zu bekämpfen. Kleines Flugloch: Vor einem engen Flugloch können die Bienen ihr Volk besser verteidigen.
Ökologische Rolle und Schutz
Wespen sind Nützlinge und leisten einen unverzichtbaren Dienst an unserem Ökosystem. Dazu gehört die Reduktion von Schad-Insekten, was wichtig für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts ist. Zudem treten die Wespen als eine Art Umweltpolizei auf und säubern die Natur von Aas und überreifem Fallobst, womit sie etwa die Entstehung von Fäulnis verhindern.
Wespen sind Allesfresser, sie mögen Süßes wie Nektar und fliegen von Blüte zu Blüte, bestäuben somit Pflanzen und sorgen für eine reiche Ernte. Weiter fressen sie auch Insekten wie Blattläuse, Fliegen, Mücken und tote Tiere. Außerdem sind sie für verschiedene Vögel und Spinnentiere eine wichtige Nahrungsquelle.
Zurecht dürfen Wespen laut des Bundesnaturschutzgesetzes nicht grundlos getötet werden. Ja, Wespen stehen allgemein, so wie alle wild lebenden Tiere, unter Naturschutz. Allerdings wird die Bekämpfung von nicht besonders geschützten Arten (dazu gehören insbesondere die Deutsche und die Gemeine Wespe) und deren Nestern toleriert, wenn dafür ein vernünftiger Grund vorliegt.
Friedliches Zusammenleben und Verhaltenstipps
- Kommt eine Wespe dennoch zu nah, sollte unbedingt Ruhe bewahrt werden. Wespen fühlen sich von hektischen, schnellen Bewegungen bedroht.
- Essen im Freien immer abdecken. Gläser sollten vor dem Trinken kontrolliert werden.
- Kleines Flugloch: Vor einem engen Flugloch können die Bienen ihr Volk besser verteidigen.
- Nicht wegpusten! Denn das Kohlenstoffdioxid in unserem Atem löst bei Wespen ein Alarmsignal aus und lässt sie panisch werden.
- Mit Gewürznelken gespickte Zitronenscheiben auf dem Tisch helfen, Wespen fernzuhalten, da die Tiere den Geruch nicht mögen.
Wenn ihr eine Insekten-Phobie habt, müsst ihr jetzt ganz stark sein: Deutschlandunk-Nova-Reporterin Verena von Keitz füttert Wespen mit der Hand! Die Insekten schlecken das Futter ganz entspannt weg. Wenn sie ruhig bleibt, passiert auch nichts.
Artenvielfalt, Häufigkeit und „lästige“ Arten
Es gibt in Deutschland nur wenige staatenbildende Wespenarten. Zählt man die Feldwespen und Kuckuckswespen hinzu, sind es keine 20 Arten. Nur zwei davon kommen überall vor, sind zahlreich und werden lästig.
Nur zwei Arten - die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe - bilden große Nester, die erst im September oder später ihre volle Populationsstärke mit 3.000 bis 5.000 Tieren erreichen. Diese beiden bewirken, dass alle Wespen und die Nachahmer unterschiedslos verfolgt und vernichtet werden. Die unbegründete Angst und schlechte Presse bescheren Wespen überdurchschnittliche Aufmerksamkeit.
Fressen und Kämpfen: Erkenntnisse aus der Forschung
Ökologen haben mit parasitoiden Wespen Experimente zu Kämpfen zwischen diesen Tieren durchgeführt. Bethylidae ernähren sich im Allgemeinen von Nektar und von den Wirtsorganismen, bei denen sie parasitieren. Die Kämpfe wurden zwischen mit verschiedenen Diäten gefütterten Wespen ausgelöst, und dabei die Rollen von kohlenhydratreichen (z. B. Honig) und proteinreichen (Hefe) Ernährungsweisen erforscht.
Die Resultate zeigten an, dass das Kampfverhalten der Parasitoiden schwach durch die Ernährung beeinflusst wurde. Sie bewiesen, dass die Ernährung in noch engerer Beziehung zu dem Wert der Ressource als zu dem Ressourcenhaltevermögen steht. Die von der WASP FIGHTS-Initiative entwickelten Verfahrensweisen werden sich für zukünftige physiologische und ökologische Studien als wertvoll erweisen.
Wespen, Honig und Vergleich zu Bienen
| Aspekt | Wespen/Hornissen | Honigbienen |
|---|---|---|
| Hauptnahrung Erwachsene | Nektar, Honigtau, Pflanzensäfte, süße Nahrung | Nektar (zu Honig verarbeitet) |
| Hauptnahrung Larven | Eiweißbrei aus Insekten | Pollen und Futtersaft |
| Honigproduktion | Keine Honigvorräte, keine Honigwaben | Ja, Honig als Wintervorrat |
| Überwinterung | Nur Jungköniginnen als Einzeltiere | Gesamter Staat überwintert |
| Pollensammel-Strukturen | Fehlen (Ausnahme: Honigwespe Colonites abbreviatus) | Ausgeprägte Pollenkörbchen |
Lebensräume und Nistplätze im Umfeld des Menschen
Von den ursprünglichen Plätzen ausgehend finden Königinnen immer wieder den Weg an oder in Gebäude oder in Nistkästen. So suchen die normalerweise in der Erde bauenden Arten in den Gebäuden dunkle Hohlräume mit kleinen Öffnungen, die nach außen führen. Hier befindet sich das Nest der Gemeinen Wespe in einem Rolladenkasten.
Alle in Büschen und Bäumen gebauten Nester sollten unbedingt erhalten werden. Gleiches gilt für außen an Gebäuden befestigte Nester. Diese Arten bilden nur kleine Völker aus, gehen auch nicht an Obstkuchen und Säfte und bieten schöne Beobachtungsmöglichkeiten.
Hornissen: große Jäger, wenig Interesse an Süßem
Auch Hornissen sind viel friedlicher, als ihre Größe befürchten lässt. Hornissen sind nützliche Tiere und gehen auch nicht an unsere süßen Speisen und Getränke. Das Gift der Hornisse ist nicht stärker als das anderer Wespenarten.
Unsere größten Wespen, die Hornissen, sind besonders geschützt. Sie sind zudem ausgesprochen friedlich. Auch Wespen haben Feinde: Hornissen.
Praktische Hinweise: Wespenzeit am Tisch und im Garten
- Auf der Suche nach süßen Früchten geraten sie an unsere Obstkuchen und Getränke, wo sie lästig werden können.
- Am ehesten könnt ihr mit einer anderen Futterstelle von eurem Kuchenteller oder Marmeladenbrot ablenken. Allerdings geht das nicht von heute auf morgen - das muss über einige Tage trainiert werden.
- Obst entsorgen: Faule Äpfel oder Zwetschgen locken die Wespen ebenfalls an.
- Fenster mit Insektengittern versehen und Speisen gut abdecken.
- Wer so gar keine Geduld hat, kann es mit Wasser aus einer Sprühflasche versuchen. Aber Vorsicht: Eure Kuchengäste finden eine Dusche im Spätsommer vermutlich nicht wirklich lustig.
Gefährlich sind Wespenstiche für Allergiker oder Leute, die unabsichtlich eines der Tiere verschlucken. Nach einem Stich hilft es eine rohe halbe Zwiebel auf die Stelle zu drücken, sie wirkt entzündungshemmend. Das allerbeste Mittel gegen Wespenstiche: Wespen in Ruhe lassen und ruhig bleiben, wenn sie in der Nähe sind - auch wenn es schwerfällt.
Jahresrhythmus und Populationsdynamik
Ab Frühling bis etwa Mitte August ernähren Wespen sich hauptsächlich von Eiweiß, um den Nachwuchs zu versorgen. Doch ab August, wenn der Wespen-Nachwuchs versorgt ist, kümmern sich die Tiere um ihr eigenes Überleben. Dann brauchen sie mehr Zucker!
Ab dem ersten starken Frost sterben die Wespen. In der Zeit von etwa September bis November, spätestens aber mit dem ersten strengen Frost, stirbt das Wespenvolk mit Ausnahme der frisch begatteten Jungköniginnen. Die Arbeiterinnen sterben im Prinzip aufgrund von Altersverschleiß.
Rechtlicher Rahmen und Umgang mit Nestern
Es ist daher unerlässlich, die Wespenarten genau zu unterscheiden und beim Vorgehen gegen Wespen immer das Bundesnaturschutzgesetz bzw. die Bundesartenschutzverordnung im Blick zu behalten und im Zweifel Rücksprache mit der Naturschutzbehörde zu halten. Möglich ist eine gezielte Abwehr und Bekämpfung im Falle von Bedrohungen bzw. vernünftigen Gründen hingegen bei der Deutschen Wespe, der Gemeinen Wespe und der Asiatischen Hornisse.
Generell sollte bei Wespennestern dafür gesorgt werden, dass der Anflug auf das Nest möglichst störungsfrei möglich ist. Unsere größten Wespen, die Hornissen, sind besonders geschützt. Der NABU versucht, durch den Ersatz für abgeholzte hohle Bäume durch spezielle Nistkästen diese Tiere wieder anzusiedeln oder bekannte Standorte zu sichern.
Kurzüberblick: Was Wespen fressen
- Nektar, Honigtau und süße Pflanzensäfte als Energiequelle für erwachsene Wespen
- Eiweißbrei aus erbeuteten Insekten für Larven
- Früchte, Fallobst und Aas als saisonale Ergänzung
- Seltene Spezialisten: Bienenwolf stark auf Honigbiene spezialisiert
- Ausnahme in Deutschland: Honigwespe (Colonites abbreviatus) mit Pollennutzung
Wespen als lästige Sommergäste aufzufassen, greift zu kurz. Die Insekten sind sehr nützlich und übernehmen im Ökosystem viele wichtige Aufgaben. Wespen fliegen zwar ab und zu Blüten an, produzieren aber keinen Honig.
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