Die Geschichte der Marmelade: Erfindung, Ursprung und Entwicklung

Marmelade ist heute ein fester Bestandteil des Frühstücks und wird weltweit geschätzt. Doch ihre Geschichte ist vielschichtig und reicht bis in die Zeit des Römischen Reiches zurück. Sowohl linguistische Ursprünge als auch technische Entwicklungen und regionale Traditionen prägten den Weg der Marmelade zu dem Produkt, das wir heute kennen.

Die ersten süßen Brotaufstriche: Ursprung in der Antike

Die ersten süßen Brotaufstriche gab es bereits in der Zeit des Römischen Reiches. Bei Ausgrabungen in Italien fanden Archäologen Anfang des 20. Jahrhunderts Reste von Zwetschgenmus in alten Tongefäßen. Das Mus wurde damals mit Zuckerrohr vermischt. Die erste marmeladeähnliche Substanz ist bis ins alte Rom zurückzuverfolgen. Ausgrabungen im Jahre 1937 haben in Tongefäßen Rückstände von Zwetschgenmus in Verbindung mit Zuckerrohr nachgewiesen.

Archäologische Funde von Marmelade-Resten im alten Rom

Namensursprung und linguistische Entwicklung

Der Name Marmelade stammt vermutlich von dem griechische Wort mermelata beziehungsweise leitet sich von dem spanischen Wort mermelada ab. Der portugiesische Begriff marmelo bezeichnet die Quitte, aus der im portugiesischen Raum die ersten süßen Brotaufstriche hergestellt wurden. Marmelade geht auf portugiesisch marmelada (Quittenmus) zurück, eine Ableitung von port. marmelo (Honigapfel), (Quitte). Marmelo stammt von lateinisch melimelum beziehungsweise letztlich von griechisch mélimelon, einer Zusammensetzung aus griech. méli, deutsch ‚Honig‘ und griech. melon, deutsch ‚Apfel‘. Die Bedeutungserweiterung fand wohl im Französischen statt, durch welches das portugiesische Wort schließlich ins Deutsche gelangte. Daraus entwickelte sich später der deutsche Name der Marmelade.

Die Entstehung der heutigen Marmelade: Die schottische Orangenmarmelade

Die berühmte schottische Orangenmarmelade entstand durch einen Zufall. Ein geschäftstüchtiger Kaufmann erwarb gegen Ende des 18. Jahrhunderts im schottischen Dundee eine Schiffsladung Bitterorangen. Die Früchte waren roh nicht genießbar. Die Ehefrau des Kaufmanns zerkleinerte die Früchte und kochte sie mit viel Zucker ein. Die Kaufleute boten die Marmelade in ihrem Geschäft erfolgreich an. Noch heute gehört die schottische Bitterorangenmarmelade zu den beliebtesten und bekanntesten Marmeladen der Welt.

Dokumentation über die Entstehung der schottischen Orangenmarmelade

Ein spanisches Handelsschiff geriet im Jahr 1700 vor der Küste Schottlands in einen Sturm in Not und lief die Hafenstadt Dundee an. Geladen war dieses Schiff mit Unmengen an Bitterorangen, die kurz vor dem Verderb waren. Der schottische Kaufmann James Keiller erstand die Schiffsladung Bitterorangen. Seine Frau zerkleinerte die Orangen und kochte sie mit Zucker ein, da sie roh kaum genießbar waren. Bis 1982 wurden Marmelade und Konfitüre dadurch unterschieden, dass in der Konfitüre noch Fruchtstückchen enthalten waren. Wobei in der Marmelade alle Fruchtanteile püriert wurden. Konkret nachweisen lässt sich eine kommerzielle Herstellung von Bitterorangenmarmelade erstmals in Dundee, Schottland. Sie wurde von der Kaufmannsfrau Janet Keiller „erfunden“. Die Nachfrage nach weiteren Marmeladen in Dundee war groß. Auf das schottische Ehepaar Janet und James Keiller geht deshalb die Gründung der ersten Marmeladenmanufaktur zurück. Die industrielle Produktion von Bitterorangenmarmelade begann in Schottland bereits 1797.

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Marmelade im Handel und die industrielle Fertigung

In Deutschland gab es die erste industriell hergestellte Marmelade zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu kaufen. Im Süden Deutschlands entstanden in dieser Zeit mehrere Marmeladenfabriken. Einige der Unternehmen gibt es noch heute.

Marmeladenfabriken in Süddeutschland Anfang des 20. Jahrhunderts

Parallel dazu war im deutschsprachigen Raum das Einkochen von Gartenfrüchten eine notwendige Tätigkeit der Hausfrauen. Mithilfe eines sogenannten Einkochtopfes wurden im Haushalt aus Gartenfrüchten Marmeladen, Konfitüren und Gelees zubereitet und in Gläser abgefüllt. Die Aufstriche dienten der Bevorratung für die lange Winterzeit. Noch bis in die 1980er Jahre gab es die Tradition des Einkochens in vielen deutschen Haushalten. Heute erleben selbst zubereitete Marmeladen und Gelees ein Comeback.

Rechtliche Unterscheidung: Marmelade, Konfitüre und Gelee

Marmeladen vs. Konfitüren: Zwischen Marmeladen und Konfitüren gibt es keinen geschmacklichen Unterschied. Konfitüren besitzen lediglich kleine Fruchtstücke, was bei Marmeladen nicht der Fall ist. Marmeladen werden nach dem Kochen noch durch ein Sieb gestrichen. Beide Arten von Fruchtaufstrichen gab es bis vor kurzem parallel im Handel zu kaufen. Inzwischen ist der Name durch die Konfitürenverordnung klar geregelt. Als Marmeladen gelten nur noch Fruchtaufstriche aus Zitrusfrüchten. Dies geschah aufgrund von Bestrebungen aus England, da der englische Begriff „marmelade“ die besondere britische Orangenmarmelade bezeichnete. Rein rechtlich gilt laut EU-Verordnung: Nur Produkte aus Zitrusfrüchten dürfen als „Marmelade“ bezeichnet werden, alle anderen heißen offiziell „Konfitüre“. Dennoch hat sich etwa in Deutschland und Österreich „Marmelade“ als Alltagsbegriff für sämtliche Fruchtaufstriche durchgesetzt - ob aus Erdbeeren, Aprikosen oder Zwetschgen.

Unterschiede zwischen Marmelade, Konfitüre und Gelee (Infografik)

Konfitüre: Konfitüre ist die streichfähige Zubereitung aus Zuckerarten, nichtkonzentrierter Pülpe aus einer oder mehreren Fruchtarten und Wasser. Für die Herstellung von 1000g Konfitüre muss mindestens 350g Frucht verwendet werden. Bei einigen Fruchtarten darf auch weniger Frucht verwendet werden, z.B. Konfitüre extra: Konfitüre extra ist die streichfähige Zubereitung aus Zuckerarten, nicht konzentrierter Pülpe aus einer oder mehreren Fruchtarten und Wasser. Für die Herstellung von Konfitüre extra muss mindestens 450g Frucht verwendet werden.

Gelee: Gelee ist die streichfähige Zubereitung aus Zuckerarten sowie Saft oder wässrigen Auszügen einer oder mehrerer Fruchtarten. Gelee extra: Gelee extra ist die streichfähige Zubereitung aus Zuckerarten sowie Saft oder wässrigen Auszügen einer oder mehrerer Fruchtarten. Gelee (vom französischen gelée entlehnt und zurückgehend auf das lateinische gelare für „gefrieren“ oder „zum Erstarren bringen“, auch Gallert, Glibber) oder Sulz genannt, bezeichnet Lebensmittel mit gallertartiger Konsistenz, die verschieden hergestellt sein können. Süße Gelees werden meist mit Fruchtsaft, ggf. Zucker, Aroma, Farbstoffen und einem Geliermittel aufgekocht und gelieren beim Erkalten. Bei der Herstellung von Konfitüre und Marmelade kann ebenfalls ein Geliermittel zugegeben werden, etwa durch die Verwendung von Gelierzucker, aber manche Früchte, zum Beispiel Äpfel, enthalten bereits ausreichende Mengen natürlicher Pektine, die beim Aufkochen mit Zucker und ggf. Säure (Zitrone) das Gelieren bewirken.

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Produkt Fruchtanteil Besonderheiten
Marmelade Zitrusfrüchte, ohne sichtbare Fruchtstücke Nur noch für Zitrusfrüchte erlaubt
Konfitüre Mind. 350g Frucht pro 1000g Mit kleinen Fruchtstücken
Konfitüre extra Mind. 450g Frucht pro 1000g Mit höheren Fruchtanteil
Gelee Fruchtsaft, ohne Fruchtstücke Gallertartige Konsistenz

Kulturelle und kulinarische Bedeutung von Marmelade

Marmelade hatte im Laufe ihrer Geschichte viele Rollen inne: Aphrodisiakum, Verdauungshilfe, Energielieferant und königliche Leckerei. Selbstgemacht schmeckt es doch immer am besten und zaubert jedem ein Lächeln ins Gesicht. Heute erleben selbst zubereitete Marmeladen und Gelees ein Comeback. Das Buch bietet eine Vielzahl an Rezepten. Da macht das Kochen doppelt so viel Spaß! Viel Vergnügen beim Nachkochen und guten Appetit!

Kulinarische Verwendung von Marmelade

Rezept: Schweinefilet mit Pflaumenmarmelade und Balsamico-Sauce

Ein leckeres Rezept für ein Gericht, das Marmelade verwendet: Schweinefilet mit Pflaumenmarmelade und Balsamico-Sauce.

  • Schweinefilet vorbereiten: Das Schweinefilet von überschüssigem Fett und Sehnen befreien. Mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Anbraten: In einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen. Das Schweinefilet bei mittlerer bis hoher Hitze rundum anbraten, bis es goldbraun ist (ca. 3-4 Minuten pro Seite). Das Schweinefilet aus der Pfanne nehmen und beiseite legen.
  • Zwiebeln und Knoblauch anbraten: Die gehackte Zwiebel und den Knoblauch in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze glasig dünsten (ca. 2-3 Minuten).
  • Sauce zubereiten: Balsamico-Essig in die Pfanne gießen und den Bratensatz lösen. Pflaumenmarmelade und Dijon-Senf einrühren. Die Hühnerbrühe hinzufügen und die Sauce aufkochen lassen.
  • Schweinefilet garen: Das Schweinefilet zurück in die Pfanne legen. Die Hitze reduzieren und das Filet in der Sauce köcheln lassen, bis es durchgegart ist (ca. 10-15 Minuten, je nach Dicke). Gelegentlich das Filet wenden und mit der Sauce übergießen.
  • Servieren: Das Schweinefilet aus der Pfanne nehmen und kurz ruhen lassen. Die Sauce eventuell weiter einkochen lassen, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Das Filet in Scheiben schneiden und mit der Balsamico-Pflaumen-Sauce übergießen. Mit frischen Thymianzweigen garnieren, falls gewünscht.

Dieses Schweinefilet-Gericht kombiniert die süße Fruchtigkeit der Pflaumenmarmelade mit der herben Note des Balsamico-Essigs, was zu einer köstlichen und eleganten Mahlzeit führt.

Schweinefilet mit Pflaumenmarmelade

Marmelade ist vielfältig - von ihrer historischen Bedeutung bis zu ihrer aktuellen Popularität als Küchenklassiker. Selbstgemachte Marmeladen bringen Geschmack, Tradition und Freude ins Zuhause.

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