Ursprung und Geschichte des Kakaoanbaus bei den Maya
Es gibt keine absolute Gewissheit über den wahren Ursprung der Schokolade. Ihre Existenz und Bedeutung ist erst für die Zeit der Maya wirklich bewiesen, einem Volk, das auf der Halbinsel Yucatán über Jahrhunderte hinweg eine der ersten Hochkulturen entwickelte. Auf ihrem Höhepunkt, zwischen 250 v. Chr. und 600 n. Chr., waren die Maya die ersten, die uns konkrete Beweise dafür hinterlassen haben, dass sie süßen Versuchungen nicht widerstehen konnten.
Frühe Ursprünge des Kakaos und archäologische Funde
Die Geschichte der Schokolade beginnt in Südamerika, wo der Ursprung des wild wachsenden Kakaos vermutet wird. Als Kulturpflanze findet Kakao in den Tiefen des Amazonas seinen Ursprung. Neue Untersuchungen im Hochland von Ecuador zeigen, dass Kakao hier schon seit etwa 5500 Jahren genutzt wird. Das Team führte in Ecuador in Santa Ana La Florida naher der peruanischen Grenze in einem Siedlungsareal der Mayo-Chinchipe-Kultur Ausgrabungen durch. Die Siedlung wurde vor etwa 5450 Jahren gegründet und bestand aus mehreren Gebäuden, die einen Zeremonialzentrum mit rituellen Herdstellen und mehreren Bestattungen umschlossen.
Das Team untersuchte insgesamt 28 Proben von 19 Keramikgefäßen. Dabei wurden drei unterschiedliche Nachweisverfahren angewendet, der Nachweis von Kakao-Stärkemolekülen, der Nachweis des Biomoleküls Theobromin und eine DNA-Analytik. An 15 Keramikfragmenten ließen sich Stärkemoleküle der Kakaobohne mikroskopisch nachweisen. In 6 Gefäßproben entdeckten die Forscher und Forscherinnen Spuren des Biomoleküls Theobromin, das von der Kakaobohne stammt und ähnlich wie Coffein eine anregende Wirkung hat. Das Besondere ist, dass Theobromin nur in der domestizierten Kakaoart Theombroma cacao vorhanden ist, nicht aber in anderen Kakaobaumarten.
Das Alter der Funde konnte mittels durchgeführter C¹⁴ Analysen (Radiokarbonmethode) auf 5450 bis 5300 Jahre bestimmt werden. Damit sind die Fundobjekte 1500 Jahre älter als die bisher frühsten Nachweise von Kakaoanbau in Mexiko. Die Forscher und Forscherinnen konnten also die bislang älteste Nutzung von Theobroma cacao in Amerika nachweisen. Nach Ansicht der Experten und Expertinnen wurde der Kakao zunächst im oberen Amazonasgebiet domestiziert und im Alltag als Nahrungsmittel und bei religiösen Zeremonien genutzt. Von dort aus verbreitete sich der Kakaoanbau nach Norden bis nach Mittelamerika.
Ausbreitung nach Mittelamerika: Olmeken und Sprachzeugnisse
Der süße Geschmack der Samen muss die Menschen von Anfang an fasziniert haben, denn der Kakao verbreitete sich als begehrtes Handelsgut langsam im nördlichen Mittelamerika, wo er um 1500 v. Chr. sogar in die Hände der Olmeken gelangte. Wie bei Schokolade bei den Olmeken nachzulesen ist, waren die Ersten, die den Kakaobaum kultivierten, die Olmeken. Die Olmeken brachten den Maya die Samen und wahrscheinlich auch die Kakaopflanzen.
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Sprachwissenschaftler gehen davon aus, dass die Olmeken eine Urform der Mixe-Zoque-Sprachen benutzten. Die Familie der Mixe-Zoque-Sprachen, die heute noch im südlichen Mexiko gesprochen werden, deutet darauf hin, dass die Urform der Sprachfamilie von den Olmeken genutzt wurde. Die hohe Kulturstufe, die die Olmeken erreicht hatten, führte dazu, dass andere mittelamerikanische Kulturen Lehnwörter aus der Mixe-Zoque-Sprache übernahmen, darunter viele Namen von mittelamerikanischen Pflanzen. So auch das Wort „cacao“ ursprünglich kakawa gesprochen.
Die Maya übernahmen zwischen 400 v. Chr. und 100 n. Chr. das Wort „cacao“ von den Olmeken. Auch das Wort „Kakao“ wurde damals vermutlich bereits benutzt.
Kakao im Alltag und Ritual der Maya
Die Maya verzierten Gefäße mit Aufschriften und Ornamenten und kennzeichneten so die Verwendung des Kakaogetränkes. Diese wertvollen Trinkgefäße waren meist kunstvoll bemalt. Die Aufschrift des Herstellers enthielt seinem Namen, eine Widmung für einen Gott oder eine Person, den Auftraggeber wie auch Form und Inhalt des Gefäßes. In einem Gefäß, beschriftet mit der Glyphe "kakaw", fanden Archäolog*innen an der Innenseite einen dunklen Belag. Analysen ergaben, dass dieser Theobromin enthielt, ein Inhaltsstoff von Kakao; ein starker Hinweis darauf, dass es sich bei dem Pulver um Reste eines Kakaogetränks handelt. Dieser Kakao wurde zwischen 460 und 480 n.Ch. hergestellt.
Die Maya kultivierten den Kakaobaum, bauten ihn auf großen Feldern an und entwickelten Bewässerungssysteme, um möglichst ertragreiche Ernten zu erhalten. Durch die Handelswege konnte der Kakao von den wenigen geeigneten Anbaugebieten in das gesamte Reich der Maya und später auch zu den Azteken transportiert werden. Den ersten regionalen Durchbruch erreichte der Kakao vor rund 2.500 Jahren in Mittelamerika. Durch Händler hatte sich der Kakao von Südamerika nach Mittelamerika ausgebreitet.
In der Zeit der Maya waren Kakaobohnen so wertvoll wie Gold und wurden gehandelt. Sie waren selten, und auf einigen Zeichnungen wurden sie als Frucht des Blutes der Götter dargestellt, was ihnen eine religiöse und materielle Dimension verlieh. Bei Festen und Hochzeiten wurde das edle Getränk jedoch auch dem einfachen Volk an der Festtafel serviert. Bohnen und schaumiger Kakao wurden auch bei gesellschaftlichen Anlässen verwendet. Die Kakaopflanzenbesitzer feierten jedes Frühjahr ein Fest zu Ehren der Händler und des Kakaopflanzengottes Ek Chuah. Natürlich fehlte der Kakao nie in den Opfergaben zu Ehren ihres Gottes. Neben Kopal und Menschen wurde auch Kakao als Opfergabe für die Götter dargeboten. Auch als Grabbeigaben wurden sowohl Kakao als auch Trinkgefäße beigelegt.
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Zubereitung und Konsum bei den Maya
Schokoladenriegel oder -tafeln, wie wir sie kennen, waren den Mayas noch unbekannt. Sie mochten Schokolade in flüssiger Form, ähnlich wie Kakao. Die Samen wurden geröstet und dann zu einer Paste gemahlen. Dann fügten die Maya ein spezielle s Kraut namens „aak“ hinzu, das die Paste beim Aufschlagen schaumig machte. Nach Zugabe von Wasser wurde die Mischung schließlich abgeseiht und zum Verzehr in Schalen abgefüllt. Dieses Rezept wurde hauptsächlich in gehobenen Gesellschaftskreisen verwendet.
Die einfachen Maya, für die das Schokoladengetränk ohnehin ein Luxus war, verwendeten für sich ein ähnliches Rezept. Anstelle von Gras verwendeten sie jedoch Weinreben, um die Kakaomasse aufzuschlagen. Das fertige Getränk wurde sowohl heiß als auch kalt getrunken und oft mit Zusätzen wie Chili aromatisiert. Aus Chili, Gewürzen und Kakao stellten sie ein aufgeschäumtes Kakaogetränk „xocolatl“ her. Das Kakaogetränk wurde unter anderem von den Maya als eine Art Weihwasser benutzt, um den Übergang vom Jugendlichen in das Erwachsenendasein zu zelebrieren.
Wert, Wirtschaft und Verwendung als Medizin
Kakao war kostbar und nur den obersten Gesellschaftsschichten vorbehalten. Ein regelmäßiger Verzehr war daher nur für die Oberschicht möglich. Bei den Maya wurde die Kakaopflanze als Allheilmittel eingesetzt, unter anderem gegen Durchfall und Geburtsschmerzen. Kakao erreichte den europäischen Kontinent im 16. Jahrhundert und erfreut sich seitdem zunehmender Beliebtheit unter Europäer*innen. Die Kakaobutter dagegen wurde dank ihrer desinfizierenden Eigenschaften bei Entzündungen, Schuppen und Tierbissen aufgetragen oder als generelle Hautpflege eingesetzt.
Kontakt mit Europäern und Verbreitung
Der erste Europäer, der die Kakaobohnen kennenlernte, war Christoph Kolumbus im Jahre 1502. Er begegnete auf seiner vierten Amerikareise einem Handelsschiff der Maya: „Ihr Schiff war mit mancherlei Waren beladen, bunten Stoffen aus Baumwolle, Geräten und Waffen aus Kupfer, tönernen Gefäßen, und außerdem führten sie eine Art Mandel bei sich.“ Diese Mandeln waren Kakaobohnen. Aber erst der Eroberer Hernán Cortés nahm das Kakaogetränk zu sich. Mit der Ankunft des spanischen Konquistadors Hernán Cortés 1519, kam fast ganz Mittelamerika unter spanische Kolonialherrschaft.
Als die Spanier begannen, die neue Welt zu erobern, lernten sie auch das Schokoladengetränk der Maya und Azteken kennen. Zunächst übernahmen die Spanier das Wort „cacao“ von den Maya auf Yucatán. Die aztekische Bezeichnung für das Schokoladengetränk war „cacahuatl“ zu deutsch „Kakaowasser“.
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Die Maya nannten das Schokoladengetränk „chocol haa“, was soviel wie „heißes Wasser“ bedeutet. Man geht heute davon aus, dass die spanische Bezeichnung „chocolate“ entstanden ist, indem man das Maya-Wort „chocol“ (heiß) mit dem aztekischen Wort „atl“ (Wasser) verband. So entstand zunächst das Wort „chocolatl“. Die Endung auf „tl“ ist typisch für die Sprache der Azteken, bereitete den Spaniern aber große Schwierigkeiten. Sie konnten oder wollten das „tl“ nicht richtig aussprechen. Sie sprachen immer „te“, wenn bei den Azteken ein „tl“ vorkam. So wurde aus „chocolatl“ schließlich „chocolate“ wie wir es heute kennen.
Vom Luxusgut der Kolonialzeit zur globalen Pflanze
Mit der Ankunft der Spanier in Europa wurde das Kakaogetränk unter den spanischen Siedlern in Mesoamerika bereits weit verbreitet, als es im 16. Jahrhundert den Weg nach Europa fand und ab dem 17. Jahrhundert innerhalb des europäischen Adels der Alten Welt fest etabliert war. Adlige in Europa begannen im 17. Jahrhundert, das Getränk zu schätzen. Die Frau des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV., Maria Theresia von Österreich, liebte den Trank, und Mitte des 18. Jahrhunderts konnten ihn sich auch wohlhabende Kaufleute und Handwerker leisten.
Um die eigenen Geschmacksvorlieben besser zu treffen, mischten die Spanier dem Kakaotrank Zimt und Zucker bei und legten damit einen weiteren wichtigen Grundstein auf dem Schokoladen-Genuss, wie wir ihn heute kennen. Mit diesem Geschmacksprofil wurde Schokolade auch auf dem europäischen Kontinent populär. In Europa änderte sich auch das Wort des Getränks und wurde zu „chocolatl“ und später zu „chocolate“.
Nachdem die Spanier den Kakao nach Europa gebracht hatten und damit neue Begehrlichkeiten für die kostbare Bohne geweckt hatten, versuchten sie mit aller Macht ihre Monopolstellung auf dem europäischen Kakaomarkt zu verteidigen. Diese hatten sie nur aufgrund der eroberten Kolonien in Mittel- und Lateinamerika. Schließlich gelang es den Portugiesen, das Monopol aufzubrechen und Kakao aus den portugiesischen Kolonien nach Europa zu verschiffen. Es waren wiederum Portugiesen, die der Verbreitung von Kakao den entscheidenden Impuls gaben. 1824 pflanzten sie auf Sao Tomé und im heutigen Gabun die ersten Kakaobäume und änderten damit nachhaltig die Kakaolandkarte. Mit einer hohen Geschwindigkeit verbreiteten sich Kakaopflanzungen entlang des afrikanischen Kakaogürtels am Äquator.
Wissenschaftliche Benennung und industrielle Entwicklung
Nachdem die „chocolate“ Europa erreicht hatte, erhielt der Kakaobaum im Jahre 1753 von Carl von Linné seine bis heute gültige wissenschaftliche Bezeichnung: „Theobroma cacao“. Ursprünglich lautete die Bezeichnung für den Kakaobaum „Arbora cacavifera americana“. Als der schwedische Naturforscher Linné die Benennung der Pflanzen und Tiere mit oft lateinischen Doppelnamen einführte, hielt der als Kakaoliebhaber bekannte Wissenschaftler offensichtlich seine Bezeichnung für passender: Das Wort Theobroma ist aus zwei griechischen Wörtern zusammengesetzt: „theos“ (Gott) und „broma“ (Speise) also in etwa: „Speise der Götter“.
Bis zum 19. Jahrhundert veränderte sich die Herstellung des Schokoladengetränks nur geringfügig. Im Jahr 1811 machte Poincelet einen wichtigen Schritt vorwärts, indem er den Mélangeur entwickelte. Dieses Gerät ermöglichte es, Kakaomasse und Zuckeranteil effizient zu vermischen und trug wesentlich zur Verfeinerung der Schokoladenmasse bei. Ein weiterer Meilenstein folgte 1828, als der holländische Chemiker Van Houten die Kakaobutterpresse erfand. 1819 setzten der französische Schokoladenhersteller Pelletier und die englische Firma Joseph Fry die erste Dampfmaschine bei der Schokoladenherstellung ein. 1846 wurde die industrielle Produktion von Schokolade durch die Konstruktion der Eintafelanlage durch den Techniker Daupley verbessert. Zum ersten Mal konnte Schokolade in einheitlicher Größe und in größeren Mengen produziert werden. Nur ein Jahr später, 1847, brachte das englische Unternehmen Fry & Sons die erste feste Essschokolade auf den Markt. Im Jahr 1873 leistete das deutsche Unternehmen Stollwerck einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Schokoladenqualität, indem es den Fünfwalzenstuhl konstruierte. Die Herstellung von Milchschokolade wurde 1875 durch den Schweizer Daniel Peter revolutioniert, der das von Henri Nestlé entwickelte Milchpulver verwendete. 1873 entwickelte zudem die Schweiz das Conchier-Verfahren und die Milchschokolade weiter.
Soziale und wirtschaftliche Folgen der Verbreitung
Durch die enorme Nachfrage in Europa kam es zu Engpässen in der Kakaolieferung. Eroberungskriege, Zwangsarbeit und die Einschleppung von Krankheiten dezimierten die Zahl der indigenen Bevölkerung Mesoamerikas enorm. Um den Arbeitskräftemangel auszugleichen, wurden innerhalb von 350 Jahren zwischen 15 und 20 Millionen Menschen vom westafrikanischen Kontinent nach Amerika gebracht und dort auf (Kakao-)Plantagen versklavt. Über den atlantischen Dreieckshandel wurden fertige Güter wie etwa Waffen und Werkzeuge nach Westafrika geschifft und dort gegen versklavte Menschen eingetauscht, die wiederum auf den Zucker-, Kakao-, Indigo- und Tabakplantagen in Amerika arbeiten sollten.
Von den Erträgen dieser Ernten profitierten hauptsächlich die Kolonialmächte, darunter Spanien, Portugal, Frankreich, Holland, Deutschland, England und Dänemark, wo die Produkte zu hohen Gewinnen verkauft werden konnten. Durch die weitere Eroberung Amerikas gelangte der Kakao aus den Gebieten Mexiko, Guatemala, Brasilien, Venezuela und Ecuador auch in die heutigen Staaten Französisch-Guayana, Surinam und auf die Karibischen Inseln. Ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte der Kakao auch die Kolonien in Westafrika und Asien.
Gegenwart: Produktion, Markt und Herausforderungen
Heute wächst der Kakaobaum in vielen tropischen Regionen. Die beiden heutigen Schwergewichte im Kakaoanbau, Ghana und die Côte d’Ivoire, betraten die Bühne erst Ende des 19. bzw. zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Heute sind diese beiden Länder die beiden wichtigsten Anbaunationen für Kakao auf der Welt. Mittlerweile ist Kakao aus vielen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. In deutschen Supermärkten hat sich Kakao vor allem in Form von Tafelschokolade als Verkaufsschlager etabliert.
Global sind rund sechs Millionen Menschen in der Kakaoproduktion beschäftigt und sichern damit den Lebensunterhalt für 40-50 Millionen Menschen. Die weltweite Erntemenge von Kakao wird im Jahr 2023/24 auf 4,45 Millionen Tonnen geschätzt, wobei allein Côte d’Ivoire mit 1,8 Millionen Tonnen dazu beiträgt. Doch auch im Kakaosektor sind die Folgen des Klimawandels spürbar. Zunehmende Extremwetterereignisse in den Anbauländern, wie Dürren und Überflutungen haben 2023/24 zu erheblichen Ernteeinbußen geführt, wodurch die Rohstoffpreise für Kakao um knapp 60 Prozent gestiegen sind.
Bereits die Geschichte des Kakaoanbaus, die eng mit der Kolonialgeschichte verknüpft ist, zeigt die gewaltvolle Ausbeutung von Menschen und Ressourcen; ein Muster, das sich leider bis in die Gegenwart zieht. Große internationale Konzerne dominieren den Markt und üben eine erhebliche Marktmacht aus, wodurch die Kleinbäuer*innen stark benachteiligt werden. Trotz ihrer essenziellen Funktion als Rohstofflieferanten, erhalten Kleinbäuer*innen nur einen Bruchteil der Profite, während der Großteil der Gewinne den Konzernen zugutekommt. Diese ungleiche Verteilung führt mitunter dazu, dass viele Kleinbäuerinnen unter prekären Bedingungen leben. Viele Anbaufamilien, besonders in Westafrika, leben unter der Armutsgrenze von derzeit 3,95 US-Dollar pro Tag.
Mittlerweile gibt es immer mehr Initiativen und Siegel, die darauf abzielen, die Arbeitsbedingungen im Kakaosektor zu verbessern und eine faire Entlohnung zu gewährleisten. Schokoladen in Bioqualität oder aus fairem Handel gewinnen zunehmend an Bedeutung und Beliebtheit.
Tabelle: Meilensteine in der Geschichte des Kakao
| Zeitraum / Ereignis | Bedeutung |
|---|---|
| ca. 5500-5300 v. Chr. | Früheste archäologische Nachweise von Kakao (Ecuador, Santa Ana La Florida) |
| 1500-400 v. Chr. | Olmeken kultivieren Kakao; Wort „kakawa“/„cacao“ |
| 400 v. Chr.-100 n. Chr. | Maya übernehmen das Wort „cacao“ und entwickeln rituelle Nutzung |
| 16. Jh. | Kakao wird nach Europa gebracht; Verbreitung unter dem Adel |
| 1753 | Carl von Linné benennt Theobroma cacao |
| 19. Jh. | Technische Innovationen; Produktion von fester Schokolade und Milchschokolade |
| 19.-20. Jh. | Verbreitung des Kakaoanbaus nach Afrika und Asien; Entstehung des Weltmarkts |
Die Reise des Kakaobaums vom Amazonas über die Olmeken zu den Maya und weiter in die Welt zeigt, wie eine lokal entstandene Kulturpflanze zu einem globalen Phänomen wurde. Archäologische, linguistische und historische Quellen verbinden sich zu einem Bild, das die zentrale Rolle des Kakaos in religiösen, wirtschaftlichen und sozialen Bereichen der Maya eindrücklich belegt.
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