Versuche mit Zucker für die Schule: Experimente, Hintergründe und Unterrichtsanregungen

Experimente mit Zucker bieten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, naturwissenschaftliche Phänomene anschaulich zu erleben und zu verstehen. Sie sind mit einfachen Mitteln umsetzbar und können sowohl im Unterricht als auch zuhause durchgeführt werden. Der folgende Artikel stellt verschiedene Zucker-Experimente, ihre Durchführung, wissenschaftliche Hintergründe sowie didaktische Hinweise vor.

Alltagsnähe und Sinnhaftigkeit: Warum mit Zucker experimentieren?

Das Experimentieren mit Lebensmitteln bietet die Möglichkeit, die Nahrungszubereitung in den Klassenraum zu holen. Die Experimente zeigen im Kleinen, wie bestimmte Dinge funktionieren und machen Vorgänge sichtbar und erlebbar. Bei der Einbettung der Experimente in den Unterricht ist dabei immer darauf zu achten, dass der Bezug zur Wirklichkeit hergestellt wird. Ein Experiment sollte nicht um seiner selbst willen durchgeführt werden.

  • Sie sind ohne Ausnahme mit einfachen Mitteln umzusetzen, die sich in jedem durchschnittlichen Haushalt in der Küche oder im Handwerkskasten befinden oder leicht zu besorgen sind.
  • Die Zaubereien mit Lebensmitteln untersuchen jeweils bestimmte Phänomene, z. B. den Wassergehalt in Lebensmitteln, Wasser als Quellmittel, Eiweißeigenschaften oder den Fettgehalt von Lebensmitteln.
  • Diese Experimente zeigen, wie sich chemische Prozesse in der Natur und im Alltag abspielen.
Infografik: Verschiedene Zucker-Experimente im Klassenzimmer

Experiment: Zucker löst sich im Wasser

Viele Kinder kennen es bereits: Wenn sie aus einem randvollen Glas trinken möchten, entdecken sie ganz nebenbei die Oberflächenspannung. Dieses einfache physikalische Phänomen eignet sich wunderbar als Einstieg für ein spannendes Experiment.

Durchführung:

  1. Füllen Sie zunächst in eines der Gläser etwas Wasser. Jedes Kind darf mit dem eigenen Teelöffel probieren und beschreiben, wie das Wasser schmeckt.
  2. Geben Sie anschließend 1-2 Teelöffel Zucker hinzu und verrühren Sie alles gut. Jetzt dürfen die Kinder erneut probieren: Schmeckt das Wasser anders? Was hat sich verändert? Sammeln Sie gemeinsam die Vermutungen - möglicherweise sagt ein Kind, dass sich der Zucker „auflöst“.
  3. Ein Kind mit ruhiger Hand füllt das zweite Glas randvoll mit Wasser - so, dass es scheinbar nichts mehr aufnehmen kann.
  4. Ein weiteres Kind darf nun vorsichtig mit einem Teelöffel Zucker nach und nach mehr Zucker ins volle Glas geben. Erstaunlicherweise passt noch einiges hinein!

Der Zucker löst sich im Wasser auf, weil die Wassermoleküle kleine Zwischenräume lassen. Diese Lücken füllt der Zucker - er braucht also keinen zusätzlichen Platz. Das Glas läuft nicht über, obwohl mehr „hineingegeben“ wird. So wird auf einfache Weise sichtbar, was in der Chemie als Lösungsvorgang bekannt ist - und gleichzeitig schmeckt das Wasser süß!

Schema: Wassermoleküle und Zuckermoleküle im Glas

Experiment: Farbige Zuckerwürfel im Wasser

Bei diesem Versuch können Sie genau beobachten, was mit dem Zucker passiert. Legen Sie die beiden Zuckerwürfel auf den Tisch und färben sie mit einigen Tropfen Tinte oder Lebensmittelfarbe ein. Dann legen Sie sie mit einigen Zentimetern Abstand in das Wasser auf dem Teller.

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  1. Die Zuckerwürfel saugen sich voll Wasser, zerfallen und lösen sich auf.
  2. Der aufgelöste Zucker verteilt sich in der Flüssigkeit und nimmt die bunte Tinte mit.
  3. Anfangs grenzen sich die beiden Farben voneinander ab. Nach längerer Zeit beginnt die Farbgrenze zu verschwimmen, und es bilden sich Mischfarben.
  4. Am Anfang ist der Zucker an einer Stelle im Wasser konzentriert: genau dort, wo Sie den Würfel hingelegt haben. An anderen Stellen ist überhaupt kein Zucker.
  5. Wo es ein solches Ungleichgewicht gibt, herrscht in der Natur immer das Bestreben, einen Ausgleich zu erreichen. Also wandert der Zucker im Wasser, bis er gleichmäßig verteilt ist.

Zucker löst sich in Wasser auf, während sich Tinte und Lebensmittelfarben, die selbst flüssig sind, mit dem Wasser vermischen. Das bedeutet: Der Zucker wird im Wasser in mikroskopisch kleine, für uns nicht mehr sichtbare Teilchen zerlegt. Die Farbe dagegen können wir nach wie vor sehen.

Wenn sich der Zucker annähernd gleichmäßig im Wasser verteilt hat, müssen sich die "huckepack" auf ihm sitzenden Farbteilchen sozusagen aus eigener Kraft weiter bewegen. Das dauert. Deswegen verzögert es sich, bis die scharfe Grenze zwischen den beiden Farben zu verschwimmen beginnt.

Foto: Zuckerwürfel mit farbigen Tinten im Wasser
Video: Farbausbreitung im Zuckerversuch mit Tinte

Gehalt von Zucker in Lebensmitteln bestimmen

Mit diesem Experiment kannst du herausfinden, wie viel Zucker in deinem Getränk enthalten ist. Schritt für Schritt zeigen wir dir hier, wie es geht.

Benötigte Materialien Beschreibung
4 Glasgefäße oder Plastikbecher (ca. 350 mL) Für Zuckerlösungen
5 identische Wassergläser (mind. 250 mL) Vergleich der Zuckermengen
Ca. 150 g feinen Haushaltszucker Bereitstellung der Zuckermengen

Im Unterrichtsmodul „Dem Zucker auf der Spur“ stehen gesundheitliche und geschmackliche Aspekte von Zucker im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erfassen den Infotext auf dem Arbeitsblatt „Zucker und die versteckten Süßmacher“. Dann erarbeiten sie im Plenum die Definitionen von freiem Zucker und Gesamtzucker, setzen sich mit Zuckerquellen auseinander und ergänzen Beispiele aus ihrem Essalltag.

Nun reflektieren die Schülerinnen und Schüler ihren Zuckerkonsum. Sie untersuchen und bewerten selbst gewählte Produkte über die Angaben auf der Verpackung. Die Erkenntnisse führen zur Frage nach den Handlungsalternativen.

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Infografik: Zuckeranteile in verschiedenen Getränken

Zucker im Alltag: Geschmacksexperimente und biologische Phänomene

Je länger man Getreide oder auch Brot kaut, desto süßer wird der Geschmack. Im Speichel sind sogenannte Enzyme, die die Stärke aus dem Brotteig in einzelne Zuckerbestandteile zerlegen. Die schmecken dann süß.

Emilia isst eine frische, reife Melone. Doch sie stutzt: Die Frucht schmeckt gar nicht süß, so wie erwartet! In unserem Experiment stellen wir uns die Frage nach dem Grund für Emilias offenbar verwirrte Geschmacksnerven. Vielleicht hat sie ja vor der Melone etwas gegessen, das die Süße überdeckt? Tatsächlich hat Emilia eine halbe Tafel Schokolade genascht! Könnte es also sein, dass wir Zucker weniger intensiv schmecken können, wenn wir bereits besonders viel davon zu uns genommen haben?

Biologie: Speichel-Enzyme und Zuckerverarbeitung im Mund

Zucker und Gesundheit: Reflexion und Handlungsalternativen

Der natürliche Zuckergehalt unserer Lebensmittel hat früheren Generationen beim Überleben geholfen. Denn es gibt in der Natur nichts Süßes, das giftig ist. Heute aber wird vielen Lebensmitteln Zucker zugesetzt. Deshalb enthalten zum Beispiel auch vermeintlich gesunde Müslis oft reichlich Zucker. Jugendliche nehmen nicht nur über Süßigkeiten, sondern auch über Säfte, Milchprodukte, Limonaden, Gebäck und Frühstückscerealien zu viel Zucker auf.

Das digitale Unterstützungsformat fasst Fakten zu Zucker, Zuckeralternativen und natürlichen Süßungsmitteln zusammen. Es erklärt, wie sich Zucker in Lebensmitteln erkennen lässt und wie Fachkräfte einen sehr maßvollen Umgang mit Süßigkeiten in Kita und Kindertagespflege gestalten können.

Sinnesschulungen eignen sich, um auf die Süße von Erfrischungsgetränken, fertigen Müslimischungen und Milchprodukten aufmerksam zu machen und den Zucker bewusster wahrzunehmen. Damit regen SinnExperimente die Reflexion über stark gezuckerte Produkte an und bieten die Chance, die Neugier von Kindern und Jugendlichen auf weniger süße Alternativen zu wecken.

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Infografik: Zuckerquellen im Alltag
Video: Zucker in Lebensmitteln - Wie erkennt man ihn?

Mehr Experimente rund um Zucker

  • Tipp: Nutzen Sie diesen Versuch, um mit den Kindern weitere Fragen zu erforschen, z. B.: Was passiert, wenn man Salz statt Zucker verwendet? Wie kann ich messen, wie sauer etwas ist? Wie kann ich Farben trennen? Und was ist eine Zitronenbatterie?
  • Die Farben der Filzstifte sind aus unterschiedlichen Einzelfarben zusammen gemischt. Rotkohlsaft ändert seine Farbe, wenn er mit Säuren und Laugen in Berührung kommt.
  • Im Speichel sind Enzyme enthalten, die Kohlenhydrate aufspalten und deren süßen Geschmack freisetzen.
  • Das Experiment in diesem Video untersucht, wie sich Wasser und Öl verhalten, und ob man die Flüssigkeiten mischen kann.
  • Das Video zeigt, wie man Farben mischen kann, ohne sie zu berühren.
  • Das Video zeigt, wie man den Zuckergehalt in Getränken bestimmen kann.
Sammelbild: Verschiedene Experimente mit Zucker, Salz und Farbstoffen

Didaktische Hinweise und Literatur

Viele Experimente lassen sich mit wenigen Materialien und sowohl im Klassenraum als auch zuhause durchführen. Die Reihenfolge der Experimente stellt keine zwingende Vorgabe dar. Die Informationen für die Lehrkraft enthalten in der Regel knappe Sachinformationen und Hinweise zu den Experimenten sowie zum Teil zusätzliche Arbeitsblätter als Kopiervorlagen.

  • Arndt, U.: Die Obst-Werkstatt
  • Kirst, W., Diekmeyer, U.: Das Salz. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1972
  • Knoll, C.: Versuchs doch mal! Wasser
  • Kratz, M.: Cola verdaut Fleisch
  • Kunert, M.: Versuche und Unterrichtsbeispiele in Ernährungs- und Nahrungsmittellehre. 4. verändert. Aufl.
  • Rodemann, K.: Von der Kuh in den Kühlschrank (Eine Milch Werkstatt)
  • Willmeroth, S., Rösgen, A.: Die Kartoffel Werkstatt

Kohlenhydrate - Power für den Körper: Was sind Kohlenhydrate und wie kann ich Zucker einsparen? Im Artikel finden Sie alle Basisinformationen auf einen Blick. Wie pädagogische Fachkräfte den Umgang mit Zucker verantwortungsbewusst gestalten können, ist Inhalt eines E-Learning-Angebotes, das das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) mit dem Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung entwickelt hat.

Das Unterrichtsmodul wurde vom Materialkompass des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen mit „gut“ ausgezeichnet. Die Gutachten im Materialkompass basieren auf einem wissenschaftlichen Bewertungsraster, mit dem Bildungsexpertinnen und -experten beauftragt werden.

Bild: Arbeitsblätter und Literatur für Zucker-Experimente

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