Vegane Hefeteig-Rezepte für Blechkuchen: Saftiger Pflaumen- und Zwetschgenkuchen mit Streuseln
Frisch gebackener Hefekuchen ist etwas ganz Besonderes: Der Teig ist fluffig und locker, die Beeren geben saftige Frische, und die Streusel sorgen für knusprigen Biss. Ich bin spendabel und haue gleich den dritten Tag in Folge ein neues Rezept raus. Ist das nicht toll? Auch vor mir macht das berühmt berüchtigte Sommerloch nicht halt und beschert mir etwas mehr Zeit als das in den kommenden Monaten der Fall sein wird. Und so kredenze, fotografiere, schreibe und plane ich, sofern es sich denn planen lässt.
Das heutige Rezept ist also eigentlich genau der Kuchen, den ich immer mit unserem Garten verbinde. Im kleinen Garten meiner Eltern stand mal ein Zwetschgenbaum, wenn ich mich richtig erinnere. Vielleicht waren es auch Pflaumen. Er hatte nur alle zwei Jahre Früchte, dann aber so viele, dass die Äste sie kaum tragen konnten und sich rundherum ein Meer aus heruntergefallenen Zwetschgen bildete. Ein großer Teil davon wurde für das nächste Jahr eingefroren, wenn es eben keine Ernte gab. Denn eines musste sicher gestellt werden: Es mussten immer genug für ein großes Blech Hefekuchen vorhanden sein.
Zu diesem Rezept
Wie bereits erwähnt, handelt es sich um einen Kuchen aus Hefeteig, der mit einer Zwetschgenmarmelade gefüllt wird. Dieser Kuchen ist vegetarisch und vegan. Damit dieser Kuchen so lustig aussieht, müsst Ihr ein klein wenig Zeit aufwenden. Er besteht nämlich eigentlich aus 7 einzelnen, langen Hefrollen. Dafür wird der Teig in sieben gleiche Portionen geteilt, mit der Zwetschgenmarmelade bestrichen und aufgerollt. Diese werden dann allerdings nicht, wie sonst üblich, in Hefeschnecken geschnitten, sondern komplett in die Backform gelegt. Sollte Euch das zuviel der Mühe sein, könnt Ihr auch eine einzige Teigplatte aufrollen und in die Kastenform legen. Sollte es Euch zu wenig Aufwand sein, macht aus den sieben Rollen einfach ein paar mehr.
Zutaten (Blechkuchen, Basis Hefeteig und Streusel)
- Für den Hefeteig (einfaches Basisrezept): 600 g Weizenmehl (Type 405) oder je nach Variante 500-550 g Mehl, 7 g Trockenhefe (oder ca. 20-25 g frische Hefe), 50-150 g Zucker je Rezeptvariante, 250-300 ml lauwarmer Pflanzendrink (Hafermilch, Sojamilch), 80-110 g vegane Margarine oder Butterersatz, 1 TL Salz, optional 1 TL abgeriebene Zitronenschale.
- Für den Belag: 1 kg frische Pflaumen oder Zwetschgen (alternativ Zwetschgenmus/Zwetschgenmarmelade), Zucker zum Bestreuen, Mandelscheiben zum Bestreuen.
- Für die Streusel: 300 g Mehl, 100-200 g Zucker, 200-200 g kalte vegane Butter/Margarine (je nach Rezept), optional Vanillezucker, Zimt oder Zitronenschale.
Wichtige Hinweise zur Hefe und zum Gelingen
Die Hefe aktivieren: Lauwarme Milch ist entscheidend - zu heiß tötet die Hefe ab, zu kalt bleibt sie inaktiv. Ideal sind 36-38°C, also handwarm. Die Hefe in das lauwarme Wasser oder die lauwarme Pflanzenmilch bröseln und darin zusammen mit dem Zucker auflösen. Die Mischung 5-10 Minuten stehen lassen, bis sich kleine Bläschen an der Oberfläche bilden.
Vegane Hefe gibt es nicht speziell - es handelt sich immer um natürliche Hefe; vom Geschmack her macht es keinen Unterschied, welche Hefeart beim Backen verwendet wird. Ja: 7 g Trockenhefe entspricht etwa 20-25 g frischer Hefe. Frische Hefe ebenfalls in lauwarmer Hafermilch (ca. 38°C) auflösen und 10 Minuten stehen lassen, bis sie schäumt.
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Teigzubereitung Schritt für Schritt
- Zunächst für den Hefeteig das Mehl in eine große Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde formen. Den Zucker in diese Mulde geben und die Hefe darüber bröseln.
- Den warmen Pflanzendrink (nicht über 40°C!!!) in die Mulde füllen und mit etwas Mehl zu einem dicken Brei verrühren. Für etwa 20 Minuten abgedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen bis der Brei deutlich Blasen wirft.
- Sobald er Blasen wirft, Salz, vegane Margarine (in kleinen Flöckchen) und Sojajoghurt (oder Ersatz) zugeben und mit einem Knethaken der Küchenmaschine (oder von Hand) 5-10 Minuten kneten (lassen). Das Ziel: ein weicher, geschmeidiger, elastischer Teig, der nicht klebt.
- Den Teig zu einer Kugel formen, in eine leicht eingeölte Schüssel legen und abgedeckt 1-2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat. Wer den Teig vorbereiten will, kann ihn auch abgedeckt über Nacht im Kühlschrank gehen lassen.
Formen und Belegen (7 Rollen oder Blechvariante)
Den Teig in 7 gleiche Portionen aufteilen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche je etwa 28×15 cm ausrollen. Je 1/7 vom Zwetschgenmus aufstreichen und aufrollen. Diese Rollen komplett in die gefettete Kastenform / auf das Blech legen. Alternativ: Den Hefeteig auf Blechgröße ausrollen, mit Pflaumen belegen und Streusel darauf verteilen.
Den Hefeteig auf dem Blech ausrollen (ca. 1 cm dick). Den Hefeteig mit den Pflaumenspalten belegen und erneut ca. 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen. Sollte sich der Hefeteig immer wieder zurückziehen, ca. 10 Minuten ruhen lassen und es dann erneut probieren.
Streusel herstellen
Für die Streusel Mehl und Zucker in einer Schüssel verrühren. Die kalte vegane Butter in Flocken dazugeben und alles zu einem streuseligen Teig vermengen. Den Streuselteig in den Kühlschrank stellen, bis der Hefeteig ausreichend geruht hat. Verknete alle Zutaten miteinander zu einem streuseligen Teig. Stelle die Streusel in den Kühlschrank.
Backen
- Backofen vorheizen: 180-200°C je nach Rezept (200°C Umluft in einigen Varianten, 180°C Ober-/Unterhitze in anderen).
- Die Streusel auf den Pflaumen verteilen und den Kuchen bei 180-200°C ca. 20-35 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun sind und der Teig durchgebacken ist. Für eine Kastenform oder dickere Varianten kann die Backzeit bis zu 50 Minuten betragen.
- In der Zwischenzeit Mandelscheiben in einer fettfreien Pfanne goldbraun rösten und zum Bestreuen bereitstellen.
- Den Kuchen aus dem Ofen nehmen, ggf. aus der Form lösen und nach Belieben lauwarm mit veganer Schlagsahne servieren.
Tipps, Varianten und Lagerung
- Damit er richtig saftig wird, ist es wichtig, dass ihr wirklich reife Pflaumen oder Zwetschgen verwendet, keine harten.
- Natürlich könnt ihr das Rezept abwandeln und z.B. anderes Obst verwenden (mit Kirschen schmeckt er auch fantastisch!), die gehobelten Mandeln weglassen (oder andere Nüsse verwenden) oder auf die Streusel verzichten.
- Vorbereiten könnt ihr den Kuchen übrigens auch prima. Dafür macht ihr einfach den Hefeteig am Abend zuvor und lasst ihn im Kühlschrank gehen.
- Sofort alles aufessen ist auch nicht nötig, mir schmeckt das Stück Pflaumenkuchen am zweiten Tag oft sogar noch besser.
- Der vegane Hefe-Streuselkuchen lässt sich wunderbar in Stückchen einfrieren. Stücke einzeln in Frischhaltefolie wickeln und bis zu 3 Monate tiefkühlen. Zum Aufwärmen bei 150°C kurz erhitzen.
- Wer einen veganen Streuselkuchen ohne Margarine backen möchte, kann diese durch vegane Butter oder (etwas weniger) Kokosöl ersetzen.
- Je nach Mehlsorte benötigst du bis zu 20 g mehr oder weniger Mehl. Weizenmehl Type 550 ist ideal, Dinkelmehl Type 630 funktioniert ebenfalls.
- Hefeteig braucht Ruhe: Am besten gelingt dieser, wenn vorher der Ofen auf 40°C vorgeheizt, dann ausgestellt und der Teig darin aufgehen kann.
Kurze Varianten-Übersicht (als Tabelle)
| Variante | Füllung/Belag | Backzeit/Temp. |
|---|---|---|
| Klassisch Pflaume (Blech) | Frische Pflaumen, Streusel | 200°C Umluft, 30 Min |
| 7 Rollen mit Zwetschgenmus | Zwetschgenmus, optional Streusel | 180°C O/U, 35-45 Min |
| Schnellvariante | Eine Teigplatte, Zwetschgenmus | 180°C O/U, 25-35 Min |
Wissenswertes zur Zubereitung
Der Hefeteig muss sich am Schluss elastisch anfühlen und gut verformen lassen. Zugleich muss bei der Arbeitsfläche ebenfalls auf die richtige Temperatur geachtet werden. Vor allem Flächen aus Glas oder Marmor können zu kalt für die Hefe sein. Nach dem Kneten soll der Teig so lange aufgehen, bis er sich verdoppelt hat. Dazu muss der vegane Teig wenigstens für eine Stunde abgedeckt werden und ruhen. Der beste Ort sollte zugfrei und warm sein. Eine Wärme über 40°C darf nicht überschritten werden.
Hefeteig kann auch eingefroren werden: Dazu wird dieser zubereitet vor dem Gehen im Gefrierbeutel oder in Frischhaltefolie eingefroren. So kann der Hefeteig etwa 6 Monate frieren. Um den gefrorenen Hefeteig zu verarbeiten, sollte dieser Teig vorher im Kühlschrank in einer Schüssel aufgetaut werden.
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Warum Hefeteig?
Hefe schmeckt unvergleichlich. Obstkuchen erhalten durch die Hefe einen wunderbaren, „gemütlichen“ Geschmack. Und glücklicherweise ist es ganz einfach einen veganen Hefeteig herzustellen.
Viel Spaß beim Nachbacken und Experimentieren mit Früchten und Streuseln - meine Back-Kreationen werden ja immer von der kompletten Familie getestet - und das beste Lob für mich ist, wenn Rezepte wie dieses gut ankommen, ohne dass jemand etwas „merkt“. Dass der Streuselkuchen vegan ist, hätte niemand gedacht.
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