Urin-Teststreifen zur Zuckerbestimmung: Anwendung und Bedeutung bei Diabetes

Bei der Kontrolle des Zuckerstoffwechsels, insbesondere bei Typ-2-Diabetes, spielen Urinteststreifen eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen eine schnelle und unkomplizierte Überprüfung des Glukosegehalts im Urin. Diese Methode wird insbesondere von Diabetikern genutzt, die kein Insulin spritzen müssen, sondern mit oralen Antidiabetika behandelt werden.

Mensch benutzt Urin-Teststreifen für Diabeteskontrolle

Grundlagen: Blutzucker und Urinzucker bei Diabetes mellitus

Viele Menschen mit Diabetes mellitus messen eigenständig ihren Blutzucker. Bei Diabetes wird regelmäßig der Blutzucker kontrolliert. Dazu können bei einem Typ-2-Diabetes Blutproben im Abstand von einigen Monaten ausreichen.

Anders sieht es aus, wenn Insulin gespritzt werden muss. Denn die Menge an Insulin, die zu den Mahlzeiten gespritzt wird, hängt unter anderem davon ab, wie hoch der gemessene Blutzuckerwert ist. Die Blutzuckermessung ist für diejenigen, die mehrmals täglich Insulin spritzen, ein wichtiger Teil ihrer täglichen Behandlung.

Urin-Teststreifen: Funktionsweise und Sicherstellung der Ergebnisqualität

Harnteststreifen dienen einer groben Abschätzung der Blutzuckerwerte durch Testung des Urins. Sie werden vor allem von Diabetikern genutzt, die kein Insulin spritzen, sondern mit oralen Antidiabetika behandelt werden. Die Messung erfolgt zwei- bis dreimal pro Woche, zwei Stunden nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit.

Wenn der Teststreifen positiv ausfällt, bedeutet dies einen zu hohen Blutzuckerwert. Die sogenannte "Nierenschwelle" gilt dann als übertreten. Die Niere ist mehr in der Lage, den Zucker effektiv aus dem Primärharn zurück in den Körper zu transportieren. Zucker erscheint im Urin. Dies passiert bei Blutzuckerwerten über 160 mg/dl bzw. 8,8 mmol/l.

Lesen Sie auch: Zucker im Urin mit Teststreifen messen

Es gibt auch Teststreifen, die auf Ketone oder Proteine im Urin prüfen. Diese dienen der Kontrolle des Stoffwechsel bzw.

Infografik: Mechanismus der Zuckerschwelle und Renale Ausscheidung

Klinische Relevanz und Grenzen der Zuckerbestimmung im Urin

Ein Urintest ist nicht eindeutig belegt, wenn es um die exakte Kontrolle des Blutzuckerspiegels geht. Mit dem Urintest lässt sich nur ein deutlich erhöhter Zuckerspiegel im Blut nachweisen. Denn bei normalem oder leicht erhöhtem Blutzuckerspiegel wird in der Regel kein Zucker über den Urin ausgeschieden.

Für die Zucker-Selbstmessung wird Urin verwendet, der vorher noch nicht lange in der Blase war. Morgenurin, der sich über Nacht in der Blase angesammelt hat, eignet sich deshalb nicht. Üblich ist vielmehr, etwa eine Stunde nach dem letzten Toilettengang erneut Wasser zu lassen, um eine Urinprobe zu nehmen.

Den Teststreifen taucht man dann in den Becher. Um das Ergebnis zu bewerten, wird die Verfärbung auf dem Teststreifen mit der Farbskala auf der Packung verglichen. Verfärbt sich das Feld nicht, enthält der Urin keinen Zucker. Je mehr es sich verfärbt, desto mehr Zucker ist im Urin - und damit auch im Blut. Der Test eignet sich aber nicht dazu, den Verlauf einer Behandlung mit Diabetes-Medikamenten zu kontrollieren, denn er kann keinen genauen Blutzuckerwert angeben.

Praktische Anwendung und Durchführung

Zur Messung des Zuckerspiegels in Blut oder Urin stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Zusätzlich kann auch der Zuckerspiegel im Gewebe gemessen werden. Für die Zucker-Messung im Urin benötigt man einen Auffangbecher und einen Urin-Teststreifen.

Lesen Sie auch: Symptome von Glukosurie

  1. Vor dem Test Hände waschen, um Kontamination zu vermeiden.
  2. Einen frischen Urinbecher verwenden - der Mittelstrahlurin wird verwendet, dabei den ersten Teil des Harns verwerfen.
  3. Den Teststreifen kurz in den Urin tauchen.
  4. Streifen herausnehmen und nach der Herstelleranleitung abwarten.
  5. Vergleich der Verfärbung mit der Farbskala auf der Verpackung zur Bestimmung des Glukosegehalts.
Schematische Darstellung Urinprobenahme und Teststreifenanwendung

Es ist wichtig, mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen, zu welcher Tageszeit der Test gemacht werden soll, und ob besser vor oder nach dem Essen.

Bedeutung und Aussagekraft der Messergebnisse

Wenn sich Zucker im Urin nachweisen lässt, ist der Blutzuckerspiegel meist stark erhöht. In der Regel wird der überschüssige Zucker im Blut erst ab ungefähr 10 mmol/l (180 mg/dl) oder mehr über die Nieren ausgeschieden und ist dann im Urin nachweisbar.

Mit einem Urin-Teststreifen kann ein erhöhter Wert auf eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) hindeuten. Ist die Verfärbung stark, sollte eine Blutzuckerkontrolle durch Blutabnahme erfolgen, um tatsächlich bewerten zu können, ob der Blutzuckerstoffwechsel gestört ist.

Vergleich: Urinteststreifen und Blutzuckerteststreifen

Methode Kosten pro Test Genauigkeit Einsatzgebiet
Blutzuckerteststreifen 1,60 DM (ACCUTREND GLUCOSE) Sehr genau Insulinpflichtige Diabetiker, Therapieanpassung
Urinteststreifen 7-8 Pfennig (z. B. URITEST 10, BIOPHAN), bis zu 3 Pf (GLUCOSE P/N) Grobe Abschätzung Typ-2-Diabetes, Verlaufskontrolle, Screening

Etwa die Hälfte der Streifen verbrauchen nicht insulinpflichtige Diabetiker. Im Alltag hat sich gezeigt, dass viele Menschen, die keinen Insulin spritzen, weiterhin auf den kostengünstigen und einfach anzuwendenden Urintest setzen.

Das glykosylierte Hämoglobin (HbA1c) unterscheidet sich unter beiden Kontrollmethoden im gleichen Ausmaß, was die Alltagstauglichkeit des Urintests belegt.

Lesen Sie auch: Zucker im Urin ohne Diabetes

Anwendungsszenarien und Studiendesign

In Studien messen Typ-2-Diabetiker drei Monate lang täglich entweder ihr Blut oder den Urin auf Zucker. Danach wechseln sie für weitere drei Monate zur jeweils anderen Methode. Im letzten halben Jahr wendet jeder die von ihm bevorzugte Messtechnik an (48 % Bluttest, 42 % Urintest, 10 % beide).

Studienverlauf zum Teststreifenvergleich

Weitere medizinische Relevanz von Urintests

Der Urin kann die Diagnostik vieler Erkrankungen unterstützen. Er liefert unter anderem Hinweise auf Blasenentzündungen, Diabetes mellitus oder Nierenkrankheiten. Dafür ist es wichtig, die Urinprobe richtig durchzuführen.

Bereits die Beschaffenheit des Urins kann Fachleuten einiges verraten: Wenn er zum Beispiel sehr dunkel ist oder nur wenig Harn kommt, kann das auf eine schlechte Nierenfunktion hindeuten. Eine „flockige“ Urinprobe kann hingegen auf eine Entzündung oder auch auf eine Nierenerkrankung hindeuten.

Mit dem Urin scheidet der Körper Abbauprodukte von Medikamenten, körperfremde Giftstoffe, Abfallprodukte und Botenstoffe aus. Auch diese lassen sich bei einem Urintest messen.

Anleitung zur Anwendung von Urin-Teststreifen zur Zuckerbestimmung

Sonderformen der Urinuntersuchung und weitere Nachweise

Es gibt eine Reihe von sehr spezifischen Urintests, bei denen zum Beispiel ein Botenstoff gemessen wird, der nur während einer Schwangerschaft produziert wird (beta-HCG), oder bei denen bestimmte Drogen im Urin nachgewiesen werden sollen. Sie messen die Konzentration verschiedener Substanzen im Urin, zum Beispiel den pH-Wert, den Eiweißgehalt, Glukose, Nitrit, Keton sowie das Vorkommen roter und weißer Blutzellen.

Praktische Hinweise zur Probenentnahme

  • Voraussetzung für einen aussagekräftigen Urintest ist eine sorgfältig gewonnene Urinprobe.
  • In der Regel wird Mittelstrahlurin verwendet, bei dem der erste Teil des Urins verworfen wird.
  • Frauen, die zum Zeitpunkt des Urintests schwanger sind oder ihre Menstruation haben, sollten dies in der Arztpraxis mitteilen.
  • Je nach Fragestellung wird erstes oder zweites Morgenurin, Spontanurin oder Sammelurin eingesetzt.

Apparativ kann neben dem Teststreifen auch der Urin-Status im Labor analysiert oder eine Urinkultur angesetzt werden, zum Beispiel bei Verdacht auf bakterielle Harnwegsinfektion.

Fazit zur Bedeutung der Urin-Teststreifen zur Zuckerbestimmung

Urinteststreifen sind eine wirtschaftliche und einfache Methode, um bei bestimmten Patientengruppen mit Diabetes Hinweise auf erhöhte Blutzuckerwerte zu erhalten. Sie sind insbesondere für Patienten ohne Insulintherapie sinnvoll und können dazu beitragen, den Verlauf und die Risiken der Erkrankung früh zu erkennen. Allerdings ersetzen sie nicht eine genaue Blutzuckermessung, die für die Anpassung der Insulindosis unerlässlich ist.

Vergleich verschiedener Urintests mit Blutzuckermessung

tags: #urin #teststreifen #zucker #dm #anwendung #und

Populäre Artikel: