Umrechnung Blutzucker: mmol/l in mg/dl – Formel, Tabellen und Wissenswertes zur Blutzuckermessung

Blutzuckerwerte sind ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsdiagnostik. Verschiedene Länder und Regionen verwenden unterschiedliche Einheiten, allen voran mmol/l (Millimol pro Liter) und mg/dl (Milligramm pro Deziliter). Gerade für Menschen mit Diabetes ist es essenziell, den eigenen Blutzuckerwert korrekt zu kennen, zu interpretieren und - je nach Gerät oder Quelle - auch umrechnen zu können. Dieser Artikel beleuchtet ausführlich alle Hintergründe zur Umrechnung, erläutert die nötigen Formeln, bietet Tabellen für den schnellen Vergleich und gibt praxisnahe Tipps zur Messung und Einordnung.

Blutzucker: Einheiten und ihre Bedeutung

Die Abkürzung mmol/l steht für Millimol pro Liter und beschreibt eine Maßeinheit, die angibt, wie viele Tausendstel Mole eines Stoffes - in diesem Fall Glukose - sich in einem Liter Blut befinden. mg/dl gibt an, wie viele Milligramm Zucker sich in einem Zehntelliter Blut befinden. Während in Deutschland in alten Bundesländern überwiegend mg/dl verwendet wird, ist in den neuen Bundesländern die Einheit mmol/l gebräuchlicher.

Infografik: Unterschiede der Einheiten mmol/l und mg/dl im deutschsprachigen Raum

Die Maßeinheit für den Blutzucker ist in Deutschland also nicht einheitlich. Im Osten wird in mmol/l gemessen und im Westen in mg/dl. Beide Einheiten messen dasselbe, werden aber auf unterschiedliche Weise angegeben und sollten daher nicht verwechselt werden.

Formel zur Umrechnung: mmol/l in mg/dl und umgekehrt

Die Umrechnung zwischen mmol/l und mg/dl ist notwendig, wenn unterschiedliche Geräte, medizinische Fachartikel oder internationale Empfehlungen konsultiert werden. Wichtig ist, dass Diabetiker*innen immer den gleichen Umrechnungsfaktor nutzen, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

  • mg/dl × 0,056 = mmol/l
  • mmol/l × 18 = mg/dl

Beispiel: Ein Wert von 5 mmol/l entspricht 5 × 18 = 90 mg/dl. Ebenso gilt: 90 mg/dl × 0,056 ≈ 5 mmol/l.

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Alternativ gilt: mg/dl ÷ 18 = mmol/l

Formel Infografik: Blutzucker-Einheiten umrechnen (mg/dl, mmol/l)

Umrechnung von anderen Laborwerten

Mit diesem mmol/l-in-mg/dl-Rechner kannst du mühelos zwischen mmol/l und mg/dl umrechnen, egal welches Molekül du hast. Die Umrechnung von mmol/l in mg/dl könnte nicht einfacher sein. Eigentlich ist es genau dasselbe wie beim Blutzucker, nur dass wir jetzt stattdessen die molare Masse des jeweiligen Stoffes verwenden. Bestimme die molare Masse des Stoffes, um den es geht.

Wenn du die Einheiten eines anderen Moleküls umrechnen möchtest, das nicht im Dropdown-Feld aufgeführt ist, klicke auf Benutzerdefinierte molare Masse. Dort kannst du die angepasste molare Masse zusammen mit dem mmol/l- oder mg/dl-Wert eingeben. Der mmol/l-in-mg/dl-Rechner liefert dir sofort das umgerechnete Ergebnis.

Blutzucker messen und Werte umrechnen

Praktische Umrechnungstabellen

mg/dl nach mmol/l

mg/dlmmol/l
402,2
502,8
603,3
703,9
804,4
905,0
1005,6
1206,7
1407,8
1608,9
18010,0
20011,1
22012,2
24013,3
26014,4
28015,5
30016,7
35019,4
40022,2
45025,0

mmol/l nach mg/dl

mmol/lmg/dl
236
354
472
590
6108
7126
8144
9162
10180
11198
12218
13234
14252
15273
16288
17306
18324
19342
20364
25450

Diese Tabellen sollen Ihnen helfen, sich besser mit den verschiedenen Einheiten bei Blutzuckerwerten zurechtzufinden.

Blutzuckermessung: Warum und wie?

Der Blutzuckerwert gibt den Glukosegehalt im Blut an und ist ein wichtiger Indikator für Ihre Gesundheit. Durch das Verständnis Ihres Blutzuckerwerts können Sie aktiv Ihre Gesundheit überwachen und frühzeitig auf Veränderungen reagieren. Nicht nur Menschen mit Diabetes sollten hin und wieder ihren Blutzuckerwert messen. Besonders wichtig ist dies aber bei Diabetes mellitus, sowohl Typ 1 als auch Typ 2. Menschen mit Diabetes mellitus müssen ihrem Körper Insulin selbst zuführen und die Insulindosis anhand des aktuell gemessenen Blutzuckerwerts berechnen.

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Schema: Blutzuckermessung mit einem Messgerät und Teststreifen

Das bekannteste und meistgenutzte Hilfsmittel für die Blutzuckermessung ist das Blutzuckermessgerät. Um Ihren Blutzucker zu messen, müssen Sie zunächst einen Teststreifen in das Blutzuckermessgerät einführen. Anschließend wird mit einer Stechhilfe ein kleiner Stich in die Fingerkuppe vorgenommen, um Blut zu gewinnen. Zum Einstechen werden meist der Mittelfinger und Ringfinger empfohlen. Da Daumen und Zeigefinger mehr Tastsensoren besitzen als die restlichen Finger kann das Blutzuckermessen dort unangenehmer sein. Nach dem Einstich führen Sie den Teststreifen an den Finger mit dem Einstich, aus dem der Bluttropfen austritt. Der Testreifen saugt selbst die benötigte Menge Blut auf.

In unserem Artikel zum Blutzuckermessgerät finden Sie eine Anleitung, die Schritt für Schritt erklärt, wie Sie Ihren Blutzucker mit einem Blutzuckermessgerät messen können.

Die Messwerte werden an ein spezielles Gerät oder an Ihr Smartphone geschickt, auf dem über eine App Ihre Blutzuckerwerte angezeigt und gespeichert werden. Wenn Sie Ihre Blutzuckerwerte also regelmäßig kontrollieren müssen, bietet sich auch diese Methode an.

Normwerte und Blutzuckerverlauf

Die Normalwerte des Blutzuckers beziehen sich immer auf „nüchternen” Magen. Der Blutzuckerwert liegt bei einem gesunden Erwachsenen nüchtern meist unter 100 mg/dl. Zwei Stunden nach einer Mahlzeit sollte er unter 140 mg/dl liegen. Über den Tag verteilt ist es völlig normal, dass der Blutzuckerspiegel schwankt.

Diagramm: Tagesverlauf des Blutzuckerspiegels (nüchtern und nach Mahlzeiten)
  • Ein Nüchternwert zwischen 100 und 125 mg/dl ist ein Hinweis auf erhöhtes Risiko.
  • Von Unterzucker spricht man bei einem Wert, der unter 70 mg/dl beziehungsweise 3,9 mmol/l liegt, unabhängig davon, ob der Nüchternblutzucker gemessen wurde.
  • Der normale Blutzuckerwert liegt bei Kindern und Jugendlichen nüchtern bei etwa 65 - 100 mg/dl und 2 Stunden nach dem Essen bei 80 - 126 mg/dl.

Eine Unterzuckerung kann nur bei Diabetiker*innen auftreten, die sich regelmäßig Insulin spritzen müssen, wie zum Beispiel Typ 1 Diabetiker*innen. Ursachen sind unter anderem zu hohe Insulungaben, erhöhte Bewegung oder Alkoholkonsum. In akuten Situationen hilft eine schnelle Kohlenhydratzufuhr beispielsweise durch Traubenzucker oder Fruchtsäfte. Erholt sich der Blutzucker nicht nach wenigen Minuten, sollten Sie umgehend den Notruf wählen.

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Häufig tritt eine Überzuckerung bei allen Diabetiker*innen im Rahmen von Diätfehlern oder medikamentösen Therapien auf, zum Beispiel durch zuckerreiche Nahrung oder Bewegungsmangel. Ein unbehandelter, dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel führt langfristig zu gesundheitlichen Folgeschäden, etwa einer Verkalkung der Blutgefäße.

Regelmäßiges Messen und Dokumentation

Wie häufig der Blutzucker gemessen werden muss, hängt vom Diabetestyp, der Stabilität des Blutzuckerwerts und der Behandlungsform ab. Die genaue Anzahl der Messungen wird mit dem behandelnden ärztlichen Fachpersonal abgesprochen. Regelmäßiges Blutzuckermessen ist bei jedem Diabetes empfehlenswert und auch das beste Frühwarnsystem für Unter- und Überzuckerung. Personen mit Diabetes Typ 1 sollten die Blutzuckerwerte unter Angabe der Uhrzeit in ein Tagebuch oder eine App eintragen, idealerweise ergänzt um Hinweise zu Mahlzeiten oder besonderen Ereignissen. Ein zuckerreicher Imbiss oder ähnliches lassen den Wert kurzzeitig hochschnellen.

Grafik: Blutzucker-Tagebuch mit Uhrzeit und Mahlzeiten

Aufgrund der geringeren Schmerzempfindlichkeit wird der Blutzucker bei Kleinkindern oft am Ohrläppchen gemessen. Hatte die Mutter Schwangerschaftsdiabetes, ist bei Neugeborenen häufig ein zu niedriger Blutzucker zu erkennen.

Was beeinflusst den Blutzucker?

Den größten Einfluss auf den Glukosegehalt im Blut hat die Nahrung, insbesondere Kohlenhydrate. Schnell verwertbare Kohlenhydrate, wie Zucker oder helles Weißbrot, lassen ihn sehr schnell ansteigen, während Vollkornprodukte den Anstieg verzögern. Eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Bewegung helfen, den Blutzuckerspiegel im Normalbereich zu halten.

Auch Erkrankungen wie eine Grippe, Einnahme verschiedener Arzneimittel oder körperliche Anstrengung, Stress und Alltagshektik beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Kortison lässt den Blutzuckerspiegel beispielsweise ansteigen.

Langzeitblutzucker (HbA1c): Durchschnittswerte erfassen

Wenn der Verdacht besteht, dass Ihre Blutzuckerwerte ungewöhnlich hoch oder niedrig sind, wird Ihre Hausarztpraxis Ihren Langzeitblutzucker messen: Der Wert HbA1c gibt dem medizinischen Personal Aufschluss über Ihren durchschnittlichen Blutzuckerspiegel über einen Zeitraum von 3 Monaten. Bei gesunden Menschen liegt der HbA1c-Wert bei etwa 5 Prozent.

Infografik: HbA1c-Wert und Langzeitblutzucker

Wir sind stets bemüht, unsere Rechner so präzise und zuverlässig wie möglich zu gestalten. Sie können jedoch niemals eine professionelle ärztliche Begutachtung ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen solltest du immer ärztliches Fachpersonal aufsuchen.

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