Trüffelvorkommen und Trüffelsuche in der Eifel
Jetzt im Herbst ist die Zeit, Pilze zu sammeln; auch Trüffel sind Pilze und gehören zu den teuersten Delikatessen, die wir kennen. Sie sind nicht nur besonders selten, sie sind auch ungemein schwer zu finden. Das liegt daran, dass sie unterirdisch wachsen und nur gut ausgebildete Hunde oder auch Schweine mit ihren feinen Nasen die Knollen erschnüffeln können.
Verbreitung und Habitat: Wo Trüffeln in Nordrhein-Westfalen und der Eifel vorkommen
Wo Trüffeln wachsen, ist Anbau möglich. Wo Trüffelanbau in NRW möglich ist, hat die Natur den forschenden Trüffelenthusiasten der Forschungsgruppe Hypogäen (FGH) teilweise schon verraten. Bis März 2011 galten Trüffeln in Deutschland nach Meinung der Pilzkundler als sehr selten bis verschollen. Dank der Unterstützung durch das Bundesamt für Geologie und Rohstoffe (bgr) können wir hier eine speziell für die Trüffelaufklärung in Deutschland erstellte Karte der Kalkgebiete und damit die potentiellen Anbaugebieten in NRW zeigen.
Die grobe Einschätzung bietet eine erste Orientierung für Interessenten, ersetzt aber nicht eine Grundstücksbesichtigung, Bodenprobe und Bodenanalyse vor der eigentlichen Planung. Die Bereiche sind in den Karten lila bis purpurn dargestellt. In solchen Bodentypen haben wir ohne Ausnahme Tuber aestivum nachgewiesen. Überall in Deutschland.
Zu den ausgewiesenen rund 6.000 km² an Kalkgebieten mit Ausgangsgestein aus verschiedenen Erdzeitaltern kommen noch Lößgebiete und Auwaldbereiche im Urstromtal des Rhein und seiner Nebenflüsse als Trüffelanbaugebiete in Frage. Diese Gesteine lassen sich mittels geologischer Karte ermitteln. Verantwortlich für die Bodenbildung ist das Ausgangsgestein. Ist dies Mergel oder Muschelkalk, finden wir Bodentypen wie Rendzina oder Pararendzina.
Konkrete Regionen in NRW mit Trüffeln
- Teutoburger Wald: ab Tecklenburg bis Bielefeld/Detmold und von Horn-Bad Meinberg südlich über Paderborn bis Warstein, Möhnesee bis Werl.
- Nördliches Sauerland: von Arnsberg bis Bochum über Dortmund, Lippstadt, Soest, Aalen und Hamm.
- Münsterland: Region südöstlich von Münster beziehungsweise westlich um Coesfeld herum.
- Außerdem: Kalkgebiete um Aachen und westlich von Bad Münstereifel.
In diesen Landesteilen sind kleinere und mittlere Trüffelplantagen von 0,3 bis 5 oder 10 ha Anbaufläche denkbar. Die grobe Einschätzung bietet eine erste Orientierung für Interessenten.
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Boden- und Standortfaktoren
Trüffeln sind "kalkhold", d.h. sie benötigen Kalk aus dem Untergrund. Außerdem benötigen sie einen kalkhaltigen Boden mit wenig Säure. Nicht alles lässt sich aus Karten herauslesen, aber... Dieses natürliche Trüffelvorkommen zu erfassen und die vielen Rätsel des Standortes zu knacken, gelang den Experten der FGH.
Die Qualität des Impfstoffs und die Bindung an den Wirtsbaum sind entscheidend für den Erfolg. Wir wissen, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen - im Boden, im Pflanzmaterial und im Management. Forschung, Lehre und Praxis bilden bei mykoConsult eine Einheit. MykoSysteme: eine Arbeitsweise, die Trüffelanbau als langfristigen biologischen und mykologischen Prozess versteht - nicht als kurzfristige Maßnahme.
Artenvielfalt und Naturschutz in der Eifel
Pilze sind wichtige Bestandteile des Ökosystems Wald. Sie zersetzen verwelkende Pflanzen und Totholz und entwickeln auf diese Weise zusammen mit anderen Bodenorganismen die Humusschicht. In dieser stehen die Nährstoffe aus dem abgestorbenen Pflanzenmaterial wieder als natürlicher Dünger für Bäume, Sträucher und Kräuter zur Verfügung.
Und mit vielen Pilzarten, den sogenannten Mykorrhiza-Pilzen, gehen Bäume und andere Pflanzen sogar enge symbiotische Lebensgemeinschaften ein, von denen beide profitieren. Während die Pilze die Wasser- und Mineralstoffversorgung der Pflanzen verbessern, versorgen diese die Pilze mit zuckerhaltigen Nährstoffen. Auch die Trüffel leben in enger Verbindung mit den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen, bei denen es sich meist um Laubbäume handelt.
Bei den im Nationalpark vorkommenden Trüffeln handelt es sich jedoch nicht um die von den Gourmets so geliebten essbaren Arten, sondern um die Gemeine Balsamtrüffel, die Punktierte Hirschtrüffel oder die Stinkende Trüffel. Sie sind allesamt für den Menschen ungenießbar, jedoch umso wichtiger für die Ökologie ihres Lebensraumes.
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Inzwischen sind über 1.880 Pilzarten im Nationalpark Eifel kartiert worden. Mindestens 15 Trüffelarten wurden gefunden, insgesamt 70 neue Pilzarten waren das Ergebnis der Inventurwoche. „Für uns steht bei der Suche nach heimischen Trüffeln wie auch nach anderen Pilzen das Ziel im Vordergrund, den Artenbestand im Nationalpark möglichst vollständig zu erfassen“, so Dr. Andreas Pardey, kommissarischer Fachgebietsleiter Forschung und Dokumentation in der Nationalparkverwaltung Eifel.
Forschung, Kartierung und Lehrtätigkeit
Ein zentraler Teil unserer Arbeit ist die Erforschung natürlicher Trüffelvorkommen. Wir kartieren Hypogäen (Trüffeln) in Deutschland, um tiefe Erkenntnisse über Vorkommen und Verbreitung zu erlangen. Die Bestimmung erfolgt durch uns in Form von makro- und mikroskopischer Betrachtung und Dokumentation.
Die Erfassung ökologischer Parameter ist bei marktfähigen Trüffelarten stets Bestandteil. Als Mitglied der DGfM widmen wir uns der Ermittlung von Vorkommen und Verbreitung aller Hypogäen in Deutschland. Daraus ergibt sich ein enger Austausch mit nationalen und internationalen Experten, Universitäten und Forschungseinrichtungen.
Der Startschuss zur Ausbildung von Hundebesitzern zur Trüffelsuche mit ihrem Hund fiel im April 2011 in Greene in Niedersachsen. Deutsche Trüffelschule mit Mitgliedern der Forschungsgruppe Hypogäen kartierte stichprobenartig vier größeren Landesteile in NRW auf die Existenz von Tuber aestivum (Sommertrüffel) und Tuber aestivum var. uncinatum (Burgundertrüffel). Mehr als 2.000 Fundstellen wurden seitdem kartiert.
Bei der XXL-Kartierung ermitteln wir an einer Trüffelstelle etwa 40 verschiedene Parameter. Jede Veranstaltung erzeugt neues Wissen! Ohne die vielen Trüffelsuchspezialisten würde man nicht zu den Daten kommen, die Grundlage für die Trüffelkultur sind.
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Forschungsschwerpunkte
- Selektion robuster Trüffel-Genotypen
- Untersuchungen der Baum-Wirt-Interaktion
- Symbiose-Effizienz verschiedener Baumarten
- Mykorrhizierungsoptimierung durch gezielte Zusatzstoffe
- Auswirkungen extremer Wetterereignisse und Anpassungsstrategien
Gezielte Begehungen, Probenahme und die Untersuchung der Fruchtkörper bilden die Basis. Langjährige Zusammenarbeit mit erfahrenen Pilzexperten und die Nutzung ausgebildeter Trüffelsuchhunde haben mehrere Erstnachweise von Trüffelarten ermöglicht.
Trüffelsuche: Methoden, Hunde, Rechtliches
Bevor die Spürnasen zum Einsatz kommen, wird das Gebiet anhand von Karten überprüft und begutachtet, an welchen Stellen sich die Suche lohnt. Denn die Suche nach Trüffeln erfordert höchste Konzentration der Hunde. Normalerweise werden zur Trüffelsuche Schweine eingesetzt. „Zum Trüffelschwein taugt allein die geschlechtsreife Sau. Nur sie kann den betörenden Duft der Trüffel auch dann noch riechen, wenn der Pilz einen halben Meter tief unter der Erdoberfläche liegt“, heißt es in einem „Zeit“-Artikel.
Diese Ansicht teilt Hörnicke nicht. Ihre Hündin Jule hat unzählige Edelpilze aufgespürt. Auch gute Spürnasen wie Jule der Border-Terrier-Mix und Mischling Millie können die geruchsintensiven Trüffel im Boden aufspüren. Geprüfte Trüffelberaterin Silke Hörnicke (links) aus Niederkassel hat die Mischlingshunde aus dem Tierschutz für diese hoch konzentrierte Arbeit ausgebildet.
Die Teilnehmer von Seminaren lernen sowohl die Mykologie, Ökologie, Geologie und Topografie als auch praktische Suchübungen. Die Teilnehmer des Seminars wurden zunächst mit den Naturschutzbestimmungen vertraut gemacht, die die Trüffeln betreffen. Danach ging es in die freie Natur, wo die Vierbeiner Trüffel-Dummies erschnuppern mussten. Hörnicke hatte diese vergraben, die Hunde durften sie ausgraben.
Anders als in anderen Ländern ist das Sammeln von Trüffeln in Deutschland verboten. In Deutschland gelten sie als sehr selten und stehen seit 1986 auf der Roten Liste. Zu dumm nur, dass 20 der 180 in Deutschland existierenden Trüffelarten auf der Roten Liste und damit unter Naturschutz stehen. „Die Suche nach Trüffeln in deutschen Wäldern ist verboten“, warnt der Pilz- und Heilpilzexperte Michael Riehl.
Bei der Trüffelsuche in Schutzgebieten dürfen autorisierte Personen mit Ausnahmegenehmigungen auf Pilzsuche gehen, um den Artenbestand zu erfassen. Für uns steht bei der Suche nach heimischen Trüffeln wie auch nach anderen Pilzen das Ziel im Vordergrund, den Artenbestand im Nationalpark möglichst vollständig zu erfassen.
Wirtschaftliche Aspekte und Chancen für Landwirte
Keine Chemie, keine Maschinen, alles Bio: Eine Chance für Landwirte und Grundstücksbesitzer. Naturnahen Trüffeldauerkulturen sind ökologisch wertvolle Biotope. So wird Bodenerosion verhindert, biologische Artenvielfalt realisiert und Kohlendioxid eingefangen.
Dieses Wissen bildet die Grundlage dafür, Trüffelanbau nicht als Experiment, sondern als fundierte Kulturform zu betreiben. Ziel ist es, biologische Prozesse zu verstehen - und sie in der Praxis sinnvoll zu berücksichtigen. Die Weitergabe von Wissen ist ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit. Lehrtätigkeit bedeutet nicht Vereinfachung um jeden Preis, sondern verständliche Einordnung komplexer Zusammenhänge.
Erträge und Erwartungen
130 kg/ha Ernteertrag: Dieses natürliche Trüffelvorkommen zu erfassen und die vielen Rätsel des Standortes zu knacken, gelang den Experten der FGH. Die Geheimnisse werden ausführlich im Lehrfilm erläutert.
Praxisbeispiele und Medienberichte
Jean-Marie Dumaine ist glücklich. Der Koch und Restaurantbesitzer aus Sinzig am Rhein hat mit seinem Hund Max fast ein Kilo dieser teuren Delikatesse im Waldboden des Ahrtals entdeckt. Einen solchen Erfolg hatte er bisher noch nie. Mit seinem Aroma muss sich der Ahrtrüffel nicht vor den berühmten Verwandten aus Frankreich oder Italien verstecken: Ein ganz tolles Aroma; kommt fast dem Perigord-Trüffel nahe.
Die Geschichte von den sagenhaften Trüffelfunden in der Eifel ging durch die Presse. Naturschützer halten von der Sammelleidenschaft des Kochs aus Sinzig überhaupt nichts. Gerhard Ludwig vom Bundesamt für Naturschutz erklärt, warum: Alle Trüffelarten sind in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt und dürfen auch somit nicht entnommen werden.
Ein Bonner Botaniker hat die Pilze, die im Ahrtal gefunden wurden, jetzt genau bestimmt. Es handelt sich um den Weißen oder Sommertrüffel. Der steht auf der Roten Liste von Deutschland, und zwar als vom Aussterben bedroht, also ist das schon ein ganz wichtiger Hinweis, dass man diese Art auch auf keinen Fall sammeln sollte und auch sollte nicht eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden, weil, das würde dem Sinn dieser Verordnung entgegenlaufen.
Mitmachen, Lernen und Kooperation
Bei mykoConsult trennen wir Theorie nicht von der Praxis: Unsere wissenschaftliche Expertise ist das Fundament, aus dem Ihr Erfolg wächst. Seminare, Lehrtätigkeit und die Ausbildung von Suchhunden gehören zum Angebot. Seit 2020 bin ich Lehrbeauftragte und an der HAWK Göttingen (Fakultät Ressourcenmanagement) und als Honorardozentin u. a. für: Universität Kassel - Witzenhausen (FB Ökologischer Landbau) und weitere Bildungs- und Forschungseinrichtungen national und international tätig.
Forschungspartner gesucht? Sie sind eine Institution, Universität oder ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Interesse an innovativer Mykokultur oder Biodiversitätsprojekten? Ich freue mich über Kooperationen, die den Wissensstand zur Trüffelkultur weiterentwickeln. Gemeinsam Wissen schaffen.
Praktische Hinweise für Interessenten
- Grundstücksbesichtigung, Bodenprobe und Bodenanalyse sind unverzichtbar.
- Informieren Sie sich über lokale Naturschutzbestimmungen und Genehmigungspflichten.
- Seminare und Ausbildungskurse vermitteln die notwendigen Kenntnisse in Mykologie, Ökologie, Geologie und Topografie.
- Die Auswahl des Pflanzmaterials (geimpfte Baumsetzlinge) und die Qualität des Impfstoffs sind entscheidend.
Wir wissen, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen - im Boden, im Pflanzmaterial und im Management. Forschung, Lehre und Praxis werden bei mykoConsult durch ein systemisches Verständnis zusammengeführt.
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