Aldi Trüffel Herkunft China: Informationen, Risiken und Unterschiede zu Edeltrüffeln
Dies soll als kleine Übersicht über die große und kleine Welt der Trüffel dienen und euch die eine oder andere nette Information an die Hand geben. Das Wort Trüffel hat für Gourmets einen magischen Klang. Es signalisiert Luxus und den köstlichen Geschmack der schwarzen Perigord-Trüffeln aus Frankreich oder den Duft der weißen Piemont-Trüffeln aus Italien. Doch Vorsicht: Es wird betrogen und getäuscht mit den knolligen, unterirdisch wachsenden Pilzen.
Welche Trüffelarten werden kommerziell gehandelt?
Der weiße Albatrüffel, auch unter dem Namen "Königin der Trüffel" bekannt, zählt zu den absolut unangefochtenen Spitzenprodukten was Trüffel angeht. Er reift in der Vorweihnachtszeit von Oktober bis Dezember und ist bekannt für sein extrem intensives Aroma, welches stark trüffelartig daherkommt. Gegen Ende der Saison können leichte Knoblauchnoten wahrgenommen werden. Sein Aroma ist so ausgeprägt und intensiv, dass er ein großes Interesse in der Spitzengastronomie weckt. Außerdem ist er auch recht selten, weswegen er am Markt durchaus Preise von über 9000€ / Kg erzielen kann.
Der schwarze Winter-Edeltrüffel wird oft, je nach Herkunft, auch "Schwarzer Périgord-Trüffel" (Frankreich) oder "Pregiato di Norcia" (Italien) genannt. Er reift ab Mitte November und hat seinen höchsten Reifegrad etwa im März. Zunächst ist seine Oberfläche rötlich gefärbt, welche sich in seiner Reifezeit bis März ins Tiefschwarze verändert. Übersät ist die Trüffelhaut mit kleinen, sechskantigen, an Diamanten erinnernden Warzen. Das Schnittbild zeigt ein schwarz-violettes Fleisch mit feinen weißen Adern.
Der weiße Frühlingstrüffel "Tuber Albidum Pico" oder auch bekannt als "Bianchetto", "Märztrüffel", ist eine kleine weiße Trüffelknolle, welche nicht mit seinem großen Bruder Tuber Magnatum Pico, dem bekannten Alba Trüffel verwechselt werden sollte. Botanisch bekannt unter dem Namen Tuber Borchii Vittandini gilt er kulinarisch als weniger wertvoll, da er ein deutlich geringer ausgeprägtes Aroma als der Albatrüffel vorweist. Geschmacktlich erinnert er etwas an Knoblauch und Nuss, weswegen er sich trotzdem als tolles Gewürz eignet. Weiße Trüffel benötigen keine Hitze, um ihr volles Aroma zu entfalten, diese können problemlos direkt am Gast auf das Essen gerieben werden.
Der hinlänglich als Sommertrüffel bekannte "Tuber Aestivum var. Unicatum chatin", reift im Sommer heran. Seinen Namen hat er vom Lateinischen "aestivum", was übersetzt "Sommer" heißt. Er zählt nicht zu den wertvollen Speisepilzen und hat in der Haut Cuisine keinen hohen Stellenwert. Im hochreifen Zustand Ende August bekommt er ein angenehmes Pilzaroma, welches aber nicht mit dem Geruch der klassischen Wintertrüffel Tuber Melanosporum vergleichbar ist.
Lesen Sie auch: Nougat im Glas selber machen: Schritt-für-Schritt Anleitung
Die „China-Trüffel“ (Tuber indicum) - Herkunft, Eigenschaften und Probleme
Dieser dem teuren Edel-Wintertrüffel "Tuber Melanosporum" extrem ähnlich sehende Tuber kommt primär aus China und kostet nur einen Bruchteil dessen, was der Tuber Melanosporum kostet. Er wird auch unter dem Namen "China Trüffel" oder "Sechuan Trüffel" angeboten. Sie kosten etwa 20 Prozent der Perigord-Trüffel. Es handelt sich zwar um einen echten Vertreter der großen Familie der Trüffel, aber hat reichlich wenig mit den anderen wertvollen Vertretern gemeinsam.
Äußerlich erinnert er stark an den wesentlich teureren Vertreter Tuber Melanosporum, hat aber geruchlich oder geschmacklich so gut wie nichts zu bieten. Bei ganz frischen Exemplaren kann ein sehr leichter Trüffelgeruch auftreten, geschmacklich wird er als leicht bitter empfunden. Wenn man beide mischt, nimmt die China-Trüffel etwas vom Aroma der edlen Variante an. Tonnenweise werden China-Trüffeln nach Europa geliefert, viele als Edeltrüffeln verkauft. Der Trüffelhändler Joachim Schliemann aus Hamburg schätzt, dass die Mehrzahl der in Europa gehandelten Trüffellieferungen mit wertlosen Chinatrüffeln „gestreckt“ ist.
Es kommt wohl öfter vor, dass diese Trüffel den teuren Melanosporum beigemischt und unwissenden als diese verkauft werden. Wenn man den Pilz vorher mit etwas Trüffelöl einreibt, hat der Laie es schwer ihn zu erkennen. Oft wird betrogen und getäuscht mit den knolligen, unterirdisch wachsenden Pilzen. Das Trüffelaroma hier ist das, das auch im Trüffelöl zu finden ist. In Kombination mit Trüffelöl kann er trotzdem einen gewissen Auftritt haben, wenn die Verwendung von teuren Exemplaren einfach nicht machbar ist.
Warum wird betrogen? Mechanismen und Beispiele
- Chinatrüffeln sind deutlich günstiger und ähnlicher optisch, daher werden sie zum Strecken verwendet.
- Früher wurde der Fruchtkörper schwarz eingefärbt und als Zusatz in Leberwürsten oder Salami verwendet. Nachdem die Lebensmittelindustrie dies verboten hat, gibt es heute nur noch schwarz gefärbte Exemplare, wenn dahinter eine betrügerische Absicht liegt.
- Oft findet sich dieser Trüffel auch in Konserven oder im Glas, wobei man davon abraten sollte.
- Oft wird das fehlende Trüffelaroma mit aromatischen Ölen konstruiert und dem Laien hat den Eindruck, einen vollwertigen Edeltrüffel zu verzehren.
Experteneinschätzungen
Experten wie der Gastronomie-Fachhändler Ralf Bos aus Meerbusch bei Düsseldorf teilen die Trüffeln in drei Klassen ein: kulinarisch wertvoll, kulinarisch vertretbar und kulinarisch wertlos. Alle haben eine von der Perigord-Trüffel schwer unterscheidbare schwärzliche, warzige Oberfläche, sind aber im Inneren unterschiedlich hell und marmoriert. Oft hilft zur Unterscheidung nur das Mikroskop. Die Chinatrüffel (Tuber indicum) ist kulinarisch wertlos, aber kaum von der Perigord-Trüffel zu unterscheiden und zehnmal billiger.
Praktische Hinweise beim Kauf - insbesondere bei Discountern oder Importware
Trüffelflkauf immer Vertrauenssache und wenn man ein komisches Gefühl hat sollte man es lieber bleiben lassen. Natürlich ist bei so teuren Produkten auch immer das Interesse von Betrügern geweckt. Man sollte genaustens aufpassen, möchte man zur Weihnachtszeit einen solchen Tuber kaufen. Eventuell probiert man bei einem bekannten Italiener um die Ecke vorher einmal Trüffel oder hält die Nase an etwas Trüffelöl, um sich das typische Aroma einzuprägen. So weiß man zumindest nach welchem Aroma man sucht und fällt nicht auf billige Herbsttrüffel oder sogar Kartoffelboviste herein. Wenn man Zweifel hat, bitte lieber nicht kaufen.
Lesen Sie auch: So erhalten Sie die Schönheit Ihres Eichen-Couchtisches
Wenn Ihr einen richtigen Tuber Melanosporum vor der Nase habt seid ihr vermutlich sofort von seinem unglaublichen Aroma nach Unterholz und feuchter Erde, verbunden mit einer leichten Kakaonote ergriffen. Erst nach leichter Erhitzung kann der Pilz sein volles Aroma entfalten, daher solltet ihr ihn kurz erwärmen - und sei es nur, in dem ihr den Pilz als Gewürz einem Gericht kurz vor dem Servieren zugebt und dieser sich dabei etwas erwärmt.
Tipps zur Prüfung vor dem Kauf
- Geruchstest: Im Idealfall kennt man das Aroma der echten Sorte (z. B. Melanosporum oder Magnatum) und vergleicht.
- Optische Prüfung: Schnittbild und Aderung betrachten; Chinatrüffeln sind oft weniger ausgeprägt marmoriert.
- Herkunft und botanischer Name: Auf den botanischen Namen achten (z. B. Tuber melanosporum vs. Tuber indicum).
- Vertrauenswürdige Bezugsquellen: Bei Zweifeln lieber verzichten oder beim Händler nach Herkunfts- und Analyseinformationen fragen.
Aldi, China und der Vertrieb: warum ist das relevant?
Im Online-Store für ausländische Spezialitäten weiten Discounter wie Aldi Süd das Sortiment aus. Aldi Süd mag anderswo ein großer Discounter sein. Doch in China betreiben die Mülheimer einen Online-Shop, spezialisiert auf hoch ... (Auszüge aus Berichten zeigen, dass große Handelsakteure verstärkt mit internationalen Spezialitäten arbeiten.)
Die weltweite Bedeutung der asiatischen Trüffel stieg erst im späten 20. Jahrhundert, als die Tuber indicum ("chinesische schwarze Trüffel") auf die internationalen Märkte kam. Tonnenweise werden China-Trüffeln nach Europa geliefert, viele als Edeltrüffeln verkauft. Deshalb ist bei Importware aus China besondere Vorsicht geboten.
Kultivierung, regionale Unterschiede und Forschung in Asien
China ist das wichtigste Trüffelanbauland in Asien. Große Anpflanzungen von Tuber melanosporum, T. indicum, T. himalayense; Forschungszentren in Yunnan, Sichuan und Hunan. Ostasien ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt für Tuber. In China sind zahlreiche Arten wie Tuber indicum, Tuber himalayense, Tuber pseudoexcavatum, Tuber sinense und mehr als 25 weniger bekannte Arten aus Yunnan, Sichuan, Tibet beschrieben worden.
Japan und Südkorea unterhalten Versuchsparzellen, hauptsächlich mit T. magnatum, T. melanosporum und lokalen japanischen Knollenarten. Taiwan betreibt kleinere, aber technologisch fortschrittliche Versuchsplantagen. Die Forschung ist international aktiv, Forscher wie Li Qiang, Fan Li, Zhang Shu-Yan und andere publizieren zu Taxonomie, Phylogenie und Ökologie asiatischer Knollen.
Lesen Sie auch: Auf den Spuren des Trüffels: Eine Reise zu seinen Anbaugebieten
Was tun, wenn man zu viel oder schlechten Trüffel gekauft hat?
Sollte man zuviel Trüffel gekauft haben, oder ist noch welcher übrig geblieben dann bietet es sich an, diesen fein zu reiben und in geklärter Butter leicht zu kochen. Man könnte den Trüffel trotzdem verwenden. Ralf Bos beschreibt in seinem Buch: Trüffel und andere Edelpilze die Idee, diesen als Ersatz für den sog. Leberwursttrüffel zu verwenden. Früher wurden Wurstwaren mit teurem Trüffel gefüllt, welcher vorher schwarz eingefärbt wurde, damit er nach dem Koch- und Reifeprozess der Wurst noch als solcher erkennbar ist. Die EU hat das Färben von Trüffeln verboten und so hat es für die Produzenten wenig Sinn gemacht einen teuren Trüffel, welchen man später nicht mehr erkennt, zu verwenden und so wurde auf ein wesentlich billigeres Ersatzprodukt umgeschwenkt.
Kurze Info zu Fundgebieten und Symbiose
Die kleinen kugelförmigen Pilze kommen vor allem in Frankreich und Norditalien vor, wobei die besten Funde wohl in Alba verzeichnet werden. Er lebt in Symbiose mit einigen Bäumen wie: Pappel, Eiche, Linde und Weide und ist sehr auf eine möglichst stabile Temperatur angewiesen. Der Pilz wächst in Symbiose mit Eichen. Der Pilz geht eine Symbiose mit einigen Bäumen ein, darunter Eichen, Buchen, Pappeln, Kiefern, Linden, aber auch Haselnuss.
| Trüffelart | Botanischer Name | Herkunft / Fundgebiete | Aroma / Wert |
|---|---|---|---|
| Weiße Alba | Tuber magnatum pico | Alba (Italien), Norditalien | Sehr intensiv, sehr wertvoll |
| Schwarzer Winter (Perigord) | Tuber melanosporum | Perigord, Piemont, S. Europa | Starkes Unterholz-Aroma, wertvoll |
| Bianchetto / Frühling | Tuber borchii / T. albidum | Italien, Alba-Region | Knoblauchartig, preiswerter |
| Sommer/Burgunder | Tuber aestivum / uncinatum | Europa (auch Deutschland) | Mild, pilzig, günstiger |
| China-Trüffel | Tuber indicum | China (Sichuan, Yunnan) | Wenig Aroma, sehr günstig |
Worauf Verbraucher achten sollten - kurze Checkliste
- Herkunft prüfen und nach botanischem Namen fragen.
- Riechen und vergleichen; wenn möglich vorher echtes Aroma kennenlernen.
- Bei Discountern und Online-Importware besonders kritisch sein.
- Im Zweifel nicht kaufen oder Rückfrage beim Händler/Hersteller stellen.
- Vertrauenswürdige Händler bevorzugen, die Herkunftsdokumente oder Labortests bereitstellen.
Das Trüffelthema bleibt spannend: Von teuren Albatrüffeln, über Perigord-Delikatessen bis hin zu massenhaft importierten Chinatrüffeln existiert ein breites Spektrum an Qualität und Preisen. Wer Trüffel genießt, sollte informiert und vorsichtig sein - besonders beim Kauf von Trüffeln mit unklarer Herkunft.
tags: #Aldi #Trüffel #Herkunft #China #Informationen


