Lebkuchen: Warum diese Köstlichkeit zur Weihnachtstradition gehört

Lebkuchen und Weihnachten sind untrennbar miteinander verbunden. Der würzige Duft weckt Kindheitserinnerungen und Vorfreude auf die festliche Zeit. Doch warum ist Lebkuchen gerade in der Weihnachtszeit so beliebt? Dieser Artikel beleuchtet die lange Geschichte und Tradition des Lebkuchens und erklärt, warum er zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Weihnachtszeit geworden ist.

Eine Reise in die Vergangenheit: Die Ursprünge des Lebkuchens

Der Lebkuchen zählt zu den ältesten Gebäcken der Welt. Seine Wurzeln reichen bis ins antike Ägypten zurück, wo ähnliche Honigkuchen als Opfergaben verwendet wurden. Auch die Menschen in der Antike bestrichen Kuchen mit Honig und backten sie zusammen. Honig als Süßungsmittel und wertvolle Gewürze wie Zimt, Ingwer und Nelken, die durch den Handel mit dem Orient nach Europa kamen, machten den Lebkuchen zu einem besonderen Genuss. Der Begriff Lebkuchen stammt vermutlich vom lateinischen Wort „libum“ ab, das übersetzt so viel bedeutet wie „Fladen“ oder „Opferkuchen“.

Einen ersten schriftlichen Hinweis auf Lebkuchen findet man um 350 v. Chr.! So wie wir das Gebäck heute kennen, bildete es sich erst im 12. Jahrhundert in den Klöstern heraus. Erfunden wurde es in Dinant in Belgien und fand von dort schnell seinen Weg in fränkische Klöster und nach Aachen.

Nürnberg als Zentrum der Lebkuchenherstellung

Besonders bekannt wurde der Lebkuchen durch die Stadt Nürnberg, die im 14. Jahrhundert das Zentrum der Lebkuchenherstellung war. Urkundlich nachgewiesen ist ein Nürnberger Lebküchner in der Schmidgassen im Jahre 1395. Ein besonders denkwürdiger Tag für die Nürnberger Lebküchner war im Jahre 1487, als Kaiser Friedrich III. - er hielt damals gerade einen Reichstag in Nürnberg ab - sämtliche Nürnberger Kinder "so schon zu gehen vermögen…" zu einer großen Bewirtung auf die Kaiserburg einlud. Nahezu 4000 Kinder wurden damals mit einem Lebkuchen beschenkt, auf dem das Bildnis des Kaisers aufgedruckt war. Vom eigentlichen Handwerk der Lebküchnerei wird offiziell erst im 17. Jahrhundert gesprochen. Seit 1441 waltete in Nürnberg eine Gewürzschau ihres Amtes. Vereidigte Prüfer kontrollierten die Qualität der angelieferten Gewürze.

Die Nürnberger Lebküchner buken seit jeher aber nicht nur für den Bedarf der Nürnberger Einwohner, sondern auch für den Fernhandel. Auf den alten Handelsstraßen gingen Nürnberger Lebkuchen "in alle Land" und mit ihnen der gute Ruf dieses Nürnberger Erzeugnisses.

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Lebkuchen in der Fastenzeit

Die ursprüngliche Herstellung der Lebkuchen geht auf die Fastenzeit zurück. Früher wurden die Wochen vor Weihnachten zur Besinnung und zur Buße genutzt. In den Klöstern aß man während der Fastenzeit zum starken Bier gerne gepfefferte Lebkuchen, die sogenannten „Pfefferkuchen“. „Pfeffer“ war im Mittelalter der Sammelbegriff für alle fremdländischen Gewürze. Das Gebäck galt als gesund, heilend, verdauungsfördernd und appetitanregend und durfte deshalb besonders in der Fastenzeit genossen werden. Außerdem gab es in der kalten Winterzeit früher weniger zu essen. Früchte wurden im Sommer geerntet und konnten nur schwierig bis zum Winter gelagert werden. Lebkuchen eigneten sich dafür wegen der hohen Energiedichte und der langen Haltbarkeit sehr gut. Im Winter und in schlechten Zeiten verteilten die Klöster die Lebkuchen außerdem an hungernde und arme Mitmenschen.

Vom Kloster zum Gewerbe

Nachdem der heutige Lebkuchen in den Klöstern entstand, entwickelte sich die Herstellung im 16. Jahrhundert zu einem Gewerbe entlang der Handelsrouten. Da der Lebkuchen viele verschiedene, auch seltene Gewürze erfordert, wurde dieser zunächst vor allem in größeren Handelsstädten gebacken. So entwickelten sich von Nürnberg über Augsburg bis nach Köln verschiedene Sorten und Rezepturen je nach Region.

Vielfalt der Lebkuchenarten

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Lebkuchen zu einem typischen Weihnachtsgebäck. Jeder kennt sie, jeder liebt sie - die feinen, würzigen Naschereien, meist auf Oblaten, mit Zuckerguss oder Schokoladenüberzug, die vor allem in der Weihnachtszeit kleine und große Naschkatzen erfreuen. Schon seit vielen Jahrzehnten ist der Lebkuchen als Weihnachtsgebäck nicht mehr wegzudenken.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Lebkuchen:

  • Braune Lebkuchen: Braune Lebkuchen entstehen aus Knetteigen mit hohem Mehlanteil. Sie sind pur oder mit weiteren Zutaten wie Früchten oder Nüssen erhältlich. In frischem Zustand sind braune Lebkuchen hart. Sie werden erst nach einiger Zeit weich, aromatisch und saftig.
  • Oblaten-Lebkuchen: Oblaten-Lebkuchen werden hingegen aus einer weichen, mehlarmen oder sogar mehlfreien Masse hergestellt. Ihr Teig umfasst oft zerkleinerte Mandeln, Hasel- oder Walnüsse, Ölsamen, Marzipanrohmasse oder andere Rohmassen.

Seinen charakteristischen Geschmack bekommt der Lebkuchen aus einer Vielzahl an schmackhaften Gewürzen. Ob in Herzform, als verzierter Stern oder knuspriges Häuschen: Lebkuchen werden heute in den unterschiedlichsten Varianten angeboten. Das Gebäck unterscheidet sich aufgrund seiner Grundzutaten von anderen Kekssorten und wird traditionell mit Honig gesüßt. Je nach Sorte werden für die Herstellung kaum bis gar kein Fett, Milch und Wasser verwendet. Dadurch entsteht eine trockene, zuckerreiche Konsistenz, die den Lebkuchen so lange haltbar macht.

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Zu den bekanntesten Lebkuchen gehören sicherlich die aus Nürnberg. Eine ganz besondere Spezialität unter den Nürnberger Lebkuchen ist der Elisen Lebkuchen, denn seine hochwertige Zusammensetzung ist genauestens vorgeschrieben. Er darf maximal 10% Mehl enthalten und muss mindestens zu 25% aus Nüssen bestehen. Dies dürfen jedoch keine beliebigen Nüsse sein, es müssen Mandeln, Haselnüsse oder Walnüsse sein!

Lebkuchenhaus: Ein süßer Brauch

Lebkuchen sind auch beliebte Weihnachtsgebäcke, um daraus Figuren, Objekte und Formen zu gestalten. Neben Lebkuchenmännchen ist vor allem das Lebkuchenhaus weit verbreitet. In vielen Familien mit Kindern gehört es zur Tradition, ein solches Lebkuchenhäuschen im Advent selber zu basteln und nach Weihnachten zu verspeisen. Tatsächlich entwickelte er sich aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“. Jedes Kind kennt den daraus stammenden Spruch: „Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ Eben dieses Lebkuchenhäusschen der bösen Hexe soll nachgebaut werden. Kein Wunder, dass daraus ein fester Brauch wurde und eng mit der Weihnachtszeit verbunden wird. Schließlich schmeckt ein Lebkuchenhaus nicht nur sehr lecker und bereitet schon bei der Herstellung viel Freude, sondern sieht auch noch toll aus und stellt wunderbare weihnachtliche Dekoration dar!

Lebkuchen als Geschenk

In der Weihnachtszeit stehen Aufmerksamkeiten hoch im Kurs. Lebkuchen sind eine wunderbare Möglichkeit, Danke zu sagen. Ob gegenüber engen Freunden, der Familie oder entfernten Bekannten und Kollegen. Sie bringen traditionelles Backhandwerk nahe und verzaubern mit ihrem tollen Geschmack die Sinne. Kein Wunder, dass sie gern verschenkt werden. Für viele sind Lebkuchen Präsent und Aushängeschild zugleich, immerhin stecken in den süßen Gebäckwundern viele Jahrhunderte an Tradition und Leidenschaft.

Die trockene, aber zuckerreiche Konsistenz macht die Lebkuchen in all ihren Facetten enorm haltbar. Auch aus diesem besonderen Grund eignen sie sich bestens zum Verschenken. Es sind leckere Gaben, an denen man sich längere Zeit erfreuen kann. Beschenkten stehen also viele genussvolle Momente bevor.

Lebkuchen mal anders genießen

Vom einfachen Pfefferkuchen über Zimtkuchen bis hin zu Dominosteinen und Spitzkuchen - in Büchern und im Internet gibt es unzählige Möglichkeiten, Lebkuchen in der heimischen Küche zu backen. Im Winter, wo die Erkältungszeit Hochsaison hat, darf es aber auch an gesunden Lebensmitteln ebenso wenig fehlen. Eine Extraportion an Vitaminen kann nie schaden und wenn uns gefüllte Lebkuchen eins lehren, dann das: Die Verbindung aus würzigem Teig und süßen Früchten ist einfach himmlisch!

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Rezeptvorschläge

  • Zum Frühstück: Porridge mit Winterobst und Lebkuchen-Crumble
  • Als Dessert: Lebkuchen-Trifle mit frischen Orangen

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