Rezept für Torte mit vielen Schichten: Die Prinzregententorte und Variationen

Schicht für Schicht ein Gedicht: Viele luftige Tortenböden und cremige Füllungen machen unsere Schichttorten so unwiderstehlich. Hier findest du die besten Rezepte für hoch gestapelte Torten mit Buttercreme, Schokolade, Früchten und Co!

Historischer Hintergrund und Charakteristik

Die Prinzregententorte ist ein Paradebeispiel bayerischer Konditorkunst und wurde zu Ehren von Prinzregent Luitpold von Bayern geschaffen. Sie wurde einst für den Prinzregenten Luitpold erfunden. Die Prinzregententorte wurde 1886 anlässlich des 65. Geburtstags von Prinzregent Luitpold von Bayern kreiert. Hofkonditor Heinrich Georg Erbshäuser soll die Torte erstmals gebacken haben.

Charakteristisch sind sechs bis acht hauchdünne, luftige Biskuitböden, die abwechselnd mit einer seidigen Schokoladenbuttercreme bestrichen werden. Traditionell besteht sie aus 7 Schokoladen-Buttercreme-Schichten - für jeden bayrischen Regierungsbezirk eine Schicht. Vor 1946 bestand sie sogar aus 8 Schichten, da hatten wir einen Regierungsbezirk mehr (Rhein-Pfalz…). Na ja, jeder macht halt so viele Schichten wie er schafft - meine hat 6 Schichten.

Die Torte wird sorgfältig geschichtet und mit einer glänzenden Zartbitterkuvertüre überzogen - ein Fest für Gaumen und Auge. Die feinen Böden sorgen für Leichtigkeit, während die Creme ein vollmundiges Schokoladenaroma beisteuert.

Zutaten (für Ø 26 cm, ca. 16 Stück)

  • Für den Rührteig: 250 g weiche Butter oder Margarine, 250 g Zucker, 1 Pck. Vanillin-Zucker, 1 Prise Salz, 4 Eier (Gr. M), 200 g Weizenmehl, 50 g Gustin/Speisestärke, 1 gestr. TL Backpulver.
  • Für die Buttercreme: 1 Pck. Schokoladen-Puddingpulver (ca. 37 g), 100 g Zucker, 500 ml Milch, 250 g weiche Butter, 100 g Zartbitterkuvertüre.
  • Für den Guss: 300 g Zartbitterschokolade, 1 EL Speiseöl.
  • Optional Tränke: 30 g Zucker, 80 ml Wasser, 50 ml Rum oder 50 ml Grand Marnier.

Vorbereitung: Pudding und Butter

Bereits zwei Stunden im Voraus den Pudding für die Buttercreme zubereiten. Hierfür Zucker mit Puddingpulver und 4-5 EL der Milch verrühren. Restliche Milch in einem Topf aufkochen. Puddingmix unter Rühren in die kochende Milch geben und bei mittlerer Hitze 1 Minute köcheln lassen. In eine Schüssel umfüllen und direkt mit Frischhaltefolie abdecken. Bei Zimmertemperatur erkalten lassen.

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Die Butter für die Buttercreme mind. 2 Std. vor Einsatz aus dem Kühlschrank nehmen. Die Butter neben den Pudding legen, damit Pudding und Butter die gleiche Temperatur bekommen (Die Butter wird in Schritt 4 benötigt).

Böden backen - Schritt-für-Schritt

Für die Tortenböden Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Die Eier trennen und die Eigelb nacheinander in die Buttermasse rühren. Mehl, Stärke und Backpulver mischen und dazu sieben. Die Zitronenschale ebenfalls unterrühren.

Aus dem Teig nun nacheinander 7 Böden backen. Pro Boden ca. 3 Esslöffel Teig gleichmäßig auf den Springformboden streichen und ohne Springformrand 6-8 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze backen. Die Böden nach dem Backen sofort vom Springformboden lösen und auf einem Kuchenrost erkalten lassen.

Eine alternative Methode: Die Blätter Backpapier nebeneinanderlegen und den Teig gleichmäßig auf den Blättern portionieren. Mit einem Springformring von 26 cm Durchmesser um den Teig legen und mit dem Rücken eines Esslöffels eben verstreichen. Mit zwei Backblechen immer zwei Böden im vorgeheizten Ofen bei 160 °C Umluft etwa 10 Minuten backen.

Tipp: Ich habe dazu den Rührteig gewogen, das Gewicht durch 8 geteilt und somit jeweils die gleiche Menge an Teig in die Springform gegeben. Es werden so ca. 2 große EL sein. Diese gleichmäßig verstreichen. Und keine Angst, am Anfang hat man das Gefühl, dass das nie so funktionieren kann. Einfach weiterstreichen, das wird.

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Buttercreme herstellen

Die Butter mit den Quirlen des Handrührers cremig rühren und den erkalteten Pudding esslöffelweise unterrühren. Achtung: Kommt der Pudding aus dem Kühlschrank, besteht die Gefahr, dass die Buttercreme gerinnt. Alle Zutaten sollten zimmerwarm sein. Kuvertüre grob hacken und zusammen mit dem Öl im Wasserbad schmelzen. 150 g der Buttercreme zum Einstreichen beiseite stellen.

Wenn der Pudding auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, die Schokoladen-Buttercreme herstellen. Dafür zunächst den Pudding durch ein Haarsieb streichen, sodass eine homogene Masse entsteht. Dann in einer Schüssel die Butter 4 Minuten lang schaumig schlagen. Nun den Pudding löffelweise dazugeben und dabei stetig weiterschlagen. Zuletzt die flüssige Kuvertüre unterrühren.

Torte füllen und schichten

Einen Tortenboden in die Springform legen und einen Teil der Buttercreme darauf verstreichen. Wenn man jetzt 8 Tortenböden hat, braucht man 7 Buttercremeschichten, also verstreicht man 1/7 der Creme. Ich hab wieder mit der Waage gearbeitet. Die übrige Buttercreme, je nach Anzahl der Böden, in 6-7 Portionen teilen. Die einzelnen Tortenböden mit jeweils einer Portion Buttercreme bestreichen und zu einer Torte zusammensetzen, die oberste Schicht soll aus einem Boden bestehen.

Die Aprikosenmarmelade erhitzen, durch ein Sieb streichen und die Torte damit oben bestreichen. Die Torte zuerst am Rand und dann auf der Oberseite mit einem breiten Messer oder einer Palette mit der restlichen Buttercreme einstreichen. 6 EL von der Buttercreme zum Einstreichen abnehmen. Die übrige Buttercreme in 6 Portionen teilen. Den Rand mit etwa 2 EL Creme glatt einstreichen. Die Torte mind. 1 Std. in den Kühlschrank stellen.

Aufgeschnittene Prinzregententorte mit vielen Schichten

Guss und Finish

Kuvertüre klein hacken und im Wasserbad unter Rühren auf ca. 40-45 °C erwärmen (gut handwarm). Dann die Schokolade aus dem Wasserbad nehmen und Palmfett bzw. Pflanzenöl sowie Nougat dazugeben, je nach Rezept. Nun so lange rühren, bis alles geschmolzen ist. 2/3 des Schokogusses mittig auf die Torte gießen und durch Bewegen der Torte auf der Oberfläche gleichmäßig verlaufen lassen. Mit Hilfe eines Tafelmessers den Guss an die Stellen des Randes streichen, an denen kein Guss heruntergelaufen ist.

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Um eine gleichmäßige Oberfläche zu erhalten, den Kuchenrost ein- bis zweimal auf die Arbeitsfläche aufklopfen. Bevor der Guss fest ist, die Torte mit einem Messer vom Kuchenrost lösen und auf eine Tortenplatte umsetzen. Den Guss fest werden lassen und die Torte bis zum Servieren kalt stellen. Übrige Creme in einen Spritzbeutel füllen und als Tupfen auf die Torte setzen.

Varianten und Aromatisierung

  • Für ein leichtes Rum-Aroma können Sie die Tortenböden vor dem Zusammensetzen in einem Zucker-Rum-Gemisch tränken. Dafür 30 g Zucker in 100 ml Wasser auflösen und kurz aufkochen. 50 ml Rum zugeben und erkalten lassen.
  • Oft wird allerdings auch kakaohaltige Fettglasur aufgrund der einfacheren Handhabung verwendet. In meiner Variante habe ich mich für eine Tränke mit Grand Marnier, einem Orangenlikör, entschieden, um etwas fruchtigere und leichtere Noten in die recht schwere Torte zu bekommen.
  • Mit gehackten Pistazien, kandierten Veilchen oder essbarem Goldstaub kann die Torte optisch aufgewertet werden. Anne Haupt hat sie in einen rosa Prinzessinnentraum verwandelt.
  • Als Überzug eignet sich neben Kuvertüre auch ein Französisches Kakaogelee: 3 Blatt Gelatine einweichen, 150 ml Wasser mit 180 g Zucker, 60 g Kakaopulver und 120 g Sahne aufkochen, Gelatine auflösen - ergibt einen weniger festen, sehr aromatischen Überzug.
Schritt-für-Schritt Auflistung zum Schichten einer Torte

Tipps zur Haltbarkeit und Servierempfehlung

Am besten lagert man die Torte abgedeckt im Kühlschrank, damit sie keine fremden Gerüche annimmt. Vor dem Servieren sollte sie etwa 30 Minuten bei Zimmertemperatur stehen, damit die Buttercreme ihre perfekte Konsistenz und ihr volles Aroma entfaltet. Im Kühlschrank bleibt die Torte 3-4 Tage frisch. Für längere Haltbarkeit empfiehlt sich das portionsweise Einfrieren - so bleibt sie bis zu 2 Monate genussbereit. Zum Auftauen die Stücke langsam im Kühlschrank temperieren.

Alternativen für Böden und Cremes

Der Biskuit ist recht einfach herzustellen. Seine Konsistenz ist locker, frisch gebacken krümeln die Böden etwas beim Schneiden. Eigelb und Eiweiß werden getrennt, das Eigelb schaumig gerührt und das Eiweiß steif geschlagen. Bei der von mir genutzten Methode wird das ganze Ei lange und kräftig aufgeschlagen.

Der Wunderkuchen - einer der von mir meist genutzten Kuchen für Torten. Der Wunderkuchen ist wandelbar und lecker. Er hat eine tolle Konsistenz - fester als ein Biskuit, aber nicht so kompakt wie ein Pound Cake. Der Pound Cake ist ein schwerer, kompakter Kuchen mit einem intensiven Buttergeschmack. Ich verwende ihn meist bei Füllungen, die etwas fester sind. Er lässt sich wunderbar in gleichmäßige Böden schneiden.

Schichttorte mit Früchten: Frische Früchte oder TK-Obst verleihen Schichttorten ein frisches Upgrade. Du kannst zum Beispiel aufgetaute Himbeeren pürieren und unter die Tortencreme heben, ein schnelles Kompott aus frischen Erdbeeren kochen oder eine Mango kleinschneiden und zwischen Creme und Boden schichten. Zum Aromatisieren eignet sich etwas Abrieb und Saft von Zitrusfrüchten.

Video: Schritt-für-Schritt Anleitung Prinzregententorte Schichten und Glasieren

Praktische Hinweise

  • Alle Zutaten sollten zimmerwarm sein, damit die Buttercreme nicht gerinnt.
  • Die Böden sofort nach dem Backen vom Springformboden lösen und auf einem Kuchenrost erkalten lassen.
  • Wenn der Pudding am Vortag zubereitet wird, mit Folie abdecken, damit keine Haut entsteht.
  • Beim Temperieren der Schokolade auf Temperaturen achten: Impfen (zuerst schmelzen, dann geraspelte Kuvertüre zugeben) ist eine einfache Methode.

Serviervorschlag

Perfekt zu einem Nachmittagskaffee dahoam passt Oma Annis Prinzregententorte. Die Prinzregententorte ist für München, was für Wien die weltberühmte Sachertorte ist. Während wir uns nun über ein Stück der Buttercremetorte hermachen, überlassen wir euch das Rezept.

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