Original russisches Medovik Torte Rezept – Schritt für Schritt zur perfekten Honigtorte

Die Medovik Torte - auch bekannt als russische Honigtorte - ist ein absoluter Klassiker der osteuropäischen Backkunst. Mit ihren zahlreichen goldenen Teigschichten, durchzogen von cremig-süßer Füllung, gilt sie als Krönung für besondere Anlässe. Obwohl sie hierzulande noch ein Geheimtipp ist, lässt sich mit etwas Zeit und Geduld dieses Meisterwerk auch zuhause nachbacken. In diesem Rezept erhältst du eine äußerst detaillierte Anleitung, zahlreiche Tipps sowie Varianten für Füllungen, damit deine Medovik beeindruckend gelingt.

Mehrschichtige Medovik Torte in Schichten mit Cremefüllung

Was ist Medovik?

Medovik ist auch als russische Honigtorte bekannt und besonders in Russland und anderen osteuropäischen Ländern als Dessert oder zu Festlichkeiten beliebt. Sie besteht aus mehreren Teigböden, die übereinander gestapelt sind. Häufig sind es acht bis zwölf Schichten. Der Teig aus denen die Schichten bestehen, ist in den meisten Rezepten ähnlich: Er wird neben Zucker mit Honig gesüßt, was der Torte auch ihren Namen verleiht. Daneben kommen Mehl, Eier, Butter und Natron hinein. Zwischen den Teigböden befindet sich eine cremige Füllung. Diese unterscheidet sich oft von Region zu Region. Sie besteht entweder aus einer süßen Creme aus Pudding, Schmand, Sauerrahm, gesüßter Kondensmilch oder einer Mischung davon. Unser Rezept enthält eine Creme auf Puddingbasis mit einer leichten Vanillenote.

Ursprung und Mythos rund um Medovik

Das Rezept für die Medovik ist schon richtig alt: diese russische Honigtorte wurde nämlich bereits im 19. Jahrhundert gebacken. Es kursieren sogar romantische Geschichten, dass ein junger Koch die Torte nur gebacken hat, um das Herz seiner schönen Frau zu gewinnen. Ob das stimmt oder nicht, süß ist sie allemal, die Torte wie auch die Geschichte. Genau wie bei der Napoleon-Torte gibt es hier zwölf Teigschichten, die aus einem Honigteig erstellt werden. Auch hier gibt es diverse Optionen, was man als Füllung hernehmen kann. Ich entschied mich für die klassische Schmandfüllung. Diese Honigtorte ist das perfekte Projekt für einen freien Tag, denn du backst jede einzelne Schicht separat, acht für die Torte und eine zusätzliche, aus der später die knusprigen Brösel für den Rand entstehen. Nach einer Nacht im Kühlschrank werden die knusprigen Schichten wunderbar weich: ein Genuss, für den man sogar einen Zaren wecken dürfte, ganz egal ob mit oder ohne schöne Frau!

Russische Küche: klassische Honigtorte Medovik dekorativ angerichtet

Zutaten & Grundausstattung

Zutaten für ca. 10-12 Stücke

Für den TeigFür die Cremefüllung
Honig, flüssig80-185 g gesüßte Kondensmilch1 Dose / 160 g Schmand
Zucker150 g Schmand od. saure Sahne800 g / 160 g (je nach Rezeptvariante)
Butter, ungesalzen20-120 g Schlagsahne200-380 ml
Eier (Gr. M-L)2-3 Sahnesteif1-2 Pck.
Mehl (Weizen)500-550 g Zucker (für Füllung)20-120 g
Natron/Backpulver1 TL (10 g) optional Vanille, Honignach Geschmack
Salz, Zimt, Vanillepasteje 1 Prise/EL Puddingpulver, Milchoptional, für Puddingvariante

Außerdem: Frischhaltefolie, Backpapier, Tortenring/Springform (Ø 15-26 cm), Nudelholz, Palette oder Messer, Küchenmaschine oder Handrührgerät.

Hinweis

Die Torte ist im Kühlschrank einige Tage haltbar. Sie können die Torte auch schon ein oder zwei Tage im Voraus zubereiten. Das hat den Vorteil, dass sie gut durchziehen kann und die Schichten weich werden können. Wie im Rezept beschrieben, sollte die Torte mindestens 12 Stunden durchziehen. Noch besser sind jedoch 24 Stunden.

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Schritt für Schritt: Der perfekte Medovik-Biskuit

  1. Teig vorbereiten:
    • Honig, Zucker und Butter so lange unter ständigem Rühren erhitzen, bis der Zucker geschmolzen ist (ca. 10 Minuten, nicht zu heiß, sonst verbrennt der Zucker). Das Ganze dauert ca. 10 Minuten.
    • Den Topf von Herd nehmen, die Mischung in eine Rührschüssel geben und abkühlen lassen.
    • Die Eier gut verquirlen. Die Zuckermasse in eine Metall- oder Porzellanschüssel geben und langsam unter Rühren die verquirlten Eier schluckweise zugeben. Macht man das zu schnell, stockt das Ei und man kann den Teigansatz vergessen.
    • Anschließend Mehl, Natron/Backpulver, Salz und Vanillepaste in die gekühlte Honigmasse sieben und verkneten. Es muss ein glatter, nicht klebender Teig entstehen.
    • Eine Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen, den Teig darauf weiterkneten, bis er nicht mehr an den Händen klebt. Den Teig zu einem Strang formen, in 8-12 gleich große Stücke schneiden, zu Kugeln formen, auf einen gut bemehlten Teller geben und mit Frischhaltefolie abdecken. Eine halbe Stunde - besser 1-2 Stunden kühlen, der Teig lässt sich dann besser ausrollen.
  2. Böden ausrollen & backen:
    • Backofen auf 175-180 °C (Ober-/Unterhitze) oder 160 °C Umluft vorheizen.
    • Teigkugeln nacheinander zwischen Backpapierblättern sehr dünn (ca. 2-3 mm) ausrollen. Mit einem Tortenring oder Teller passende Kreise (15-26 cm je nach Form) ausschneiden. Teigreste mitbacken - sie werden später zu Bröseln verarbeitet.
    • Teigkreise mehrfach mit Gabel einstechen und auf Backpapier legen. Pro Durchgang können 2-3 Böden gebacken werden. Die Backzeit pro Boden beträgt ca. 6-10 Minuten, bis sie goldbraun und knusprig sind.
    • Böden samt Backpapier abziehen und auf einem Gitter ganz abkühlen lassen. Nach dem Backen mit einem Messer/Backrahmen die Ränder säubern.
  3. Füllung nach klassischer Art:
    • Schlagsahne cremig (nicht steif) schlagen, Schmand, gezuckerte Kondensmilch (oder Joghurt/Sauerrahm je nach Variante) und Sahnesteif zugeben und steif schlagen. Kondensmilch mit dem Schmand und dem Honig verrühren. Wer es weniger süß mag, lässt einfach den Honig weg.
    • Alternativ kann auch ein Pudding aus Speisestärke, Zucker, Eigelb, Milch und Butter gekocht werden, dann kaltstellen und mit Sahne aufschlagen.
    • Variante: Sahne mit Honig, Zucker und Vanilleextrakt anfangen aufzuschlagen, Sahnesteif einrieseln lassen und dann gut steif schlagen. Schmand am Ende nur kurz einrühren.
Medovik Tortenböden und Zutaten auf einer Arbeitsfläche

Zusammensetzen der Medovik

  1. Lege den ersten Boden auf ein Backpapier oder eine Torten-Unterlage. Verteile 2-4 Esslöffel Creme gleichmäßig darauf, dann vorsichtig den nächsten Boden auflegen. Diesen Vorgang Schicht für Schicht wiederholen, bis alle Böden und Creme verbraucht sind. Für den Abschluss ca. 2 Esslöffel Füllung aufheben.
  2. Mit einem Messer oder einer Palette die restliche Creme rundherum auftragen. Die gebackenen Teigreste bzw. den letzten Boden zu feinen Bröseln verarbeiten (Foodprocessor oder Plastiktüte und Nudelholz) und damit die Oberseite und die Ränder der Torte bestreuen.
  3. Die Torte mit Backpapier-Streifen unter den ersten Boden schützen, damit die Creme beim Durchziehen nicht herausläuft. Über Nacht, mindestens jedoch 12 Stunden, im Kühlschrank durchziehen lassen. Dadurch werden die goldbraunen Schichten weich und die Creme aromatisiert die Torte optimal.
Zubereitung und Zusammenbau einer Medovik Honigtorte

Tipps & Varianten

  • Die Anzahl der Böden variiert je nach Region und Geschmack von 8 bis zu 16.
  • Je dünner die Böden, desto zarter wird die Torte. Zu dicke Böden bleiben kernig.
  • Die Füllung kann neben Sauerrahm/Schmand auch mit Buttercreme, Vanillepudding oder gesüßter Kondensmilch kombiniert werden; auch eine leichte Karamellnote ist klassisch.
  • Die Böden können (ungefüllt!) gefroren oder luftdicht für mehrere Tage im Kühlschrank lagern - so lässt sich die Zubereitung prima aufteilen.
  • Restteig immer mitbacken: daraus werden die legendären Medovik-Krümel für außen.
  • Die Torte hält sich gekühlt bis zu 4 Tage und wird mit jedem Tag noch besser.

Was macht Medovik so besonders?

Nicht nur optisch macht die russische Honigtorte Medovik ordentlich was her, denn auch geschmacklich kann sie überzeugen. Der Geschmack ist fein säuerlich mit einer schönen, aber nicht zu aufdringlich süßen Honignote. Die vielen dünnen Lagen beeindrucken jeden - hier stecken die Werte wirklich im Inneren, ist die Russische Honigtorte von außen doch etwa unscheinbar.

Diese Torte MUSS auf jeden Fall einen Tag vor dem Servieren gebacken werden, damit sie genug Zeit hat, sich zu entwickeln. Nach einer Nacht im Kühlschrank werden die knusprigen Schichten wunderbar weich: ein Genuss, für den man sogar einen Zaren wecken dürfte, ganz egal ob mit oder ohne schöne Frau! Medovik schmeckt jeden Tag besser und sollte mindestens vier Tage munden, wenn immer gekühlt wird.

Kuchenschnitt Medovik: Viele dünne Schichten und cremige Füllung

Wissenswertes & FAQ

  • Welche Honigsorte verwenden? Wichtig bei der Zubereitung von Medovik ist, dass Sie flüssigen Honig verwenden. Welchen Honig Sie wählen, ist Ihnen überlassen, jedoch bringt Waldhonig oder milder Blütenhonig ein schönes Aroma.
  • Kann ich Medovik glutenfrei backen? Ja, mit glutenfreiem Mehl gelingt der Honigteig ebenfalls, muss aber ggf. noch etwas angepasst werden.
  • Kann ich die Torte mit Nüssen variieren? Je nach Region werden auch Walnüsse zwischen die Schichten gestreut. Sehr aromatisch!
  • Was unterscheidet Medovik von Napoleon Torte? Beide Torten sind vielschichtig, doch Medovik setzt auf Honigteig und schmeckt klar nach Honig, während Napoleon mit Blätterteig und milder Crème daherkommt.
  • Vorbereitung und Aufbewahrung: Mindestens 12 Stunden Ruhezeit im Kühlschrank einplanen. Die Torte kann 2 Tage vor dem Fest hergestellt werden - sie wird nur besser.
Servierte Medovik Honigtorte auf dem Kuchenteller

Fazit: Medovik - Aufwand, der sich lohnt

Zugegeben: Ganz unaufwändig ist der Medovik-Kuchen mit den vielen Schichten nicht. Die Arbeit wird aber mit einer beeindruckenden Torte belohnt, die auf jedem Kuchenbuffet glänzt und mit noch unbekanntem Geschmack überrascht. Die russische Honigtorte ist besonders als Festtagskuchen, aber auch für begeisterte Hobbybäckerinnen und Hobbybäcker ein lohnendes Projekt.

Zutaten und Utensilien zur Zubereitung von Medovik

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