Herstellung und Arten von Schokoladen-Tierfiguren: Von der Kakaobohne bis zur süßen Skulptur

Schokoladen-Tierfiguren begeistern Naschkatzen aller Altersgruppen. Besonders zu Ostern oder Weihnachten sind sie in nahezu jedem Schaufenster sowie auf dem Geschenketisch zu finden. Doch wie entsteht so eine köstliche Figur? Und welche Varianten und Herstellungsverfahren gibt es? In diesem Artikel geben wir einen umfassenden Einblick in die faszinierende Welt der Schokoladenfiguren - von der Auswahl der Rohstoffe, über die Produktion bis hin zu Formen und Techniken der Verzierung.

Verschiedene Schokoladen-Tierfiguren und deren Verzierungsarten

Geschichte und Entwicklung der Schokoladenfiguren

Wer hat die ersten Schokoladenfiguren hergestellt und wann? Die ersten Schokoladenfiguren wurden von dem Schweizer Chocolatier Jean Tobler im Jahr 1908 hergestellt. Die Tradition, Schokoladenfiguren als Geschenke zu verschenken, wurde allerdings bereits im 19. Jahrhundert in Europa eingeführt. Damals begannen Schokolatiers, kunstvolle Schokoladenfiguren herzustellen, die als Geschenke zu verschiedenen Anlässen, wie Weihnachten oder Ostern, beliebt wurden.

Im 19. Jahrhundert wurden das erste Mal Schokoladenformen benutzt. Vorher wurde die Schokolade ausschließlich in flüssiger Form genossen. Besonders viele und unterschiedliche Formen kamen um 1932 auf den Markt - es gab etwa 50.000 unterschiedliche Formen. Die Herstellung von Schokoladenfiguren hat also eine lange Tradition im Kunsthandwerk.

Alte und moderne Schokoladenformen aus Metall und Kunststoff

Herkunft und Verarbeitung der Schokolade

Zu Beginn steht der Kakaoanbau. Die Kakaobäume wachsen in den Tropen rund um den Äquator, die Hauptanbauländer sind Cote d´Ivoir, Ghana, Indonesien, Ecuador, Nigeria und Kamerun. Reife Kakaofrüchte werden manuell geerntet, die Kakaobohnen aus dem Fruchtfleisch gelöst und fermentiert. Die Bohnen trocknen anschließend in der Sonne und werden dann zur Weiterverarbeitung transportiert.

In der Schokoladenfabrik werden die Rohkakaobohnen zunächst gereinigt und von Fremdkörpern befreit. Die Bohnen werden dann geröstet, was das Aroma entwickelt, und daraus schließlich eine Kakaomasse gewonnen. Sie wird in mehreren Schritten zu zarter Schokolade verarbeitet - inklusive Conchieren (langes Kneten, Rühren und Lüften der Masse), Temperieren und Mischung mit weiteren Zutaten je nach Rezeptur.

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Weg von der Kakaobohne bis zur Schokolade

Werkstoffe und Materialien für Schokoladenfiguren

  • Schokolade (Vollmilch, Zartbitter, weiße Schokolade, vegane und farbige Massen)
  • Lebensmittelfarbe
  • Glanzmittel
  • Verzierungen wie Zuckerperlen, essbare Blattgoldfolie und Streusel
  • Füllungen (Nüsse, Karamell, Fruchtgelee, Kekse oder Schokolinsen)

Herstellungsschritte: Von der Idee bis zur fertigen Figur

Vorbereitung der Schokolademasse

Die Wahl der Schokoladenmasse und ihre Viskosität sind sehr wichtig zur Erzielung eines guten Resultats. Die Schokoladenblocks werden gebrochen und in kleine Partikel geschnitten. Anschließend werden die Schokostücke in ein Wasserbad gegeben und langsam geschmolzen, um ein Anbrennen zu vermeiden. Die flüssige Masse wird in eine Schüssel gegeben und unter Rühren abgekühlt, um die Kristallisation der Kakaobutter anzuregen.

Die Abkühlung erfolgt bei Milchschokolade und weißer Schokolade auf ca. 28° C und bei Zartbitterschokolade auf etwa 30° C. So erhält die Schokolade eine glatte Oberfläche und einen schönen Glanz.

Temperieren und Füllen der Formen

Schokoladenfiguren werden üblicherweise in speziell gefertigten Formen gegossen, die entweder aus Silikon oder Kunststoff bestehen. Diese Formen sind in verschiedenen Motiven und Größen erhältlich und ermöglichen detaillierte Figuren. Als Erstes nimmt man eine Form aus Kunststoff, die aus zwei Hälften besteht und zusammengeklappt werden kann.

Damit der Schokohase am Ende ein weißes Schnäuzchen hat, muss die Form mit weißer Schokolade bearbeitet werden. Mit einem dünnen Pinsel wird flüssige, weiße Schokolade an die Innenseite der Form aufgetragen, um Details wie Ohren, Nase oder Stummelschwänzchen hervorzuheben. Nach dem Trocknen kommt die gewünschte Schokolade - etwa Vollmilch- oder Zartbitterschokolade - hinzu.

Die Schokolade wird bis zum gewünschten Gewicht eingefüllt, die Form verschlossen und auf eine Rüttelplatte gestellt. Durch Zentrifugalkräfte und ständiges Drehen verteilt sich die Schokolade gleichmäßig und es entstehen Hohlräume, ohne dass Luftblasen bleiben. Nach etwa 30 bis 45 Minuten kann die ausgehärtete Figur entnommen werden. Die Kunst ist es, die Wände gleichmäßig dick und stabil, aber nicht zu dick zu machen, sonst bleibt das Aroma auf der Strecke.

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Traditionelle und industrielle Herstellung von Schokohohlfiguren

Verzieren und Verpacken

Hochwertige Schokoladenfiguren werden mit verschiedenen Dekor-Techniken verziert: Airbrushing (feines Aufsprühen von Farbschokolade), Spritzen, oder per Hand mit Pinsel und Schokolade bemalt. Auch Nüsse, Zuckerstreusel oder essbare Farben kommen zum Einsatz, um Details wie Augen, Fell oder Kleidung zu gestalten. Nach der Verzierung werden die fertigen Figuren vorsichtig aus den Formen gelöst und in Folie oder hübsche Kartons verpackt.

Handverzierte Schokoladentierfiguren

Bauweisen und Arten von Schokoladenfiguren

Überblick über die wichtigsten Typen

  1. Hohlfiguren: Diese Figuren haben eine dünne, meist gleichmäßige Schokoladenschicht und sind innen hohl. Sie sind leicht und zerbrechlich, besonders beliebt als Osterhasen oder Weihnachtsmänner.
  2. Massivfiguren: Massivfiguren bestehen komplett aus Schokolade und sind daher schwerer und stabiler. Sie werden oft geschnitzt oder geformt und eignen sich gut als Premium-Geschenke.
  3. Schokoladenlollis: Schokolade, die in Lutscherform gegossen und mit einem Stiel versehen wird. Beliebt bei Kindern und als süße Aufmerksamkeit.
  4. Trinkschokoladenfiguren: Figuren, die in heiße Milch oder Wasser gegeben werden, um sich in ein Getränk zu verwandeln. Besonders im Winter und zur Weihnachtszeit beliebt.
  5. Gefüllte Schokoladenfiguren: Außen besteht die Figur aus Schokolade, innen sind sie mit Nüssen, Karamell oder Fruchtgelee gefüllt.
Infografik Bauweisen: Hohlfigur - Massivfigur - Gefüllte Figur
Figurentyp Eigenschaften Beliebte Motive
Hohlfiguren Leicht, filigran, meist saisonal Osterhasen, Weihnachtsmänner
Massivfiguren Stabil, oft als Dekoration Tiere, Autos, Herzen
Gefüllte Figuren Mit Nuss, Karamell u.a. Osterhasen, Nikolaus
Lollis Mit Stiel als Snack Tiere, Sterne
Trinkfiguren Für heiße Schokolade Schneemänner, Bären

Arten von Motiven und Einsatzbereiche

Schokoladenfiguren gibt es in verschiedenen Motiven: Ob Äffchen mit Banane, Fußball, Einhörner, Tiere aller Art, Autos, Comicfiguren, Märchenfiguren oder saisonale Motive wie Osterhasen und Weihnachtsmänner. Die Fantasie der Hersteller ist (fast) grenzenlos.

  • Dekoration von Torten und Desserts
  • Tischdekoration bei Festen und Veranstaltungen
  • Beliebtes Mitbringsel und Geschenk
  • Werbepräsent und Streuartikel bei Events
  • Attraktion auf Kindergeburtstagen

Herstellungstechniken im Überblick

  • Gießen: Flüssige Schokolade in Formen, klassisch und am gebräuchlichsten.
  • Modellieren: Formen von Hand, zum Beispiel für Einzelstücke und Wettbewerbe.
  • Airbrushing: Sprühen von Lebensmittelfarbe für besondere Effekte.
  • Schablonentechnik für Muster und Schriftzüge.
  • Maschinelle Produktion: Besonders bei Großserien, rotierende und rüttelnde Anlagen für Hohlfiguren.

Die ersten Hohlkörperfiguren wurden von handwerklichen Bäckern und Konditoren in den 1950er Jahren in Blechformen per Hand hergestellt. Später, ab den 1960er Jahren, wurden die Formen maschinell befüllt und in Rotationsanlagen bearbeitet - dieses Verfahren ist auch heute noch Standard.

Rotationsanlage zur maschinellen Herstellung von Schokohohlfiguren

Technische Aspekte und Normen

DIN-Normen für Schokoladenfiguren:

  • DIN EN 1234: Anforderungen und Prüfverfahren für Schokoladenfiguren im Bereich der Lebensmittelhygiene.
  • DIN 1052: Maße und Toleranzen für Schokoladenfiguren in der Konfektindustrie.

Berechnungen bei der Herstellung von Schokoladenfiguren

Um die richtige Menge Schokolade für eine Figur zu berechnen, kann folgende Formel verwendet werden:

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  • Volumen = Länge x Breite x Höhe (cm³)
  • Gewicht = Volumen x Dichte (Dichte von Schokolade ca. 1,2 g/cm³)

Auch die Oberfläche, Kantenlänge oder die Diagonale können für spezielle Designs und die Dekoration berechnet werden. Für den Gussprozess, gleichmäßige Schokoladenschicht und das Dekorieren mit Streuseln oder Farben sind solche Berechnungen im professionellen Bereich Standard.

Formel Bedeutung
Oberfläche = 2 π r2 + 2 π r h Berechnung der Fläche einer Figur
Volumen = π r2 h Schokoladebedarf für Hohl- oder Massivfigur
Gewicht = Volumen x Dichte Gesamtgewicht an Schokolade

Vielfalt der Formenhersteller: Historische Übersicht

Zahlreiche Firmen haben die Entwicklung von Schokoladenformen geprägt: Anton Reiche (Dresden), Hermann Walter (Berlin), Vormenfabriek Tilburg (Holland), Max Riener (Schweiz), Luigi Maganza (Mailand), John Baptist Létang (Paris), und viele mehr. Der erste Kunststoff für Formen war Bakelit, gefolgt von Plexiglas, PVC und Makrolon. Heute dominieren Kunststoffformen aus Polycarbonat den Markt, ältere Metallformen bleiben bei Sammlern begehrt.

Historische Sammlerstücke: Metall-Schokoladenformen verschiedener Firmen

Qualitätskriterien und Lagerung

Hohlfiguren sollten eine gleichmäßige Wandung und einen schönen, gleichmäßigen Glanz der Schokolade aufweisen. Ein knackiger Bruch und das Fehlen von Luftblasen gelten als Qualitätsmerkmal. Viele Hohlkörperfiguren sind heute zudem nach Nachhaltigkeitsstandards wie UTZ oder Fairtrade zertifiziert.

Schokoladenfiguren mögen eine dunkle, trockene Umgebung sowie konstante Temperaturen zwischen zwölf und 18 Grad C. Zu große Temperaturschwankungen führen zu Fett- oder Zuckerreif (weiße oder gräuliche Flecken). Zerbrochene Figuren eignen sich noch gut als Backzutat für Kuchen, Desserts oder heiße Schokolade.

Warum sind Schokoladenfiguren so beliebt als Geschenk oder Souvenir?

Schokoladenfiguren sind eine süße und leckere Leckerei, die fast jeder gerne isst. Dank der Vielfalt an Formen und Motiven lässt sich für nahezu jeden Anlass eine passende Figur finden. Die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung macht sie einzigartig - und sie sind leicht, relativ günstig und weltweit transportabel. Ob als kleines Dankeschön, Tischdekoration oder Werbegeschenk: Schokoladenfiguren sind immer ein Hingucker.

Schokoladen-Tierfigur als Geschenk und Tischdeko

Schokoladenfiguren - Synonyme Schreibweisen und Varianten

Weitere Begriffe für Schokoladenfiguren:Schokoladen-Figuren, Figuren aus Schokolade, Schokoladefiguren, Schokolade-Figuren, Schokofiguren, Schoko-Figuren, Schokoskulpturen, Schokoladen-Skulpturen, Schokolade-Skulpturen, Skulpturen aus Schokolade, Schokoladenskulpturen, Schokoladenplastiken, Schokoladeplastiken, Schokostatuen, Statuen aus Schokolade und viele mehr.

Schokoladenkurse: Lernen und Selbermachen

In speziellen Schokoladenkursen - zum Beispiel im Kölner Schokoladenmuseum oder in der Lindt Chocolateria - erhalten Teilnehmende eine Einführung in die Welt der Schokolade, gießen und dekorieren Figuren und dürfen ihre eigenen Kreationen mit nach Hause nehmen. Unter Anleitung von Maîtres Chocolatiers lernt man auf unterhaltsame Weise die handwerklichen Fertigkeiten rund um die Schokoladenkunst.

Workshop: Eigene Schokoladen-Tierfigur gestalten

HS-Code und rechtliche Einstufung

Für den Handel ist die Zuordnung zu einem HS-Code wichtig:

  • 1806.90.90: Schokoladenfiguren, nicht in anderen Positionen erfasst.
  • 1806.90.10: Gefüllte Schokoladenriegel, ohne Kakao.
  • 1806.90.20: Gefüllte Schokoladenriegel mit Kakao.

Anwendungsbereiche auf einen Blick

  • Konditorei und Patisserie: Dekoration für Torten, Gebäck und Desserts
  • Kindergeburtstage und Events: Giveaways, Mottofiguren, Tischdeko
  • Geschenke: Für Geburtstage, Feiertage oder als Mitbringsel
  • Werbeartikel: Markenfiguren, Firmenpräsente
  • Souvenirs und saisonale Dekoration: Weihnachten, Ostern, Valentinstag

Resteverwertung und Tipps

Schokoladenfiguren, die nach Feiertagen übrig bleiben, müssen nicht weggeworfen werden. Sie eignen sich geschmolzen für Kuchen, Glasuren oder heiße Schokolade, als Schokofondue mit Obst oder für Schoko-Crossies.

Schokoladenreste verwerten: Ideen und Rezepte

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