Dubai-Schokolade im Test: Hype oder Reinfall?

Die Dubai-Schokolade, die Ende 2024 einen regelrechten Hype erlebte, steht mittlerweile in der Kritik. Was steckt wirklich in den bunten Tafeln und lohnt sich der oft hohe Preis? Dieser Frage gingen verschiedene Testinstitute und Behörden nach, mit teils erschreckenden Ergebnissen.

Der Dubai-Schokoladen-Hype

Ende 2024 war die Dubai-Schokolade in aller Munde. Unzählige Videos in den sozialen Netzwerken zelebrierten den Genuss der mit Pistaziencreme und gebackenen Teigfäden gefüllten Schokolade. Lange Schlangen bildeten sich vor den Schokoladenläden, und Kunden waren bereit, bis zu 30 Euro pro Tafel zu zahlen. Zahlreiche Supermärkte und Discounter nahmen die Süßigkeit ins Sortiment auf.

Was ist Dubai-Schokolade?

Dubai-Schokolade ist eine Schokoladensorte, die sich durch eine Füllung aus Pistaziencreme und knusprigen Teigfäden, auch Engelshaar, Kadayif oder Kataifi genannt, auszeichnet. Diese Teigfäden werden meist mit geklärter Butter vermengt oder bestrichen und dann ausgebacken, was der Schokolade ihren typischen Crunch verleiht. Die Pistaziencreme und die Teigfäden sind die charakteristischen Zutaten der Dubai-Schokolade. Der Name "Dubai-Schokolade" ist dabei nicht geschützt, sodass die Schokolade nicht zwingend aus Dubai stammen muss.

Ernüchternde Testergebnisse

Die Stiftung Warentest nahm sechs verschiedene Tafeln Dubai-Schokolade unter die Lupe, deren Preise zwischen rund sieben und 25 Euro pro 100 Gramm lagen. Das Ergebnis war ernüchternd: "Einzigartigen Geschmack oder herausragende Qualität fanden wir nicht", so die Tester. Keine der getesteten Schokoladen bot ein besonderes Geschmackserlebnis, das den hohen Preis rechtfertigen würde. Vier von sechs Produkten hätten aufgrund fehlerhafter oder unvollständiger Zutatenlisten und Nährwertangaben gar nicht verkauft werden dürfen.

Schadstoffe und Verunreinigungen

Besonders alarmierend waren die Schadstofffunde in den zwei Schokoladen aus Dubai. In den Produkten der Marken Fex Dessert und Le Damas wurden die Fettschadstoffe 3-Monochlorpropandiol (3-MCPD) und Glycidyl-Ester nachgewiesen. Beide Stoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Sie kommen häufig in raffiniertem Palmöl vor, das in diesen Schokoladen enthalten war. Die Tafel von Le Damas war zudem "deutlich" mit Aflatoxinen aus Schimmelpilzen belastet, die häufig in Pistazien auftreten.

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Diese Ergebnisse decken sich mit vorherigen Analysen des Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart sowie des Landesamtes für Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen. Bei einer Untersuchung in Nordrhein-Westfalen waren 13 Prozent der importierten Produkte belastet.

Weitere Mängel

Neben den Schadstofffunden wurden auch weitere Mängel festgestellt. So enthielten einige Proben Farbstoffe, die in der Zutatenliste nicht angegeben waren. In drei Proben aus der Türkei wurde nicht deklarierter Sesam gefunden, was für Sesam-Allergiker gesundheitsschädlich sein kann. Fünf der acht Proben enthielten kein Schokolade, sondern Palmöl. Diese Proben stammten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und waren nicht zum Verzehr geeignet, da sie eine fast doppelt so hohe Menge an Glycidyl-Fettsäureestern enthielten als der erlaubte Höchstwert.

Verbrauchertäuschung und gesundheitliche Risiken

Die Untersuchungen des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Stuttgart in Zusammenarbeit mit den Labors in Freiburg und Sigmaringen ergaben, dass sieben der Proben Fremdfett statt echter Schokolade enthielten. Dies stellt nicht nur eine Verbrauchertäuschung dar, sondern birgt auch gesundheitliche Risiken.

Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) betonte, dass dort, wo Dubai-Schokolade draufsteht, auch echte Schokolade mit hochwertigen Zutaten ohne Verfälschungen oder Verunreinigungen drin sein müsse. Er hat aufgrund der Untersuchungsergebnisse ein landesweites Sonderprogramm gestartet, um angebotene Dubai-Schokolade genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Kakaoverordnung

Was genau in einer Schokolade drinstecken darf, ist in der sogenannten Kakaoverordnung genau geregelt. Laut dieser Verordnung müssen in einer Schokolade mindestens 35 Prozent Kakaotrockenmasse enthalten sein. Kakaotrockenmasse ist das, was entsteht, wenn Kakaobohnen gepresst werden: also Kakaopulver und Kakaobutter. Produkte, die anstatt Kakaobutter andere pflanzliche Fette enthalten, dürfen nicht als Schokolade bezeichnet werden.

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Fazit

Die Dubai-Schokolade konnte im Test nicht überzeugen. Die Qualität der Schokoladen lässt oft zu wünschen übrig, und einige Produkte sind sogar mit Schadstoffen belastet oder enthalten nicht deklarierte Inhaltsstoffe. Verbraucher sollten daher vorsichtig sein und sich vor dem Kauf über die Inhaltsstoffe und Herkunft der Schokolade informieren.

Als preiswerte Alternative empfiehlt die Stiftung Warentest klassische Pistazienschokolade. Wer dennoch Dubai-Schokolade genießen möchte, kann sie auch einfach selbst herstellen.

Aktuelle Maßnahmen

Das Land Baden-Württemberg hat eine umfassende Kontrolle von Dubai-Schokolade durchgeführt. Insgesamt wurden 30 Proben von Dubai-Schokolade untersucht, darunter Importwaren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei und Jordanien sowie Produkte kleinerer Hersteller aus Baden-Württemberg und anderen EU-Staaten. Die Dubai-Schokolade wird auch in Zukunft überwacht, um die Sicherheit für Verbraucher zu gewährleisten.

Warnhinweise und Rückrufe

Wer gerne Schokolade isst, sollte aktuell auf mögliche Rückrufe achten. Auch bei anderen Lebensmitteln gibt es immer wieder Gesundheitsbedenken, wie beispielsweise beim Alkoholkonsum, von dem die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) abrät.

Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:

  • Dubai-Schokolade erlebte Ende 2024 einen Hype, der jedoch nicht durch Qualität gerechtfertigt ist.
  • Viele Produkte sind überteuert und enthalten minderwertige Inhaltsstoffe.
  • Einige Proben sind mit Schadstoffen belastet oder enthalten nicht deklarierte Allergene.
  • Verbraucher sollten vor dem Kauf die Inhaltsstoffe prüfen und auf Warnhinweise achten.
  • Klassische Pistazienschokolade ist eine preiswerte und möglicherweise gesündere Alternative.

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